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Ein Kompass liegt auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Zu sehen ist eine junge Sängerin, die gerade probt.
Ein Gesangsstudium etwa verlangt Fleiß und Talent. Foto: Gerhard Blank

Mit Kreativität und viel Überzeugung: Kunst oder Musik studieren

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Schlaginstrumente waren schon immer seine Leidenschaft, in einem professionellen Orchester mitzuspielen sein großer Traum. Doch ob das musikalische Können ausreichte für ein Studium an einer Musikhochschule? Sven Hönicke (21) wollte auf Nummer sicher gehen: „Ich habe mich nach der Schulzeit erst einmal für eine dreijährige Ausbildung zum staatlich geprüften Ensemble- und Chorleiter an der Berufsfachschule Plattling entschieden, denn ich wollte mir eine solide Basis aufbauen.“ Im Laufe der Zeit wuchs dann die Gewissheit: Der Weg ist der richtige. „Für mich stand am Ende der Ausbildung fest, dass ich unbedingt noch studieren wollte“, erzählt er.

Seine Studienwahl fiel auf den Bachelorstudiengang „Schlagzeug“ an der Hochschule für Musik (HfM) Nürnberg. „Es gibt in Nürnberg zwei Profile, die man wählen kann: ein künstlerisches oder ein künstlerisch-pädagogisches. Über den letztgenannten Weg kann man sich zum/-r Musiklehrer/-in (außerhalb des Schuldienstes) ausbilden lassen. Ich habe mich für das künstlerische Profil entschieden“, erklärt Sven Hönicke.

Vier Stunden Üben täglich

Der Nachweis der Hochschulreife ist an der HfM Nürnberg keine zwingende Zulassungsvoraussetzung, wohl aber ein mehrstufiges Auswahlprozedere: „Zunächst gab es eine praktische Aufnahmeprüfung im Bereich Stabspiel, also mit Instrumenten wie Marimba und Xylophon. Anschließend musste ich ein Musikstück jeweils auf der Pauke und mit kleinen Trommeln vorspielen.“
In einem Gespräch mit Professor(inn)en musste Sven Hönicke außerdem seine Studienmotivation darlegen und begründen. Zum Schluss stand eine theoretische Prüfung an – dabei ging es u.a. um das Notensystem. „Von den Bewerber(inne)n wird schon ein umfangreiches musikalisches Hintergrundwissen erwartet. Die Berufsfachschule hat sich da für mich als ideale Vorbereitung erwiesen“, resümiert er.

Die Regelstudienzeit im Bachelorstudium „Schlagzeug“ beträgt acht Semester. Sven Hönicke hat nun das erste Fachsemester fast geschafft. „Das Studium ist sehr intensiv und die Praxisanteile sind enorm hoch. Wir haben Instrumentalunterricht für alle gängigen Schlaginstrumente, z.B. für Pauke, Schlagzeug und Xylophon.“ Hinzu kommen u.a. Orchesterstudien, Korrepetition sowie Theoriefächer – etwa in Gehörbildung und Tonsatz. „Ich übe neben dem Studium sehr viel mit den Instrumenten, zurzeit sind es gut vier Stunden täglich.“ Der junge Musiker tut alles dafür, um sein großes Ziel zu erreichen: in einem Orchester mitspielen und das Publikum begeistern.

Große Bandbreite an Studienmöglichkeiten

Sven Hoenicke hat braune Haare und trägt ein schwarzes Hemd.

Sven Hönicke

Foto: Privat

Wer sich wie Sven Hönicke für ein Musikstudium entscheidet, muss nicht zwangsläufig ein instrumentaltechnisches Studium wählen: Im Musikbereich gibt es eine Vielzahl an Bachelor- und Masterstudiengängen – wie z.B. Dirigieren, Komposition, Korrepetition, Musiktherapie, Musikwissenschaft sowie Tontechnik.
Zudem sind Verknüpfungen mit anderen Studienbereichen denkbar, beispielsweise in Musik- oder Eventmanagement – hier werden die Studierenden auf eine Schnittstellenfunktion zwischen Musik und Management vorbereitet. Ein Studium ist an Universitäten, Musik- oder Fachhochschulen möglich.

Ähnlich sieht es im Bereich Kunst aus: Zu den gestalterischen Fachdisziplinen, die an Fach-, Kunsthochschulen oder Universitäten studiert werden, gehören u.a. angewandte und freie Kunst, Industrie-, Kommunikations-, Mode- und Produktdesign (siehe auch Reportage „“) oder Kunsttherapie.

Hinweis: Hilfreiche Einblicke bietet auch das Thema des Monats 10/2012 „Wie wird man eigentlich Künstler/-in?. Darin werden u.a. die Fachdisziplinen Tanz, Geige und Schauspiel ausführlich vorgestellt.

Reines Fachstudium oder Lehramt?

Neben dem „reinen“ Fachstudium können Musik und Kunst auch im Rahmen eines pädagogischen Studiums gewählt werden (etwa im Lehramt für Gymnasien).

Wer sich nicht zwischen einem künstlerischen Fachstudium und der Lehramtsoption entscheiden kann, dem rät Prof. Alfons Brandl, Vizepräsident, Chorleiter und Studienberater der Hochschule für Musik Nürnberg: „Die zentrale Frage bei der Wahl für oder gegen das Lehramt lautet: Steht für mich die persönliche künstlerische Karriere im Vordergrund oder kann ich mir eher eine Arbeit mit Schüler(inne)n vorstellen? Jede/-r Studieninteressierte muss das für sich selbst beantworten.“

Prof. Alfons Brandl hat graue Haare, trägt eine Brille und einen Anzug mit Krawatte.

Prof. Alfons Brandl

Foto: Carolin Ritter

Bewerber/-innen sollten zudem bedenken: „Ein Lehramtsstudium ist i.d.R. breiter angelegt und vermittelt Kompetenzen (etwa im didaktischen Bereich), die z.B. ein frei schaffender Künstler bzw. eine frei schaffende Künstlerin so meist nicht benötigt. Umgekehrt müssen sich letztere meist noch intensiver in ihrem jeweiligen Fachbereich auskennen, als das bei angehenden Lehrer(inne)n der Fall ist“, erläutert Alfons Brandl.

Vor der Bewerbung genau hinschauen

Generell empfiehlt der Studienberater: „Wichtig ist, sich genau mit dem Profil der Wunschhochschule auseinanderzusetzen, denn das Studienangebot und die Zulassungsvoraussetzungen können sehr unterschiedlich sein.“ In der Musik steht meist eine Eignungsprüfung an, im Kunstbereich muss i.d.R. eine Mappe mit künstlerischen Arbeitsproben eingereicht werden.

Bei manchen Studiengängen – wie etwa beim Schlagzeug-Studium von Sven Hönicke – kann die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife im Einzelfall als Zulassungskriterium entfallen, wenn der/die Bewerber/-in eine überragende künstlerische Begabung/Eignung nachweisen kann. Das gilt auch für das sogenannte Meisterschülerstudium in der Kunst. Davon ausgenommen ist jedoch das Lehramt – hier kann nicht auf den Nachweis der Hochschulzugangsberechtigung verzichtet werden.

Berufliche Aussichten und Absicherung

Häufig anzutreffen: künstlerische Selbstständigkeit

Künstler/-innen und Musiker/-innen haben oft breite kreative Entfaltungsmöglichkeiten, jedoch begrenzte berufliche Sicherheit – es überwiegt die freiberufliche Tätigkeit. Studienwahl.de gibt einen Überblick zu Berufsaussichten und Arbeitsmarktlage.

Zu sehen sind zwei Studierende, die in einem Gespräch vertieft sind.

Foto: Armin Weigel

Kunst- und Musikabsolvent(inn)en müssen damit rechnen, dass sie nicht unbedingt eine Festanstellung finden. Beschäftigungsverhältnisse im kreativen Bereich sind häufig zeitlich befristet, als Teilzeitstelle oder – wie in vielen Fällen üblich – als freiberufliche Tätigkeit konzipiert. „Der Wettbewerb um freie Plätze auf dem Arbeitsmarkt ist groß“, bestätigt Alfons Brandl. „Doch wer flexibel ist, hat ganz gute Karten, eine passende Beschäftigung im Anschluss an das Studium zu finden.“

„Die Tendenz geht zunehmend dahin, in verschiedenen Bereichen gleichzeitig tätig zu sein, also etwa als freie/r Musiker/-in in einem Orchester zu spielen und nebenher zu unterrichten oder als Dozent/-in an einer Hochschule zu arbeiten“, macht der Studienberater deutlich. Klarer vorgezeichnet sind die Wege im pädagogischen Bereich. Doch auch hier gibt es Ausnahmen: „An den Musikschulen sind heutzutage auch eher befristete Verträge üblich.“

Positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt

Dass der Arbeitsmarkt im Kunst- und Musikbereich nicht unproblematisch ist, bestätigt auch Ralf Beckmann vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit, wenngleich sich die Situation in den letzten Jahren verbessert hat: „Im Jahr 2014 waren durchschnittlich rund 11.600 Personen arbeitslos gemeldet, die u.a. als studierte Musiker/-innen, Schauspieler/-innen oder Designer/-innen im künstlerischen Bereich arbeiten wollten. Das waren elf Prozent weniger Arbeitslose als vor fünf Jahren.“ Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen für abhängige Beschäftigung ist etwas gestiegen, bewegt sich aber mit 1.200 Stellen auf einem niedrigen Niveau.

Künstlersozialkasse und ZAV-Künstlervermittlung

Selbstständige Musiker/-innen und Künstler/-innen, die der beruflichen Klasse der Freiberufler/-innen angehören, genießen zwar viel Freiheit und Unabhängigkeit, müssen sich jedoch selbst um ihre soziale Absicherung kümmern. Wer als freie/r Künstler/-in oder Musiker/-in arbeitet, sollte sich unbedingt an die Künstlersozialkasse wenden, die vom Bund aus Sozialabgaben bezuschusst wird. Sie übernimmt den Anteil an den Kosten der Kranken- und Rentenversicherung, den ansonsten der Arbeitgeber zahlen würde.

Für Absolvent(inn)en, die kein Lehramt anstreben, gilt überdies: Bei der Suche nach einer geeigneten Stelle kann die ZAV-Künstlervermittlung (ZAV = Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit) weiterhelfen.

Bachelor Kommunikationsdesign

Gestalterisches Talent ausleben

Ob Fotografie, Film oder Digitale Medien: Angelika Nießner (26) kennt sich mit vielen Medienformaten aus. Die ausgebildete Illustrationsdesignerin studiert den achtsemestrigen Studiengang „Kommunikationsdesign“ (B.A.) an der staatlichen Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin.

Eigentlich hatte sich Angelika Nießner nach dem Abitur gegen ein Studium entschieden: „Ich wollte mich damals voll und ganz auf die Gestaltung von Büchern, Broschüren und Plakaten konzentrieren.“ Deshalb absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Illustrationsdesignerin in Hamburg. Doch schon bald merkte sie, dass ihr irgendetwas fehlte.

„Im Rahmen eines längeren Praktikums bei einer Agentur für Marken und Interface-Design in Berlin wurde mir bewusst, dass ich mich noch breiter aufstellen und medienübergreifend arbeiten möchte“, erzählt die junge Frau. Nach reiflicher Überlegung beschloss Angelika Nießner, sich im Anschluss an ihre Ausbildung um einen Studienplatz für Kommunikationsdesign an der HTW Berlin zu bewerben.

Hausaufgabe, Mappe und Bewerbungsgespräch

Angelika Nießner hat lange schwarze Haare und trägt eine Wollmütze.

Foto: Privat

Um zum Design-Studium zugelassen zu werden, musste sie gleich mehrere Hürden überwinden: Zum einen wird neben der allgemeinen Hochschulreife oder Fachhochschulreife ein 13-wöchiges Vorpraktikum verlangt – hier konnte Angelika Nießner mit ihrer Praxiserfahrung punkten.
Die größte Herausforderung war jedoch das nun folgende mehrstufige Auswahlverfahren: Auf der Website der Hochschule wurde eine Hausaufgabe zum Thema „Utopie“ vorgegeben. „Wir hatten dafür insgesamt vier Wochen Zeit und durften max. zehn Blätter ausarbeiten.“ Nach Abgabe der Hausaufgabe musste Angelika Nießner dann noch eine Mappe mit 10 bis 20 selbst gestalteten Arbeiten (Zeichnungen, Collagen und Fotografien) einreichen. Einen Tag später erfuhr die junge Frau, dass sie es in die abschließende Auswahlrunde geschafft hatte. Nun wartete noch ein persönliches Bewerbungsgespräch, das sie ebenfalls meisterte.

Inzwischen befindet sich Angelika Nießner im dritten Fachsemester. „In meinem Studium befasse ich mich mit ganz verschiedenen Bereichen – etwa Corporate Design, Digitale Medien, Film und Bewegtbild, Fotografie, Illustration und Informationsgestaltung. In den ersten beiden Semestern haben wir uns mit kreativen Grundlagen wie Bildaufbau, Farbgebung und Formen beschäftigt“, erzählt sie. „Außerdem haben wir eine Smartphone-App entworfen und uns mit HTML-Programmierung beschäftigt.“

Ab dem dritten Semester können die Design-Studierenden ihr eigenes Projektstudium zusammenstellen. Insgesamt sind während des Hauptstudiums sechs Projekte zu bewältigen, die z.T. von Exkursionen – etwa zu Agenturen oder Verlagen – begleitet werden. „Ich habe mir für dieses Semester u.a. Typografie ausgesucht“, nennt Angelika Niessner ein Beispiel. „Im Zuge dieses Projekts gestalten wir Produkte für den neuen Museumsshop im Berliner Buchstabenmuseum.“ Im siebten Semester besteht zudem die Möglichkeit, ein Praktikum zu absolvieren.

Berufsziel: freie Kommunikationsdesignerin

Beruflich möchte sich Angelika Nießner langfristig gern selbstständig machen und als freie Kommunikationsdesignerin arbeiten: „Mir ist bewusst, dass das kein leichter Weg ist und man sich eine selbstständige Existenz Schritt für Schritt aufbauen muss. Daher werde ich nach dem Studium wahrscheinlich erst einmal weitere Berufserfahrung bei Agenturen sammeln.“

Weitere Informationen

Studienwahl.de

In den Texten genannte Studiengänge:

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