Studienorientierung

Orientierungsmöglichkeiten vor dem Studium

Sich vor dem Studium ausprobieren

Auf einer schräg liegenden Schreibtafel mit Holzrand steht in Großbuchstaben das Wort "Traumjob"
Foto: Martin Rehm | Bundesagentur für Arbeit

Fast jeder dritte Studierende in Deutschland bricht sein Studium vorzeitig ab. Damit die Wahl für ein Studium am Ende auch die richtige ist, gilt es, sich gut zu informieren, und vor allem auszuprobieren. Hochschulen bieten interessante Möglichkeiten, das Studieren vorab zu probieren.

Ein Portät-Foto von Marie Engelien
Foto: privat

Was lernt man im Studium der Hydrowissenschaften? Und ist das was für mich? Das wollte Marie Engelien (19) wissen. Bei einer Informationsveranstaltung der Technischen Universität Dresden erfuhr sie vom Schülermentoring-Programm, das Schüler*innen und Studierende zusammenbringt, um einen oder mehrere Studiengänge kennen zu lernen. Das Programm ist kostenfrei und steht allen Schüler*innen der Jahrgangsstufen 9 bis 13 offen.

Marie Engelien meldete sich an und traf sich in der Folge mehrere Monate lang immer wieder mit einer Studentin der Hydrowissenschaften, die ihr den Campus zeigte, die Mensa, die Fachgebäude, die Bibliothek und die Labore. „Die Mentorin hat mir meine Fragen beantwortet und mir wirklich weitergeholfen“, erzählt die 19-Jährige. So erfuhr sie unter anderem, welche Themen im Studienfach Hydrowissenschaften explizit behandelt werden, wo die Schwerpunkte liegen, wie man sich für das Studium organisieren muss und wo man bei Problemen Hilfe bekommt.

Die Informationen halfen Marie Engelien weiter – aber anders als gedacht: „Am Ende ist mir klar geworden, dass das Studium zu technisch für mich ist. Aber ich weiß jetzt, was ich will", sagt die Schülerin. Sie möchte ihr Studium auf Ökologie und Nachhaltigkeit ausrichten. Jetzt bereitet sie sich aber erstmal auf ihr Abitur vor.

Informieren – Orientieren – Ausprobieren

Ein Portät-Foto von Yvonne Koch
Foto: Cinderella Welz

27 Prozent der Bachelor-Studierenden brechen nach Angaben des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) ihr Studium ab. Umso wichtiger ist es, sich schon vor der Entscheidung für ein Fach und eine Hochschule gut zu informieren – und gegebenenfalls wie Marie Engelien festzustellen, dass das anvisierte Fach nicht den Erwartungen entspricht.
Die Studienberatungen der Hochschulen helfen aktiv bei der Orientierung. Sie organisieren Campusführungen, Vorträge, Schülerinfotage aber auch Schnupperstudien und Orientierungssemester. Ähnlich wie die TU Dresden hat die Universität Paderborn ein Mentoring-Programm entwickelt. Bei„Komm mit!“ bekommen Schüler*innen die Möglichkeit, mit einem Studierenden einen Tag an der Uni zu verbringen. Yvonne Koch, Leiterin der Zentralen Studienberatung der Universität Paderborn, erklärt: „Wir stellen den Kontakt her, die Verabredung erfolgt dann selbstständig. Die Studierenden überlegen sich ein Programm, um einen lebendigen Eindruck vom Hochschulleben zu vermitteln. Die Schülerinnen und Schüler finden das toll – nichts ist so intensiv und informativ wie das echte Unileben.“

Beispiele aus dem Alltag: Studienorientierung

Erster Einblick in das Campusleben

Einen intensiveren Einblick in den Campusalltag bieten Schnupperstudien und Orientierungssemester. Ein Schnupperstudium, dauert je nach Hochschule einen Tag oder eine Woche. Die Schüler*innen können reguläre Vorlesungen live erleben und so für sich selbst Fragen beantworten wie: Was ist eine Vorlesung eigentlich? Muss ich mitschreiben oder nur zuhören? Wie komplex ist das Thema? Und interessiert mich das Thema überhaupt?

In Form eines ganzen Orientierungssemesters oder -jahres bieten Hochschulen nicht zuletzt die Option, tiefer in eines oder mehrere Fächer einzutauchen, um so am Ende eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Bei Bedarf kann man sich die erworbenen Credit Points für das anschließende Studium anrechnen lassen. Ein Beispiel für ein solches Orientierungsstudium ist etwa „openMINT“ der Westsächischen Hochschule Zwickau. Dabei können die Studierenden zwei Semester lang die einbezogenen MINT-Studiengänge und das Studium an sich kennenlernen. „OrientierungMINT“ der Hochschule Anhalt richtet sich gezielt an junge Frauen, die damit testen können, welches MINT-Studienfach am besten zu ihnen passt. Und die Uni Witten/Herdecke bietet Studieninteressierten ein Orientierungsstudium in den Bereichen Philosophie, Kunst, Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften an – allerdings kostenpflichtig.

„Das Juniorstudium dagegen ist eher eine Eliteförderung, weniger etwas zum Orientieren“, weiß Yvonne Koch. Leistungsstarke Schüler*innen haben so schon vor dem Abitur die Möglichkeit, sich an der Universität auszuprobieren. Für das Juniorstudium werden sie von der Schule befreit und besuchen Vorlesungen, Seminare und Übungen. Die Schüler*innen können sogar Prüfungen ablegen und sich diese für ihr späteres Studium anrechnen lassen.

Nachjustieren und Druck herausnehmen

Auch wenn sich Studierende vor der Einschreibung bestmöglich und umfassend informiert und sich sogar ausprobiert haben: „Ein Restrisiko, dass die Wahl doch nicht 100% passt, bleibt immer“, merkt die Studienberaterin an. „Man kann noch so viel recherchieren, erst wenn man es erlebt, weiß man, was man wirklich will.“ Dann  gibt es immer noch die Möglichkeit nachzujustieren, also den Studiengang zu wechseln und sich dort einzuschreiben, wo man wirklich hingehört. Die Zentralen Studienberatungen der Hochschulen unterstützen bei der Neuorientierung.

Weitere Informationen

studienwahl.de

Weitere Informationen finden Sie im Kapitel „Orientieren“.
www.studienwahl.de/orientieren

abi>> dein weg in studium und beruf

BERUFENET

Das Netzwerk der Bundesagentur für Arbeit für Berufe mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild
www.berufenet.arbeitsagentur.de

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung.
www.berufsfeld-info.de

STUDIENSUCHE der Bundesagentur für Arbeit

BERUFETV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit
www.berufe.tv

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studienangebote, Ansprechpartner und internationale Kooperationen.
www.hochschulkompass.de