Pflegemanagement

„Pflegen kann nicht jeder“

Blick auf eine geöffnete Krankenakte, auf der eine Pillendose und ein Kugelschreiben liegen.
Foto: Julien Fertl

„Im Moment ist wirklich viel los“, sagt Sarah Lukuc mit Blick auf die Reformbewegungen in der Pflegebranche. Sie ist Vorstandsmitglied des Bundesverbands Pflegemanagement. Die Gesundheits- und Krankenpflegerin mit einem Bachelor in Pflegemanagement unterstützt als Projektleiterin junge Stationsleiter/innen im St. Christopherus Krankenhaus Werne. Sie berichtet, was sich bei Ausbildung und Studium derzeit tut.

studienwahl.de: Seit diesem Jahr gilt eine neue Ausbildungsverordnung für Pflegeberufe. Was ist jetzt anders?

Sarah Lukuc: Es ist eine generalistische Ausbildung, das heißt, es wird nicht mehr nach Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege getrennt. Die neue Ausbildung zur/m Pflegefachfrau/-mann basiert auf dem 2017 verkündeten Pflegeberufereformgesetz. Die Inhalte sind modernisiert und tragen den höheren Qualitätsstandards Rechnung. Zudem wird die neue Ausbildung im EU-Ausland anerkannt.

studienwahl.de: Dort ist ein Pflegestudium fast schon Standard oder sogar Voraussetzung für die Berufsausübung …

Ein Porträt-Foto von Sarah Lukuc
Foto: privat

Sarah Lukuc: Ich begrüße die Akademisierung – auch, weil sie das Ansehen der Pflegeberufe erhöht und deutlich macht: Pflegen kann nicht jeder. Ebenfalls neu ist das berufsqualifizierende Pflegestudium mit Veranstaltungen an der Hochschule sowie Praxiseinsätzen. Außerdem gibt es zum Beispiel Pflegemanagement-Studiengänge mit hohem BWL-Anteil, die dazu qualifizieren, Leitungsaufgaben zu übernehmen.

studienwahl.de: Welche Zulassungsvoraussetzungen gibt es für Studiengänge im Bereich Pflege?

Sarah Lukuc: Oft wird eine entsprechende Berufsausbildung verlangt. Zudem gibt es viele duale Studienangebote, für die man einen Ausbildungspartner braucht.

studienwahl.de: Ist diese berufliche Verzahnung von Vorteil?

Sarah Lukuc: Praxiserfahrungen sind unerlässlich, wenn man in der Pflegebranche Führungsaufgaben übernehmen will. Ich selbst habe sechs Jahre im Team gearbeitet, bevor ich stellvertretende Stationsleiterin wurde. Bis zum Beginn meiner Elternzeit führte ich eine Station mit 35 Mitarbeiter/innen. Dass ich wusste, was Pflegefachpersonen leisten, erhöhte mein Standing. Außerhalb meiner Leitungstage arbeitete ich ganz normal im Schichtdienst mit – nur so konnte ich erfahren, wie die Situation auf der Station ist, was gut läuft und wo es Verbesserungspotential gibt. Und ich hielt den Kontakt zu Patienten, für deren Wohlergehen Stationsleiter/innen ebenso verantwortlich sind.

Beispiele aus der Praxis: Pflegemanagement