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Ein Kompass liegt auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Saal der UNO-Generalversammlung in New York
Diplomaten/-innen müssen auch auf internationalem Parkett bestehen können. Foto: WillmyCC

Wie wird man Diplomat/-in?

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Flaggen vor einem Regierungsgebäude.

Foto: WillmyCC

Auch Ramin Moschtaghi (37) hat sich für eine Diplomaten-Laufbahn entschieden. Als Attaché absolviert er den 14-monatigen Vorbereitungsdienst für den höheren Auswärtigen Dienst. Dass er einmal als Diplomat in den unterschiedlichsten Teilen der Welt arbeiten würde, davon ahnte Ramin Moschtaghi während seines Jura-Studiums noch nichts. Im Rahmen seiner Promotion am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht kam er immer wieder mit Diplomaten/-innen und Völkerrechtlern/-innen aus anderen Ländern in Kontakt. „Da ist langsam die Idee in mir herangereift“, erzählt er. 2011 bewarb er sich für den höheren Auswärtigen Dienst und wurde zum Auswahlverfahren eingeladen.

Im Mai 2012 begann er seinen Vorbereitungsdienst als Attaché. Mit seinen 37 Jahren liegt er ein wenig über dem Altersdurchschnitt, die meisten Attachés sind Anfang 30. An der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin-Tegel werden er und die anderen Anwärter/-innen in Völker- und Europarecht, Volkswirtschaft, Rechts- und Konsularangelegenheiten, Geschichte und Politik unterrichtet. Auch Rhetorikkurse stehen auf dem Stundenplan. Parallel dazu erhalten die angehenden Diplomaten/-innen während der gesamten Zeit eine Sprachausbildung. Am Ende sollen die Attachés nicht nur perfekt Englisch und Französisch sprechen können, sondern auch über einen politisch-diplomatischen Wortschatz verfügen. Ramin Moschtaghi spricht außerdem fließend Persisch und lernt Arabisch.

Vermittler über Grenzen hinweg

Foto von Ramin Moschtaghi

Ramin Moschtaghi

Foto: Privat

Mich begeistert vor allem die Vielfältigkeit der Tätigkeitsfelder“, erklärt Ramin Moschtaghi seine Entscheidung für den Diplomatenberuf. „In den meisten Jobs bleibt man sein Leben lang bei einem Fachgebiet. Als Diplomat kann man sich immer wieder mit neuen Bereichen beschäftigen.“ Besonders spannend findet er die Möglichkeit, als Vermittler zwischen Deutschland und anderen Ländern fungieren zu können: „Es geht nicht nur darum, die Ansichten der Bundesrepublik im Ausland zu vertreten, sondern auch die anderen Länder und ihre Perspektiven zu verstehen.“

Ramin Moschtaghi steckt zurzeit mitten in den Abschlussprüfungen. Wenn er den Vorbereitungsdienst im Sommer erfolgreich beendet hat, wird er zunächst in der Zentrale des Auswärtigen Amtes in Berlin arbeiten. Nach drei bis vier Jahren wird er dann auf seinen nächsten Dienstposten versetzt. Das bedeutet nicht nur einen Arbeitsplatz-, sondern auch einen Wohnortwechsel gemeinsam mit seiner Frau und seinen Töchtern. Noch weiß er nicht, wohin es geht. Es gibt viele Länder, in denen er gerne einmal arbeiten würde: „Besonders Japan reizt mich sehr, weil der kulturelle Unterschied zu Deutschland so groß ist.“

Voraussetzungen und Bewerbung

„Diplomaten/-innen sind Netzwerker und Vermittler“, erklärt Sabine Stöhr, stellvertretende Leiterin der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin-Tegel und Ausbildungsleiterin höherer Dienst. Im Ausland vertreten deutsche Diplomaten/-innen den eigenen Staat. Dort gehört es zum Beispiel zu ihren Aufgaben, zu erläutern, welche Position die Bundesrepublik Deutschland zu bestimmten politischen Fragen einnimmt. Doch sie werden nicht nur in ein anderes Land entsandt, um dort ein aktuelles Bild von Deutschland zu vermitteln, sondern auch, um Informationen zu sammeln: „Die Diplomaten/-innen beobachten die Innen- und Außenpolitik des Landes, in dem sie arbeiten. Sie haben die Kultur und die Gesellschaft im Blick“, sagt Sabine Stöhr. „Wer sich für diesen Beruf entscheidet, sollte weltoffen sein, sich für andere Länder und Kulturen interessieren und das politische Geschehen in Deutschland und in der Welt verfolgen“ (siehe Reportage: „“).

Foto von Sabine Stöhr

Sabine Stöhr

Foto: Privat

Diplomaten/-innen müssen sich zudem immer wieder in neue Themengebiete einarbeiten. „Dafür braucht man eine hohe intellektuelle Leistungsfähigkeit und muss sehr strukturiert vorgehen“, beschreibt Ausbildungsleiterin Sabine Stöhr die Anforderungen, die das Auswärtige Amt an Bewerber/-innen stellt. Neben einem breiten Wissen und sehr guten kommunikativen Fähigkeiten sollte man auch über soziale und interkulturelle Kompetenzen verfügen. Überdurchschnittliche Englischkenntnisse sind ebenfalls Pflicht. Außerdem sollten Bewerber/-innen Französisch oder eine andere Amtssprache der Vereinten Nationen sprechen. „Besonders wichtig ist auch ein gutes Verständnis für Politik. Zwar treffen Diplomaten keine direkten politischen Entscheidungen, aber sie gestalten durch Vorschläge die Außenpolitik Deutschlands aktiv mit und setzen sie konkret um“, erklärt Sabine Stöhr.

Viel Wert wird außerdem auf Auslandserfahrungen gelegt: „Auslandsaufenthalte tragen nicht nur dazu bei, interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln, sondern man kann hier bereits erproben, wie schnell man sich in einem fremden Land zurechtfindet und ob man sich einen regelmäßigen Wohnortwechsel überhaupt vorstellen kann.“

Laufbahn im höheren Dienst

Die Mitarbeiter/-innen des Auswärtigen Amtes sind an über 230 Auslandsvertretungen weltweit im Einsatz. Als Referenten/-innen kümmern sie sich um unterschiedliche Fachbereiche, wie zum Beispiel Politik und Presse, Wirtschaft, Kultur, Rechts- und Konsularwesen oder auch Entwicklungszusammenarbeit.

Wer sich für eine Laufbahn im höheren Dienst des Auswärtigen Amtes bewerben will, muss ein abgeschlossenes Hochschulstudium mitbringen: „Wir setzen einen Masterabschluss oder einen vergleichbaren Abschluss eines fünfjährigen Studiums mit 300 ECTS-Punkten voraus“, erläutert Ausbildungsleiterin Sabine Stöhr. Besonders Juristen/-innen und Wirtschaftswissenschaftler/-innen werden derzeit gesucht. „Dennoch rate ich allen, die sich für den Auswärtigen Dienst interessieren, ein Fach zu studieren, das ihnen Freude macht und das nach Möglichkeit auch andere Berufsperspektiven eröffnet.“

Denn das Auswahlverfahren für den höheren Auswärtigen Dienst ist streng (siehe Beitrag: ) und die Anforderungen an die Diplomaten/-innen sind hoch. Alle drei bis vier Jahre müssen sie ihren Arbeitsplatz und Wohnort aufgeben und an einen anderen Ort wechseln. Das können Metropolen wie Paris, New York oder Tokio sein, aber auch Städte in Entwicklungsländern und Krisengebieten.

Direkt in den gehobenen Dienst

Eine interessante Alternative für Abiturienten/-innen ist der gehobene Auswärtige Dienst. Die Laufbahn beginnt direkt nach dem Abitur: Als Konsulatssekretäranwärter/-innen durchlaufen die Kandidaten/-innen ein dreijähriges duales Studium, das an der Akademie des Auswärtigen Dienstes in Berlin und der Hochschule für Wirtschaft und Recht stattfindet. Während der Ausbildung besitzen die Anwärter/-innen den Beamtenstatus auf Widerruf.

Nach bestandener Abschlussprüfung können sie dann als Sachbearbeiter/-innen im Rechts- und Konsularwesen, in der inneren Verwaltung einer Auslandsvertretung oder in der Entwicklungspolitischen Zusammenarbeit tätig werden. „Auch im gehobenen Dienst werden weltoffene und flexible Menschen gesucht. Im Mittelpunkt der Arbeit steht der Service für den Bürger, gerade im Rechts- und Konsularbereich“, erklärt Sabine Stöhr (siehe Reportage: ).

Für eine Tätigkeit im gehobenen Dienst werden ebenfalls eine breite Allgemeinbildung sowie gute Englisch- und Französisch-Kenntnisse vorausgesetzt. Der theoretische Schwerpunkt des Studiums liegt auf den Bereichen Recht, Wirtschaft und Verwaltung. Sprachunterricht in Englisch und Französisch gehört ebenfalls dazu. Außerdem beinhaltet die Ausbildung einen großen Praxisanteil, der unter anderem ein achtmonatiges Praktikum an einer deutschen Auslandsvertretung vorsieht. Als Sachbearbeiter/-in in einer Botschaft können es die Beamten/-innen des gehobenen Auswärtigen Dienstes im Laufe ihrer Karriere bis zur/m Personal- und Verwaltungschef/-in bringen.

Wer die Laufbahn des höheren oder gehobenen Dienstes einschlägt, kann sich über eine Job-Garantie freuen. Es werden immer so viele Anwärter/-innen ausgebildet, wie Bedarf besteht. Pro Jahr sind das im höheren und im gehobenen Dienst jeweils etwa 35 bis 45 Frauen und Männer. Des Weiteren besteht für Angehörige beider Laufbahnen die Möglichkeit, sich für eine gewisse Zeit zur UNO oder EU abordnen zu lassen.

Auswahlverfahren und Karrierewege

Die Bewerbung für den höheren Dienst kann ausschließlich online eingereicht werden. Einmal im Jahr findet das schriftliche Auswahlverfahren statt. Hier werden nicht nur die Sprachkenntnisse der Bewerber/-innen überprüft, sondern auch ihr Wissen über Politik und ihre Allgemeinbildung. Und auch ein psychologischer Eignungstest gehört dazu.

Bundestag in Berlin

Foto: Xavier Ballester

Zur Vorbereitung empfiehlt Sabine Stöhr, die Webseiten des Auswärtigen Amtes gründlich durchzulesen. Dort kann man sich nicht nur über das Berufsbild des/der Diplomaten/-in informieren, sondern man findet dort auch viele weiterführende Informationen zum Themengebiet der internationalen Beziehungen und der deutschen Außen- und Europapolitik sowie Auswahltests aus den letzten Jahren. Darüber hinaus ist regelmäßiges Zeitunglesen Pflicht: „Bei der Lektüre sollte man sich immer auch fragen, ob man die politischen Zusammenhänge wirklich versteht, von denen berichtet wird.“ Überdies besteht immer auch die Möglichkeit, im Vorhinein ein Praktikum beim Auswärtigen Amt zu absolvieren.

Wer in die engere Wahl kommt, wird zu einem mündlichen Auswahlverfahren eingeladen, das neben einem Vorstellungsgespräch vor dem Auswahlausschuss und einem Einzelgespräch mit einem/-r Psychologen/-in auch ein Kurzplädoyer zu einem außen- oder europapolitischen Thema und zwei Gruppenübungen beinhaltet. Wer sich hier durchsetzt, muss sich außerdem einer gesundheitlichen Eignungsprüfung und einer Sicherheitsprüfung unterziehen. Wer alle Tests erfolgreich besteht, wird als Attaché während eines 14-monatigen Vorbereitungsdienstes intensiv auf die Aufgaben im Auswärtigen Dienst vorbereitet. Anschließend tritt man als Legationsrat/-rätin den ersten Posten im In- oder Ausland an. Später ist es möglich, zum/zur Generalkonsul/-in oder zum/zur Botschafter/-in aufzusteigen.

Diplomaten/-innen übernehmen im Auswärtigen Amt in Deutschland oder in einer der insgesamt 229 Auslandsvertretungen unterschiedliche Aufgaben: „Es besteht nicht die Möglichkeit, sich allein auf einen Fachbereich zu spezialisieren. Wir möchten, dass sich die Diplomaten/-innen mit möglichst vielen Themen auskennen und mit der Zeit ein möglichst breites Wissen erwerben“, erklärt Sabine Stöhr.

Allen, die von einer Karriere im Auswärtigen Dienst träumen, sei jedoch gesagt: Auf jede Ausbildungsstelle im höheren Dienst kommen in der Regel zwischen 40 bis 50 Bewerber/-innen, im gehobenen Dienst sind es etwas weniger.

Gehobener Auswärtiger Dienst

Karriere im Konsular- und Rechtswesen

Nach dem Abitur hat sich Sebastian Ortner (20) für eine Laufbahn im gehobenen Auswärtigen Dienst entschieden. Momentan absolviert der Konsulatssekretäranwärter im Rahmen seines dreijährigen dualen Studiums ein achtmonatiges Auslandspraktikum an der Deutschen Botschaft in Warschau.

Foto von Sebastian Ortner

Sebastian Ortner

Foto: Privat

Bereits mit zwölf Jahren konnte Sebastian Ortner einen Blick in die Regierungsgebäude der Bundesregierung werfen: „Als Berliner habe ich mir beim Tag der offenen Tür mehrfach die verschiedenen Ministerien anschauen können“, erzählt der junge Mann. Besonders das Außenministerium weckte dabei sein Interesse. Ein Jahr vor seinem Abitur bewarb er sich dann um eine Ausbildungsstelle für den gehobenen Auswärtigen Dienst.

Zu Beginn des Bewerbungsverfahrens musste Sebastian Ortner einen ausformulierten Lebenslauf in drei Sprachen einreichen – in Deutsch, Englisch und einer weiteren Amtssprache der Vereinten Nationen. Als dritte Sprache wählte er Russisch, denn Russisch hatte er seit seiner Grundschulzeit auf einer Europa-Schule gelernt.

Anspruchsvolles Bewerbungsverfahren

Nachdem diese erste Hürde genommen war, wurde er zu einem schriftlichen Auswahlverfahren eingeladen, bei dem er einen ganzen Tag lang sein Wissen in Politik, Geschichte, Wirtschaft, Erdkunde und weiteren Sachgebieten unter Beweis stellen musste. Außerdem stand eine Sprachprüfung in Englisch und Russisch auf dem Programm.

Neben dem schriftlichen Teil nahm Sebastian Ortner dann noch an einem mündlichen Auswahlverfahren teil. Hier stellen sich die Bewerber/-innen einer Auswahlkommission vor und müssen dabei aktuelle politische Themen präsentieren, mit anderen Teilnehmern/-innen diskutieren sowie ihre Entscheidung für den gehobenen Auswärtigen Dienst begründen. Das fiel Sebastian Ortner nicht schwer: „Ich finde es unglaublich spannend, mich immer wieder in eine fremde Kultur einzuleben und neue Sprachen zu lernen.“

Das erste Jahr ihres dreijährigen dualen Studiums absolvieren die Konsulatssekretäranwärter/-innen an der Akademie Auswärtiger Dienst, danach folgt ein fünfmonatiges Inlandspraktikum in einem Referat des Auswärtigen Amtes in Berlin. Anschließend besuchen sie die Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin, wo sie vor allem in zivilrechtlichen Themen wie Familienrecht, Erbrecht und Beurkundungsrecht unterrichtet werden.

Praktikum in Warschau

Sitzungssaal im Auswärtigen Amt in Berlin

Foto: Sonja Trabandt

Sebastian Ortner befindet sich inzwischen im zweiten Jahr und steckt mitten in einem achtmonatigen Auslandspraktikum, das für die Absolventen/-innen ebenfalls verpflichtend ist. Im Februar ist er nach Warschau gezogen und lernt dort die Abteilungen der deutschen Botschaft kennen. Zur Vorbereitung auf das Praktikum hat er fleißig Polnisch gelernt. „Gerade werde ich im Rechts- und Konsularwesen eingearbeitet. Hier werden Reisepässe, Visa und Erbscheine ausgestellt. Außerdem werde ich am Kundenschalter der Botschaft eingesetzt“, erzählt er.

Wenn Sebastian Ortner im Oktober aus Polen zurückkehrt, wird er mit seiner Diplomarbeit beginnen. Nach bestandener Laufbahnprüfung wartet dann auch schon sein erster Dienstposten auf ihn.

Wohin er nach der Ausbildung versetzt wird, weiß der junge Mann noch nicht. Im Sommer wird die Liste mit den Posten veröffentlicht, die im kommenden Jahr besetzt werden müssen. „Grundsätzlich ist alles möglich. Der erste Dienstposten ist aber sehr häufig im Rechts- und Konsularwesen“, erklärt er. Gemeinsam mit der Verwaltung gehört dieser Bereich zu den wichtigsten Aufgaben im gehobenen Auswärtigen Dienst. Doch die Beamten/-innen sind nicht auf ein bestimmtes Fachgebiet festgelegt: „Es kann also auch sein, dass ich als Wirtschaftssachbearbeiter nach Moskau oder als Pressesachbearbeiter nach Havanna gehe.“

Höherer Auswärtiger Dienst

Traumjob als Botschaftsangehörige

Die Diplomatin Margarete Jacob (30) ist seit Sommer 2012 auf ihrem ersten Dienstposten in der Deutschen Botschaft in Senegal. Von Dakar aus beobachtet sie die politischen Entwicklungen in dem westafrikanischen Land.

Foto von Margarete Jacob

Margarete Jacob

Foto: Privat

Ein Treffen mit einem Vertreter des nationalen Menschenrechtskomitees in Dakar, eine Konferenz, auf der die Folgen der Krise in Mali für den Senegal diskutiert werden, ein EU-Koordinationstreffen: Solche Termine gehören zum Arbeitsalltag von Margarete Jacob. Sie arbeitet als Diplomatin für die Deutsche Botschaft in Senegal. Als Referentin für Politik und Presse ist es ihre Aufgabe, die politischen Ereignisse und Entwicklungen in dem westafrikanischen Land zu verfolgen und ihre Beobachtungen und Einschätzungen dem Auswärtigen Amt in Berlin mitzuteilen. „Menschenrechte sind ein wichtiges Thema, das ich besonders im Blick habe“, berichtet die 30-Jährige. Die Mitarbeiter/-innen der deutschen Botschafter stehen in ständigem Kontakt mit Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, mit Vertretern/-innen der EU und anderen Diplomaten/-innen.

"Besonders spannend ist es, wenn man politische Debatten nicht nur verfolgen, sondern auch eigene Impulse setzen kann.“ So hat die Botschaft vor kurzem eine Diskussionsveranstaltung zum Thema Homophobie organisiert. Der feindliche Umgang mit Homosexuellen ist im Senegal, ähnlich wie in vielen anderen afrikanischen Ländern, nach wie vor ein großes Problem: „Es ist ein sehr sensibles und politisch aufgeladenes Thema. Die Herausforderung für uns besteht darin, dass wir nicht den Eindruck erwecken, wir wollten hier eine Debatte der Europäer vorantreiben.“

Schon früh Auslandserfahrungen gesammelt

Die Entscheidung, nach dem Studium im Ausland zu arbeiten, traf Margarete Jacob bereits vor ihrer Bewerbung beim Auswärtigen Amt: Einen Teil ihres politikwissenschaftlichen Studiums verbrachte sie in Frankreich, daneben arbeitete sie bei studentischen Projekten in Guatemala und im Senegal mit. Nach ihrem Studium war sie dann zunächst für den Entwicklungsausschuss der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris tätig. Anschließend beschäftigte sie sich mit Entwicklungshilfe und ging für zwei Jahre zur Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Die Freude an politischen Debatten, Verhandlungssituationen und ihr Interesse für Politik führten schließlich dazu, dass sie sich beim Auswärtigen Amt für den höheren Dienst und somit für eine Laufbahn als Diplomatin bewarb. Im Sommer 2012 beendete sie den Vorbereitungsdienst, kurz darauf wurde sie auf ihren ersten Posten versetzt: in den Senegal. Das westafrikanische Land, dessen Amtssprache Französisch ist, war schon im Vorfeld ihr persönlicher Favorit gewesen.

Kontaktfreude und Offenheit entscheidend

Saal der UNO-Generalversammlung in New York

Foto: WillmyCC

Als unverzichtbar für ihren Beruf beschreibt Margarete Jacob die Fähigkeit, den Überblick über eine Fülle von Informationen und über ein enorm breites Themenspektrum zu behalten. „Für meine Arbeit ist es außerdem ganz wichtig, dass ich Kontakt zu sehr vielen Menschen aufnehme und unvoreingenommen auf sie zugehe.“ Das ist im Senegal einfach: „Die Menschen hier begegnen mir meist positiv. Die Senegalesen sind sehr freundlich und haben außerdem ein positives Bild von Deutschland.“ Und natürlich öffnet ihr die Funktion als Diplomatin viele Türen.

Zwischen ihrem Alltag in dem westafrikanischen Land und dem Leben in Berlin empfindet Margarete Jacob gar keinen so großen Unterschied: „Ich habe mich schnell zurechtgefunden und mittlerweile einen großen Bekanntenkreis.“ Nur auf Kinobesuche muss sie verzichten, denn in Dakar gibt es höchstens improvisierte Kinos. „Dafür gibt es jede Menge Konzerte, denn die Senegalesen lieben Musik.“ Ein gewaltiger Unterschied besteht jedoch beim Klima in Dakar: Während der sommerlichen Regenzeit – mit konstanten Temperaturen von 35 Grad – herrschen für Westeuropäer durchaus gewöhnungsbedürftige Bedingungen!

Weitere Informationen

Studienwahl.de
Mit dem FINDER können Sie auch gezielt nach internationalen Studiengängen suchen:  www.studienwahl.de/de/studieren/finder.htm

abi >> dein weg in studium und beruf
Informationen über Studiengänge, Berufe und Arbeitsmarktchancen, zugeschnitten auf Abiturienten/-innen:
www.abi.de

BERUFENET
Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild:
http://berufenet.arbeitsagentur.de

Auswärtiges Amt
www.auswaertiges-amt.de

Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR)
www.hwr-berlin.de

Internationaler Stellen- und Personalpool des Auswärtigen Amtes
www.jobs-io.de

BFIO – Büro Führungskräfte zu internationalen Organisationen
Unterabteilung der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit.
Das BFIO unterstützt Auswärtiges Amt und Entwicklungshilfeministerium bei der Suche nach geeigneten Fach- und Führungskräften für internationale politische Organisationen:
www.ba-auslandsvermittlung.de/lang_de/nn_468734/DE/Home/Arbeitnehmer/BFIO/internationale-organisationen-knoten.html__nnn=true

EPSO – Personalauswahl für EU-Institutionen
http://europa.eu/epso/about/index_de.htm

VDBIO – Verband deutscher Bediensteter bei internationalen Organisationen
www.vdbio.ch

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