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Traumberuf Kommissar – Hinter die Kulissen geschaut

Breites Aufgabenspektrum

National und international präsent

Gesucht: Qualifizierter Nachwuchs

Länderpolizei: Unterschiedliche Wege zum Ziel

Ausbildung bei der Bundespolizei

Jährlich 40 BKA-Kriminalisten

Weiterführende Online-Informationen

Die Bundesrepublik Deutschland zählt nach wie vor zu den sichersten Ländern der Welt. Anteil daran hat auch die erfolgreiche Arbeit der Polizei im Bereich der Verbrechensprävention, -bekämpfung und -aufklärung. Eine anspruchsvolle Aufgabe, unter anderem für gut ausgebildete Polizei- und Kriminalkommissare im gehobenen Dienst. Der Polizeiberuf ist attraktiv, und bei Schülerinnen und Schülern rangiert die Polizei als Top-Arbeitgeber ganz oben. Das zeigt beispielsweise die diesjährige Befragung des Schülerbarometers. Aber nicht selten sind es auch Klischees, die das Bild des Polizeiberufs mitprägen. studienwahl.de hat einen Blick auf die unterschiedlichen Polizeiausbildungen geworfen und festgestellt, dass der reale Berufsalltag von Polizei- und Kriminalkommissaren vielleicht nicht immer so actionreich wie der von Fernsehkommissaren, dafür aber deutlich vielfältiger ist.

Breites Aufgabenspektrum

Zwar gehören Delikte wie Mord, Raub oder Geiselnahme gelegentlich auch zum Polizeialltag, dafür zuständig sind allerdings nur die Kriminalkommissare in den Dezernaten, Kommissariaten oder Spezialkommandos wie der GSG 9 der Bundespolizei. Das Aufgabenspektrum der Kommissarinnen und Kommissare ist deutlich weiter gespannt und reicht – je nach dienstlicher Verwendung – vom Streifendienst bei der Schutzpolizei über die Verkehrsüberwachung bis hin zu spezialisierten Einsatzgebieten wie den Umweltschutz, die Verkehrserziehung oder den Dienst auf einem Schiff der Küstenwache. Ferner sind zahlreiche Führungs- und Leitungspositionen zu besetzen, etwa als Wach- und Einsatzleiter/in, als Leiter/in einer Sondereinheit oder bei der Koordination polizeilicher Einsätze, um z.B. einen störungsfreien Ablauf von Großveranstaltungen zu gewährleisten.

Bei der Berliner Wasserschutzpolizei zum Beispiel plant die 33-jährige Polizeikommissarin Claudia Schulz die Bootseinsätze auf den Berliner Gewässern, wertet die Einsätze der Kollegen aus und führt mit Akribie Statistiken, um die Diensteinsätze so effizient wie nur möglich zu planen. "Findet eine Plenarsitzung des Bundestages statt, plane ich für den Außenschutz den Bootsstreifendienst auf der Spree und berate mich zudem mit den Einsatzkräften an Land", gibt sie Einblick in ihren Arbeitsalltag. Doch bevor man in derart verantwortungsvollen Positionen federführend agieren kann, müssen umfangreiche theoretische und praktische Ausbildungsabschnitte erfolgreich absolviert und einige Jahre praktische Erfahrung im normalen Polizeidienst gesammelt werden. "Das A und O ist die Arbeit auf der Straße für die Bürger", hebt Claudia Schulz hervor – Erfahrungen vor Ort, ohne die eine abgestimmte Einsatzplanung vom Schreibtisch aus nicht möglich ist.

National und international präsent

Dem Grundgesetz zufolge liegt die Polizeihoheit in Deutschland bei den Bundesländern. Die Strukturen der Länderpolizeien sind unterschiedlich, aber ähnlich. Schutz- und Kriminalpolizei der Länder haben die Aufgabe zusammenzuarbeiten. In der Hauptstadt Berlin zum Beispiel gibt es sechs Polizeidirektionen in den Stadtbezirken zum Schutz und als Ansprechpartner für die Bevölkerung. Hinzu kommen das Landeskriminalamt, um zentral die Kriminalität zu bekämpfen, die überörtliche "Direktion Zentrale Aufgaben", zu denen beispielsweise Wasserschutzpolizei, Diensthundeabteilung und Hubschrauberstaffel gehören, sowie die Zentrale Serviceeinheit, die im Bereich Verwaltung sowie Aus- und Weiterbildung tätig ist und zu der auch die Bußgeldstelle zählt. Jede Direktion gliedert sich in die Referate Verbrechensbekämpfung und Zentrale Aufgaben (u.a. Verkehrsdienst, Einsatzhundertschaft, Einsatztraining) sowie in Abschnitte, etwa Funkwageneinsätze und Streifendienst.

Die Landeskriminalämter (LKA) sind zentrale Dienststellen für besondere Aufgaben bei der Kriminalitätsbekämpfung sowie für die Zusammenarbeit mit den anderen Ländern und dem Bund in kriminalpolizeilichen Angelegenheiten. Sie sind dem für die Polizei zuständigen Ministerium unmittelbar nachgeordnet. Das LKA besitzt eigene Ermittlungszuständigkeiten, beispielsweise bei Staatsschutzdelikten oder in Fällen der Nuklearkriminalität. In Fällen besonderer Bedeutung führt das LKA eigene Ermittlungen durch, z.B. in Bereichen wie der Organisierten Kriminalität, der Geldwäsche, des Rauschgifthandels, der Computerkriminalität, der Schleusungskriminalität sowie der Wirtschafts-, Umwelt- und Waffenkriminalität. Zudem befasst es sich mit Fragen der Kriminalprävention und unterhält kriminaltechnische Untersuchungseinrichtungen.

Die Bundespolizei hingegen, die aus dem früheren Bundesgrenzschutz hervorgegangen ist, untersteht dem Bundesministerium des Innern. Im Sicherheitssystem der Bundesrepublik Deutschland nimmt sie umfangreiche und vielfältige polizeiliche Aufgaben wahr, die ihr in verschiedenen Bundesgesetzen zugewiesen sind. Dazu gehören etwa der grenzpolizeiliche Schutz des Bundesgebietes, der Schutz der Bahnanlagen der Eisenbahnen des Bundes, der Schutz des Luftverkehrs auf deutschen Flughäfen, Aufgaben auf der Nord- und Ostsee sowie die Unterstützung der Polizeien der Bundesländer (insbesondere bei Großeinsätzen, Hilfeleistungen bei Naturkatastrophen und besonders schweren Unglücksfällen). Im Ausland ist die Bundespolizei für den Schutz von deutschen diplomatischen und konsularischen Auslandsvertretungen verantwortlich oder arbeitet in internationalen Polizeimissionen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union mit und ist in verschiedenen international tätigen Projekten vertreten.

Das Bundeskriminalamt (BKA) ist herausragender Eckpfeiler eines ganzheitlichen Systems der Kriminalitätsbekämpfung und Partner der Polizeien des Bundes und der Länder. Standorte hat das BKA in Wiesbaden, Meckenheim und Berlin. Es wurde als Zentralstelle für das polizeiliche Auskunfts- und Nachrichtenwesen gegründet. Als zentrale Einrichtung ist es für die Zusammenarbeit des Bundes und der Länder in der Kriminalpolizei zuständig. Darüber hinaus erfolgt der internationale polizeiliche Nachrichtenaustausch für die Polizeien des Bundes und der Länder regelmäßig über das Bundeskriminalamt. Das BKA koordiniert als Informations- und Kommunikationszentrale die Zusammenarbeit der Polizei der Länder, erstellt Analysen und Statistiken für die Kriminalpolizei und erforscht bzw. entwickelt Methoden, um Verbrechen erfolgreich zu bekämpfen.

Der Berufsalltag ist breit angelegt: Ermittlungen unmittelbar am Tatort, Fahndungen nach verdächtigen Personen, Spurensuche und deren Sicherung oder auch Befragungen von Zeugen sowie Vernehmung verdächtiger Personen sind Teil der Arbeit. Das BKA ermittelt in gesetzlich festgelegten, herausragenden internationalen Kriminalfällen sowie auf Veranlassung der Generalbundesanwaltschaft oder auch auf Ersuchen eines Landes. Zu seinen Aufgabenfeldern gehören auch wissenschaftliche Kriminaltechniken oder die Kriminalstrategie. Für die internationale polizeiliche Kooperation hat das BKA ebenfalls einen gesetzlichen Auftrag. Für Interpol, Europol und das Schengener Informationssystem ist das BKA die nationale Zentralstelle. An 53 Standorten in 50 verschiedenen Ländern arbeiten darüber hinaus 67 Verbindungsbeamtinnen und -beamte.

Übrigens: Zu der momentan überaus populären und stark nachgefragten Tätigkeit als "Profiler" (= polizeilicher Fallanalytiker) informiert das BKA in dem lesenswerten Artikel Wie kann ich Profiler werden?

Gesucht: Qualifizierter Nachwuchs

Gründe für die Attraktivität des Polizeiberufes sind u.a. die vielfältigen und abwechslungsreichen Tätigkeiten in unterschiedlichsten Berufsfeldern, die besonderen Karrieremöglichkeiten und die gute Bezahlung. Kriminal- und Polizeikommissare (gehobener Dienst) gehören zu denjenigen, die eine Laufbahnausbildung absolvieren und den Beamtenstatus auf Lebenszeit nach einer dreijährigen Probezeit zuerkannt bekommen können. "Zudem bleibt der Polizeiberuf von wirtschaftlichen Schwankungen verschont, er ist in jedem Fall krisensicher", bestätigt Polizeihauptkommissar Reich von der Bundespolizeiakademie in Lübeck.

Das mit dem Polizeiberuf verbundene relativ hohe Sozialprestige spielt sicher auch eine Rolle: Laut einer Forsa-Umfrage über die angesehensten Berufe 2009 rangiert der Polizeiberuf auf Platz 6.

Dass die "schützenden Organe" ihren Altersdurchschnitt senken wollen und müssen, hat sich genauso herumgesprochen wie die Tatsache, dass sie qualifizierten Nachwuchs suchen. So stieg nicht nur die Zahl der Bewerber/innen, sondern zugleich auch das Anspruchsniveau in den Auswahlverfahren. Beispiel Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg: Von 4.163 Bewerberinnen und Bewerbern für das Einstellungsjahr 2009 erhielten nur 211 Polizeianwärterinnen und Polizeianwärter aus 12 Bundesländern – davon 108 Brandenburger – ihre Zusage zum Studium. Das sind nur etwa fünf Prozent.

Vorentscheidung

Wer sich für den Kommissarberuf im gehobenen Dienst interessiert, sollte zunächst entscheiden, ob er eine Karriere bei der Bundes- oder der Landespolizei anstrebt. Während die landespolizeiliche Arbeit territorial begrenzt ist, muss dem Bundespolizisten die bundesweite Verwendbarkeit bewusst und die Bereitschaft zur Mobilität vorhanden sein. Des Weiteren muss entschieden werden, ob man bei der Landespolizei in den Reihen der Schutz- oder der Kriminalpolizei aktiv werden möchte.

Claudia Schulz war es aus familiären Gründen wichtig, sich bei der Landespolizei zu bewerben. Sie ist jetzt seit 12 Jahren bei der Polizei und hat ihre damalige Entscheidung keinen Tag bereut. "Ich bin in diesen Jahren beruflich vielfältig gefordert worden", blickt sie zurück. So war sie nach der Ausbildung zunächst im Polizei-Abschnitt unterwegs, gelangte danach schließlich zur Wasserschutzpolizei und half anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sogar in der Pressestelle aus. Die Öffentlichkeitsarbeit ist ihr zur Herzenssache geworden, zahlreiche Projekte gestaltete sie auch nach 2006 federführend mit. "Es sind zusätzliche Aufgaben, die ich hier übernehme. Denn seit 2007 bin ich wieder für die Einsatzplanung der Berliner Polizeiboote zuständig", verrät die aufgeweckte junge Frau.

Im Gegensatz dazu bewarb sich der 23jährige Sören Koß bei der Bundespolizei und studiert derzeit im zweiten Studienjahr an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Fachbereich Bundespolizei, in Lübeck. "Es ist ein Superjob, aber man darf nicht den Anspruch haben, nur vor seiner Haustür zu arbeiten", meint der Polizeikommissaranwärter.

Länderpolizei: Unterschiedliche Wege zum Ziel

Die Ausbildung bzw. das Studium für den gehobenen Dienst ist – wie die Polizei selbst –Ländersache (www.polizei.de). Bei der Polizei in den Ländern erlangen Studierende die polizeiliche Qualifikation direkt über ein Studium an der Fachhochschule der Polizei des jeweiligen Landes. Das dreijährige Studium, in dem man den Status einer Polizeikommissaranwärterin bzw. eines Polizeikommissaranwärters hat, beinhaltet neben der Theorie auch Praktika in Polizeidienststellen und schließt je nach Land mit dem akademischen Grad Diplom-Verwaltungswirt/in (FH) bzw. "Bachelor of Arts – Polizeivollzugsdienst/Police Service" ab.

Das Studium sowie der weitere Berufsweg können sich in den einzelnen Ländern jedoch unterscheiden. Im Saarland z.B. folgt nach dem Studienabschluss zunächst der Einsatz als Sachbearbeiter/in bei der Bereitschaftspolizei, im Wach- und Wechseldienst oder in der Verkehrsüberwachung. Erst später steht – je nach Interesse und Eignung – das gesamte Spektrum von Tätigkeiten im Polizeiberuf offen (Kriminaldienst, Spezialeinheiten, Diensthundestaffel, Wasserschutzpolizei etc.). In Hessen und Berlin hingegen wird bereits beim Studium zwischen einem Studiengang "Schutzpolizei" und "Kriminalpolizei" unterschieden und der Polizeinachwuchs für das jeweilige spätere Aufgabengebiet speziell geschult.

In Berlin studieren die angehenden Kriminalkommissarinnen und -kommissare an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) – Fachbereich 5 "Polizei und Sicherheitsmanagement". Das Studium besteht aus Fachstudien und aus berufspraktischen Studienzeiten, die wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden sowie berufsspezifisches Wissen vermittelt. Es gliedert sich in Lehrveranstaltungen (insgesamt vier Jahre Vollzeitstudium) und Studienpraktika (Grund- und Hauptpraktikum). Die Laufbahnprüfung beinhaltet die Abschlussarbeit sowie schriftliche und mündliche Prüfung in Fächern wie Kriminologie, Kriminalistik/Kriminaltechnik, Führungs- und Einsatzlehre, Psychologie/Soziologie, Strafrecht, Strafverfahrensrecht, Polizeirecht sowie Staats- und Verfassungsrecht/Eingriffsrechte.

In der Laufbahnordnung sind so genannte Beförderungsämter festgelegt. Sie ermöglichen den Aufstieg – Kommissar/in, Oberkommissar/in, Hauptkommissar/in, erste bzw. erster Hauptkommissar/in.

In den Eignungsauswahlverfahren müssen die Bewerber/innen zeigen, dass sie den vielfältigen Anforderungen des Polizeiberufs gewachsen sind. Getestet wird dies u.a. mit psychologischen Testverfahren, Gruppenaufgaben, Einzelinterviews. Auskunft über die körperliche Fitness geben die Resultate des obligatorischen Sporttests sowie die polizeiärztliche Untersuchung der Bewerber/innen. Die Bewerbungsunterlagen stehen im Allgemeinen auf den Internetseiten der jeweiligen Landespolizei zum Download bereit.

Die Höhe der Anwärterbezüge während des Studiums für den gehobenen Polizeidienst sind in den Ländern unterschiedlich festgelegt, im Land Brandenburg zum Beispiel beträgt der Grundbetrag etwas über 900 Euro plus einem so genannten Familienzuschlag (Höhe richtet sich nach der persönlichen Situation) und einer Polizeizulage jeweils nach dem ersten und zweiten Dienstjahr.

Als "Schupo" unterwegs

In ihrem Berufsalltag, der den Schichtdienst einschließt, müssen sich die Kommissarinnen und Kommissare der Schutzpolizei auf immer wieder neue Herausforderungen und Situationen einstellen: Mal sind Streithähne zu trennen, dann Einbruchsspuren zu sichern, der Verkehr zu überwachen und zu regeln, Zeugen zu vernehmen, Protokolle und Berichte zu verfassen oder als Verkehrserzieher/in in der Grundschule pädagogische Arbeit zu leisten. Die Verbrechensvorbeugung besitzt in der Arbeit der Schutzpolizei einen hohen Stellenwert. Ein Beispiel dafür sind die polizeilichen Beratungsstellen, die z.B. über wirksame Maßnahmen informieren, wie man sich gegen Einbruch schützen kann. Ob im Funkstreifenwagen, auf dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs – wichtig ist immer, als Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger verfügbar zu sein.

Dem Täter auf der Spur

In der Regel nicht in Uniform, sondern in "Zivil" sind Kriminalkommissare und Kriminalkommissarinnen unterwegs. Sie übernehmen die Ermittlungen, wenn es um Straftaten in Deliktsbereichen wie Rauschgiftkriminalität, Fälschung und Betrug, Raub und Diebstahl geht oder Körperverletzungs-, Tötungsdelikte oder Vermisstenfälle aufzuklären sind. Bestimmte Deliktsgruppen wie z.B. die organisierte Kriminalität, die Umwelt- und Wirtschaftskriminalität oder die Internet-Kriminalität werden oftmals in Dienststellen mit entsprechender Schwerpunktbildung bearbeitet. Einzelkämpfer – wie aus dem Kino bekannt – sind nicht gefragt. Die kriminalpolizeiliche Ermittlungsarbeit ist nur im Team und bei ständigem Erfahrungsaustausch mit den Kolleginnen und Kollegen erfolgreich. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Verfolgung und Aufklärung von Straftaten. Dazu gehören die Spuren- und Beweissicherung, die technische Auswertung des Spurenmaterials, die Vernehmung von Beschuldigten, Observationen und im Erfolgsfall die Festnahme der Täter. Es versteht sich fast von selbst, dass dies auch Schichtarbeit sowie eine Menge Arbeit am Schreibtisch und die ständige Fortbildung einschließt.

Voraussetzungen und Ausbildung bei der Bundespolizei

"Bei der Bundespolizei können all diejenigen in drei Jahren zum Polizeikommissar ausgebildet werden, die ein gutes Abitur abgelegt haben, sportlich fit sind und das Auswahlverfahren erfolgreich absolviert haben. Wir fordern viel, bieten dafür aber einen abwechslungsreichen und krisensicheren Beruf, einen Beruf mit Aufstiegschancen sowie die Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten. Wer gern im Team arbeitet, ist bei uns richtig", so Matthias Seeger, Präsident des Bundespolizeipräsidiums.

Wer in den Kommissarberuf (gehobener Polizeivollzugsdienst) bei der Bundespolizei einsteigen will, wendet sich an den für seinen Wohnort zuständigen Einstellungsberater, der die Bewerbungsunterlagen bereithält und in einem persönlichen Gespräch berät. Eine Übersicht der Ansprechpartner finden Sie hier.

Zwar ist die Bewerbungsfrist für den gehobenen Polizeidienst für das Jahr 2010 gerade abgelaufen (30.11.2009), aber in 2011 bietet die Bundespolizei erneut bis zu 240 Studienplätze für den gehobenen Polizeivollzugsdienst an. Gesucht werden Bewerber/innen mit allgemeiner Hochschulreife (Abitur) oder Fachhochschulreife mit Studienberechtigung, die am Tag der Einstellung nicht älter als 31 Jahre sind und die englische Sprache beherrschen. Vorteilhaft ist es, noch eine weitere Sprache zu sprechen. Gute Voraussetzungen besitzen Bewerber/innen dann, wenn sie teamfähig sind, couragiert auftreten und entscheidungsfreudig sind. Wie es um die körperliche Fitness der Interessentinnen und Interessenten bestellt ist, ermittelt der obligatorische Sporttest. Bewerber/innen sollten daher nicht nur ein gutes Allgemeinwissen und Interesse für die schützenden Tätigkeiten haben, sondern insbesondere gesundheitlich und sportlich fit sein.

Sören Koß erfüllt diese Bedingungen ohne Wenn und Aber. Er ist erfolgreicher Triathlet und in dieser Sportart Oberpfalzmeister 2009. "Ich trainiere neben dem Studium und habe die Möglichkeit, mich für die Deutsche Polizeitriathlonauswahl zu qualifizieren und an Deutschen oder gar Europäischen Polizeimeisterschaften teilzunehmen", nennt er einen weiteren Grund für dieses Studium und diesen Beruf. Die Testinhalte können auf der Homepage der Bundespolizei in der Rubrik Auswahlverfahren nachgelesen und heruntergeladen werden. Der Test ist Teil des Eignungsauswahlverfahrens, in dem auch überprüft wird, wie hoch die psychische Belastbarkeit ist.

Die dreijährige Laufbahnausbildung wird an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Brühl und Lübeck durchgeführt und von Fachpraktika im Bereich der Bundespolizei flankiert. So ist das Studium in mehrere theoretische und praktische Abschnitte geteilt und umfasst das Grund- und Hauptstudium, ein Einführungspraktikum und vier weitere Praktika sowie die Abschlussarbeit. In den Theoriephasen wird viel Basiswissen vermittelt. Dazu gehören die rechtlichen Grundlagen, die Grundlagen der Polizeiführungswissenschaften, das Einsatztraining, Rechts- und Gesellschaftswissenschaften. Die praktischen Studienteile absolvieren die Polizeikommissaranwärter/innen bei regionalen Aus- und Fortbildungszentren und den Einsatzdienststellen der Bundespolizei. Auf dem Ausbildungsplan stehen u.a. die polizeiliche Basisausbildung, der Streifen- und Kontrolldienst sowie Sport. Sören Koß erlebte zum Beispiel den realen Kontroll- und Streifendienst im Ausbildungszentrum Oerlenbach bei Würzburg in Begleitung eines Praktikumsführers ("Bärenführer") und wird die Stationen bis zum Dienstgruppenleiter durchlaufen, bevor er sein Studium erfolgreich beendet. Bestandteil seines Studiums ist zudem die Ausbildung an der Waffe (Pistole und Maschinenpistole). "Von der Akademie erhielten wir eine Liste von Dienststellen, in denen ein Praktikum durchgeführt werden kann. Untereinander wurde geklärt, wer wohin geht", erinnert sich Sören Koß.

Jährlich 40 BKA-Kriminalisten

Das Bundeskriminalamt bildet seinen kriminalistischen Nachwuchs selbst aus. Die fachtheoretischen Studienabschnitte werden an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Abteilung Kriminalpolizei des Fachbereiches Öffentliche Sicherheit in Brühl absolviert. Jährlich werden derzeit etwa 40 Kriminalistinnen und Kriminalisten für den gehobenen Kriminaldienst des Bundeskriminalamtes ausgebildet. Die Voraussetzungen und Bestandteile des Auswahlverfahrens stellt das BKA auf seiner Homepage in der Rubrik "Ausbildung und Stellen – Gehobener Kriminaldienst des Bundes – Ausbildung zum Kriminalkommissar" vor.

Innerhalb der Fachhochschule des Bundes ist der Fachbereich Kriminalpolizei der erste von zehn Fachbereichen, der den bisherigen Diplom-Studiengang auf einen Bachelor-Studiengang umgestellt hat. Durch die neuen Abschlüsse passt das BKA auf Grund der zunehmenden internationalen Kriminalität und der länderübergreifenden Aktionen der Täter das Studiensystem für Nachwuchskriminalisten an. Dahinter verbirgt sich ein dreijähriger Studiengang, der wissenschaftliche und kriminalpraktische Disziplinen mit den Anforderungen an eine enge internationale Zusammenarbeit der Polizei vereinen wird (siehe Merkblatt zum Bachelor-Studiengang). Am 1. Oktober 2009 begannen die ersten 29 Kriminalisten mit ihrem Studium zum Kriminalkommissar/zur Kriminalkommissarin (gehobener Kriminaldienst des Bundes) mit Abschluss "Bachelor of Arts".

Die Anwärterbezüge während der Ausbildung betragen für Ledige derzeit 939,29 € im 1. Ausbildungsjahr und bis zu 1.066,67 € im 3. Ausbildungsjahr – netto. Weitere Zulagen richten sich nach dem Familienstand und der Anzahl der Kinder.

Jörg Ziercke, BKA-Präsident, ist überzeugt:

"Weltweite Kriminalitätsbrennpunkte und Krisenherde stellen auch Deutschland vor eine besondere Herausforderung. Der Bachelor-Studiengang des BKA trägt diesem Umstand Rechnung und bereitet den kriminalpolizeilichen Nachwuchs des Bundes optimal auf seine Aufgabenwahrnehmung im Bundeskriminalamt vor."

Interessentinnen und Interessenten an einer Fachhochschulausbildung zum Kriminalkommissar/zur Kriminalkommissarin beim Bundeskriminalamt (gehobener Kriminaldienst des Bundes) mit Abschluss "Bachelor of Arts" können sich noch bis zum 31.03.2010 schriftlich für den Einstellungstermin 01.04.2011 bewerben.

Karriereperspektiven

Nach erfolgreich abgelegter Laufbahnprüfung, in der die Anwärterinnen und Anwärter am Ende ihres Studiums nachweisen, dass sie die Ziele der Ausbildung erreicht haben, sowie nach praktischer Diensterfahrung bestehen gute berufliche Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Eine davon ist der zweijährigen Masterstudiengang "Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement" der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster. Das Studium umfasst unter anderem Studienfächer wie Einsatz- und Führungslehre, Psychologie, Kriminalistik, Rechtswissenschaften und Verkehrslehre. Nach erfolgreichem Studium sind die Absolventinnen und Absolventen in der Lage, größere Polizeidienststellen zu führen, Einsätze in Führungsstellen zu leiten und besondere Aufgaben in den Zentralbehörden des Bundes zu erfüllen. Wer pädagogisches Talent besitzt, kann auch bei der Aus- und Weiterbildung der Polizeivollzugsbeamten mitwirken. Die ersten Absolventinnen und Absolventen des neuen Masterstudiums der Polizeihochschule Münster erhielten nach zweijährigem Studium im September 2009 ihre Urkunden.

Weiterführende Online-Informationen zu Studium, Einstellungen, Bewerbungen und Terminen

www.polizei.de (Bundespolizei, Bundeskriminalamt, Länderpolizei, weitere polizeiliche Einrichtungen)

www.polizeifachhochschulen.de

www.fhbund.de

Video-Film Bundespolizei

Quelle: www.studienwahl.de 12/2009

Hinweis: In diesem archivierten Artikel werden Informationen und Links nicht aktualisiert.

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