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Ein Tablet und ein Apfel liegen auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Sehr viele bunte Netzwerkkabel. Eine Hand steckt eines der Kabel in eine Buchse.
In den meisten IT-Berufen sollte man in Mathematik und Physik fit sein. Foto: Sonja Brüggemann
Ausbildungsberufe in der IT
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Informatikstudium oder IT-Ausbildung? Die Hamburgerin Marie Zarrouk (21) zog nach ihrem Abitur beides in Erwägung. „Unter den Ausbildungsberufen hat mich vor allem die Ausbildung zur Informatikkaufrau angesprochen, weil ich den Mix aus kaufmännischem Wissen und Informatik klasse finde.“ Informatikkaufleute analysieren in einem Unternehmen den Hard- und Softwarebedarf und wägen Kosten und Nutzen ab. Damit verwandt ist der Aufgabenbereich von IT-System-Kaufleuten, die meist als externe Berater/-innen ähnliche Aufgaben für größere Firmen übernehmen. „Man bewegt sich in diesen Berufen nicht nur in der Welt der IT, sondern hat auch Schnittstellen mit anderen Bereichen, etwa Einkauf oder Kundenbetreuung, das hat mich gereizt“, erinnert sich Marie Zarrouk.

Dennoch bewarb sich die IT-begeisterte junge Frau zunächst für ein Informatikstudium an der Universität Hamburg, leider ohne Erfolg: Als sie im Oktober 2011 den Ablehnungsbescheid erhielt, war es schon zu spät, sich noch um eine Ausbildung zu kümmern, da sie in der Regel bereits im August beginnen. Daraus zog sie ihre Lehren: Das folgende Jahr nutzte sie zum Jobben und Bewerben und fuhr dabei diesmal zweigleisig: Parallel zur erneuten Bewerbung an der Universität bemühte sie sich um einen Ausbildungsplatz.

Bewerbungsschluss meist im August des Vorjahres

Marie Zarrouk

Foto: Privat

Von dem Telekommunikationsanbieter freenet AG in Hamburg wurde sie zu einem Assessmentcenter eingeladen. Es folgten eine Praktikumswoche und mehrere Bewerbungsgespräche, bis sie schließlich die Zusage erhielt. „Ich war erst achtzehn und hatte somit noch Zeit genug für ein Studium. Da es außerdem gar nicht so einfach gewesen war, den Ausbildungsplatz zu ergattern, wollte ich diese Chance auch nutzen.“ Mittlerweile ist sie 21 und hat ihre dreijährige Ausbildung zur Informatikkauffrau erfolgreich abgeschlossen.

Ihr Ausbildungsbetrieb bietet Produkte und Dienstleistungen rund um digital Lifestyle, Internet, Telekommunikation und Mobilfunk an. Anfangs übernahm sie typische Aufgaben am „Servicedesk“, verglich zum Beispiel diverse Hardware und deren Preise.

Zuletzt arbeite sie im Backoffice der IT-Abteilung, das unter anderem für die Verwaltung von PCs und Servern zuständig ist. Auf ihrem Schreibtisch thronten mehrere Monitore, auf denen sie alle Vorgänge überwachen konnte. Wenn Mitarbeiter/-innen einen neuen Server benötigten, wurde ein sogenanntes Ticket eröffnet, das Marie Zarrouk dann bis zum Abschluss betreute. Die Arbeit hat ihr großen Spaß gemacht.

Nach Abschluss ihrer Ausbildung sucht die Informatikkauffrau nun eine feste Anstellung – leider hat es bei ihrem Ausbildungsbetrieb nicht geklappt mit der Übernahme. Sollte es nicht auf Anhieb gelingen, dann hat sie ja immer noch ihren Plan B: Tiefer theoretisch einsteigen mit einem Informatikstudium – vielleicht auch im Informatik-Lehramt – wo die praktischen Erfahrungen aus der Branche sicher ein Vorteil wären.

Duale und schulische Ausbildungen

Jens Homberg von der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven.

Foto: Privat

Ob Informatikkaufleute, IT-Systemkaufleute, Fachinformatiker/-innen oder Mathematisch-Technische Softwareentwickler/-innen: Berufszugang liefern duale Ausbildungen, die wechselweise im Betrieb und in der Berufsschule stattfinden. „In den meisten Fällen wird im ersten Ausbildungsjahr die Berufsschule an zwei Tagen in der Woche besucht, danach an einem Tag“, erklärt Berufs- und Studienberater Jens Homberg von der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven. In dualen Ausbildungsberufen wird von Anfang an eine Ausbildungsvergütung gezahlt, die im Verlauf der Ausbildung auch ansteigt – schließlich arbeitet man schon mit im Unternehmen.

Schulische Berufsausbildungen hingegen, zum Beispiel zum/zur technischen Systeminformatiker/-in, werden an staatlichen oder privaten Berufsfachschulen absolviert und dauern zwei bis drei Jahre: „Eine schulische Ausbildung hat einen höheren theoretischen Anteil, der jedoch häufig durch Praktika in Betrieben ergänzt wird. Eine Ausbildungsvergütung gibt es hierbei nicht. An privaten Berufsfachschulen ist im Gegenteil oft Schulgeld zu zahlen. Dafür ist bei schulischen Berufsausbildungen der Bezug von BAföG möglich“, ergänzt Berater Homberg.

Ausbildungsberufe in der IT (Auswahl)

  • Fachinformatiker/-in
  • Industrietechnologe/-technologin – Datentechnik
  • Informatikkaufmann/-frau
  • IT-System-Kaufmann/-frau
  • Mathematisch-technische/r Software-Entwickler/-in
  • Technische/-r Systeminformatiker/-in
  • Fachberater/-in für Softwaretechniken (Abiturientenausbildung)
  • Fachberater/-in für Integrierte Systeme (Abiturientenausbildung)

Mehr dazu: Weitere Informationen zur dualen und schulischen Ausbildung finden Sie unter: www.studienwahl.de/de/berufsausbildung.htm

Ausbildungen speziell für Abiturient(inn)en

Die Ausbildungsdauer beträgt bei den Sonderausbildungen in der Regel zwei bis drei Jahre. Nach ca. zwei Jahren wird ein erster berufsqualifizierender Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf erworben. Bis zum Ende des 3. Ausbildungsjahres folgt eine Zusatzqualifikation.

Link-Tipp: Weitere Informationen zu Sonderausbildungen für Abiturientinnen und Abiturienten finden Sie bei der Bundesagentur für Arbeit (http://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/Detail/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI485281).
Dr. Kristin Irrgang, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Bayreuth.

Foto: Privat

Eine für Abiturient(inn)en attraktive IT-Ausbildung ist zum Beispiel die zweieinhalbjährige Ausbildung zum/zur Industrietechnologen/-technologin (Associate Engineer) der Siemens Technik Akademie. „Voraussetzung ist die allgemeine oder Fachhochschul-Reife. Ausgebildet wird in vier verschiedenen Fachrichtungen, wobei je nach Schwerpunkt ein IHK-Abschluss integriert ist“, weiß Dr. Kristin Irrgang, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Bayreuth. In der Fachrichtung Information Technology etwa liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung, Pflege und Anpassung von Software, zum Beispiel für Automatisierungslösungen, Logistik- oder Energiesystemen.

Mathe und Physik gefragt, aber auch Englisch

Je nach Schwerpunkt der gewählten Ausbildung sollte man unbedingt in Mathematik und Physik fit sein: „Computerprogramme sind ja nichts anderes als mathematische Folgen“, betont Dr. Kristin Irrgang. „Je mehr es in Richtung technische Informatik geht, wie etwa bei Industrietechnolog(inn)en, spielt auch Physik eine Rolle. Und bei kaufmännischen IT-Berufen muss man sich immer auch über die neuesten Techniktrends auf dem Laufenden halten.“ Englisch ist fester Bestandteil in allen IT-Ausbildungen.

Bewerbung und Weiterbildung

Wer eine Ausbildung anstrebt, sollte sich rechtzeitig bewerben: „Als Faustregel gilt: ein Jahr vor Ausbildungsbeginn. Großunternehmen beginnen manchmal bereits deutlich früher mit den Auswahlverfahren. Andere Arbeitgeber warten bis zum Halbjahreszeugnis des letzten Schuljahres“, sagt Jens Homberg. Anders handhaben es die staatlichen Berufsfachschulen: „Hier enden die Anmeldefristen im Februar des Jahres, in dem die Ausbildung beginnt. Bei privaten Berufsfachschulen kann das aber deutlich früher sein.“ Schulische Ausbildungsstellen und die Bewerbungstermine findet man mit Hilfe der Datenbank KURSNET der Bundesagentur für Arbeit.

Link-Tipp: Informationen zur Bewerbung um einen Ausbildungsplatz bietet die abi» Bewerbungsbox (www.abi.de/bewerbung.htm).

Das deutsche Aus- und Weiterbildungssystem bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Aufstieg, etwa als Techniker/-in oder Fachwirt/-in. Speziell für die IT-Berufe sind die sogenannten IT-Weiterbildungen APO entwickelt worden (APO steht für „arbeitsprozessorientierte Weiterbildungen“). Sie bieten anerkannte berufliche Weiterbildungsabschlüsse und gliedern sich in drei aufeinander aufbauende Ebenen: IT-Spezialist(inn)en, Operative Professionals und Strategische Professionals.

Link-Tipp: Mehr zu den APO-Weiterbildungen lesen Sie unter: www.bildungsserver.de/IT-Weiterbildungssystem.-IT-Weiterbildungsberufe-4251.html

Wenn auch Sie sich für eine berufliche Ausbildung in der IT-Branche interessieren, dann sollten Sie die kostenfreie Berufsberatung für Abiturient(inn)en Ihrer Agentur für Arbeit in Anspruch nehmen. Gemeinsam mit den Beratungsfachkräften können Sie ausloten, welches der richtige Weg für Sie ist. Die Option zum Studium bleibt Ihnen erhalten – wie viele andere IT-Fachkräfte können Sie ein Studium noch nach einer Berufsausbildung anschließen.

Interview

Sicherheit hat Zukunft

Smartphones, Smartbuilding, vernetzte Fabriken und Autos: Ob im Privaten oder in der Industrie, es gibt kaum noch einen Lebensbereich, der nicht vernetzt ist. Das wirkt sich auch auf den Stellenwert der IT-Sicherheit und die Beschäftigungsmöglichkeiten aus, bestätigt Tim Griese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Studienwahl.de: Wächst angesichts der steigenden Zahl von Cyber-Angriffen der Stellenwert der IT-Sicherheit in Unternehmen?

Tim Griese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

Foto: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)

Tim Griese: In der Tat. Die Komplexität der IT hat zugenommen. Trends, wie etwa die erweiterte Vernetzung von industriellen Steuerungssystemen über die internen Netze eines Unternehmens hinweg, setzen sich durch. Damit gehen umfangreiche neue Herausforderungen an die IT- und Cyber-Sicherheit einher. Denn die Durchdringung aller Arbeits- und Lebensbereiche mit Informationstechnik eröffnet auch neue Angriffsmöglichkeiten, bei denen konventionelle IT-Sicherheitsmechanismen an ihre Grenzen stoßen. Professionelles Risikomanagement zielt nicht mehr nur auf die nicht immer mögliche Vermeidung von Risiken ab, sondern zunehmend auch auf Risikominimierung. Da geht es etwa um Frühwarnung, Detektion und professionelle Krisenreaktion bei Angriffen auf Netze und IT-Systeme.

Studienwahl.de: Was bedeutet das für die Berufschancen im Bereich der IT-Sicherheit?

Tim Griese: In vielen Betrieben wurde das Thema IT-Sicherheit von Mitarbeiter(inne)n neben den regulären Aufgaben mitbetreut, etwa von einem/einer IT-Administrator/-in. Aber viele Unternehmen und auch andere Einrichtungen haben verstanden, dass man das Thema nicht stiefmütterlich behandeln darf. Entsprechend hoch ist der Bedarf an Fachkräften, die zum Beispiel präventive Konzepte entwickeln und umsetzen können.

Studienwahl.de: Welche Zugangswege für Abiturient(inn)en sind speziell auf das Thema IT-Sicherheit zugeschnitten?

Tim Griese: Es gibt Hochschulen, etwa die Ruhruniversität Bochum, die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, die Universität Bonn, das Karlsruher Institut für Technologie oder die Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen, die im Rahmen des Informatikstudiums entsprechende Angebote haben. Sie bieten sowohl Bachelor- als auch Masterstudiengänge an und haben auch berufsbegleitende Angebote.

Studienwahl.de: Muss es unbedingt ein Studium sein?

Tim Griese: Das hängt ganz von der Zielsetzung ab. Wer zum Beispiel bei uns am Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik eine Laufbahn im gehobenen oder im höheren Dienst einschlagen möchte; muss einen Bachelor- bzw. Masterabschluss mitbringen, nicht nur Informatiker/-innen, auch Mathematiker/-innen und Physiker/-innen sind gefragt. Aber man kann auch mit der dualen Ausbildung seine Karriere starten, etwa als Fachinformatiker/-in oder als Mathematisch-technische/-r Systementwickler/-in (MATSE) und sich über Weiterbildungsangebote spezialisieren. In der schnelllebigen IT-Branche gilt übrigens für beide Wege: lebenslanges Lernen.

Mathematisch-technische Softwareentwicklerin

Faible für Nullen und Einsen

In ihrer Ausbildung zur Mathematisch-technischen Softwareentwicklerin (MATSE) lernt Julia Seikrit (20), wie sie mithilfe von Algebra und Co. „intelligente Quellcodes“ schreiben kann.

Ein Mann sitzt vor zwei Bildschirmen und programmiert.

Foto: Oliver Killig

Julia Seikrit hat mehrere Monitore vor sich, genau wie ihre drei Kollegen, mit denen sie sich das Büro teilt. Jeder programmiert mit Java unterschiedliche Funktionen einer Anwendung. Auch wenn jede/-r an einem anderen Quelltext schreibt, arbeiten sie im Team an einem Projekt. Eine Versionsverwaltung sichert alle Dokumente und führt sie später zusammen. „Wir haben tagtäglich kurze Besprechungen, in denen jeder erzählt, wo er gerade steht, und wo es eventuell Probleme gibt, aber der meiste Austausch findet über die Monitore hinweg statt“, so die 20-Jährige, die die lockere Arbeitsatmosphäre schätzt.

Julia Seikrit ist im zweiten Ausbildungsjahr bei der SOPTIM AG in Aachen, die auf Softwarelösungen für die Energiewirtschaft spezialisiert ist. Dort absolviert sie die Ausbildung zur Mathematisch-technischen Softwareentwicklerin mit integriertem Studium. Zusätzlich zum IHK Berufsabschluss wird sie nach drei Jahren das Studium „Scientific Programming“ an der Fachhochschule Aachen mit einem Bachelor of Science abschließen.

An drei Tagen in der Woche arbeitet sie bei der SOPTIM AG. „Ich war von Beginn an voll in das Entwicklungsteam integriert und habe an Projekten mitgearbeitet.“ An zwei Tagen in der Woche wird der theoretische Ausbildungsteil an der Fachhochschule vermittelt: „Wir versuchen mithilfe mathematischer Modelle Probleme der Informatik zu lösen, daher stehen am Anfang vor allem Analysis und lineare Algebra, aber auch Algorithmen und Stochastik auf dem Stundenplan.“

Mehr dazu: Weitere Informationen zum dualen Studium: www.studienwahl.de/de/studieren/besondere-studienformen/duales-studium/ausbildung-studium/lehre-plus-studium01012.htm

IT von Anfang an als Ziel

Ein Faible für die Welt der Nullen und Einsen hatte Julia Seikrit schon als Schülerin. Ihre allgemeine Hochschulreife hat sie an einem Berufskolleg erworben, an dem sie in drei Jahren gleichzeitig auch eine schulische Ausbildung zur Informationstechnischen Assistentin durchlief. Während eines Schülerpraktikums lernte sie so die SOPTIM AG kennen, wo man ihr eine Ausbildungsstelle zur MATSE anbot.

Voraussetzung für den Einstieg in das anspruchsvolle duale Studium ist die (Fach-)Hochschulreife sowie das Bestehen eines Kenntnistests, den die RWTH Aachen im Auftrag der Fachhochschule durchführt. „Den Kenntnistest musste ich trotz des Angebots erst einmal bestehen“, erzählt sie. Das sei jedoch kein Hexenwerk: „Es sind Aufgaben und Fragen aus den Bereichen Mathematik und logisches Denken, etwa Bruch-, Potenz- und Wurzelrechnung. Wir mussten etwa Gleichungen, Geometrie mit den Winkelfunktionen sowie Differentialrechnung lösen.“

Noch ein Jahr, dann wird sie vor der IHK Aachen sowie an der FH Aachen ihre Prüfungen ablegen und die Bachelorarbeit schreiben. Und dann? „Ich würde gerne noch den Master draufsatteln, aber nicht ohne den Bezug zur Praxis. Daher würde ich gerne neben dem Studium weiterhin in der Praxis tätig sein, etwa als Werkstudentin.“

Fachberater für Softwaretechniken

Viel mehr als Codes schreiben

Als Fachberater für Softwaretechniken befasst sich Roman Börnert (27) tagtäglich mit ganz unterschiedlichen Fragen: Was muss eine neue Anwendung können? Was kostet die Entwicklung und wie kann eine benutzerfreundliche Oberfläche aussehen?

Ein Mann benutzt ein iPad.

Foto: Oliver Dietze

Roman Börnert ist gerade auf Dienstreise von Berlin nach Mainz, wo er sich mit Kolleg(inn)en aus einer Fachabteilung trifft und mit ihnen über eine neue Anwendung spricht. Der 27-jährige Fachberater für Softwaretechniken arbeitet bei der Bundesnetzagentur in der Abteilung Informationstechnik und Sicherheit im Referat Entwicklung von IT-Verfahren. Er und seine rund 40 Kolleg(inn)en in der Abteilung entwickeln für die Bundesbehörde fachspezifische Anwendungen.

Beim Treffen in Mainz stehen unter anderem die Benutzerführung und die grafische Oberfläche einer neuen Software auf der Agenda: Sind die Arbeitsabläufe richtig abgebildet, die Buttons logisch positioniert? „Das klassische Programmieren ist nur ein kleiner Teil in unserem Arbeitsalltag. Wenn irgendwo innerhalb der Bundesnetzagentur eine neue Anwendung benötigt wird, erstellen wir erst einmal eine Anforderungsanalyse, modellieren einen Bauplan und berücksichtigen dabei auch die Kosten für die Entwicklung“, umreißt der 27-Jährige seinen Berufsalltag. Das bedeutet: Viele Gespräche führen, verstehen, was die App können muss und wissen, wie man das am besten technisch umsetzen kann. „Alle Schritte werden dabei dokumentiert, also detailliert beschrieben.“ Programmieren im stillen Kämmerlein ist also eher selten gefragt.

Doppelt qualifiziert ins Berufsleben

Die berufliche Ausbildung zum/zur Fachberater/-in ist eine doppelt qualifizierende Erstausbildung: Zusätzlich zur Ausbildung als Fachinformatiker der Fachrichtung Anwendungsentwicklung in der Bundesnetzagentur hat Roman Börnert im Rahmen einer Kooperation an einem Ausbildungszentrum in Paderborn Kurse besucht, die zum/zur Fachberater/-in qualifizieren. Diese Kurse werden derzeit nur in Nordrhein-Westfalen angeboten. In der Ausbildung zum/zur Fachberater/-in werden Kommunikations- und Methodenkompetenzen sowie IT-Fachwissen vermittelt: „Das ist wichtig, denn bevor man einen Code schreibt, muss man erst ein Problem aus der realen Welt analysieren, daraus ein Modell formen und dies in eine IT-Lösung überführen“, weiß der Fachberater.

Doch doppelte Ausbildung hin oder her: Bei der Dynamik, mit der sich Technologien verändern, ist und bleibt Weiterbildung auch für ihn ein Thema: „Mehrmals im Jahr nehme ich an zertifizierten Kursen teil, in denen es zum Beispiel um die Datenbanksprache SQL oder Entwicklungsplattformen zur Erstellung von interaktiven Anwendungen für Web und Desktop geht.“

Dass er trotz regelmäßiger Weiterbildungen berufsbegleitend ein Informatikstudium aufgenommen hat, hängt mit den Karriereoptionen bei seinem Arbeitgeber zusammen. Ein Studienabschluss ist Voraussetzung, um im Beamtenverhältnis eine Laufbahn im gehobenen oder höheren Dienst einzuschlagen.

Weitere Informationen

Informationen zur Ausbildung:

studienwahl.de
www.studienwahl.de/de/berufsausbildung.htm

abi» dein weg in studium und beruf
www.abi.de/ausbildung.htm

berufe.tv
www.berufe.tv/

Kursnet
http://kursnet-finden.arbeitsagentur.de/kurs/index.jsp

 

Infoportale über die IT-Arbeitswelt:

Der Digitalverband
www.bitkom.org

Gesellschaft für Informatik
www.gi.de

Bundesverband IT-Mittelstand e.V.
www.bitmi.de

Verein Deutscher Ingenieure
www.vdi.de

IT-Berufe
www.it-berufe.de

 

Genannte Einrichtungen und Studiengänge:

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
www.bsi.bund.de

Bundesnetzagentur
www.bundesnetzagentur.de

FH Aachen: Scientific Programming B.Sc.
www.fh-aachen.de/studium/scientific-programming-bsc/

SOPTIM AG
www.soptim.de/de/

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