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Offizieller Studienführer für Deutschland

Fahrzeug-, Verkehrstechnik

Der Studienbereich im Überblick

Die Optimierung bestehender und die  Entwicklung neuer Antriebe und Werkstoffe gehört genauso ins Aufgabengebiet dieser Disziplin wie die zunehmende Elektrifizierung und Digitalisierung im Bereich der Fahrzeug- und Verkehrstechnik.

Besonders im Bereich der Luft- und Raumfahrttechnik wird nach möglichst leichten Systemen mit extremer Zuverlässigkeit geforscht. Die Auswahl der verwendeten Materialien und Werkstoffe ist von entscheidender Bedeutung. Entsprechend eng sind die Verbindungen zu den Werkstoffwissenschaften.

Studienangebot

Die Studiengänge dieses Bereichs können i.d.R. grundständig und weiterführend absolviert werden. Inhaltlich umfassen Fahrzeug-, Schiffs-, Luft- und Raumfahrttechnik in erster Linie den Bau und Betrieb von Fahrzeugen und deren Antrieben und Ausrüstungen. Im Mittelpunkt stehen u.a. Kraft- und Schienenfahrzeuge, Schiffe, Flugzeuge, Hubschrauber, Raumschiffe und andere Flugkörper (Satelliten).

  • In der Schiffstechnik geht es neben Tankern, Containerschiffen, Jachten und U-Booten auch um den Bau von Meerestechnik wie Plattformen, Offshore-Anlagen und Geräten für die Tiefseeforschung. Auch die Nutzung der Ressource See als Energie-, Rohstoff- und Nahrungsmittellieferant gehört in dieses Studienfeld. Studiengänge zur seemännischen ingenieurmäßigen Führung von Schiffen, wie etwa „Nautik“, „Schiffsbetriebstechnik“, „Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft“ sowie „Schiffs- und Reedereimanagement“ zählen ebenfalls zu diesem Bereich.
  • Im Zusammenhang mit der Einführung von Elektroautos haben in den vergangenen Jahren zunehmend auch die Energie- und Batterietechnik an Bedeutung gewonnen („Elektromobilität“, „Intelligente Mobilität und Energiesysteme“). Intelligente Assistenzsysteme in modernen Pkw verlangen den Ingenieur(inn)en ein umfassendes Verständnis für IT/Kommunikation und Mechatronik ab („Automobilinformationstechnik“, „Fahrzeuginformatik“).

An der Schnittstelle zwischen Fahrzeugtechnik und Verkehrswegebau befasst sich das Verkehrsingenieurwesen fachübergreifend mit Fragen der Organisation des Verkehrsablaufs sowie der Gestaltung und Dimensionierung von Verkehrsanlagen für den Personen- und Gütertransport. Es untersucht das komplexe Zusammenwirken der verschiedenen Verkehrssysteme und -mittel und entwickelt Lösungsansätze für die Verkehrsplanung.

Inhalte des Studiums

Inhalte wie Ingenieurmathematik und –informatik, naturwissenschaftliche und konstruktive Grundlagen sowie technische Mechanik spielen in allen Studiengängen dieses Bereichs eine herausragende Rolle. Auch die Fertigungstechnik, Werkstoffkunde, Elektrotechnik und Elektronik, Festigkeitslehre, Mess- und Sensortechnik gehören in den meisten Studiengängen zu den erlernten Basiskompetenzen.

Zur Vertiefung der fahrzeugspezifischen Kenntnisse im Studium der Fahrzeugtechnik dienen Module wie Fahrzeugentwicklung, Konstruktion, Antriebs- und Fahrwerkstechnik, Mechatronik, Fahrdynamik, Regel- und Fahrer-Assistenzsysteme, Mess- und Prüftechnik, sowie CAD-Simulation. Je nach Lehrangebot ist eine Schwerpunktbildung in Gebieten wie Konstruktion und Entwicklung, System- und Antriebstechnik, Energietechnik, Fahrwerk- oder Karosserietechnik, Service oder Design möglich. Hinzu kommen Module wie Kosten- und Investitionsmanagement, Betriebsorganisation und Industriebetriebslehre, Projekt- und Qualitätsmanagement sowie Englisch.

Studiengänge aus dem Bereich Elektromobilität vermitteln wissenschaftliches und praktisches Grundlagenwissen in Mathematik, Physik, Elektro-, Informations- und Werkstofftechnik sowie in Mechanik.

Der Studiengang Automotive-Engineering befasst sich vornehmlich mit den Bereichen Mathematik, Informatik, Physik, Chemie und Werkstoffkunde und Ingenieurwissenschaften. Daran anschließend werden die Kenntnisse in den verschiedenen Automotive-Anwendungsgebieten vertieft und erweitert. Spezialisierungsmöglichkeiten gibt es in Bereichen wie Automobiltechnik und Produktionstechnik oder elektronische/mechanische Systeme. Dazu dienen Module wie Automobilaufbau/Karosserie, Automobilelektronik, Antriebs-, Getriebe- und Fahrwerkstechnik, Mess- und Sensortechnik, Mensch-Maschine-Schnittstelle, Systemtheorie und Systemtechnik, Simulationstechnik, Steuerungs- und Regelungstechnik, Thermodynamik, CAD/CAE/CAM-Techniken, Fertigungsverfahren, Automation und Montage, Qualitätsmanagement. Ergänzende Wahlmodule sind z.B. Logistik, Prototypenfertigung, industrielles Rechnungswesen oder technisches Englisch.

Aufbauend auf ingenieurwissenschaftliche Grundlagenfächer werden im Studiengang Verkehrsingenieurwesen/Verkehrstechnik die verkehrsspezifischen Kenntnisse in Gebieten wie Planung und Betrieb im Verkehrswesen, Mobilität und Verkehrsforschung, Verkehrsmanagement und -telematik, Fahrzeugtechnik, Prüfung und Zulassung sowie ggf. Luft- und Raumfahrttechnik oder Schiffs- und Meerestechnik erweitert. Ergänzend gibt es Module aus dem wirtschafts-, rechts-, geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereich.

Im Studium Luft- und Raumfahrttechnik werden neben den ingenieurwissenschaftlich-technischen Grundlagen wirtschafts-, rechts- und sozialwissenschaftliches Wissen vermittelt. Hinzu kommen anwendungsbezogene Module wie Aerodynamik, Entwurf und Konstruktion, Fertigungstechnik, Flugmechanik, Leichtbau, Triebwerksbau, Maschinendynamik, Regelungstechnik, Strömungslehre und Werkstofftechnik. Darüber hinaus werden z.B. Technisches Englisch, Betriebs- und Arbeitsorganisation, Kostenrechnung oder Managementwissen vermittelt. In seltenen Fällen wird das Studium kombiniert mit einer Pilotenausbildung (ATPL). Je nach Angebot erfolgt im Masterstudium eine Schwerpunktbildung auf Gebieten wie Flugzeugbau, Leichtbautechnologie, Triebwerks- oder Raumfahrttechnik.

Im Studium Schiffs- und Meerestechnik stehen neben den ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen Fächer wie Schweißtechnik, Hydromechanik, Schiffselemente, Schwimmfähigkeit und Stabilität auf dem Lehrplan. Es folgen spezielle Anwendungsmodule wie Schiffbau, Ausrüstung von Schiffen, Entwurf und Konstruktion von Schiffen für besondere Ladungen, Jachtentwurf, Unterwasserfahrzeuge, Schiffsmaschinenbau, Schiffselektronik, Messtechnik im Schiffbau, Fertigung und Werftbetrieb. Ergänzend erhalten die Studierenden eine fachübergreifende Ausbildung in den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Projektmanagement, Qualitätssicherung, Recht. Berufspraktische Studienanteile absolvieren sie in Form von Industrie- bzw. Unternehmensprojekten. Eine Schwerpunktbildung ist teilweise möglich in Fächern wie Schiffsentwurf, Hydrodynamik und Jachtdesign, Konstruktion, Schiffsfestigkeit und Schiffsausrüstung.

Im Studiengang Nautik werden Grundlagen in den Bereichen Physik, Mathematik, Elektrotechnik, Recht, Englisch, Wirtschaft und Chemie vermittelt. Außerdem gibt es anwendungsorientierte Einführungsveranstaltungen zur Navigation, Schiffssicherheit, Informatik und zum Arbeitsrecht. Es folgt eine Vertiefung in den Bereichen Schiffsführung, maritime Verkehrssicherheit und Umweltschutz, Ladungstechnologie und -sicherheit sowie Personalführung und Seebetriebswirtschaft. Wahlpflichtmodule gibt es in den Bereichen Nautik/Technik oder Wirtschaft/Recht. Hinzu kommen Ausbildungsfahrten und das Simulatortraining. Neben dem Hochschulabschluss erwerben die Studierenden meist auch den Abschluss als Nautische/-r bzw. Technische/-r Wachoffizier/-in.

Im Studiengang Schiffsbetriebstechnik stehen neben den teilgebietstypischen Grundlagen Module aus den Bereichen Seeverkehrswirtschaft, Maritimes Englisch, Personalführung oder Betriebs- und Gefahrstoffe auf dem Lehrplan. Vertiefungen sind u.a. in Fächern wie Verbrennungskraftmaschinen/Turbinen, Arbeitsmaschinen und Anlagentechnik, Maschinendynamik, Dampf-, Kälte- und Klimatechnik, Betriebsstoff- und Umweltschutztechnik, Schiffsautomatisierung, Schiffselektrotechnik, Schiffsmaschinenanlagen, Schiffsmaschinenbetrieb/Schiffsinstandhaltung möglich. Hinzu kommen Module aus den Bereichen Öffentliches Recht und Seerecht sowie Betriebsführung und Arbeitsschutz. Neben Laborübungen an laufenden Maschinen werden auch in großem Umfang Simulatorübungen zu Wissensvermittlung und Wissensüberprüfung eingesetzt.

Im Studium Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft gibt es Modulangebote zu den informationstechnischen, mathematisch-naturwissenschaftlichen, sozio-ökonomischen und methodischen Grundlagen sowie zu den rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Aspekten. Hinzu kommen Grundlagen der Hafen- und Verkehrswirtschaft, Logistik/Hafenlogistik, Chemie, gefährliche Ladung, Schiffstheorie, Telematik, Chartering und Befrachtung, Marketing/Vertrieb, Unternehmensführung, Fremdsprachen und Präsentationstechniken.

Zulassungskriterien & Studienbewerbung

Oft ist ein mehrwöchiges Vorpraktikum für die Aufnahme des Studiums verpflichtend. Für einige Studiengänge, wie etwa Schiffsbetriebstechnik, gelten besondere Zulassungsvoraussetzungen wie eine abgeschlossene Berufsausbildung als Schiffsmechaniker/-in, in einem anerkannten Ausbildungsberuf der Metall- oder Elektrotechnik inkl. einjähriger Seefahrtzeit oder eine zugelassene praktische Ausbildung und Seefahrtzeit als Technische(r) Offizierassistent/-in.

Berufsmöglichkeiten nach dem Studium

Ingenieure/-innen der Fahrzeugtechnik finden Beschäftigung in der Kraftfahrzeugindustrie bei Herstellern von Kraftfahrzeugteilen, -zubehör, -karosserien und -anhängern, bei Kfz-Zulieferbetrieben und im Schienenfahrzeugbau.

Verkehrsingenieure/-innen arbeiten u.a. bei Verkehrsbetrieben, Transport- und Logistikunternehmen, in Verkehrsleitzentralen, Verbänden, Technischen Überwachungsvereinen, in der öffentlichen Verwaltung, als Sachverständige/-r, als Freiberufler/-in oder in Ingenieurbüros, in Software-Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen.

Ingenieure/-innen der Luft- und Raumfahrttechnik arbeiten in Betrieben des Luftfahrzeug- und Triebwerkbaus. Daneben kommen Tätigkeiten bei Fluggesellschaften, Flughäfen, in der Automobilindustrie, der Windkraftbranche, an Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie bei Ingenieurbüros oder Unternehmensberatungen in Frage.

Ingenieure/-innen der Schiffstechnik finden Beschäftigung in der Werftindustrie, in Firmen für Schiffsausrüstungen, Klassifikationsgesellschaften, Schiffbau- und Wasserbau-Versuchsanstalten, in „freien“ Ingenieurbüros, bei Reedereien und Behörden (z.B. Wasser- und Schifffahrtsämter).

Absolvent(inn)en des Studiengangs Maritime Technologien finden Einsatzfelder in allen Bereichen, in denen es um die technologische Nutzung des Meeres geht (Offshore-Zulieferindustrie und Offshore-Energienutzung, technischer Betrieb bei Entwicklungstätigkeiten, Fischfang und Fischwirtschaft sowie Schiffbau).

Schiffsingenieure/-innen (Technische Schiffsoffiziere) und Nautische Schiffsoffiziere bzw. Kapitäne/-innen arbeiten insbesondere in der technischen und seemännischen Führung von Fracht- und Passagierschiffen, in der Bergungsschifffahrt sowie in der Hafen-, der Vermessungs- und Forschungsschifffahrt.

Ingenieure/-innen der Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft arbeiten bei Landorganisationen von Seeverkehrsbetrieben, See- und anderen Speditionen, Hafen- und Lagerhausgesellschaften, Beratungsgesellschaften oder Hafenbehörden.

 

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Weitere Informationen

ISA
Das Informationssystem Studienwahl & Arbeitsmarkt der Universität Duisburg-Essen gibt Informationen zur Entwicklung in den einzelnen Studienbereichen und Teilarbeitsmärkten.
www.uni-due.de/isa

Perspektive Luftfahrt
Das Internetportal der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) e.V. informiert über Studienmöglichkeiten in diesem Bereich.
www.skyfuture.de

Verband für Schiffbau und Meerestechnik e.V.
www.vsm.de

Verband Deutscher Reeder
informiert zu Berufen und Ausbildungsmöglichkeiten rund um die Schifffahrt.
www.reederverband.de

Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt e.V.
die zuständige Stelle für die Berufsbildung in der Seeschifffahrt:
www.berufsbildung-see.de

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