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Ein Kompass liegt auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Medizin

Kurzcharakteristik des Studienbereichs

Seit dem Wintersemester 2003/2004 wird das Studium der Humanmedizin an den medizinischen Fakultäten deutscher Hochschulen auf der Grundlage einer reformierten Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO) durchgeführt. Ein weiterer Reformschritt folgte mit den Änderungsverordnungen vom 17. Juli 2012 und vom 7. Januar 2013. Die Neuregelungen sollen  die praktische Ausbildung verbessern und die soziale Kompetenz der Ärzte/-innen  fördern. Ferner sollen die ganzheitliche Sicht der Situation der Patient(inn)en sowie die interdisziplinäre Gestaltung des Behandlungsprozesses stärker als bisher berücksichtigt werden. Die Prävention, die Gesundheitsförderung und die Schmerztherapie werden einbezogen. Die Ausbildung in der Allgemeinmedizin wurde verstärkt.

Im Rahmen von Modellstudiengängen, die derzeit  die private Universität Witten-Herdecke,  die private Medizinische Hochschule Brandenburg in Neuruppin und die  staatlichen Universitäten Aachen, Berlin (Charité), Düsseldorf, Hamburg-Eppendorf, Hannover, Heidelberg (Fakultät für Medizin in Mannheim), Köln und Oldenburg  anbieten, kann von den Vorgaben der Approbationsordnung für Ärzte abgewichen und insbesondere die Trennung von vorklinischem und klinischem Studienabschnitt aufgehoben werden.

Beschäftigungsmöglichkeiten

Ärzte/-innen arbeiten als niedergelassene Ärzte/-innen in freier Praxis und in Krankenhäusern, Sanatorien, Kureinrichtungen sowie als Sanitätsoffiziere der Bundeswehr. Beschäftigungsmöglichkeiten bieten sich außerdem in Forschung und Lehre, in der öffentlichen Verwaltung (z.B. Gesundheitsämter), in betriebsärztlichen Diensten, in der pharmazeutischen Industrie sowie in der Sportmedizin.

Neben dem klinischen Bereich bieten sich für Mediziner/-innen auch in anderen, nicht-kurativen Berufsfeldern wie z.B. in der medizinischen Informatik, im Gesundheitsmanagement, im medizinischen Fachjournalismus, im Marketing und Vertrieb oder in der Umweltmedizin Alternativen. Zusätzlich erworbene Kenntnisse u.a. in Betriebswirtschaft und EDV könnten dafür von Bedeutung sein.

Studium an Universitäten

Praktische Tätigkeit:

Dreimonatiger Krankenpflegedienst und Ausbildung in Erster Hilfe vor dem Studium oder während der unterrichtsfreien Zeit bis spätestens vor der Meldung zum Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung nach vier Semestern (Anrechnung von bestimmten Ausbildungen möglich).

Viermonatige Famulatur (medizinisches Praktikum) während der unterrichtsfreien Zeit des Studiums zwischen dem Ersten Abschnitt und dem Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (nur schriftlich). Sie ist bei verschiedenen Einrichtungen mit festgelegten Mindestzeiten abzuleisten (Krankenhäuser, ärztliche Praxen, Einrichtungen der hausärztlichen Versorgung usw.).

Des Weiteren praktische Übungen und Blockpraktika von ein- oder zwei- bis sechswöchiger Dauer in den wichtigsten medizinischen Bereichen.

Schließlich am Ende des Medizinstudiums, nach dem Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, eine zusammenhängende praktische Ausbildung von 48 Wochen (Praktisches Jahr) in einem Krankenhaus oder teilweise auch in geeigneten ärztlichen Praxen (Lehrpraxen). Abschließend ist der Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (nur mündlich) abzulegen.

Studium:

Die Reformen der Approbationsordnung für Ärzte/-innen beinhalten insbesondere:

  • Anpassung des Studiums an die veränderten Anforderungen in der medizinischen Versorgung. Neben der Vermittlung der wissenschaftlichen Grundlagen werden auch koordinierende, allgemeinmedizinische, pharmakotherapeutische und gesundheitsökonomische Fragestellungen behandelt.

  • Fächerübergreifender und fallbezogener Unterricht mit problemorientierter und fächerverbindender Vermittlung themenbezogener Inhalte, die sich an den Patient(inn)en ausrichten.

  • Neue Ausbildungs- und Prüfungsstoffe, wie z.B. Schmerzmedizin, Palliativmedizin, Notfallmedizin.

  • Praxisbezogener Unterricht am Krankenbett in Form von Patientendemonstrationen in Kleingruppen von maximal sechs, bei Patientenuntersuchungen von höchstens drei Studierenden.

  • Allgemeinmedizinische Ausbildung: Um die allgemeinmedizinischen und koordinierenden Kompetenzen der Studierenden zu verbessern, steigt der Anteil der Allgemeinmedizin im Studium und bei den Prüfungen deutlich. Allgemeinmedizin kann auch als Wahlfach im Praktischen Jahr absolviert werden.

Ärztliche Prüfung:

Der erste Abschnitt der (staatlichen) Ärztlichen Prüfung erfolgt nach einem Studium von zwei Jahren. Die Universitäten überprüfen die erworbenen Qualifikationen in den klinischen Fächern und Querschnittsbereichen des darauf folgenden dreijährigen Studienabschnitts in Form benoteter Leistungsnachweise. Diese sind auch Voraussetzung für die Meldung zum Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung nach einem Studium von fünf Jahren.

Daran schließt sich das praktische Jahr an, das Ausbildungsabschnitte von je 16 Wochen in Innerer Medizin, Chirurgie, Allgemeinmedizin oder einem weiteren klinisch-praktischen Fachgebiet beinhaltet. Der Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung wird nach einem Studium von insgesamt sechs Jahren absolviert, einschließlich des Praktischen Jahres.

Ärzte/-innen können unmittelbar nach dem Studium eine Assistenzarztstelle antreten bzw. eine Facharztweiterbildung aufnehmen.

Weiterbildung:

Nach der ärztlichen Approbation gibt es vielfältige Möglichkeiten der fachärztlichen Weiterbildung die auf der Grundlage der Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern erfolgen.

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Weitere Informationen

Approbationsordnung für Ärzte
vom 27. Juni 2002, Bundesgesetzblatt 2002 Teil I Nr. 44, ausgegeben 3. Juli 2002, zuletzt geändert durch Artikel 5 des Gesetzes vom 18. April 2016  (BGBl. I S. 886) finden Sie unter:
www.gesetze-im-internet.de/_appro_2002

Landkarte Hochschulmedizin
Informationen über alle medizinischen Fakultäten, die zugehörigen Universitätskliniken sowie die Studienbedingungen
www.landkarte-hochschulmedizin.de

medizin-studieren
Das Online-Portal bietet Grundinformationen zum Medizinstudium und Berufseinstieg.
www.aerzteblatt-studieren.de

Bundesärztekammer und Anschriften der Landesärztekammern:
www.bundesaerztekammer.de

Medizinischer Fakultätentag
www.mft-online.de

ISA
Das Informationssystem Studienwahl & Arbeitsmarkt der Universität Duisburg-Essen gibt Informationen zur Entwicklung in den einzelnen Studienbereichen und Teilarbeitsmärkten.
www.uni-due.de/isa

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