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Ein Kompass liegt auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Die Kapitel im Überblick:
Kurzcharakteristik des Studienbereichs
Architektur, Städtebau

Kurzcharakteristik des Studienbereichs

Bei der Arbeit werden die technisch-konstruktiven, ökonomischen und baurechtlichen Anforderungen ebenso berücksichtigt wie die Bedürfnisse der Menschen. Eine wichtige Rolle spielt die Ausgewogenheit zwischen der künstlerisch-kreativen Gestaltung der Bauwerke einerseits und deren technisch und wirtschaftlich ausgereifter Umsetzung andererseits.

Höchste Bedeutung haben in den zurückliegenden Jahren ökologische Gesichtspunkte (nachhaltige Energienutzung und Umweltschutz) gewonnen. Dies gilt sowohl für neue Bauten als auch für die Sanierung von Altbauten; v.a. bei Letzterem spielen nicht selten Fragen des Baudenkmalschutzes eine Rolle.

Architekt(inn)en arbeiten vielfach mit Bauingenieur(inn)en zusammen, vor allem für die Planung und Bauleitung bei komplexen Bauvorhaben, ebenso mit Behörden und Baufirmen. Um die künstlerische oder gestalterische Eignung von Bewerber(inne)n zu ermitteln, wird an zahlreichen Hochschulen vor Aufnahme des Studiums ein besonderes Verfahren zur Feststellung der studienbezogenen Eignung durchgeführt.

Für die Eintragung in die Architektenliste und zur Führung der Berufsbezeichnung "Architekt/-in" wird zusammen mit einer i.d.R. zweijährigen berufspraktischen Tätigkeit eine vierjährige Mindeststudienzeit vorausgesetzt (für die EU nach der EU-Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufsqualifikationen). Die Eintragung kann entweder nach einem achtsemestrigen Bachelorstudium oder nach einem Bachelorstudium und einem konsekutiven Masterstudium erfolgen.

Unter Städtebau einschließlich Regionalplanung ist die Lenkung der baulichen und räumlichen Entwicklung im Gemeindebereich zu verstehen, wozu auch Fragen des Verkehrs, der Ver- und Entsorgung, der Bodenordnung sowie des Natur- und Landschaftsschutzes zählen. Städtebauer/-innen (Stadtplaner/-innen) müssen daher Wechselwirkungen zwischen politischen, sozialen, wirtschaftlichen und technischen Problemen kennen und berücksichtigen. Als Fachleute beraten sie ihre Auftraggeber und legen ihnen verschiedene Lösungsmöglichkeiten vor, z.B. in Form von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen, Umbau- oder Sanierungskonzepten.

Städtebau wird meistens als Studienschwerpunkt innerhalb der Studiengänge Architektur, Raumplanung, Bauingenieur- und Vermessungswesen oder zusammengefasst mit anderen Disziplinen angeboten. Im Einzelnen bestehen folgende Möglichkeiten: Studium der Stadtplanung oder Raumplanung mit dem Schwerpunkt Städtebau, Vertiefungsstudium in Städtebau im Rahmen des Studiums der Architektur, des Bauingenieurwesens, des Vermessungswesens (Geodäsie) oder der Landschaftsarchitektur.

Für eine Tätigkeit als Landschaftsarchitekt/-in qualifiziert ein Studium der Landschaftsarchitektur, Landespflege.

Beschäftigungsmöglichkeiten

Als Angestellte/-r oder bei freiberuflicher Tätigkeit im Architekturbüro sind Entwurf, Vorplanung und Baubetreuung von Einzelgebäuden bis hin zur Planung von städtebaulichen Projekten ein wichtiger Schwerpunkt. Der Umgang mit spezieller Bau-Software einschließlich CAD-Programmen gehört dabei ebenso zum Arbeitsalltag der Architekt(inn)en wie die Beratung von Bauherren bzw. Auftraggebern.

In der Bauwirtschaft sorgen Architekt(inn)en für die bauliche Durchplanung von Bauwerken. Sie kalkulieren die Kosten und überwachen die Bauausführung. In größeren Planungsbüros, bei Baugesellschaften, großen Unternehmen wie Deutsche Bahn AG oder Deutsche Post AG arbeiten sie zumeist spezialisiert auf einen bestimmten Tätigkeitsbereich (Planung, Entwurf, Bauleitung, u.a.). Dies gilt auch für die Tätigkeit in der öffentlichen Verwaltung, z.B. in Stadtbauämtern, wo sie auch Aufgaben der Stadtplanung wahrnehmen.

Alternative Einsatzbereiche bieten das Facility Management, der Vertrieb von Bauprodukten oder z.B. eine Sachverständigentätigkeit.

Studium an Universitäten und Kunsthochschulen

Praktische Tätigkeit:

Je nach Hochschule sechs Wochen bis sechs Monate vor und/oder während des Studiums im Bau- oder Baunebengewerbe (Baustellenpraktikum) und im Architekturbüro (Planungsbüro). Ein baubezogenes Praktikum vor Studienaufnahme wird empfohlen. Eine zentrale Rolle im Studium spielen praxisbezogene Entwurfsprojekte.

Studium:

Vermittelt werden bauplanerische, städtebauliche und architekturtheoretische Kenntnisse. Dazu dienen Module in den Fächergruppen Entwerfen/Baukonstruktion, städtebauliches Entwerfen/Gebäudekunde, Innenraumgestaltung, gesellschaftliche, kulturelle und historische Grundlagen, Darstellung und Gestaltung (Entwurfsmethodik, bildende Kunst, darstellende Geometrie, digitale Entwurfstechniken), naturwissenschaftlich-technische Grundlagen (Tragwerkslehre, Materiallehre und Bauphysik, technische Gebäudeausrüstung). Hinzu kommen Aspekte der Energienutzung bzw. energetischen Sanierung, Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes. Auch Denkmalschutz, das Architekten-, Bauordnungs- und Planungsrecht sowie Bauprojektmanagement und Bauökonomie werden behandelt.

Studium an Fachhochschulen

Praktische Tätigkeit:

Je nach schulischer/beruflicher Vorbildung meist mehrwöchiges Vorpraktikum z.B. in einem Architektur-/Planungsbüro und/oder in einem bauhandwerklichen Betrieb. Während des Studiums Praxisphasen von unterschiedlicher Dauer. Eine besondere Bedeutung haben praxisbezogene Studienprojekte.

Studium:

Module zu den Bereichen: Gestalten und Darstellen (Grundlagen, darstellende Geometrie, Architekturdarstellung, Zeichnen, CAD), Entwerfen (Gebäudelehre, Gebäudeentwurf, Städtebau), Technik (Tragwerkslehre, Baukonstruktion, Bauphysik und Materialkunde, Gebäudetechnik, nachhaltiges Bauen und Sanieren, Bauschäden), Geschichte und Theorie (Architekturtheorie, Kunst-/Baugeschichte, Denkmalpflege, Bauaufnahme/Vermessen), Planungs- und Bauorganisation (Planungs- und Bauordnungsrecht, Planungsmanagement, Brandschutz), Kulturelle Grundlagen (Ästhetik, Soziologie, Lebenskultur).

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Weitere Informationen

Bundesarchitektenkammer e.V.
Ausbildungs- und Berufsinformationen
www.bak.de

Bund Deutscher Architekten (BDA)
www.bda-architekten.de

Hochschulführer des BDA
www.bda-hochschulfuehrer.de

ISA
Das Informationssystem Studienwahl & Arbeitsmarkt der Universität Duisburg-Essen gibt Informationen zur Entwicklung in den einzelnen Studienbereichen und Teilarbeitsmärkten.
www.uni-due.de/isa

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