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Ein Kompass liegt auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Einführung

Mehrphasige Ausbildung

In vielen Bundesländern sind inzwischen Ausbildungskonzepte für Lehrer/-innen mit gestuften (konsekutiven) Bachelor-/Masterstudiengängen eingeführt worden. Die Struktur der Lehrerausbildung ist dabei sehr unterschiedlich. Grundsätzlich ist sie von der gewählten Schulform/Schulart abhängig.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat Eckpunkte für die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen in Lehramtsstudiengängen festgelegt. Bewerber/-innen, die ein Lehramtsstudium gemäß den Vorgaben der KMK absolviert haben, erhalten – unabhängig vom Bundesland, in dem der Abschluss erworben wurde – gleichberechtigten Zugang zum Vorbereitungsdienst für den ihrem Abschluss entsprechenden Lehramtstyp. Dennoch kann es aufgrund der unterschiedlichen Schulformen und Lehramtsausbildungen in den Ländern von Vorteil sein, wenn das Studium und der Vorbereitungsdienst in dem Bundesland absolviert werden, in dem eine spätere Anstellung im Schuldienst angestrebt wird. Dies sollte bei der Wahl der Hochschule bedacht werden.

Angaben zum jeweiligen Stand der Reform des Lehramtsstudiums in den einzelnen Bundesländern finden Sie in den nachfolgenden Abschnitten. Grundsätzliche Informationen über die Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen an den deutschen Hochschulen erhalten Sie unter Studienabschlüsse.

Zugangsvoraussetzungen

Detailinformationen zu den Voraussetzungen, den Studieninhalten und dem Ablauf eines Lehramtsstudiums finden Sie in den Merkblättern der Studienberatungsstellen der einzelnen Hochschulen und Länder bzw. können Sie der jeweils gültigen Fassung der Lehrerbildungsgesetze der Länder oder den Lehramtsprüfungsordnungen entnehmen, die Sie auf den Internetseiten der zuständigen Landesministerien aufrufen können.

Grundsätzlich ist die allgemeine Hochschulreife oder eine als gleichwertig anerkannte Zugangsberechtigung erforderlich, bei bestimmten Fächerverbindungen und Studiengängen genügt die fachgebundene Hochschulreife. Bei den Fächern Kunst, Musik und Sport sowie z.T. auch bei den neueren Fremdsprachen findet außerdem eine Eignungsprüfung statt.

Für das Lehramt an beruflichen Schulen ist zudem eine auf die berufliche Fachrichtung bezogene einschlägige fachspezifische Tätigkeit von mindestens einjähriger Dauer bis zum Eintritt in den Vorbereitungsdienst nachzuweisen. Der Abschluss einer einschlägigen Berufsausbildung gilt als Nachweis der fachspezifischen Tätigkeit.

Persönliche Anforderungen

Am Lehrerberuf Interessierte sollten sich vorab klar darüber werden, ob sie wichtige Voraussetzungen für diesen Beruf mitbringen: Sie sollten gut erklären können, gerne mit jungen Menschen umgehen, belastbar sein und über Durchsetzungsvermögen verfügen.

Viele Universitäten bieten Unterstützung bei der Eignungsabklärung vor und während des Studiums.

Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst

Je nach Einstellungsbedarf kann Absolvent(inn)en bestimmter, meist technisch-naturwissenschaftlicher Studiengänge der Zugang zum Vorbereitungsdienst für ein Lehramt – v.a. an beruflichen Schulen – gewährt werden. Auskünfte hierzu erteilen die für die Ausbildung von Lehrkräften zuständigen Ministerien der Länder (Kultus-/Wissenschaftsministerien).

Ausbildungs-/Förderungsdauer

Die Dauer des Studiums, der vorgesehenen (Schul-)Praktika sowie des Vorbereitungsdienstes (Referendariat) im Anschluss an die Erste Staatsprüfung/das Masterstudium variiert je nach angestrebtem Lehramtsabschluss und Land. Angaben dazu finden Sie in den Beschreibungen des Lehramtsstudiums in den folgenden Abschnitten.

Informationen zur Förderungshöchstdauer nach dem BAföG im gewählten Studiengang erteilt das für die betreffende Hochschule zuständige Amt für Ausbildungsförderung. Die Ämter für Ausbildungsförderung sind i.d.R. den Studentenwerken angegliedert.

Lehrer/-in für ...

Die Gliederung der Lehrämter entspricht mehrheitlich der Gliederung des Schulwesens nach Schularten/Schulformen in den einzelnen Ländern (z.B. Grund- und Hauptschulen, Mittel- oder Realschulen, Gymnasien, berufliche Schulen und Förder-/Sonderschulen). In Brandenburg und Hamburg richtet sich die Ausbildung für die Lehrämter zum Teil nach Schulstufen oder schulstufenbezogenen Schwerpunkten. Hier können auch schulstufenübergreifende Lehrämter (Sekundarstufe I/Primarstufe) studiert werden. In Berlin ist das Studium für das Lehramt "Lehrer/-in" bzw. für das Lehramt "Lehrer/-in – mit fachwissenschaftlicher Ausbildung in zwei Fächern" schularten- und schulstufenübergreifend konzipiert. Die jeweiligen Studienorte sind den Tabellen bzw. den Beschreibungen der Besonderheiten in den Bundesländern zu entnehmen.

Grundschulen (Primarstufe)

Das Studium findet an Universitäten oder Pädagogischen Hochschulen (nur Baden-Württemberg) statt.

Realschulen, Hauptschulen, Mittelschulen (Sekundarstufe I)

Das Studium findet an Universitäten oder Pädagogischen Hochschulen (nur Baden-Württemberg) statt, für musisch-künstlerische Fächer auch an Kunst- und Musikhochschulen. Teilweise erfolgt die Ausbildung schulart- bzw. schulstufenübergreifend (z.B. für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen und den entsprechenden Jahrgangsstufen der Gesamtschulen. In manchen Ländern wird die Ausbildung für das Lehramt an Hauptschulen in Verbindung mit dem Lehramt an Realschulen durchgeführt.)

Gymnasien (Sekundarstufe II)

Das Studium findet an Universitäten statt, für die künstlerischen Fächer auch an Hochschulen für Musik oder bildende Künste. In den meisten Bundesländern orientiert sich die Lehramtsausbildung an der Schulform und bildet für den Unterricht in allen Jahrgangsklassen aus.

Berufliche/berufsbildende Schulen, Berufskollegs

Im beruflichen Schulwesen gibt es eine Vielfalt von Schulformen, die teilweise in den Ländern unterschiedliche Bezeichnungen tragen: Berufsschule einschließlich Berufsgrundschuljahr, Berufsgrundbildungsjahr bzw. Berufsvorbereitungsjahr, Berufseinstiegsjahr, Berufsfachschule, Berufsaufbauschule, Fachschule, Fachakademie, Fachoberschule, Berufsoberschule, Kolleg, Fachgymnasium und berufliches Gymnasium; diese wiederum gliedern sich in eine Vielzahl von Bildungsgängen innerhalb der verschiedenen Berufsfelder. Das Studium findet an Universitäten oder Pädagogischen Hochschulen (nur Baden-Württemberg) statt, teilweise auch in Kooperation mit Fachhochschulen.

Aufgabe der Lehrkräfte an diesen Schulen ist die Vermittlung einer vertieften und erweiterten Allgemeinbildung im Zusammenhang mit dem zukünftigen Beruf sowie jener fachtheoretischen Kenntnisse und fachpraktischen Fertigkeiten, die für diese Berufe unmittelbar erforderlich sind. Während Letzteres überwiegend Aufgabe der Lehrer/-innen für Fachpraxis und der Fachlehrer/-innen ist, die dem gehobenen Dienst angehören, gibt es für die erstgenannte Tätigkeit den Zugang über ein neun- bis zehnsemestriges Studium für ein Lehramt an beruflichen Schulen, eine einjährige betriebspraktische Tätigkeit und einen – je nach Bundesland – 12- bis 24-monatigen Vorbereitungsdienst.

Förder-/Sonderschulen, Sonderpädagogik

Hier handelt es sich i.d.R. um ein mindestens achtsemestriges grundständiges Studium, das in den meisten Ländern der Bundesrepublik Deutschland angeboten wird. Das Studium wird an Universitäten oder Pädagogischen Hochschulen (nur Baden-Württemberg) angeboten. Daneben ist in einigen Ländern auch ein Zusatz- oder Aufbaustudium im Anschluss an die Ausbildung für ein allgemeines Lehramt möglich.

An Sonderschulen/Förderschulen werden Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf in geistiger Entwicklung, Hören, Sehen, Lernen und Sprache bzw. solche, die in ihrer geistigen, körperlichen und motorischen oder sozialen und emotionalen Entwicklung beeinträchtigt sind, unterrichtet. Die pädagogischen und psychischen Anforderungen an Lehrkräfte dieser Schulen sind sehr hoch.

In den meisten Ländern können Kinder mit Behinderungen an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet werden – mit sonderpädagogischer Unterstützung. Angehende Sonderpädagog(inn)en sollten sich deshalb darauf einstellen, später in allgemeinbildenden Schulen in Kooperation mit den dort unterrichtenden Lehrkräften die Kinder mit Beeinträchtigungen zu fördern und Lehrer/-innen dieser Schulen zu beraten.

Fachlehrer/-in

Neben dem Regelfall der Lehrerausbildung durch Hochschulstudium und Vorbereitungsdienst gibt es spezielle Ausbildungsgänge zum/zur Fachlehrer/-in ohne Hochschulstudium. Derzeit bilden nur Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen aus.

Berufsaussichten für Lehrer/-innen – ein Überblick

Lehrer/-innen werden in vielen Bundesländern gebraucht – das ist das Ergebnis fast aller Prognosen zum Lehrerbedarf in den kommenden Jahren. Doch trotz der Prognosen gilt: Eine automatische oder pauschale Jobgarantie für Abiturient(inn)en, die jetzt ihr Lehramtsstudium beginnen und sich in fünf bis acht Jahren um eine Einstellung bewerben, gibt es nicht. Das liegt v.a. daran, dass die Schülerzahlen in den kommenden Jahren weiter sinken werden (KMK-Schülerzahlenprognose bis 2025, vom August 2011) und noch nicht entschieden ist, ob die Bundesländer wegen der angespannten Haushaltslage jede frei werdende Stelle wieder besetzen werden.

Richtiger Umgang mit Prognosen

Projektionen in die Zukunft müssen von bestimmten Grundannahmen ausgehen und können daher den Bedarf nicht exakt voraussagen. Unsichere Faktoren, die nicht berücksichtigt werden können, sind z.B. Entwicklungen hin zu mehr Pflichtstunden für Lehrkräfte, Änderungen der Klassenteiler und Veränderungen in der Schulartengliederung bzw. Standortstruktur in den Ländern. Auch Annahmen zum künftigen Pensionierungsverhalten und zur haushaltspolitisch relevanten Frage der Stellenentwicklung unterliegen gewissen Unsicherheiten. Zudem wirken sich die Veränderungen in der Lehrerausbildung oder Schulzeitverkürzungen unvorhersehbar auf den Lehrereinstellungsbedarf bzw. das Angebot an Bewerber(inne)n aus. Auch wenn mehr Lehramtsstudierende als erwartet ihr Examen bzw. ihren Master of Education machen, z.B. weil die Einstellungschancen als gut erachtet werden, kann das eine Modellrechnung nicht vorweg einbeziehen.

Fazit

Vor der Entscheidung für ein Lehramtsstudium ist es ratsam, die spezifischen Berufsaussichten für einzelne Fächer, Schultypen/-stufen und Bundesländer genauer anzuschauen. Örtliche Flexibilität, eine breit gefächerte Qualifizierung und eine sorgfältig überlegte Fächerkombination erhöhen maßgeblich die künftigen Einstellungschancen.

Darüber hinaus sollten sich am Lehrerberuf Interessierte klar darüber werden, ob sie wichtige Voraussetzungen für diesen Beruf mitbringen: Sie sollten gut erklären können, gerne mit jungen Menschen umgehen, belastbar sein und über Durchsetzungsvermögen verfügen.

Zu den Ausbildungsmöglichkeiten in den Bundesländern >>


Hinweis

Lehrerbedarf:
Hier finden Sie eine Übersicht der länderspezifischen Bedarfsprognosen zum Lehramt.

Überblick der Kultusministerkonferenz (KMK) über die voraussichtliche Entwicklung des Lehrereinstellungsbedarfs und -angebots: https://www.kmk.org/dokumentation-und-statistik/statistik/schulstatistik/lehrereinstellungsbedarf-und-angebot.html


Weitere Informationen

Portal "Lehrer werden" des Deutschen Bildungsservers zur Lehrerausbildung
Länder- und hochschulübergreifende Informationen für angehende Lehrer/-innen auf dem Weg von der Studienentscheidung bis zu den ersten Berufsjahren
http://dbbm.fwu.de/dbs/lehrer-werden

"CCT – internetgestützte Laufbahnberatung für (angehende) Lehrer/-innen"
Tests rund um die persönlichen Voraussetzungen für den Lehrerberuf
www.cct-germany.de

Informationssystem Studienwahl und Arbeitsmarkt (ISA)
Hier finden Sie eine eigene Arbeitsmarktstudie für Lehrer/-innen (unter "Start", Rubrik: Teilarbeitsmarkt Schule-Lehramt).
www.uni-due.de/isa

BA-Bestellservice
Arbeitsmarktinformationen der Bundesagentur für Arbeit erhalten Sie unter
www.ba-bestellservice.de (Themen > Bürgerinnen & Bürger > Arbeit & Beruf).

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