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BAföG – Fragen und Antworten

Im Folgenden finden Sie generelle Informationen zum BAföG, die Ihnen die wesentlichen Bestimmungen der BAföG-Förderung transparent machen sollen.

Bitte beachten Sie: Eine exakte Aussage darüber, ob Sie Förderung nach dem BAföG zu erwarten haben und ggf. wie viel, kann nur nach einer sorgfältigen Prüfung aller individuellen Voraussetzungen durch das zuständige Amt für Ausbildungsförderung erfolgen.

BAföG-FAQ

Wie setzt sich BAföG zusammen?

Studierende an Hochschulen, Höheren Fachschulen und Akademien erhalten die Förderung grundsätzlich zur Hälfte als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, und zur Hälfte als zinsloses Darlehen. Schüler/-innen erhalten die Förderung als Vollzuschuss.

Es gibt Ausnahmen, z.B. für Auslandsstudiengebühren, die mit bis zu 4.600 Euro für maximal ein Jahr bezuschusst werden können. In Einzelfällen kann BAföG-Förderung zudem als verzinsliches Bankdarlehen gewährt werden, etwa als spezielle Unterstützung zum Erreichen des Studienabschlusses (begrenzt auf zwölf Monate) nach Ende der Förderungshöchstdauer.

Erhalte ich BAföG?

Ausbildungsförderung erhalten Sie, wenn Sie an einer Hochschule, Höheren Fachschule oder Akademie studieren, eine weiterführende allgemeinbildende oder beruflich qualifizierende Schule besuchen oder an anerkannten Fernunterrichtslehrgängen teilnehmen, die unter denselben Zugangsvoraussetzungen auf dieselben Abschlüsse vorbereiten.

Gefördert nach dem BAföG werden auch Praktika, die im Zusammenhang mit dem Besuch der genannten Ausbildungsstätten abgeleistet werden müssen.

Die Gewährung von BAföG ist an gewisse Voraussetzungen gebunden, in erster Linie an die Bedürftigkeit. Diese bemisst sich insbesondere nach dem eigenen Einkommen und Vermögen sowie dem Einkommen der Eltern und des/der Ehe-/Lebenspartners/-partnerin. Ebenfalls relevant sind Staatsangehörigkeit und Alter sowie der Nachweis einer Zwischenprüfung oder eines geordneten Studienverlaufs und die Einhaltung der Förderungshöchstdauer.

Gefördert werden kann auch ein Master- oder Magisterstudium sowie ein postgraduales Studium, wenn außer einem Bachelorabschluss noch kein anderweitiger erster Hochschulabschluss erworben wurde. Die allgemeine Altersgrenze von 30 Jahren, bis zu der eine Ausbildung aufgenommen werden muss, um nach dem BAföG gefördert werden zu können, ist für Masterstudiengänge auf 35 Jahre angehoben.

Ausländische Studierende, die bereits langfristig aufenthaltsberechtigt sind oder lange in Deutschland leben und eine dauerhafte Bleibeperspektive haben, können ebenfalls nach dem BAföG gefördert werden.

Auch Schüler/-innen weiterführender, allgemein bildender Schulen, Berufsfachschulen und Fachschulen, Fachoberschulen, Abendhauptschulen, Berufsaufbauschulen, Abendrealschulen, Abendgymnasien und Kollegs können BAföG erhalten. Der Bezug von Ausbildungsförderung ist für Schüler/-innen bestimmter Schularten an die Voraussetzung gebunden, dass sie nicht bei den Eltern wohnen und notwendigerweise auswärts untergebracht sind.

Im Jahr 2013 wurden nach der amtlichen BAföG-Statistik im Monatsdurchschnitt rund 439.000 Studierende nach dem BAföG gefördert.

Wie lange erhalte ich BAföG?

Ausbildungsförderung wird auf Antrag von Beginn des Monats an gewährt, in dem Sie Ihre Ausbildung tatsächlich aufnehmen, frühestens jedoch vom Beginn des Antragsmonats an. Die Förderung endet mit dem Bestehen der Abschlussprüfung, dem Abbruch der Ausbildung oder mit Erreichen der Förderungshöchstdauer.

Die Förderungshöchstdauer für Studierende an Hochschulen richtet sich nach der im Hochschulgesetz und/oder in der jeweiligen Studien- und Prüfungsordnung festgelegten Regelstudienzeit. Für den Abschluss einer Hochschulausbildung ist stets der Zeitpunkt des letzten Prüfungsteils maßgebend. Ab Inkrafttreten der Neuregelung im August 2016 ist eine Hochschulausbildung im förderungsrechtlichen Sinne mit Ablauf des Monats beendet, in dem das Gesamtergebnis des erfolgreich abgeschlossenen Ausbildungsabschnitts bekannt gegeben wird, spätestens jedoch mit Ablauf des zweiten Monats nach dem Monat, in dem der letzte Prüfungsteil abgelegt wurde.

Müssen Kenntnisse anderer Sprachen als Deutsch, Englisch, Französisch oder Latein erworben werden, verlängert sich die Förderungshöchstdauer für jede Sprache um ein Semester.

Bei Verzögerungen infolge einer Behinderung, Schwangerschaft, Pflege und Erziehung eines Kindes bis zum Alter von zehn Jahren kann die Förderzeit für einen angemessenen Zeitraum verlängert werden (§15 BAföG). Aber auch die Mitwirkung in gesetzlich vorgesehenen Gremien und satzungsmäßigen Organen der Hochschule, das erstmalige Nichtbestehen der Abschlussprüfung sowie sonstige schwerwiegende Gründe können die Förderzeit verlängern.

Studierenden an Hochschulen kann ferner auch nach dem Ende der Förderungshöchstdauer bzw. der verlängerten Förderdauer bis zu zwölf Monate Studienabschlusshilfe in Form eines verzinslichen Bankdarlehens gewährt werden, wenn sie spätestens innerhalb von vier Semestern nach Ende der Förderungshöchstdauer zur Abschlussprüfung zugelassen worden sind und die Prüfungsstelle bescheinigt, dass die Ausbildung innerhalb der Abschlusshilfedauer abgeschlossen werden kann.

Vorsicht bei Fachrichtungswechsel

Allgemein gilt: Die Förderung nach dem BAföG kann zwar auch nach einem Fachrichtungswechsel fortgesetzt werden, aber nur dann, wenn dieser aus wichtigem Grund und unverzüglich nach dessen Eintritt oder aus unabweisbarem Grund vollzogen wird. Beim erstmaligen Fachrichtungswechsel wird ein wichtiger Grund ohne weiteren Nachweis vermutet, bei Studierenden aber nur dann, wenn er bis zum Beginn des dritten Fachsemesters erfolgt. Wichtige Gründe sind ansonsten ausführlich zu erläutern. Anerkannt wird z.B. eine mangelnde Eignung oder ein schwerwiegender und grundsätzlicher Neigungswandel.

Der erste Wechsel aus wichtigem Grund hat keine Auswirkungen auf die Förderart. Weitere Wechsel aus wichtigem Grund können dazu führen, dass die neue Ausbildung in der Schlussphase mit einem verzinslichen Bankdarlehen gefördert wird.

Für einen Fachrichtungswechsel ab dem vierten Semester muss ein unabweisbarer Grund vorliegen. Dies ist nur in Ausnahmefällen gegeben, z.B. wenn das bisherige Studium aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben werden muss (etwa bei Studierenden der Sportwissenschaft nach einer schweren Verletzung). Bei einem Wechsel aus unabweisbarem Grund bleibt es bei der Förderungsart Zuschuss/zinsloses Staatsdarlehen auch während der zusätzlich benötigten Zeit.

Werden nach einem Wechsel alle bisherigen Fachsemester in der neuen Fachrichtung angerechnet, wird nicht von einem Fachrichtungswechsel, sondern von einer – grundsätzlich förderungsunschädlichen – Schwerpunktverlagerung ausgegangen.

Tipp: Ob Sie nach einem Fachrichtungswechsel für eine andere Ausbildung Förderung erhalten, können Sie schon vor dem Wechsel durch einen Antrag auf Vorabentscheidung klären lassen. Deshalb sollten sich BAföG-geförderte Studierende vor einem Wechsel frühzeitig vom BAföG-Amt beraten lassen. Bei Unentschlossenheit kann es ggf. empfehlenswert sein, sich zunächst beurlauben zu lassen.

Erhalte ich BAföG während eines Studiums/Praktikums im Ausland?

Es gelten unterschiedliche Regelungen für die Förderung von Auslandsaufenthalten innerhalb und außerhalb der Europäischen Union. Generell müssen Auslandsaufenthalte im Rahmen eines Studiums eine Mindestdauer von sechs Monaten oder einem Semester bzw. (bei einem Studium im Rahmen einer Hochschulkooperation) von zwölf Wochen aufweisen.

Innerhalb der EU sowie in der Schweiz werden Ausbildungen auch dann gefördert, wenn sie komplett im Ausland absolviert werden. Studierende im Ausland können zusätzlich zu dem ihnen im Inland zustehenden BAföG-Satz Zuschläge erhalten für nachweisbare notwendige Studiengebühren (bis zu 4.600 Euro für maximal ein Jahr), für Reisekosten für insgesamt je eine Hin- und Rückreise (250 Euro innerhalb Europas, sonst je 500 Euro) sowie für eventuelle Zusatzkosten der Krankenversicherung. Die berücksichtigten Studiengebühren müssen nicht zurückgezahlt werden. Die übrigen genannten Zuschläge werden für Studierende – wie die Inlandsförderung auch – zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen gewährt.

Ein Auslandsstudium außerhalb der EU kann grundsätzlich nur im Rahmen einer Ausbildung im Inland gefördert werden, und zwar – außer bei Studienaufenthalten im Rahmen einer Hochschulkooperation – höchstens für die Dauer eines Jahres und grundsätzlich nur, sofern es dem Ausbildungsstand nach förderlich ist und zumindest z.T. auf das Studium an der Heimathochschule angerechnet werden kann. Letzteres wird i.d.R. unterstellt. Weitere drei Semester im Ausland können gefördert werden, wenn das Auslandsstudium für die Ausbildung von besonderer Bedeutung ist. Zusätzlich zu den o.g. Zuschlägen werden bei einem Studienaufenthalt außerhalb der EU und der Schweiz für höhere Lebenshaltungskosten ggf. je nach Land differierende Auslandszuschläge gezahlt.

Auch Auslandspraktika innerhalb und außerhalb der EU können gefördert werden, wenn sie die besonderen Förderungsvoraussetzungen erfüllen. Dazu gehört, dass ein Praktikum für die Durchführung der Ausbildung erforderlich und sein Inhalt in den Ausbildungsbestimmungen geregelt sein muss. Ferner muss die vorgeschriebene Dauer mindestens zwölf Wochen betragen, und das Auslandspraktikum muss nach dem Ausbildungsstand förderlich sein.

Hinweis: Ggf. können höhere Bedarfssätze bei einer Ausbildung im Ausland dazu führen, dass auch solche Auszubildende während eines Ausbildungsaufenthaltes im Ausland gefördert werden können, die im Inland wegen der Höhe des Einkommens ihrer Eltern keine Förderung erhalten. Wichtig dabei ist auch zu wissen, dass Ausbildungszeiten im Ausland, die als solche nicht zwingend in den Ausbildungsbestimmungen vorgeschrieben sind, bis zu einem Jahr auf die Förderungshöchstdauer nicht angerechnet werden, wenn das Studium im Inland fortgesetzt wird.

Wie viel BAföG erhalte ich?

Als monatlicher Bedarf sind im BAföG Pauschalbeträge vorgesehen, deren Höhe abhängig ist von der Art der Ausbildungsstätte (z.B. Berufsfachschule oder Hochschule) und der Unterbringung (bei den Eltern oder auswärts wohnend).

Hinweis: Zu Beginn des Schuljahres 2016 bzw. des Wintersemesters 2016/2017 steigen die Bedarfsätze um sieben Prozent. Die ab diesem Zeitpunkt geltenden Sätze sind im folgenden Abschnitt jeweils in Klammern angegeben.

Der monatliche Bedarf für Studierende beträgt …

  • 422 Euro (451 Euro), wenn Sie bei den Eltern wohnen.
  • 597 Euro (649 Euro), wenn Sie nicht bei den Eltern wohnen.
  • Zusätzlich kommt noch ein Zuschlag von 73 Euro (86 Euro) dazu, wenn Sie die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung selbst tragen.

Unter Berücksichtigung aller Zuschläge beträgt damit der Förderungshöchstsatz für auswärts wohnende Studierende monatlich 670 Euro (735 Euro).

Andere Gruppen: Als monatlicher Bedarf gelten für …

  • Schüler/-innen von Berufsfachschulen und Fachschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, die bei den Eltern wohnen: 216 Euro (231 Euro).
  • Schüler/-innen von weiterführenden allgemeinbildenden Schulen und Berufsfachschulen sowie von Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, die nicht bei den Eltern wohnen: 465 Euro (504 Euro).
  • Schüler/-innen von Abendhaupt- und -realschulen, Berufsaufbauschulen und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt: 391 Euro (418 Euro). Wenn der oder die Auszubildende nicht bei den Eltern wohnt: 543 Euro (587 Euro).
  • für Auszubildende an Fachschulen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt, Abendgymnasien und Kollegs: 397 Euro (424 Euro). Wenn der oder die Auszubildende nicht bei den Eltern wohnt: 572 Euro (622 Euro).

Jeweils ggf. zzgl. Zuschlag für Kranken- und Pflegeversicherung.

Alle förderberechtigten Schüler/-innen und Studierenden, die mit mindestens einem eigenen Kind, welches das zehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, in einem Haushalt leben, erhalten einen pauschalen Kinderbetreuungszuschlag in Höhe von monatlich 113 Euro für das erste Kind und 85 Euro für jedes weitere Kind. (Ab Inkrafttreten der Neuregelung zu Beginn des Schuljahres 2016 bzw. des Wintersemesters 2016/2017 beträgt dieser Zuschlag einheitlich 130 Euro für jedes Kind.) Dieser Zuschlag muss nicht zurückgezahlt werden und bleibt als Einkommen bei anderen Sozialleistungen unberücksichtigt.

Hinweis: Laut der amtlichen BAföG-Statistik erhielten geförderte Studierende im Jahr 2013 im Durchschnitt 446 Euro im Monat.

Wie werden Einkommen / Vermögen angerechnet?

Die Förderung nach BAföG geht vom Bedarfssatz aus, von dem Einkommen und Vermögen abzuziehen sind.

Als Einkommen gilt gemäß § 21 Abs. 1 BAföG die Summe der positiven Einkünfte (im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Einkommensteuergesetzes), also u.a. Einkünfte aus selbstständiger und nichtselbstständiger Arbeit einschließlich der sogenannten Minijobs bis 450 Euro. Auch vom Auszubildenden selbst bezogene Waisenrenten und Waisengelder werden teilweise, Ausbildungsbeihilfen in voller Höhe angerechnet, das Kindergeld jedoch nicht. Dies gilt nicht im Fall der Vorausleistung nach §36 BAföG.

Der Bezug von Elterngeld bis zu 300 Euro monatlich und auch von begabungs- und leistungsabhängig gewährten Stipendien (wie z.B. Deutschlandstipendium) bis zu insgesamt 300 Euro monatlich bleibt bei der Festsetzung des Förderanspruchs nach dem BAföG unberücksichtigt. D.h. BAföG-Empfänger/-innen erhalten das BAföG in der Höhe, wie sie es bisher erhalten haben, und ggf. zusätzlich 300 Euro Elterngeld sowie begabungs- und leistungsabhängig gewährte Stipendien bis zu ebenfalls insgesamt 300 Euro monatlich.

Abgezogen vom Einkommen werden u.a. die Einkommen- und Kirchensteuer, pauschal festgesetzte Beträge für die soziale Sicherung (also insbesondere Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung) oder auch geförderte Altersvorsorgebeiträge wie die Riester-Rente.

Generell bleiben vom Einkommen des/der Auszubildenden monatlich 255 Euro (das entspricht einem Bruttoverdienst von etwa 400 Euro) anrechnungsfrei, für den Ehegatten oder den/die Lebenspartner/-in des/der Auszubildenden 535 Euro sowie für jedes Kind des/der Auszubildenden 485 Euro. (Die Freibeträge werden mit der ab August bzw. Oktober 2016 geltenden Neuregelung auf 290 Euro (das entspricht einem Bruttoverdienst von ca. 450 Euro) für die Auszubildenden, 570 Euro für deren Ehegatten/Lebenspartner/-in und 520 Euro für jedes ihrer Kinder angehoben.)

Für die Festsetzung des eigenen Einkommens sind die Einkommensverhältnisse im Bewilligungszeitraum maßgebend (§ 22 BAföG). Bewilligungszeitraum ist i.d.R. ein Jahr.

Für die Anrechnung des Einkommens der Eltern und des Ehegatten bzw. des/der Lebenspartners/-partnerin sind deren Einkommensverhältnisse im vorletzten Kalenderjahr vor Beginn des Bewilligungszeitraums (§ 24 BAföG) maßgebend. Auch hier gibt es Freibeträge, deren Höhe von unterschiedlichen Faktoren abhängt (§ 25 BAföG).

Was ist "Vermögen"?

Als Vermögen des/der Auszubildenden gelten bewegliche und unbewegliche Sachen, Forderungen und Rechte wie Grundstücke, Betriebsvermögen, Sparguthaben u.a. Eigenes Vermögen ist bis auf einen Betrag von 5.200 Euro (künftig: 7.500 Euro) voll zur Finanzierung der Ausbildung einzusetzen. Für den Ehegatten bzw. den/die Lebenspartner/-in und für jedes Kind bleiben zusätzlich jeweils 1.800 Euro (künftig: 2.100 Euro) anrechnungsfrei (§ 29 Abs. 1 BAföG). Der verbleibende Wert wird durch die Zahl der Monate des Bewilligungszeitraums geteilt und auf den monatlichen Bedarf angerechnet.

Wie viel BAföG muss ich zurückzahlen?

Die Ausbildungsförderung wird beim Besuch von Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen sowie bei der Teilnahme an einem Praktikum, das im Zusammenhang mit dem Besuch dieser Ausbildungsstätte steht, jeweils zur Hälfte als zinsloses Darlehen und als Zuschuss gezahlt. Den Darlehensanteil müssen Sie in monatlichen Raten von mindestens 105 Euro innerhalb von 20 Jahren an das Bundesverwaltungsamt in Köln zurückzahlen, die erste Rate fünf Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer (nicht nach dem Ende des Studiums). Eine Freistellung von der Rückzahlungsverpflichtung ist möglich, wenn bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden.

Damit die Schuldenlast überschaubar bleibt, gilt eine Höchstbelastungsgrenze. Danach muss das Darlehen für Ausbildungsabschnitte, die ab März 2001 begonnen wurden, höchstens bis zu einem Betrag von 10.000 Euro zurückgezahlt werden. Ebenfalls einen Erlass gibt es für alle, die ihr BAföG-Darlehen in einer Summe zurückzahlen oder vorzeitig größere Teilbeträge von mind. 500 Euro ablösen.

Hilfe zum Studienabschluss sowie Ausbildungsförderung, die in Ausnahmefällen für ein Zweitstudium bezahlt wird, werden als verzinsliches Bankdarlehen geleistet (§ 17 Abs. 3 BAföG). In diesen Fällen schließt der/die Auszubildende einen Darlehensvertrag mit der KfW Bankengruppe (§ 18c BAföG). Sie müssen es in Raten von mindestens 105 Euro innerhalb von 20 Jahren zurückzahlen, die erste Rate 18 Monate nach dem Ende der Förderung. Möglichkeiten für Erlasse und Nachlässe – wie beim Staatsdarlehen – bestehen nicht.

Gibt es spezielle Förderung in besonderen Lebenslagen?

Das BAföG berücksichtigt die besondere Situation von Menschen mit Behinderung. So können Eltern bei der Ermittlung ihres Einkommens einen zusätzlichen Härtefreibetrag ansetzen (§ 25 Abs. 6 BAföG).

Verlängert sich das Studium aufgrund einer Behinderung über die Förderungshöchstdauer hinaus, so wird BAföG für diese Zeit als Zuschuss gewährt. Ebenso wird die Förderung als Zuschuss gewährt, wenn sich das Studium infolge einer Schwangerschaft oder der Pflege und Erziehung eines Kindes bis zum Alter von zehn Jahren verlängert (§15 BAföG).

Wie beantrage ich BAföG?

Für Studierende sind für die BAföG-Anträge die Ämter für Ausbildungsförderung bei den Studentenwerken zuständig. In Rheinland-Pfalz gehören die Ämter zur jeweiligen Hochschule.

Für Auszubildende an Abendgymnasien, Kollegs, höheren Fachschulen und Akademien ist das Amt für Ausbildungsförderung zuständig, in dessen Bezirk sich die Ausbildungsstätte befindet. Für alle anderen Schüler/-innen das Amt für Ausbildungsförderung der Stadt-/Kreisverwaltung am Wohnort der Eltern.

Ausbildungsförderung wird auf schriftlichen Antrag vom Monat der Antragstellung an, jedoch frühestens mit dem Beginn der Ausbildung gewährt. Die Ämter für Ausbildungsförderung halten entsprechende Formblätter bereit.

Online gestellt werden kann der BAföG-Antrag in:

Bitte beachten Sie: Die ausgefüllten Antragsformulare müssen ausgedruckt und unterschrieben, möglichst mit allen erforderlichen Unterlagen, per Post, Fax oder eingescannt per E-Mail an das zuständige Amt für Ausbildungsförderung gesandt werden. Erst der Eingang dieser Unterlagen beim Amt gilt als Antragseingang!

Nach Eingang und Prüfung des Antrags können für vier Monate unter dem Vorbehalt der Rückforderung Abschlagszahlungen bis zur Höhe von 360 Euro monatlich bewilligt werden, falls die zur endgültigen Entscheidung über den Antrag erforderlichen Feststellungen nicht binnen sechs Kalenderwochen getroffen oder Zahlungen nicht binnen zehn Kalenderwochen geleistet werden können (§ 51 Abs. 2 BAföG). Dies gilt jedoch nur bei erstmaliger Antragstellung bzw. nach einer Unterbrechung der Ausbildung, wenn der Antrag im Wesentlichen vollständig vorgelegt wurde. Für Bewilligungszeiträume ab dem 1. August 2015 gilt die Deckelung der Abschlagszahlungen auf 360 Euro nicht mehr. Künftig können Abschlagszahlungen in Höhe von bis zu 80% des voraussichtlich zustehenden Bedarfs geleistet werden.

Überblick: Die wichtigsten Neuerungen ab 2016

  • Ab Schuljahresbeginn 2016 bzw. Start des Wintersemesters 2016/2017 steigen die Bedarfssätze um 7 Prozent.
  • Der Zuschlag (Wohngeldzuschuss) für nicht bei den Eltern wohnende Auszubildende wird überproportional auf 250 Euro angehoben (jetzt 224 Euro).
  • Die Einkommensfreibeträge der Eltern steigen um 7 Prozent.
  • Die Einkommensfreibeträge für die Auszubildenden werden angehoben, so dass Minijobs von 450 Euro (bisher 400 Euro) anrechnungsfrei bleiben.
  • Der Freibetrag für eigenes Vermögen der Auszubildenden wird um 2.300 Euro auf 7.500 Euro erhöht. Zugleich werden für Auszubildende mit Unterhaltspflichten gegenüber eigenen Ehegatten, Lebenspartnern und Kindern die zusätzlichen Vermögensfreibeträge von derzeit 1.800 Euro auf 2.100 Euro angehoben.
  • Die Kinderbetreuungszuschläge für Kinder unter zehn Jahren steigen auf einheitlich 130 Euro für jedes Kind (bisher: 113 Euro für das erste Kind und 85 Euro für jedes weitere).
  • Die Novelle schließt unbeabsichtigte Förderungslücken, insbesondere in der zweistufigen Studienstruktur im Übergang zwischen einem Bachelor- und anschließenden Masterstudium.
  • Die Förderungsberechtigung sowohl für Ausbildungen im Ausland als auch für nichtdeutsche Auszubildende wird ausgeweitet.
  • Bis zum 1. August 2016 sollen in allen Bundesländern bestimmte elektronische Antragsstellungen möglich sein.

Hinweis

Auslands-BAföG sollten Sie nach Möglichkeit bereits mindestens sechs Monate vor Beginn des Auslandsaufenthaltes beantragen.


Weitere Informationen

bafoeg.de
Infos zu Neuerungen im Bundesausbildungsförderungsgesetz erhalten Sie unter www.bafoeg.de

Adressen & Formulare
der für die Beantragung zuständigen Ämter, alle erforderlichen Antragsvordrucke (auch für Förderung einer Auslandsausbildung) finden Sie unter:
www.das-neue-bafoeg.de (Menüpunkt „Antragstellung“).

BAföG-Hotline
Unter der Telefonnummer 0800 / 22 36 341 bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit dem Deutschen Studentenwerk von Mo. - Fr. von 8.00 - 20.00 Uhr eine gebührenfreie Hotline zum BAföG an.

Deutsches Studentenwerk
Nützliche Informationen zum BAföG bietet auch:
www.studentenwerke.de

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