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Ein Tablet und ein Apfel liegen auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Zu sehen ist ein Jurastudent, der sich in einer Bibliothek befindet und ein aufgeschlagenes Buch in der Hand hält.
Wer ein Stipendium erhält, kann sich voll und ganz dem Studium widmen. Foto: Sonja Trabandt
Stipendien und Begabtenförderungswerke
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Als Stipendiatin des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES) freut sich Medizinstudentin Naina Levitan (26) nicht nur über eine finanzielle Förderung, sondern auch über eine ideelle Heimat. „ELES hat großen Einfluss auf mich ausgeübt“, so ihr bisheriges Resümee. Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk unterstützt vor allem jüdische Studierende. „Ich erlebe ein Gemeinschaftsgefühl, das ich in dieser Form noch nicht kennengelernt habe“, so die junge Frau, die im zehnten Semester ihres Humanmedizinstudiums an der Universität Hamburg angekommen ist und neben dem Studium promoviert.

In der Schule war sie die einzige jüdische Schülerin und fand sich bei ELES plötzlich von vielen jüdischen Studierenden umgeben. Mit einem Abi-Durchschnitt von 1,4 kam sie zu Beginn ihres Humanmedizinstudiums auf die Idee, sich nach einem Stipendium umzusehen. „Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk habe ich im Internet gefunden“, erzählt sie.

Bewerbung wagen, von Förderung profitieren

Für die schriftliche Bewerbung benötigte sie ihr Abiturzeugnis, einen narrativen Lebenslauf, ein Motivationsschreiben, eine Referenz einer jüdischen Institution sowie zwei akademische Gutachten von Professor(inn)en. Richtig los ging es dann mit einem zweitätigen Auswahlverfahren, bei dem Gespräche mit Beiratsmitgliedern ebenso auf dem Programm standen wie Gruppenseminare und Referate der Stipendiumsanwärter/-innen.

Seitdem Naina Levitan ihr Stipendium in der Tasche hat, verfügt sie über 300 Euro Studienkostenpauschale sowie über eine monatliche Förderung in Höhe des BAföG-Regelsatzes, die für die gesamte Regelstudienzeit vorgesehen ist.

Um weiter gefördert zu werden, legt Naina Levitan halbjährlich Rechenschaft über ihre Studienleistungen ab und reicht einen schriftlichen Semesterbericht ein. Auch zu ihrem Vertrauensdozenten hält sie regelmäßig Kontakt.

Viel mehr als Geld

Naina Levitan hat lange blonde Haare, trägt eine Brille und ein schwarzes Oberteil.

Foto: Privat

„Was ich sehr schön und anregend finde, sind die Akademien mit geisteswissenschaftlichem Hintergrund. Auch, weil ich bei denen sehr viele interessante Menschen kennenlerne“, so die junge Frau über die ideelle Förderung der Stipendiat(inn)en.

Bei der Sommerakademie, die jährlich in Israel stattfindet, lernte sie nicht nur Hebräisch, sondern erfuhr auch viel Neues über die jüdische Kultur und Religion, etwa bei Ausflügen nach Tel Aviv und Jerusalem. Bei einem sozialen Praktikum stand die Betreuung christlicher Flüchtlinge beispielsweise aus dem Sudan auf dem Programm.

Es bringt Naina Levitan aber auch weiter, sich bei den Kollegs des Studienwerks mit ihren jüdischen Freunden über ihre Studienerfahrungen auszutauschen. „Man muss nicht unbedingt selbst Jude sein“, erklärt sie die Bewerbungsbedingungen. Wenn Vater oder Mutter jüdisch sind oder wenn man sich insbesondere während seines Studiums etwa mit dem Judentum auseinandersetzt, hat man ebenfalls Chancen auf ein Stipendium. Naina Levitan kann also nur empfehlen, sich unter diesen Voraussetzungen um ein Stipendium bei ELES zu bemühen.

Nicht nur für Einserschüler/-innen

„Ein Stipendium gibt Rückenwind und sorgt für ein extrem motivierendes und anregendes Umfeld, ganz besonders bei Veranstaltungen wie Sommerakademien“, bestätigt Dr. Sibylle Kalmbach, stellvertretende Generalsekretärin der Studienstiftung des deutschen Volkes, die Erfahrungen von Naina Levitan. Der Anspruch der 13 Begabtenförderungswerke, die sich in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen haben, sei es, neben der finanziellen Unterstützung eine geistige Heimat für die intellektuelle und persönliche Entwicklung zu schaffen.

Hinweis: Einen Überblick über die Begabtenförderungswerke finden Sie hier.

Die Förderung richte sich hierbei nicht nur nach Schulnoten oder Studienleistung. „Sicher geht es um die Top 10 bis 15 Prozent der Abiturient(inn)en und Studierenden in den einzelnen Fachbereichen, doch Noten allein sind nicht ausreichend, um Stipendiatin oder Stipendiat zu werden“, so Dr. Kalmbach. „Gute Chancen bei der Bewerbung hat eine Persönlichkeit mit breit gefächerten Interessen, die neben guten Noten auch gesellschaftliches Engagement zeigt.“ Willkommen sind nicht nur Studierende mit deutscher Staatsangehörigkeit, sondern auch ausdrücklich Studierende mit Migrationshintergrund, „Bildungsinländer“, oder EU-Bürger/-innen, die in Deutschland studieren.

Zu sehen ist ein Geldbeutel sowie Euromünzen und -scheine.

Foto: Martin Rehm

Die 13 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützten Begabtenförderungswerke fördern etwa ein Prozent aller Studierenden. Sie spiegeln das pluralistische Spektrum der konfessionellen, politischen und weltanschaulichen Strömungen in Deutschland wider. Die Stipendien sind am BAföG orientiert und werden abhängig vom eigenen Einkommen und Vermögen sowie vom Einkommen der Eltern gewährt. Zusätzlich erhalten die Stipendiat(inn)en eine einkommensunabhängige Studienkostenpauschale in Höhe von 300 Euro. Im Jahr 2013 freuten sich rund 25.900 Studierende über eine Förderung durch die Begabtenförderungswerke. Im Unterschied zum BAföG, das teilweise als Darlehen geleistet wird, muss das Stipendium nicht zurückgezahlt werden.

Das Deutschlandstipendium

Noch relativ jung ist das Deutschlandstipendium, das einkommensunabhängig gewährt und neben dem BAföG bezogen werden kann. Es bietet den Stipendiat(inn)en 300 Euro monatlich, die hälftig von privaten Mittelgebern (z.B. Unternehmen, Privatpersonen, Stiftungen) und vom Bund finanziert werden. Über die Vergabe des Deutschlandstipendiums entscheiden die Hochschulen. Neben guten Leistungen zählen bei der Auswahl auch gesellschaftliches Engagement und besondere persönliche Leistungen, etwa die erfolgreiche Überwindung von Hürden in der eigenen Bildungsbiografie.

Im letzten Jahr konnten bereits rund 20.000 Stipendien vergeben werden. Bis zum Jahr 2017 sollen bis zu zwei Prozent der Studierenden an deutschen Hochschulen in den Genuss eines Deutschlandstipendiums kommen.

Hinweis: Mehr zum Deutschlandstipendium lesen Sie hier.

Neben den Begabtenförderungswerken und dem Deutschlandstipendium existiert eine Vielzahl weiterer Stipendienmöglichkeiten in Deutschland. Eine Suche nach verschiedenen Kriterien ermöglicht die vom BMBF zur Verfügung gestellte Stipendiendatenbank „Stipendienlotse“ (www.stipendienlotse.de). Auch in der e-fellows Stipendiaten-Datenbank kann man in 800 verschiedenen Stipendien von 400 Institutionen recherchieren. Dazu ist eine Registrierung unter e-fellows.net erforderlich.

Reportage Deutschlandstipendium

Überfliegerin mit Bodenhaftung

Auch dank einer glatten Eins im Abi kann Marina Herbrecht (20) seit dem ersten Semester ihres Geographie-Studiums von einer monatlichen Finanzspritze profitieren. Sie erhält ein Deutschlandstipendium.

Marina Herbrecht hat schulterlange lockige Haare und trägt einen Schal.

Foto: Privat

Auf Anraten des stellvertretenden Schulleiters ihres Gymnasiums in Mönchengladbach entschloss sich Marina Herbrecht für eine Bewerbung um ein Deutschlandstipendium. „Bei meinen Noten habe ich mir gute Chancen ausgerechnet“, erklärt die Geographie-Studentin ihre Motivation. Nach der Immatrikulation an der Universität Köln bewarb sie sich um ein Stipendium. Schon in der Mittelstufe hatte es Marina Herbrecht das Fach Erdkunde angetan: „Geographie verbindet wie kaum ein anderes Fach sozialwissenschaftliche und naturwissenschaftliche Aspekte miteinander. Umweltfragen, Naturschutz und Landwirtschaft gehören zu meinen Interessengebieten ebenso wie gesellschaftliche und kulturelle Zusammenhänge.“ Auch die praktische Komponente des Fachs mit seinen Exkursionen zog sie an. „Köln musste es sein, da ich den sechssemestrigen Bachelor of Science in Geographie unbedingt mit Nebenfach Agrarwissenschaft studieren wollte. Diese Kombination wird nur in Köln und Berlin angeboten.“, so die gebürtige Mönchengladbacherin. Die Vorlesungen in Agrarwissenschaft führen sie zweimal in der Woche zusätzlich an die Bonner Uni.

Angaben zur Person, Motivationsschreiben

Informationen zu den nötigen Bewerbungsunterlagen fand sie im Internet vor. Sie formulierte eine Art persönlichen Steckbrief mit allgemeinen Daten, fügte das Abiturzeugnis sowie ihren tabellarischen Lebenslauf hinzu, außerdem ein Motivationsschreiben. Dort hinein packte sie auch die beruflichen Ziele, die sie nach ihrem Geographiestudium in Köln angehen wollte. „Zu Beginn des Studiums interessierte mich die anthropologische Seite der Geographie sehr und ich konnte mir gut vorstellen, nach dem Master in die Entwicklungszusammenarbeit zu gehen“, erzählt sie von ihren damaligen Plänen.

Ganz sicher, dass sie in den Kreis der Stipendiat(inn)en aufgenommen würde, war sie jedoch auch mit dem tollen Abi nicht. Denn das Deutschlandstipendium ist zwar ein sogenanntes Leistungsstipendium, doch es wird auch Wert auf soziales Engagement gelegt. Darüber hinaus hängen die Chancen auf ein Deutschlandstipendium auch davon ab, wie viele private Stipendienmittel von den Hochschulen eingeworben werden. Ob und wie viele Stipendien in ihrem Fach an der Uni Köln zur Verfügung standen, konnte Marina Herbrecht deshalb nicht absehen. Doch sie hatte Erfolg und noch im ersten Semester nahm sie an der Feier teil, bei der den frischgebackenen Stipendiat(inn)en der Kölner Uni ihre Urkunden verliehen werden.

Lebensunterhalt gedeckt

300 Euro monatlich sind einkommensunabhängig, daneben kann BAföG beantragt werden. Mit den 300 Euro, die seit dem Wintersemester 2013/14 ein Jahr lang jeden Monat auf ihr Konto fließen, versucht die Stipendiatin ihre Lebenshaltungskosten zu decken. Das klappt bisher gut, zumal die Miete für das Zimmer in einem Kölner Studentenwohnheim von ihren Eltern bezahlt wird. „Hätte es mit dem Stipendium nicht geklappt, wäre ich auf Jobsuche gegangen, um meine Eltern zu entlasten, denn mein Bruder fängt in diesem Jahr ebenfalls mit dem Studium an.“

Zum Ende des laufenden Semesters wird sich Marina Herbrecht neu bewerben müssen, um weiterhin Stipendiatin zu bleiben. Dafür muss sie neben den schon beim ersten Mal eingereichten Unterlagen anstelle des Abiturzeugnisses Nachweise über ihre Studienleistungen innerhalb der Förderzeit erbringen sowie einen eigenen Bericht zu ihrem Studienverlauf verfassen. Nach zwei Semestern ist sie überzeugter denn je, dass sie mit Geographie das richtige Studium gewählt hat, macht sich auch bereits Gedanken über einen Master: Umweltwissenschaften sollen es werden.

Reportage Erasmus-Stipendium

Finanzieller Anschub für ein Auslandssemester

Dank eines Erasmus-Stipendiums konnte Maschinenbauer Oliver Guist ein erfolgreiches Master-Semester an der Ecole Centrale in Nantes verbringen. Er polierte mit Blick auf die nahe berufliche Zukunft sein Schulfranzösisch auf.

Oliver Guist hat kurze blonde Haare, trägt eine Sonnenbrille, ein dunkelblaues T-Shirt und eine weiße Sweatjacke.

Foto: Privat

Reiselustig war Oliver Guist (28), der im letzten Semester seines Masterstudiums Luft- und Raumfahrt mit der Vertiefung Flugantriebe an der Technischen Universität München (TUM) angelangt ist, schon immer. „Ich bin mit dem Rucksack ganz schön herum gekommen“, berichtet er von seinen Reisen besonders in Europa. So lag es nahe, auch im Studium einen Auslandsaufenthalt zu planen. Er entschied sich für Frankreich und das ganz bewusst: „Gerade im Luftfahrtsektor existieren beispielsweise mit Airbus deutsch-französische Kooperationen. Da machen sich Französischkenntnisse und Dreisprachigkeit in der Bewerbung einfach sehr gut“, erklärt er seine Wahl.

Für das Erasmus-Programm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes e.V. (DAAD) schlägt die TUM Studierende vor, die an einer europäischen Universität studieren können, etwa an einer der Partneruniversitäten der TUM wie der Ecole Centrale de Nantes. „Dabei kommt es nicht in erster Linie auf Noten an. Ich hatte ein gutes Abitur, aber kein herausragendes“, so Oliver Guist.

Er bewarb sich Mitte Februar 2013 als Gaststudent an drei französischen Universitäten, bei denen er auch Prioritäten setzen konnte. „Die typischen Bewerbungsunterlagen wie Lebenslauf, Studienbescheinigungen und Motivationsschreiben schickt man nicht nur an die TUM, sondern parallel auch an die ausländischen Universitäten“, so der Maschinenbaustudent.

Ebenfalls mitzuschicken war ein sogenanntes ‚Learning Agreement’, eine Vereinbarung zwischen dem/der Studierenden, der Heimat- und der ausländischen Hochschule über die anrechenbaren Studienleistungen.

Höhere Lebenshaltungskosten als zuhause

Knapp drei Monate später, im Mai 2013, hatte er den positiven Bescheid der Ecole Centrale de Nantes in der Tasche. Sechs Monate lang konnte er sich nun durch sein Auslandsstipendium auf 130 Euro zusätzlich im Monat freuen. Zehn Tage vor seiner Abreise nach Nantes hatte er durch die Vermittlung der französischen Gastuniversität ein Zimmer in einem Studentenwohnheim der französischen Großstadt mit ca. 500.000 Einwohnern.

Die Miete sowie seine restlichen Kosten außer den französischen Studiengebühren, die ihm erlassen wurden, beglich Oliver Guist durch sein Erspartes. „Die Lebenshaltungskosten lagen um 15 Prozent über meinen Kosten in Deutschland“, so der Erasmus-Student.

Er fand während seines Gaststudiums schnell Kontakt zu den so gar nicht zugeknöpften französischen Studierenden, zumal die Vorlesungen und Kurse in Klassenräumen und in kleineren Gruppen, als er es von der Heimatuni in München gewohnt war, stattfanden. Anfangs waren die Vorlesungen, die zum Teil auch in Französisch abliefen, für ihn schwierig zu verstehen. Doch nach und nach konnte Oliver Guist wie geplant sein Französisch verbessern. „Man kommt an der Uni auch in vielen Fällen mit Englisch zurecht. Doch sobald man Formulare ausfüllen muss oder das Unigelände verlässt, sind Kenntnisse der französischen Sprache gefragt.“

Der zukünftige Maschinenbauingenieur schreibt nun nach seinem rundum gelungenen Auslandsstudium zuhause in München an seiner Masterarbeit mit dem Thema „Experimentelle Strömungsuntersuchung an einem Triebwerkprüfstand“ und kann dabei die französischen Kurse zur Antriebstechnik gut verwerten. „Im Anschluss an mein Studium würde ich gerne in der Triebwerksentwicklung oder im Bereich der Flugzeugwartung und Instandhaltung arbeiten. Die gesammelten Erfahrungen im Ausland werden dabei bestimmt von Vorteil sein.“

Interview

"Die Motivation ist entscheidend"

Im Studium einige Zeit im Ausland zu verbringen, kann der Karriere sehr förderlich sein. Rund 70.000 Studierende aus Deutschland wurden durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst e.V. (DAAD) in verschiedenen Stipendienprogrammen im Jahr 2013 unterstützt. Studienwahl.de sprach mit Claudius Habbich, Leiter des Referats Information für Deutsche über Studium und Forschung im Ausland.

Claudius Habbich hat eine Halbglatze, trägt eine Brille sowie einen Anzug mit Krawatte.

Foto: David Ausserhofer / DAAD

Studienwahl.de: Herr Habbich, es gibt Jahresstipendien des DAAD, das ERASMUS-Programm der EU sowie Hochschulprogramme für Studierende, die für ein oder mehrere Semester ins Ausland gehen möchten. Wie findet sich ein Studierender in der Vielfalt zurecht und kann erkennen, welches Stipendienprogramm das Richtige für ihn ist?

Claudius Habbich: Die Homepage des DAAD bietet umfassende Informationen zu den verschiedenen Stipendienprogrammen. Das Förderangebot umfasst Kurzstipendien, beispielsweise für fachspezifische Praktika und Fachkurse oder Sprachkurse, ebenso wie Jahresstipendien, die für einen längeren studienbezogenen Auslandsaufenthalt gedacht sind. Unter www.daad.de erfährt man auch, wie man sich bewirbt und welche Unterlagen Studierende einreichen müssen.

Studienwahl.de: Wie hoch ist die Förderung?

Claudius Habbich: Die Stipendiensätze werden länderspezifisch festgelegt und berücksichtigen die jeweiligen Lebenshaltungskosten. So werden bei einem Jahresstipendium für einen Aufenthalt in Japan 1.150 Euro monatlich gezahlt, in Ägypten sind es dagegen 800 Euro. Dazu kommen je nach Gastland unterschiedliche Reisekostenzuschüsse sowie eine Zusatz- oder Vollversicherung für den Krankheitsfall – das heißt, der DAAD trägt die auslandsbedingten Mehrkosten der Krankenversicherung. Alle Stipendiat(inn)en sind über den DAAD zudem unfall- und privathaftpflichtversichert.

Studienwahl.de: Welches sind die beliebtesten Länder?

Claudius Habbich: Wie eine repräsentative Umfrage unter Studierenden gezeigt hat, gibt es bei den Ländern relativ eindeutige Präferenzen: Spitzenreiter in der Beliebtheit der studienbezogenen Auslandsaufenthalte sind Großbritannien mit zwölf Prozent und USA mit elf Prozent, dicht gefolgt von Frankreich mit zehn Prozent und neun Prozent bei Spanien.

Studienwahl.de: Wie läuft eine Bewerbung ab und wie kann man sich am besten vorbereiten?

Claudius Habbich: Neben den üblichen Bewerbungsunterlagen (tabellarischer Lebenslauf, Abiturzeugnis, Nachweis von Studienleistungen, Prüfungsleistungen und gegebenenfalls Abschlüssen) kommen dem Motivationsschreiben und dem Studienplan eine besondere Bedeutung zu. Als Bewerber/-in sollte man glaubhaft vermitteln können, dass der Auslandsaufenthalt dem Studium dienlich ist und einen Mehrwert für den individuellen Studienverlauf ergibt. In vielen Programmen läuft das Verfahren dann so ab: Nach einer gegebenenfalls schriftlichen Vorauswahl durch Universitätsprofessor(inn)en, die Mitglieder der DAAD-Kommissionen sind, werden die „Punktbesten“ zum persönlichen Vorstellungsgespräch nach Bonn eingeladen. Dort wird den Kandidat(inn)en bei der persönlichen Vorstellung in einem Gespräch, salopp gesprochen, „auf den Zahn gefühlt“. Und da kann es dann vorkommen, dass von Mitgliedern der Fachkommission auch Fragen in der Sprache des Ziellandes gestellt werden und spontan zu beantworten sind.

Studienwahl.de: Welche Kriterien fallen noch ins Gewicht?

Claudius Habbich: Generell wird nicht nur auf die Noten geschaut. Der DAAD will Studierende, Graduierte, Doktorand(inn)en und Nachwuchswissenschaftler/-innen fördern, die mit ihren akademischen Leistungen mindestens zum oberen Drittel eines Jahrgangs zählen. Und von denen angenommen werden kann, dass sie zukünftig zu den Leistungsträger(inne)n gehören werden und sich auch der damit verbundenen gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind. Deshalb sind auch die Persönlichkeit und eine breite Fächerung der Interessen mitentscheidend.

Weitere Informationen

Studienwahl.de

Weiterführende Infos zum Thema finden Sie in unserer Rubrik „Stipendien“ unter
www.studienwahl.de/de/studieren/wohnen-finanzierung/foerderungsmoeglichkeiten/stipendien.htm

abi>> dein weg in studium und beruf

Informationen und Tipps zum Stipendium, zugeschnitten auf Abiturient(inn)en gibt es auch unter:
www.abi.de/studium/finanzen/stipendien-teil- 1010708.htm

Weitere Links:

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