Logo Stiftung für Hochschulzulassung Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo studienwahl.de
Ein Kompass liegt auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Zu sehen ist ein junger Psychotherapeut, der sich gerade in einer Therapiesitzung befindet und mit einer Patientin spricht.
Für viele ein Traumberuf: eine Tätigkeit als Therapeut/-in Foto: Oliver Dietze

Psychologie studieren

Drucken Versenden

Beim zweiten Anlauf hat Denise Schmidt ihr Wunschstudium gefunden: Nach einem sehr guten Abitur mit Note 1,2 entschied sie sich zunächst für ein duales BWL-Studium in Bielefeld. „Doch die Studieninhalte und die praktische Tätigkeit haben mir nicht zugesagt“, schildert die 23-Jährige. Sie wechselte an die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und schrieb sich für Psychologie (B.Sc.) ein. „Meine Freundin studierte dort ebenfalls Psychologie und konnte nur Positives berichten.“ Erst im Laufe des ersten Semesters wurde ihr so richtig bewusst, dass sie sich eigentlich schon immer für psychologische Fragestellungen interessiert hatte.

Strenger Numerus clausus, viel Lernstoff

„Im letzten Jahr haben bei uns rund 150 Studienanfänger/-innen das hochschulinterne Auswahlverfahren für das Fach Psychologie bestanden“, erklärt Kendra Schoppmann, Studienberaterin an der Universität Düsseldorf. Aufgenommen wurde nur, wer den Numerus clausus von 1,2 erfüllen konnte. „Einige wenige Restplätze wurden am Ende noch unter denjenigen Bewerber(inne)n verlost, die einen Schnitt von 1,3 besaßen. Die Zugangshürde ist also hoch angelegt“, bestätigt die Studienberaterin.

Hinweis: Bei der Vergabe von Studienplätzen im Fach Psychologie werden i.d.R. örtliche Auswahlverfahren durchgeführt. Teilweise wird dies unterstützt durch hochschulstart.de (Dialogorientiertes Serviceverfahren). Nähere Auskünfte erteilen die anbietenden Hochschulen sowie die Stiftung für Hochschulzulassung unter www.hochschulstart.de.

Studentin Denise Schmidt befindet sich derzeit im zweiten Fachsemester. Bisher hat ihr v.a. der Bereich „Physiologie des Verhaltens“ gut gefallen: „Toll war, dass der Dozent immer wieder spannende Fallgeschichten in seine Vorlesung eingebracht hat. Dadurch war es für mich leichter möglich, die Studieninhalte zu lernen und zu behalten.“ Ab dem dritten Semester können die Psychologiestudierenden auch fachfremde Nebenfächer belegen. „Das finde ich sehr sinnvoll. Ich werde auf jeden Fall Fremdsprachen wählen, da ich in der Schule bereits Englisch und Spanisch als Leistungskurse hatte“, verrät die junge Frau.

Foto von Kendra Schoppmann

Kendra Schoppmann

Foto: Privat

Gerade in den ersten Semestern haben die angehenden Psycholog(inn)en viel Lernstoff zu bewältigen: „Wir haben z.B. Vorlesungen in Biologie, Allgemeiner Psychologie und Statistik. Es sind zwar nur 16 Wochenstunden, doch wenn man die Arbeitszeit, die man zu Hause verbringt, hinzurechnet, bleibt nicht mehr viel von der Woche übrig.“ Die Studienberaterin bestätigt diesen Eindruck: „Es stimmt, dass zu Anfang viel Stoff vermittelt wird. Es muss auch sehr viel auswendig gelernt werden. Daher werden in den ersten beiden Semestern meist Vorlesungen gehalten, die den Studierenden Einblicke in alle Teilbereiche der Psychologie geben.“ Um die Stoffmenge zu bewältigen, gibt es verschiedene Tutorien, die als zusätzliche Hilfe gedacht sind. Für viele Psychologiestudierende stellen außerdem die Veranstaltungen in Statistik eine Herausforderung dar – nicht so für Denise Schmidt. Auf die Mathe-Einführungskurse konnte sie dank ihres soliden Vorwissens verzichten.

Im weiteren Verlauf des Studiums stehen noch Praktika in außeruniversitären Betriebsstätten auf dem Programm. Denise Schmidt will sich bei einem Marktforschungsinstitut bewerben. Nach ihrem Studium kann sie sich vorstellen, in der Forschung oder im Personalbereich einer großen Firma zu arbeiten.

Vielfältige Berufsperspektiven, gute Arbeitsmarktlage

„Die beruflichen Möglichkeiten für Psycholog(inn)en sind vielsprechend. Viele Studierende wollen in den klinischen Bereich gehen, auch wenn eine Weiterbildung zum/r Therapeuten/-in sehr kostenintensiv ist“, erklärt Kendra Schoppmann (siehe auch Reportage: ).

Hinweis: Der Begriff „Psychotherapeut/-in“ ist eine bundesweit einheitliche Berufsbezeichnung. Die Psychotherapie-Ausbildung stellt eine Grundqualifizierung für die Behandlung aller Altersgruppen dar. Voraussetzung ist laut Psychotherapeutengesetz ein erfolgreich abgeschlossenes Masterstudium mit entsprechenden klinisch-psychologischen Inhalten. Wer sich für eine Weiterbildung zum/r Kinder- und Jugendpsychotherapeuten/-in interessiert, kann auch zunächst Pädagogik bzw. Sozialpädagogik studieren (siehe www.gesetze-im-internet.de/psychthg/BJNR131110998.html; seit 2010 ist eine grundlegende Novellierung des Gesetzes geplant).

Neben dem therapeutischen Bereich sind Psycholog(inn)en zudem im Personalwesen gefragt sowie in der Unternehmensberatung. „Mit einer sozialpsychologischen Ausrichtung kann man aber auch gut im Marketing arbeiten. Eine entwicklungspsychologische Vertiefung ist wiederrum für angehende Schulpsycholog(inn)en interessant“, verdeutlicht die Studienberaterin die Karrierechancen (siehe auch Reportage: sowie ).

Generell gilt: Ein Masterstudium ist bei Bewerbungen hilfreich, aber auch mit einem Bachelorabschluss ergeben sich bereits Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die Berufsaussichten für Psycholog(inn)en sind insgesamt gut, die Arbeitslosigkeit ist gering. „Besonders viele Stellen für Psycholog(inn)en werden von Kliniken und Rehabilitationseinrichten angeboten. Aber auch im Bildungs- und Sozialbereich, in Unternehmungsberatungen und -verwaltungen gab es 2013 viele Stellen“, erläutert Judith Wüllerich, Arbeitsmarktexpertin der Bundesagentur für Arbeit.

Studium der Medienpsychologie

Reif für die Filmwirtschaft

Bei Filmproduktionen als Beraterin tätig sein: Das ist der Berufswunsch von Annika Hohmann (27). Die junge Frau studiert den kostenpflichtigen Studiengang „Medienpsychologie“ (M.A.) an der privaten, staatlich anerkannten Business School Berlin.

Zu sehen ist eine Frau, die das Wort "Team" auf eine Karte schreibt und an einer Pinnwand befestigt.

Foto: Axel Jusseit

„Nach dem Abitur wollte ich nicht sofort studieren, sondern etwas vom Berufsleben mitbekommen“, erzählt Annika Hohmann. Deshalb machte sie zunächst eine Ausbildung zur Mediengestalterin in Gera.

Danach absolvierte sie den Bachelor „Wirtschaftspsychologie“ an der Business School Berlin. „Das Fach Psychologie fand ich schon immer wahnsinnig spannend.“ Während des Bachelorstudiums hatte sie bereits Gelegenheit, ein Modul in Medienpsychologie zu belegen – das ihr so gut gefiel, dass sie sich für den Master in diesem Bereich entschied.

Für ihr Studium an der privaten Hochschule muss sie monatlich 590 Euro Studiengebühren bezahlen. Einen Teil davon tragen ihre Eltern, einen weiteren Teil kann sie aus eigener Tasche begleichen, da sie nebenher noch jobbt.

Analyse verschiedener Medienformate

„Hier in Berlin wird viel Wert gelegt auf quantitative und auch auf qualitative Methoden. Das fand ich bereits während des Bachelorstudiums super, etwa bei den Tiefeninterviews für die Marktforschung“, berichtet Annika Hohmann. In Ihrem Masterstudium geht es u.a. um die psychologische Analyse von unterschiedlichen Medienformaten, wie z.B. Zeitschriften oder Websites: „Dabei wird untersucht, wie diese Medien konkret gemacht sind, welche Wirkung sie beim Betrachter bzw. der Betrachterin erzielen und welche gestalterischen Mittel dabei zum Einsatz kommen.“ Außerdem lernt sie die Fachgebiete Medienmanagement und -ökonomie kennen sowie die Grundlagen der Sozialpsychologie.

Momentan befindet sich die junge Frau im zweiten Fachsemester ihres Masters. Ab Oktober beginnt ein Projektstudium, das sie bei einer Medienagentur für Film-Trailer und Senderwerbung („On-Air-Promotion“) verbringt: „Meine Aufgabe wird es sein, die Wirkung von Trailern zu analysieren und bei Optimierungen mitzuhelfen. Nach meinem Master würde ich gerne als Beraterin in der Filmproduktion arbeiten.“ Bereits vor dem Masterstudium hatte sie ein Praktikum als Produktionsassistentin bei der UFA GmbH absolviert. Sollte es mit der Filmwirtschaft nichts werden, kann sie sich auch gut vorstellen, im Bereich der Marktforschung zu arbeiten.

Arbeitgeberstatements

„Gefragt sind v.a. Empathie, Teamfähigkeit und gute Sozialkompetenzen“

Psycholog(inn)en können in ganz unterschiedlichen Berufszweigen tätig sein. Wir haben uns bei Personalverantwortlichen erkundigt, welche konkreten Fähigkeiten und „Soft Skills“ geeignete Bewerber/-innen mitbringen sollten.

Ralf Hub hat kurze graue Haare, trägt eine Brille und einen Anzug.

Foto: Privat

Ralf Hub, stellvertretender Personalleiter des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden in Wiesloch:

„Bei uns sind Psycholog(inn)en zusammen mit Ärzt(inn)en und dem Pflegedienst verantwortlich für die Grundversorgung der Patient(inn)en. Zum Arbeitsalltag gehören z.B. die Aufstellung von Therapieplänen, Einzelgespräche, Kriseninterventionen und gruppentherapeutische Maßnahmen. Gefragt sind daher neben nachweisbarem psychotherapeutischem Fachwissen (Therapeuten-Ausbildung) v.a. Empathie, Teamfähigkeit und gute Sozialkompetenzen.“

Zu sehen ist eine Tafel in einem Klassenzimmer sowie ein Schwamm und ein großes Geodreieck.

Foto: Ray van Zeschau

Thomas Schenk, Leitender Schulpsychologe im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern:

„Schulpsycholog(inn)en müssen sich zum einen gut in die besonderen Problemlagen von Schüler(inne)n, Lehrkräften und Erziehungsberechtigten hineindenken und -fühlen. Zum anderen sollten sie auch unter sehr hoher Belastung strukturiert und verlässlich arbeiten können. Fachlich sollte ein/e Schulpsychologe/-in sowohl die Klinische als auch die Pädagogische Psychologie beherrschen. Weil in der modernen Verwaltung vermehrt Controlling-Verfahren eingesetzt werden, sind zudem fundierte Statistik-Kenntnisse notwendig. Ebenfalls hilfreich sind Erfahrungen aus dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.“

Prof. Dr. Matthias M. Weber hat rasierte Haare, trägt eine Brille und einen weißen Kittel.

Foto: Privat

Prof. Dr. Matthias M. Weber, geschäftsführender Oberarzt der Abteilung Klinische Forschung des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München:

„Kompetente Psycholog(inn)en sind für das Max-Planck-Institut unverzichtbar. Sie sind in allen Projekten der klinischen und der Grundlagenforschung bis hin zu humangenetischen Fragestellungen eingebunden. Bewerber/-innen sollten nicht nur eine umfassende wissenschaftliche Expertise nachweisen können, sondern auch hohe Einsatzbereitschaft für Klinik und Forschung mitbringen.“

Weiterbildung zur Verhaltenstherapeutin

Psychische Probleme erkennen und behandeln

Psychologie rund um die Uhr: Franziska Meichsner (27) ist Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Daneben absolviert sie eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Verhaltenstherapeutin.

Zu sehen ist ein Tisch in einem Therapiezimmer, auf dem sich Blumen, ein Wecker und eine Box mit Tempos befinden.

Foto: Axel Jusseit

„Schon während meiner Schulzeit habe ich mich dafür interessiert, wie Menschen sich verhalten. Besonders interessant fand ich die Frage, aus welchen Gründen es zu psychischen Problemen kommt“, erinnert sich Franziska Meichsner. Nach ihrem sehr guten Abitur im sächsischen Wilkau-Haßlau fiel ihr die Wahl ihres Studienfachs nicht schwer: Sie entschied sich für „Psychologie“ (damals noch auf Diplom) an der Universität Jena und wählte im Hauptstudium den Schwerpunkt Klinische Psychologie.

Seit dem Ende des Studiums macht sie mit der Promotion weiter, die sie dank eines Landesgraduiertenstipendiums finanzieren kann. In ihrem Promotionsprojekt greift Franziska Meichsner erneut das Thema der Diplomarbeit auf – es geht um die Trauer bei Angehörigen Demenzerkrankter. Zudem ist sie seit einigen Monaten wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Klinisch-psychologische Intervention des Instituts für Psychologie und erhält dadurch ein festes monatliches Einkommen.

Fünfjähriges Programm, hohe Kosten

Neben ihrer akademischen Tätigkeit hat sich Franziska Meichsner für eine Weiterbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin im Verfahren Verhaltenstherapie entschieden. Das Weiterbildungsprogramm wird von der Universität Jena angeboten und dauert fünf Jahre. Seit Oktober 2012 nimmt die Doktorandin an der Weiterbildung teil. Insgesamt rechnet sie mit Kosten in Höhe von 16.000 Euro. Durch die Arbeit mit Patient(inn)en, die integraler Bestandteil der Weiterbildung ist, kann sie diese Kosten teilweise refinanzieren. Den Rest muss sie selbst aufbringen. „Für viele Psycholog(inn)en bleibt die Ausbildung zum/r Therapeuten/-in aufgrund der hohen Kosten ein Wunschtraum“, gibt Franziska Meichsner zu. Sie selbst steht dank des Stipendiums und der Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin finanziell gut da.

Theoretische und praktischen Einheiten

Die Weiterbildung beinhaltet verschiedene Teilkomponenten: eine 600 Stunden umfassende theoretische Ausbildung, die blockweise stattfindet, ein ebenso langer praktischer Ausbildungsteil sowie eine klinische Tätigkeit, die weitere 1.800 Stunden in Anspruch nimmt. „Zu Beginn besuchen alle Teilnehmer/-innen Theorieseminare, etwa zu Themen wie Angst, Depression und den Grundlagen der therapeutischen Tätigkeit. Diese Seminare dauern rund zweieinhalb Jahre. Bevor die praktische Ausbildung beginnt, findet eine Zwischenprüfung statt. Im praktischen Teil geht es dann um ambulante Psychotherapie mit Supervision. Während der klinischen Tätigkeit – dem dritten Teil der Weiterbildung – lernt man die Strukturen der Psychiatrie kennen. Vorgesehen sind hier u.a. Einsätze in einer psychiatrischen Klinik, einer psychosomatischen Klinik oder einer psychotherapeutischen Praxis“, erklärt Franziska Meichsner.

Wie ihr späterer Berufsalltag einmal aussehen wird, kann sie noch nicht genau sagen. „Eigentlich möchte ich schon gerne mit einem Bein in der Forschung bleiben, andererseits liebe ich die praktische Arbeit mit den Patient(inn)en“, beschreibt sie ihren Zwiespalt. Die Karriereaussichten schätzt sie aber generell sehr positiv ein: „Mit der Weiterbildung zur Verhaltenstherapeutin und einer gewissen örtlichen Flexibilität, habe ich sehr gute Berufschancen.“

Weitere Informationen

Studienwahl.de

abi» dein weg in studium und beruf

In den Texten genannte Einrichtungen und Studiengänge:

Weitere Links:

Drucken Versenden
Nach obenNach oben
Signet Finder
Geprüft von den Ländern der Bundesrepublik Deutschland
Bedienungshinweis
17397
Studiengänge
445
Hochschulen
Erweiterte Suche Deutschlandkarte Bedienungshinweis
Suchergebnisfenster schließen
Treffervorschau
Studiengängez.B.:
Buchinhalte:
Aktuelle Beiträge: