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Offizieller Studienführer für Deutschland

Geowissenschaften, -technologie

Der Studienbereich im Überblick

Unter dem Begriff Geowissenschaften sind gleich mehrere Studiengänge zusammengefasst. Sie alle beschäftigten sich mit den Aspekten des Erdsystems, also Boden, Gesteinen, Wasser und der Atmosphäre, sowie damit, wie diese sich gegenseitig beeinflussen. Das Feld ist stark forschungsorientiert und interdisziplinär ausgerichtet, hat beispielsweise Berührungspunkte mit dem Umweltschutz oder den Umweltwissenschaften. An der Schnittstelle zu den Ingenieurwissenschaften bewegt sich die Geotechnologie.

Geowissenschaftler/-innen sind gefragte Experten in der Rohstoffgewinnung, im Umweltschutz, in der Abfalllagerung sowie in der Stadt- und Regionalplanung. In letzterem Gebiet gibt es Überschneidungen mit Studienfächern wie Bautechnik oder Stadt- und Regionalplanung.

Studienangebot

Zu den Studiengängen „rund um Geo“ zählen folgende Angebote:

  • Die Geowissenschaften untersuchen die Erdschichten, die Gewässer und die Atmosphäre sowie ihre Wechselwirkungen untereinander. Auch biologische Faktoren werden in Betracht gezogen.
  • Die Geografie befasst sich ebenfalls mit dem Zusammenhang zwischen Boden, Wasser, Luft, bezieht aber zugleich soziale und wirtschaftswissenschaftliche Aspekte mit ein. Außerdem betrachtet die Physische Geografie die räumliche Struktur sowie die Veränderung der Erdoberfläche.
  • Der Fokus in der Geologie oder Mineralogie liegt auf der Erdkruste. Studierende erfahren beispielsweise, wie sich Minerale und Gesteine bilden. Die praktische Forschung in Form von Feld- oder Laborarbeit spielt in diesem Studiengang eine große Rolle.
  • Eine anwendungsbezogene Spezialisierung der Geologie ist die Geotechnologie, auch Georessourcenmanagement, Bergbau, Markscheidewesen bzw. Rohstoffingenieurwesen genannt. Sie beschäftigt sich damit, Ressourcen wie Erdwärme, Wasser, Minerale oder fossile Brennstoffe (nachhaltig) zu nutzen.
  • Die Geoökologie verbindet die Natur- mit den Umweltwissenschaften. Betrachtet werden Umweltsysteme sowie der Einfluss von Menschen auf diese.
  • Aus physikalischer Sicht blickt die Fachrichtung Geophysik auf die Naturphänomene der Erde, zum Beispiel Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Rohstoffvorkommen.
  • Mit den physikalischen wie chemischen Prozessen der Atmosphäre setzt sich die Meteorologie auseinander. Die Erkenntnisse dieses Fachgebiets kommen für Wettervorhersagen oder in der Klimaforschung zum Einsatz.
  • Die Hydrologie oder Wassertechnologie beobachtet, wo und wie Wasser auf unserem Planeten vorkommt, wie es sich bewegt, welchen Einfluss die Lebewesen auf die Vorräte haben und welche physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften Wasser hat.
  • Ein eigenes Feld bildet die Geoinformation beziehungsweise das Vermessungswesen. Es werden Daten der Erde erfasst und ausgewertet, um sie zum Beispiel für Landkarten oder Navigationssysteme zu verwenden.

Studieninhalte

In allen Studiengängen dieses Bereichs erfolgt im Grundlagenstudium (Bachelor) zunächst eine geowissenschaftliche Basisausbildung mit Modulen aus Physik, Biologie, Chemie und Mathematik. Dazu gehören im Studiengang Geowissenschaften u.a. die Erde, mineralogisches und petrologisches Grundwissen, Geoinformatik, Geochemie, Sedimentologie, Tektonik, Paläontologie und Erdgeschichte, Hydrogeologie, Geophysik.

Im Vertiefungsstudium (Master) erfolgt je nach Studiengang eine unterschiedliche Schwerpunktbildung:

  • Im Studiengang Geowissenschaften z.B. gibt es Module in Gebieten wie Astrophysik, Geochemie, Geoinformatik, Geologie, Geophysik, Hydrogeologie/Umweltgeologie, Ingenieurgeologie/Geotechnik, Mineralogie, Petrologie/Lagerstättenforschung oder Paläontologie.
  • Im Studiengang Geoökologie steht die Landschaftsökologie, Bodenkunde, Hydrologie, Mineralogie/Geochemie und Bio-/Geoinformatik im Vordergrund.
  • Im Studiengang Geotechnik findet eine anwendungsorientierte Vertiefung statt. Hinzu kommen die Teilgebiete der Geotechnik wie Probennahme, Berechnungsverfahren, Boden- und Felsmechanik, Bohrtechnik, Spezialtiefbau.
  • Die Ausbildung im Studiengang Meteorologie umfasst Module in theoretischer, experimenteller und angewandter Meteorologie inklusive der Klimatologie, mit experimentellen und numerischen Praktika sowie einen fachübergreifenden Wahlbereich.
  • Im Studiengang Geografie bieten sich unterschiedliche Vertiefungsmöglichkeiten an, z.B. Anthropogeographie (Humangeographie), physische Geographie oder Regionalanalyse.

Zulassungskriterien & Studienbewerbung

Die geowissenschaftlichen Bachelorstudiengänge sind i.d.R. zulassungsfrei.

Berufsmöglichkeiten nach dem Studium

Beschäftigung finden Geowissenschaftler/-innen überwiegend im Consultingbereich als Sachverständige. So benötigen geologische Beratungsunternehmen, Ingenieur- und Planungsbüros für den Umweltbereich (z.B. Altlastenbearbeitung, Sanierung von Boden, Grundwasser oder Baugrund) geowissenschaftlichen Sachverstand. Weiterhin bestehen Arbeitsmöglichkeiten im öffentlichen Dienst, insbesondere bei geologischen Landesämtern, bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, im Geoinformationsdienst der Bundeswehr, bei kommunalen Gebietskörperschaften (Kommunen, Landkreise) sowie bei Bergämtern der Länder oder bei Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Ferner existieren bei Herstellern von geowissenschaftlichen Messeinrichtungen, in der Bauindustrie sowie bei Software-Herstellern Beschäftigungsmöglichkeiten. Bei Betrieben, die nach Rohstoffen suchen (Prospektionsfirmen), finden Geowissenschaftler/-innen nur sehr begrenzt Arbeitsmöglichkeiten.

Mineralog(inn)en finden darüber hinaus Arbeit bei Betrieben, welche sich mit der Entwicklung, Herstellung und dem praktischen Einsatz von neuen Materialien befassen, z.B. Hochleistungsmaterialien, Oberflächen und Beschichtungen, mineralische Baustoffe und Bindemittel, mit der umweltgerechten Behandlung und Entsorgung mineralischer Rückstände oder mit der Sanierung des Kulturerbes.

Meteorolog(inn)en arbeiten hauptsächlich in der Klima- und Umweltforschung in Universitätsinstituten, in Forschungseinrichtungen sowie bei nationalen und internationalen Wetterdiensten; ferner in Ingenieurbüros und Industriebetrieben als Gutachter/-in oder Umweltschutzbeauftragte/-r oder bei Versicherungen in der Risikoabschätzung. Auch im Geoinformationsdienst der Bundeswehr werden Meteorolog(inn)en u.a. für die Wetterberatung oder im Bereich der Forschung und Weiterentwicklung (z.B. von Vorhersagemodellen eingesetzt).

Einsatzbereiche für Geograf(inn)en gibt es überwiegend in der Privatwirtschaft, etwa bei Luftbild- und Fernerkundungsunternehmen, in Fachverlagen, in der Immobilienwirtschaft, bei der Standortplanung größerer Unternehmen, in der Tourismus- und Fremdenverkehrswirtschaft, bei Beratungs- und Consulting-Unternehmen, bei Energieversorgungsunternehmen oder Umweltschutzorganisationen. Arbeitsfelder ergeben sich ferner in der öffentlichen Verwaltung (statistische Ämter, Kommunal- und Zweckverbände, Raumordnungs- und Umweltschutzämter), an Hochschulen, bei Verbänden, Kammern und Forschungseinrichtungen. 

Alle Studiengänge anzeigen >>

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Weitere Informationen

BDG - Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e.V.
www.geoberuf.de

DGGV Deutsche Geologische Gesellschaft - Geologische Vereinigung
www.dggv.de

Deutsche Gesellschaft für Geotechnik e.V.
www.dggt.de

Verband für Geoökologie in Deutschland e. V. (VGöD)
www.geooekologie.de

Deutscher Wetterdienst
www.dwd.de

Deutsche Gesellschaft für Geographie e.V.
www.geographie.de

Deutscher Verband für Angewandte Geographie e.V. (DVAG)
www.geographie-dvag.de

Geoinformationsdienst der Bundeswehr (GeoInfoDBw)
www.bundeswehrkarriere.de

Deutscher Markscheider-Verein
www.dmv-ev.de

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