Überblick

BAföG

„BAföG“ ist die Abkürzung für Bundesausbildungsförderungsgesetz. Es ist eine staatliche Sozialleistung, die es jedem ermöglichen soll, unabhängig von seiner sozialen und wirtschaftlichen Situation eine Ausbildung zu absolvieren, die seinen Fähigkeiten und Interessen entspricht.

Ein Taschenrechner liegt auf einem Kalender
Foto: WillmyCC Studios / Bundesagentur für Arbeit

Im Folgenden finden Sie generelle Informationen zum BAföG, die Ihnen die wesentlichen Bestimmungen der BAföG-Förderung transparent machen. Die Angaben basieren auf den gesetzlichen Regelungen des BAföG in der Fassung des 26. BAföG-Änderungsgesetz, das zum 1.8.2019 in Kraft getreten ist und somit ab dem Wintersemester 2019/20 gilt.

Bitte beachten Sie: Eine exakte Aussage darüber, ob Sie Förderung nach dem BAföG zu erwarten haben und ggf. wie viel, kann nur nach einer sorgfältigen Prüfung aller individuellen Voraussetzungen durch das zuständige Amt für Ausbildungsförderung erfolgen.

Wie setzt sich BAföG zusammen?

Schülerinnen und Schüler erhalten BAföG als Vollzuschuss.

Studierende an Hochschulen, Höheren Fachschulen und Akademien erhalten die Förderung grundsätzlich zur Hälfte als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, und zur Hälfte als zinsloses Darlehen. Einige Komponenten werden auch bei Studierenden als Vollzuschuss gewährt, so Auslandsstudiengebühren, die mit bis zu 4.600 Euro für maximal ein Jahr bezuschusst werden können (also nicht anteilig zurückgezahlt werden müssen). In Einzelfällen kann BAföG-Förderung zudem als zinsfreies Staatsdarlehen (Volldarlehen) gewährt werden, etwa als spezielle Unterstützung zum Erreichen des Studienabschlusses nach Ende der Förderungshöchstdauer.

Erhalte ich BAföG?

Ausbildungsförderung erhalten Sie, wenn Sie an einer Hochschule, Höheren Fachschule oder Akademie studieren, eine weiterführende allgemeinbildende oder beruflich qualifizierende Schule besuchen oder an anerkannten Fernunterrichtslehrgängen teilnehmen, die unter denselben Zugangsvoraussetzungen auf dieselben Abschlüsse vorbereiten.

Gefördert nach dem BAföG werden auch Praktika, die im Zusammenhang mit dem Besuch der genannten Ausbildungsstätten abgeleistet werden müssen.

Die Gewährung der Förderung ist an gewisse Voraussetzungen gebunden, in erster Linie an die Bedürftigkeit. Ob Sie bedürftig sind, richtet sich nach Ihrem Einkommen und Vermögen sowie dem Einkommen Ihrer Eltern und Ihres/Ihrer Ehe- oder eingetragenen Lebenspartners/-partnerin. Ebenfalls relevant sind Staatsangehörigkeit bzw. Aufenthaltsstatus und Alter sowie der Nachweis einer Zwischenprüfung oder eines geordneten Studienverlaufs und die Einhaltung der Förderungshöchstdauer.

Gefördert werden kann auch ein Master- oder Magisterstudium sowie ein postgraduales Studium, wenn außer einem Bachelorabschluss noch kein anderer erster Hochschulabschluss erworben wurde. Die allgemeine Altersgrenze von 30 Jahren, bis zu der eine Ausbildung aufgenommen werden muss, um nach dem BAföG gefördert werden zu können, beträgt für Masterstudiengänge  35 Jahre.

Ausländische Staatsangehörige, die bereits langfristig aufenthaltsberechtigt sind oder in Deutschland leben und eine dauerhafte Bleibeperspektive haben, können ebenfalls nach dem BAföG gefördert werden.

Im Jahr 2017 wurden nach der amtlichen BAföG-Statistik im Monatsdurchschnitt rund 503.000 Studierende und Schüler/-innen nach dem BAföG gefördert.

Wie lange erhalte ich BAföG?

Ausbildungsförderung wird auf Antrag von Beginn des Monats an gewährt, in dem Sie Ihre Ausbildung tatsächlich aufnehmen, frühestens jedoch vom Beginn des Antragsmonats an. Die Förderung endet grundsätzlich mit dem Bestehen der Abschlussprüfung, dem Abbruch der Ausbildung oder mit Erreichen der Förderungshöchstdauer.

Die Förderungshöchstdauer für Studierende an Hochschulen richtet sich nach der Regelstudienzeit, die im jeweiligen Landes-Hochschulgesetz und/oder in der jeweiligen Studien- und Prüfungsordnung festgelegt ist. In dem Monat, in dem das Gesamtergebnis der erfolgreich abgeschlossenen Hochschulausbildung bekannt gegeben wird, gilt die Ausbildung als beendet. Die Förderung endet allerdings spätestens zwei Monate nach dem Monat, in dem der letzte Prüfungsteil abgelegt wurde.

Müssen Kenntnisse anderer Sprachen als Deutsch, Englisch, Französisch oder Latein erworben werden, verlängert sich die Förderungshöchstdauer für jede Sprache um ein Semester.

Bei Verzögerungen infolge einer Behinderung, Schwangerschaft, Pflege und Erziehung eines Kindes bis zum Alter von zehn Jahren kann die Förderzeit für einen angemessenen Zeitraum verlängert werden (§15 BAföG, Abs. 3). Aber auch die Mitwirkung in gesetzlich vorgesehenen Gremien und satzungsmäßigen Organen der Hochschule, das erstmalige Nichtbestehen der Abschlussprüfung sowie sonstige schwerwiegende Gründe können die Förderzeit verlängern.

Studierenden an Hochschulen kann unter bestimmten Voraussetzungen auch nach Ende der Förderung bis zu zwölf Monate Studienabschlusshilfe in Form eines zinsfreien Staatsdarlehens (Volldarlehen) gewährt werden. Das ist nur möglich, wenn sie spätestens innerhalb von vier Semestern nach Ende der Förderungshöchstdauer zur Abschlussprüfung zugelassen worden sind. Außerdem muss die Prüfungsstelle bescheinigen, dass die Ausbildung innerhalb der Abschlusshilfedauer abgeschlossen werden kann.

Vorsicht beim Fachrichtungswechsel

Allgemein gilt: Die Förderung nach dem BAföG kann auch nach einem Fachrichtungswechsel fortgesetzt werden. Voraussetzung ist, dass der Wechsel bei Studierenden bis zum Beginn des vierten Fachsemesters erfolgt und wichtige Gründe dafür vorliegen. Beim erstmaligen Fachrichtungswechsel bis zum Beginn des dritten Fachsemesters wird ein wichtiger Grund ohne weiteren Nachweis vermutet, ansonsten muss er eingehend begründet werden. Anerkannt wird z.B. eine mangelnde Eignung oder ein schwerwiegender bzw. grundsätzlicher Neigungswandel. Bei der Bestimmung des maßgeblichen Fachsemesters wird die Zahl der Semester abgezogen, die aus dem zunächst aufgenommenen Studiengang auf den neuen Studiengang angerechnet werden.

Der erste Wechsel hat keine Auswirkungen auf die Förderungsart. Weitere Wechsel können aber dazu führen, dass die neue Ausbildung in der Schlussphase mit einem verzinslichen Bankdarlehen gefördert wird.

Für einen Fachrichtungswechsel ab dem vierten Semester muss ein unabweisbarer Grund vorliegen. Dies ist nur in Ausnahmefällen gegeben, z.B. wenn das bisherige Studium aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben werden muss (etwa bei Studierenden der Sportwissenschaft nach einer schweren Verletzung). Bei einem Wechsel aus unabweisbarem Grund bleibt die Förderungsart Zuschuss/zinsloses Staatsdarlehen auch während der zusätzlich benötigten Zeit erhalten.

Tipp: Ob Sie nach einem Fachrichtungswechsel für eine andere Ausbildung Förderung erhalten, können Sie schon vor dem Wechsel durch einen Antrag auf Vorabentscheidung klären lassen. Deshalb sollten sich BAföG-geförderte Studierende vor einem Wechsel frühzeitig vom Amt für Ausbildungsförderung beraten lassen. Ggf. kann es empfehlenswert sein, sich zunächst beurlauben zu lassen.

Achtung: Mitgezählt werden auch Fachrichtungswechsel, die vor einem ersten BAföG-Antrag liegen. Wer sich also in einem bestimmten Fach immatrikuliert, sich später für ein anderes Studienfach entscheidet und dann erst BAföG beantragt, nimmt bereits einen Fachrichtungswechsel im Sinne des BAföG vor.

Erhalte ich BAföG während eines Studiums/Praktikums im Ausland?

Es gelten unterschiedliche Regelungen für die Förderung von Auslandsaufenthalten innerhalb und außerhalb der Europäischen Union (EU). Generell müssen Auslandsaufenthalte im Rahmen eines Studiums eine Mindestdauer von sechs Monaten oder einem Semester, bei einem Studium im Rahmen einer Hochschulkooperation eine Mindestdauer von zwölf Wochen aufweisen.

Innerhalb der EU sowie in der Schweiz werden Ausbildungen auch dann gefördert, wenn sie komplett im Ausland absolviert werden. Studierende im Ausland können Zuschläge erhalten für nachweisbare notwendige Studiengebühren (bis zu 4.600 Euro für maximal ein Jahr), für Reisekosten für insgesamt je eine Hin- und Rückreise (je 250 Euro innerhalb Europas, sonst je 500 Euro) sowie für Zusatzkosten der Krankenversicherung. Die berücksichtigten Studiengebühren müssen nicht zurückgezahlt werden. Die übrigen genannten Zuschläge werden für Studierende – wie die Inlandsförderung auch – zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen gewährt.

Ein Auslandsstudium außerhalb der EU und der Schweiz kann grundsätzlich nur im Rahmen einer Ausbildung im Inland, der EU oder der Schweiz gefördert werden, und zwar – außer bei Studienaufenthalten im Rahmen einer Hochschulkooperation – höchstens für die Dauer eines Jahres und grundsätzlich nur, sofern es dem Ausbildungsstand nach förderlich ist und zumindest z.T. auf das Studium an der Heimathochschule angerechnet werden kann. Letzteres wird i.d.R. unterstellt. Weitere drei Semester im Ausland können gefördert werden, wenn das Auslandsstudium für die Ausbildung von besonderer Bedeutung ist. Zusätzlich zu den o.g. Zuschlägen werden für höhere Lebenshaltungskosten ggf. je nach Land differierende weitere Auslandszuschläge gezahlt.

Auch Auslandspraktika innerhalb und außerhalb der EU können gefördert werden, wenn sie die besonderen Förderungsvoraussetzungen erfüllen. Dazu gehört, dass ein Praktikum für die Durchführung der Ausbildung erforderlich und sein Inhalt in den Ausbildungsbestimmungen geregelt sein muss. Ferner muss die vorgeschriebene Dauer mindestens zwölf Wochen betragen, und das Auslandspraktikum muss nach dem Ausbildungsstand förderlich sein.

Hinweis: Ggf. können höhere Bedarfssätze bei einer Ausbildung im Ausland dazu führen, dass auch solche Auszubildende während eines Ausbildungsaufenthaltes im Ausland gefördert werden können, die im Inland wegen der Höhe ihres Vermögens oder des Einkommens ihrer Eltern keine Förderung erhalten. Wichtig dabei ist auch zu wissen, dass Ausbildungszeiten im Ausland, die als solche nicht zwingend in den Ausbildungsbestimmungen vorgeschrieben sind, bis zu einem Jahr auf die Förderungshöchstdauer nicht angerechnet werden, wenn das Studium im Inland begonnen wurde oder fortgesetzt wird.

Wie viel BAföG erhalte ich?

Als monatlicher Bedarf sind im BAföG Pauschalbeträge vorgesehen, deren Höhe abhängig ist von der Art der Ausbildungsstätte (z.B. Berufsfachschule oder Hochschule) und der Unterbringung (bei den Eltern oder auswärts wohnend).

Der monatliche Bedarf beträgt für Studierende

  • 474 Euro ab Schuljahr bzw. Wintersemester 2019/20 und 483 Euro ab Schuljahr bzw. Wintersemester 2010/21 wenn sie bei den Eltern wohnen und
  • 744 Euro ab Schuljahr bzw. Wintersemester 2019/20 und 752 Euro ab Schuljahr bzw. Wintersemester 2020/21 wenn sie nicht bei den Eltern wohnen.

Unter Hinzurechnung der Zuschläge für Kranken- und Pflegeversicherung beträgt der Förderungshöchstsatz für auswärts wohnende Studierende ab Wintersemester 2019/20 853 Euro und ab Wintersemester 2020/21 861 Euro. Studierende über 30 können ab Wintersemester 2019/20 nachweisabhängig bis zur Grenze von 155 Euro (Krankenversicherung) und 34 Euro (Pflegeversicherung) nochmals um bis zu 80 Euro mehr erhalten.

Alle BAföG-Geförderten erhalten für jedes eigene Kind unter zehn Jahren, mit dem sie in einem Haushalt leben, einen pauschalen Kinderbetreuungszuschlag in Höhe von monatlich 140 Euro. Dieser Zuschlag muss nicht zurückgezahlt werden und bleibt als Einkommen bei anderen Sozialleistungen unberücksichtigt.

Hinweis: Laut der amtlichen BAföG-Statistik erhielten geförderte Studierende im Jahr 2017 im Durchschnitt 499 Euro im Monat.

Wie werden Einkommen/Vermögen angerechnet?

Die Förderung nach BAföG geht vom Bedarfssatz aus, von dem Einkommen und Vermögen abzuziehen sind.

Als Einkommen gilt die Summe der positiven Einkünfte im Sinne des Einkommensteuergesetzes (§ 2 Abs. 1 und 2). Dazu zählen Einkünfte aus selbstständiger und nichtselbstständiger Arbeit einschließlich Minijobs bis 450 Euro (§ 21 Abs. 1 BAföG). Waisenrenten und Waisengelder werden teilweise, Ausbildungsbeihilfen in voller Höhe angerechnet, das Kindergeld jedoch nicht. Dies gilt nicht im Fall der Vorausleistung (§36 BAföG).

Der Bezug von Elterngeld bis zu 300 Euro monatlich und von begabungs- und leistungsabhängig gewährten Stipendien (wie z.B. Deutschlandstipendium) bis zu insgesamt 300 Euro monatlich wird nicht berücksichtigt.

Abgezogen vom Einkommen werden u.a. die Einkommens- und Kirchensteuer, pauschal festgesetzte Beträge für die soziale Sicherung (also insbesondere Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung) oder auch geförderte Altersvorsorgebeiträge wie die Riester-Rente.

Generell bleiben vom Einkommen des/der Auszubildenden ein Jahresbrutto von 5400 Euro anrechnungsfrei (das entspricht einem durchschnittlichen monatlichen Bruttoverdienst von 450 Euro). Für den Ehegatten oder den/die Lebenspartner/-in des/der Auszubildenden bleiben anrechnungsfrei 610 Euro zum Schuljahr bzw. Wintersemester 2019/20, 630 Euro zum Schuljahr bzw. Wintersemester 2020/21 und 665 Euro zum Schuljahr bzw. Wintersemester 2021/22 . Der Freibetrag für jedes Kind beträgt 555 Euro zum Schuljahr bzw. Wintersemester 2019/20, 570 Euro zum Schuljahr bzw. Wintersemester 2020/21 und 605 Euro zum Schuljahr bzw. Wintersemester 2021/22.

Für die Festsetzung des eigenen Einkommens sind die Einkommensverhältnisse im Bewilligungszeitraum maßgebend (§ 22 BAföG). Bewilligungszeitraum ist i.d.R. ein Studienjahr.

Für die Anrechnung des Einkommens der Eltern und des/der Ehegatten/-gattin bzw. des/der Lebenspartners/-partnerin sind deren Einkommensverhältnisse im vorletzten Kalenderjahr vor Beginn des Bewilligungszeitraums (§ 24 BAföG) maßgebend. Auch hier gibt es Freibeträge, deren Höhe von unterschiedlichen Faktoren abhängt (§ 25 BAföG).

Was ist „Vermögen“?

Als Vermögen gelten z.B. Grundstücke, Bargeld, Betriebsvermögen, Sparguthaben oder Bausparverträge. Haushaltsgegenstände wie Möbel, Waschmaschinen oder Musikinstrumente werden nicht dazugerechnet. Vom maßgeblichen Wert des Vermögens im Zeitpunkt der Antragstellung werden gleichzeitig bestehende Schulden und Lasten abgezogen.

Maßgebend ist das Vermögen zum Zeitpunkt der Antragstellung. Der Freibetrag für eigenes Vermögen des BAföG-Geförderten beträgt 7.500 Euro und wird zum Schuljahr bzw. Wintersemester 2020/21 auf 8.200 Euro angehoben. Die zusätzlichen Freibeträge für BAföG-Geförderte mit Unterhaltspflichten gegenüber eigenen Ehegatten, Lebenspartnern und Kindern werden zugleich von derzeit 2.100 auf 2.300 Euro angehoben. Der verbleibende Wert wird durch die Zahl der Monate des Bewilligungszeitraums geteilt und auf den monatlichen Bedarf angerechnet. Vorsicht bei Schenkungen oder Vermögensübertragungen: Vermögen, das zeitnah vor der Ausbildung ohne Gegenleistung an Dritte, z.B. Eltern, übertragen wurde, wird vom Amt für Ausbildungsförderung trotzdem in vollem Umfang angerechnet.

Wie viel BAföG muss ich zurückzahlen?

Beim Besuch von Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen sowie bei der Teilnahme an einem Praktikum, das im Zusammenhang mit dem Besuch dieser Ausbildungsstätten steht, wird die Förderung jeweils zur Hälfte als zinsloses Darlehen und als Zuschuss gezahlt. Den Darlehensanteil müssen Sie in maximal 77 monatlichen Raten von 130 Euro  innerhalb von 20 Jahren an das Bundesverwaltungsamt in Köln zurückzahlen, die erste Rate wird fünf Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer (nicht nach dem Ende des Studiums) fällig. Eine Freistellung von der Rückzahlungsverpflichtung ist möglich, wenn bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Wird das Darlehen trotz redlichen Bemühens innerhalb von 20 Jahren nicht vollständig getilgt, wird die Restschuld erlassen.

Damit die Schuldenlast überschaubar bleibt, gilt eine Höchstbelastungsgrenze. Studierende an Hochschulen, Höheren Fachschulen und Akademien erhalten die Förderung grundsätzlich zur Hälfte als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, und zur Hälfte als zinsloses Darlehen. Die Regelrate für die Darlehensrückzahlung beträgt ab dem 1.4.2020 130 Euro. Für diejenigen, die ab dem Wintersemester 2019/20 erstmalig neu mit BAföG gefördert werden, gilt für die spätere Rückzahlung des Darlehensanteils: Wer 77 Raten getilgt hat, ist schuldenfrei, egal wie hoch das Darlehen ursprünglich war. Maximal müssen also 10.010 Euro zurückgezahlt werden. Wer wegen zu geringen Einkommens nur zu niedrigeren Raten als 130 Euro herangezogen werden kann, wird ebenfalls nach 77 Raten frei, also auch wenn tatsächlich weniger als 10.010 Euro zurückgezahlt wurden. Wer den Darlehensanteil des BAföG trotz nachweisbaren Bemühens und Einhaltung aller Zahlungs- und Mitwirkungspflichten innerhalb des Rückzahlungszeitraums von 20 Jahren nicht in Höhe von 77 Raten tilgen kann, dem wird die komplette Darlehens(rest)schuld erlassen. Ein gesonderter Erlassantrag ist hierfür nicht erforderlich. Nach Ablauf des Rückzahlungszeitraumes erfolgt die Prüfung automatisch. Über das Ergebnis wird der Studierende informiert. Einen Nachlass gibt es für alle, die ihr BAföG-Darlehen in einer Summe vor Rückzahlungsbeginn vorzeitig zurückzahlen oder vorzeitig größere Teilbeträge von mindestens 500 Euro ablösen.

Hinweis: Für eine vorzeitige Rückzahlung deutlich vor Rückzahlungsbeginn wird kein zusätzlicher Nachlass gewährt. Der Feststellungs- und Rückzahlungsbescheid der zirka 6 Monate vor dem Rückzahlungsbeginn versandt wird, enthält ein Angebot zur vorzeitigen Rückzahlung mit dem höchstmöglichen Nachlass.

Hilfe zum Studienabschluss wird als zinsfreies Staatsdarlehen (Volldarlehen) geleistet.

Gibt es spezielle Förderung in besonderen Lebenslagen?

Das BAföG berücksichtigt die besondere Situation von Menschen mit Behinderungen. So können Eltern bei der Ermittlung ihres Einkommens einen zusätzlichen Härtefreibetrag ansetzen (§ 25 Abs. 6 BAföG).

Verlängert sich das Studium aufgrund einer Behinderung über die Förderungshöchstdauer hinaus, so wird BAföG für diese Zeit als Zuschuss gewährt. Ebenso wird die Förderung als Zuschuss gewährt, wenn sich das Studium infolge einer Schwangerschaft oder der Pflege und Erziehung eines Kindes bis zum Alter von zehn Jahren verlängert (§15 BAföG).

Über die Förderungshöchstdauer hinaus wird außerdem Ausbildungsförderung geleistet, wenn sie etwa infolge der Mitwirkung in gesetzlich vorgesehenen Gremien und satzungsmäßigen Organen der Hochschulen, infolge des erstmaligen Nichtbestehens eine Abschlussprüfung oder infolge der Pflege von (nahen) Verwandten überschritten wurde.

Außerdem gibt es, wenn die Ausbildung nicht innerhalb der Förderungshöchstdauer abgeschlossen wird, eine Hilfe zum Studienabschluss, die als Darlehen geleistet wird.

Wie beantrage ich BAföG?

Für Studierende sind für die BAföG-Anträge die Ämter für Ausbildungsförderung bei den Studentenwerken zuständig. In Rheinland-Pfalz gehören die Ämter zur jeweiligen Hochschule.

Ausbildungsförderung wird auf schriftlichen Antrag vom Monat der Antragstellung an, jedoch frühestens mit dem Beginn der Ausbildung und keinesfalls rückwirkend gewährt. Der Antrag sollte deshalb möglichst frühzeitig, etwa 6 bis 8 Wochen vor Schul- bzw. Semesterbeginn gestellt werden. Falls eine finanzielle Notlage vorliegt, kann ein Antrag auf Vorschussleistung gestellt werden. Es ist deutschlandweit möglich, den BAföG-Antrag online zu stellen. Die Ämter für Ausbildungsförderung halten außerdem entsprechende Formblätter bereit. Diese können auch von der BAföG-Webseite des BMBF www.bafög.de heruntergeladen werden.

Wird zum ersten Mal oder nach einer Unterbrechung der Ausbildung ein Antrag gestellt, können unter bestimmten Bedingungen Abschlagszahlungen bewilligt werden. Dann erhalten Sie Zahlungen bis zu 80% des voraussichtlich zustehenden Bedarfs, noch bevor eine Entscheidung über Ihren Antrag gefällt wurde. Die gezahlte Förderung wird dann mit den regulären Zahlungen verrechnet.

Überblick: Die wichtigsten Fakten zum BAföG:

  • Die Förderung wird je zur Hälfte als Zuschuss und als zinsloses Darlehen gewährt. Nur das Darlehen muss in Höhe von maximal 10.000 Euro zurückgezahlt werden.
  • Der Förderungshöchstsatz liegt für auswärts wohnende Studierende bei 735 Euro pro Monat.
  • Die Förderungshöchstdauer richtet sich nach der in der Studien- und Prüfungsordnung festgelegten Regelstudienzeit. Altersgrenze: 30 Jahre (Bachelor), 35 Jahre (Master)
  • Der konkrete monatliche Bedarf hängt von Ausbildungsstätte und Wohnsituation ab.
  • Vom ermittelten Bedarfsatz wird das eigene Einkommen abgezogen. Der Freibetrag liegt bei 450 Euro pro Monat (Minijob). Auch das Einkommen von Eltern und Ehegatten bzw. Lebensparter/-in wird bei der Ermittlung des BAföG-Satzes einbezogen.
  • Berücksichtigt wird auch das eigene Vermögen (Freibetrag: 7.500 Euro).
  • Studierende mit Kind erhalten einen Betreuungszuschlag in Höhe von 130 Euro pro Kind.
  • Auch bei einem Auslandsstudium und während Praxissemester kann die Förderung fortgeführt werden.
  • Die individuellen Voraussetzungen prüft das zuständige Amt für Ausbildungsförderung.
Hinweis

Auslands-BAföG sollten Sie nach Möglichkeit bereits mindestens sechs Monate vor Beginn des Auslandsaufenthaltes beantragen.

Weitere Informationen

bafög.de

Infos zu Neuerungen im Bundesausbildungsförderungsgesetz erhalten Sie unter www.bafög.de

Hier finden Sie auch Adressen der für die Beantragung zuständigen Ämter, den Zugang zur Online-Beantragung sowie alle erforderlichen Antragsformulare (auch für Förderung einer Auslandsausbildung).

BAföG-Hotline

Unter der Telefonnummer 0800/2236-341 bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung von Mo.–Fr. von 8.00–20.00 Uhr eine gebührenfreie Hotline zum BAföG an.

Deutsches Studentenwerk

Nützliche Informationen zum BAföG bietet auch:
www.studentenwerke.de

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