Grüne Studiengänge

Zusammenhänge begreifen

In einem Korallenriff schwimmen fünf kleine Fische.
Foto: André Deco | Bundesagentur für Arbeit

Die Pole schmelzen, der Meeresspiegel steigt, Inseln drohen zu versinken. Lässt sich das mit dem Handel von CO2-Zertifikaten aufhalten? Darüber denken Clara Jöhnk (22) und ihre Mitstudierenden im Bachelorstudium „Klimaschutz und Klimaanpassung“ in Bingen nach.

Ein Porträt-Foto von Clara Joehnk
Foto: privat

„Die Liebe zur Natur und zum Menschen hat mich ins Studium geführt“, sagt Clara Jöhnk. „Der Klimawandel betrifft ja nicht nur Flora und Fauna, sondern auch uns als Art. Ich will mal sagen können: Mein Leben hatte einen positiven Effekt auf die Welt gehabt.“ Der siebensemestrige Bachelorstudiengang „Klimaschutz und Klimaanpassung“ an der Technischen Hochschule Bingen gibt ihr dafür wichtige naturwissenschaftliche Methoden und Ansätze an die Hand, ist sich die 22-Jährige sicher.

In Vorlesungen, Seminaren, Hausarbeiten, Präsentationen, in Diskussionen, im Labor und auf Exkursionen beschäftigt sie sich mit ökologischen Zusammenhängen und den Ursachen und Folgen des Klimawandels. Zudem hört sie über verschiedene Strategien, wie es gelingen kann, die Erderwärmung aufzuhalten oder sich an die neuen Begebenheiten anzupassen. „Ob der Handel mit CO2-Zertifikaten sinnvoll sind, darüber haben wir heftig diskutiert“, erinnert sie sich. Bis es soweit war, musste sich die Studentin allerdings erst einmal durch naturwissenschaftliche Theorie durchbeißen.

Beispiele aus der Praxis: Grüne Studiengänge rund um den Umweltschutz

Spannendes am Rechner und in der Natur

Waren Chemie und Physik in der Schule nicht ihre Lieblingsfächer gewesen, hatte Clara Jöhnk mit Mathematik und Statistik von Anfang an keine Probleme. „Zahlen, Daten, Formeln, Logik, Softwaretools sind in unserem Bereich ganz wichtig, um Klimaszenarien zu modellieren oder Treibhausgasinventuren durchzuführen. Genau das macht mir Spaß“, sagt sie, betont aber, dass in ihrem Studium auch das Beobachten und Analysieren nicht zu kurz kommt. Erst kürzlich ist sie mit Sack und Pack in die Natur gestapft und hat fasziniert Vogelstimmen gelauscht, um zu erfassen, welche Arten es vor Ort gibt. „Wir nennen das Kartierung, sowas haben wir auch schon mit Raupen und Schmetterlingen oder Pflanzen gemacht. Für mich als naturverbundenem Menschen ist das ziemlich cool.“

Jetzt im vierten Semester muss sich Clara Jöhnk entscheiden, welchen Schwerpunkt sie in ihrem Studium setzen und worüber sie später ihre Bachelorarbeit schreiben möchte. „Freilandökologie oder Klimamodellierung oder beides, ich weiß es noch nicht“, sagt sie und erzählt von einer weiteren spannenden Aufgabe, an der sie gerade arbeitet. Mithilfe von Daten aus regionalen Klimamodellen des Weltklimarats (IPCC) wertet sie derzeit aus, ob und wie sich der Klimawandel in Niedersachsen zeigt. „Wir schauen uns die Hitzetage an, die Menge und Mächtigkeit der Extremwetterereignisse, wie Starkniederschläge, Stürme oder Hochwasser“, erläutert sie. „Ergebnisse haben wir noch nicht, aber was die Temperaturen angeht, sieht man in jedem Fall einen Trend.“

Clara Jöhnk kann sich gut vorstellen, sich beruflich mit Klimamodellen und -szenarien zu beschäftigen und in der Wissenschaft zu bleiben. Alternativ sieht sie sich als Klimaschutzbeauftrage in einer Kommune oder in der Entwicklungszusammenarbeit, etwa bei Aufforstungsprojekten.

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