Studieren an privaten Hochschulen

Privates Hochschulstudium

Außenaufnahme eines modernen dreistöckigen Gebäudes auf einer grünen Wiese. Vor dem Gebäude steht ein Schild mit der Aufschrift: Zentrales Hörsaal- und Seminargebäude.
Foto: Martin Rehm | Bundesagentur für Arbeit

Kaum ist die Entscheidung darüber gefallen, was man studieren möchte, stehen potenzielle Erstsemester vor der nächsten Herausforderung: Soll es eine staatliche oder private Hochschule sein? Und was sind überhaupt die Unterschiede? studienwahl.de zeigt sie auf – und beleuchtet Vor- und Nachteile.

Für Loa Lee Marx war die Frage nach dem passenden Studiengang schnell geklärt. Nach ihrem erfolgreich abgeschlossenen Bachelorstudium studiert sie nun den Masterstudiengang „Applied Data Science“ – zu Deutsch angewandte Datenwissenschaften – an der Frankfurt School of Finance & Management. Das Studienangebot an der privaten Hochschule passt für die 21-Jährige wie die Faust aufs Auge: „Er vereint perfekt mein Interesse für IT und Statistik respektive Mathematik“, schwärmt die Studentin im dritten Semester. Insgesamt erstreckt sich der englischsprachige Studiengang über eine Regelstudienzeit von vier Semestern.

Neben dem Nachweis von Sprachkenntnissen gehört der erfolgreich absolvierte sogenannte Graduate Management Admission Test zu den Zulassungsvoraussetzungen. Der weltweit standardisierte Test dient dazu, die Eignung für postgraduale Master-Studiengänge an betriebswirtschaftlichen Fakultäten zu messen. „In einem Interview musste ich dann noch mein Interesse am Studium und mein analytisches Denkvermögen unter Beweis stellen.“

Probleme in den Datenwissenschaften lösen

Ein Porträt-Foto von Loa Marx
Foto: privat

Im Studienalltag erwartet die Studierenden ein prall gefüllter Stundenplan aus Lehrveranstaltungen zu Themen wie Machine Learning, Big Data und AI (Artificial Intelligence) & Humanity sowie viele Praxisprojekte. „Super finde ich, dass unsere Dozenten über viel Praxiserfahrung verfügen und uns sehr individuell betreuen und fördern. Als weitere Pluspunkte sehe ich die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft.“

Private Hochschulen immer beliebter

War man als Studierender einer privaten Hochschule einst ein Exot, ist der Besuch des Pendants zur staatlichen Variante heutzutage schon fast Mainstream: Im Jahr 2006, 26 Jahre nach der Gründung der ersten privaten Hochschule in Deutschland, waren 61.757 junge Menschen dort eingeschrieben, im Wintersemester 2018/19 bereits über 230.000.

Den wachsenden Zuspruch erklärt sich Thomas Halder, Geschäftsführer des Verbands der Privaten Hochschulen e. V. (VPH), so: „Private Hochschulen achten vor allem auf exzellente Betreuung ihrer Studierenden sowie die berufsnahe und internationale Ausrichtung der Studiengänge. Die Absolventen haben vor allem aufgrund der praxisnahen Studiengänge sehr gute Übernahmechancen in der Wirtschaft.“

Beispiele aus der Praxis: Studieren an privaten Hochschulen

Breites Angebot an Studiengängen

Ein Porträt-Foto von Thomas Halder
Foto: Verband der Privaten Hochschulen

Der finder auf studienwahl.de listet aktuell über 100 private Hochschulen mit staatlicher Anerkennung. Neben dieser ist es wichtig, dass die Hochschule „möglichst vom Wissenschaftsrat institutionell akkreditiert wurde und auch die Studiengänge generell akkreditiert sind. Dann kann der Studieninteressierte sicher sein, dass die Qualität stimmt und die Abschlüsse anerkannt werden“, erklärt der Verbandsvertreter.

Mittlerweile stehen tausende Studiengänge aus den verschiedensten Studienfeldern zur Wahl. Besonders nachgefragt seien laut Thomas Halder Studienangebote, die in Berufen mit Fachkräftemangel eine Akademisierung der Berufsabschlüsse bieten, etwa Gesundheitsberufe, Erziehungsberufe oder soziale Arbeit. Sogar das Promovieren ist aktuell an 15 Hochschulen möglich. Fast alle privaten Hochschulen bieten kooperierende Promotionsmöglichkeiten mit Universitäten im In- und Ausland an.

Verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten

Der größte Unterschied zwischen staatlichen und privaten Studieneinrichtungen betrifft die Studiengebühren. Laut VPH muss mit Kosten von im Schnitt 400 Euro pro Semester gerechnet werden – wobei hier je nach Hochschule und Studiengang noch viel Luft nach oben ist. Doch ein K.o.-Kriterium müssen die Kosten nicht sein: „Neben den staatlichen Fördermöglichkeiten und Stipendien, gibt es Studienkredite und die nachlaufenden Studiengebühren. Auch bezahlen viele Unternehmen die Studiengebühren bei dualen Studiengängen“, sagt Thomas Halder.

Weitere Informationen

studienwahl.de

Die Hochschultypen im Überblick  
www.studienwahl.de/studieninfos/hochschultypen

abi.de

Verband der Privaten Hochschulen e.V.

Deutscher Hochschulverband