Lehramts­ausbildung in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg erfolgt die Lehrkräftebildung für folgende Lehramtstypen: Lehramt Grundschule, Lehramt Sekundarstufe I, Lehramt Gymnasium, Lehramt Sonderpädagogik, Höheres Lehramt an beruflichen Schulen.

Struktur der Lehramtsausbildung

Bevor Studieninteressierte in Baden-Württemberg ein Lehramtsstudium aufnehmen können, müssen sie nachweisen, dass sie an einem Selbsterkundungsverfahren (Career Counselling for Teachers) mit Fragen zur Eignung und zum Interesse am Lehrkräfteberuf teilgenommen haben (Link zum Online-Test: www.cct-germany.de).

Die Lehramtsausbildung in Baden-Württemberg erfolgt in zwei Phasen. Die Studierenden absolvieren zunächst einen (lehramtsbezogenen) Bachelorstudiengang, dem ein lehramtsbezogener Masterstudiengang folgt. Bachelor- und Masterstudiengang bilden zusammen die Erste Phase der Lehrkräftebildung. Ein 18-monatiger Vorbereitungsdienst rundet die Ausbildung angehender Lehrkräfte ab (Zweite Phase der Lehrkräftebildung).

Schulpraktische Erfahrungen sammeln die Lehramtsstudierenden in schulpraktischen Studienelementen im Bachelor- und im Masterstudiengang, wobei die schulpraktischen Studienelemente im Masterstudiengang teilweise auch im Ausland absolviert und dann anerkannt werden können. Inhalte zu Grundfragen der Inklusion werden in jedem Lehramtsstudium (Bachelorstudiengang und Masterstudiengang) in den Bildungswissenschaften mit mindestens sechs ECTS-Punkten studiert.

Lehramt Grundschule

Studienorte: Pädagogische Hochschulen (PH) Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd, Weingarten.

Ausbildungsdauer: 8 Semester Regelstudienzeit (davon 6 Semester Bachelorstudiengang, 2 Semester Masterstudiengang), 18-monatiger Vorbereitungsdienst. Das gilt auch für das Europalehramt.

Schulpraktische Studien: begleitetes Orientierungspraktikum (in der Regel 3 Wochen) bis spätestens zum Beginn des 3. Semesters des Bachelorstudiengangs, Integriertes Semesterpraktikum (in der Regel mind. 12 Wochen) nicht vor dem 3. Semester und ggf. weitere Praktika.

Fächer und Kombinationen

Das Studium umfasst die Grundbildung in Deutsch oder Mathematik, zwei Fächer, wobei das erste Fach Deutsch oder Mathematik sein muss, außerdem Studienanteile in Deutsch als Zweitsprache, Bildungswissenschaften und schulpraktische Studien.

Als zweites Fach kann gewählt werden: Englisch, Evangelische Theologie/Religionspädagogik, Französisch, Islamische Theologie/Religionspädagogik, Katholische Theologie/Religionspädagogik, Kunst, Musik, naturwissenschaftlich-technischer Sachunterricht (mit Schwerpunkt in Alltagskultur und Gesundheit, Biologie, Chemie, Physik oder Technik), sozialwissenschaftlicher Sachunterricht (mit Schwerpunkt in Geographie, Geschichte, Politikwissenschaft oder Wirtschaftswissenschaft) oder Sport.

Ein zusätzliches Fach kann als Erweiterungsfach in einem ergänzenden Masterstudiengang mit 60 ECTS-Punkten, davon mindestens 50 ECTS-Punkte im Fach, studiert werden. Die Hochschulen ermöglichen durch entsprechende Studienorganisation den Erwerb von Studienleistungen im Erweiterungsfach ab Beginn des Studiums.

Hinweise:

  • Zu den Bildungswissenschaften gehören Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie.
  • Die Fächer Evangelische Theologie/Religionspädagogik oder Katholische Theologie/Religionspädagogik kann im Hinblick auf eine Zulassung zum Vorbereitungsdienst in Baden-Württemberg nur wählen, wer der jeweiligen Konfession angehört. Für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst im Fach Islamische Religionslehre ist die Zugehörigkeit zum Islam sunnitischer Prägung Voraussetzung.
  • Der Integrierte Studiengang für das Lehramt Grundschule wird an der PH Freiburg und im Bachelorstudiengang an der Université de Haute-Alsace in Mulhouse sowie im Masterstudiengang am Institut National Supérieur du Professorat et de l'Education (INSPÉ) in Straßburg auf der Basis des deutsch-französischen Kooperationsvertrags in der jeweils geltenden Fassung studiert. Ziel ist das Erlangen der Lehrbefähigung für das Lehramt Grundschule im Elsass und in Baden-Württemberg.
  • Das Lehramt Grundschule mit der Profilierung Europalehramt (PH Freiburg, PH Karlsruhe) verbindet das Studium für das Lehramt Grundschule mit bilingualem Lehren und Lernen sowie mit kultureller Diversität und schließt ein verbindliches Auslandssemester ein. Verpflichtend zu wählen sind die „Grundbildung Deutsch” und „Deutsch als Zweitsprache” oder die „Grundbildung Mathematik” sowie als erstes Fach das Fach Englisch oder Französisch und als zweites Fach ein bilinguales Sachfach.

Lehramt Sekundarstufe I

Studienorte: Pädagogische Hochschulen (PH) Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd, Weingarten.

Ausbildungsdauer: 10 Semester Regelstudienzeit (davon 6 Semester Bachelorstudiengang, 4 Semester Masterstudiengang); nach dem Masterabschluss folgt ein 18-monatiger Vorbereitungsdienst. Das gilt auch für das Europalehramt.

Schulpraktische Studien: In der Regel 3-wöchiges begleitetes Orientierungspraktikum bis spätestens zum Beginn des 4. Semesters des Bachelorstudiengangs, Integriertes Semesterpraktikum (in der Regel mind. 12 Wochen zu Beginn des Masterstudiengangs) und ggf. weitere Praktika.

Fächer und Fächerkombinationen

Das Studium umfasst zwei Fächer, Bildungswissenschaften und schulpraktische Studien. Fächer (Fachwissenschaft und Fachdidaktiken) sind:

Alltagskultur und Gesundheit, Biologie, Chemie, Deutsch mit Studienanteilen Deutsch als Zweitsprache, Englisch, Ethik, Evangelische Theologie/Religionspädagogik, Französisch, Geographie, Geschichte, Informatik, Islamische Theologie/Religionspädagogik, Katholische Theologie/Religionspädagogik, Kunst, Mathematik, Musik, Physik, Politikwissenschaft, Sport, Technik sowie Wirtschaftswissenschaft.

Ein zusätzliches Fach kann als Erweiterungsfach in einem ergänzenden Masterstudiengang mit 90 ECTS-Punkten studiert werden. Die Hochschulen ermöglichen durch entsprechende Studienorganisation den Erwerb von Studienleistungen im Erweiterungsfach ab Beginn des Studiums.

Hinweise:

  • Zu den Bildungswissenschaften gehören Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie.
  • Für die Zulassung zum Vorbereitungsdienst in Baden-Württemberg ist die Kombination von Katholischer Theologie/Religionspädagogik oder Evangelischer Theologie/Religionspädagogik oder Islamischer Theologie/Religionspädagogik oder Ethik untereinander ausgeschlossen.
  • Die Fächer Evangelische Theologie/Religionspädagogik oder Katholische Theologie/Religionspädagogik kann im Hinblick auf eine Zulassung zum Vorbereitungsdienst in Baden-Württemberg nur wählen, wer der jeweiligen Konfession angehört. Für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst im Fach Islamische Religionslehre ist die Zugehörigkeit zum Islam sunnitischer Prägung Voraussetzung.
  • Das Lehramt Sekundarstufe I mit der Profilierung Europalehramt (PH Freiburg, PH Karlsruhe, PH Ludwigsburg) verbindet das Studium für das Lehramt Sekundarstufe I mit bilingualem Lehren und Lernen sowie mit kultureller Diversität auf der Grundlage der Zielsprache Englisch oder Französisch und schließt ein verbindliches Auslandssemester ein. Zu wählen sind als Fach Englisch oder Französisch und als zweites Fach ein bilinguales Sachfach.
  • Der Integrierte Masterstudiengang für das Lehramt Sekundarstufe I wird an der PH Freiburg und am Institut National Supérieur du Professorat et de l'Education (INSPÉ) in Straßburg studiert. Ziel ist das Erlangen der Lehrbefähigung für die Sekundarstufe I in Frankreich und in Baden-Württemberg.

Lehramt Gymnasium

Studienorte: alle staatlichen Universitäten in Baden-Württemberg, dazu die Kunst- und Musikhochschulen und die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg.

Ausbildungsdauer: 10 Semester Regelstudienzeit (davon 6 Semester Bachelorstudiengang, 4 Semester Masterstudiengang), in Fächerverbindungen mit Musik oder Kunst 12 Semester Regelstudienzeit (davon 8 Semester Bachelorstudiengang, 4 Semester Masterstudiengang); nach dem Masterabschluss folgt ein 18-monatiger Vorbereitungsdienst.

Schulpraktische Studien: In der Regel 3-wöchiges begleitetes Orientierungspraktikum im Bachelorstudiengang, in der Regel 12-wöchiges Schulpraxissemester in einem Wintersemester des Masterstudiengangs.
Eine vergleichbare sonstige Schulpraxis als Fremdsprachenassistent*in in einer deutschen Schule im Ausland oder in einem Vorbereitungsdienst aus einem anderen Lehramt kann von der Hochschule auf entsprechenden Antrag als Ersatz für maximal acht Wochen des Schulpraxissemesters anerkannt werden. Die letzten vier Wochen des Schulpraxissemesters müssen an einem baden-württembergischen Gymnasium absolviert werden.

Fächer und Kombinationen

Das Studium umfasst zwei Fächer (Fachwissenschaft und Fachdidaktik), außerdem Bildungswissenschaften und schulpraktische Studien. Folgende Fächer können gewählt werden: Bildende Kunst, Biologie, Chemie, Chinesisch, Deutsch mit Studienanteilen Deutsch als Zweitsprache, Englisch, Evangelische Theologie, Französisch, Geographie, Geschichte, Griechisch, Informatik, Italienisch, Islamische Religionslehre, Jüdische Religionslehre, Katholische Theologie, Latein, Mathematik, Musik, Naturwissenschaft und Technik (NwT), Philosophie/Ethik, Physik, Politikwissenschaft, Russisch, Spanisch, Sport und Wirtschaftswissenschaft.

Ein zusätzliches Fach kann als Erweiterungsfach in einem ergänzenden Masterstudiengang mit 90 ECTS-Punkten oder mit 120 ECTS-Punkten studiert werden. Die Hochschulen ermöglichen durch entsprechende Studienorganisation den Erwerb von Studienleistungen im Erweiterungsfach ab Beginn des Studiums.

Hinweise:

  • Zu den Bildungswissenschaften gehören Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie.
  • Die Fächer Bildende Kunst und Musik können mit allen genannten Fächern verbunden werden, nicht jedoch untereinander.
  • In Kombination mit dem Fach Bildende Kunst oder Musik kann als zweites Fach eine Fachwissenschaft gewählt werden. In Kombination mit dem Fach Musik kann das Verbreiterungsfach Musik/Jazz und Popularmusik gewählt werden. In Kombination mit dem Fach Bildende Kunst kann das Verbreiterungsfach Kunst/Intermediales Gestalten studiert werden.
  • Die Zulassung zum Musikstudium (Bachelor of Music) oder zum Kunststudium (Bachelor of Fine Arts) für das Lehramt Gymnasium erfolgt durch eine künstlerische Eignungsprüfung vor Beginn des Studiums. Bei Bestehen des Bachelorabschlusses in Musik oder Bildender Kunst mit Lehramtsanteilen und einem Weiterstudium des Masterstudiengangs mit Abschluss Master of Education in Musik oder Bildender Kunst erfolgt keine neuerliche Eignungsprüfung. Der bestandene Bachelorabschluss in Musik oder Bildender Kunst ersetzt diese. Zum Eintritt in einen Masterstudiengang mit dem Abschluss Master of Education in den Fächern Bildende Kunst oder Musik erfolgen künstlerische Eignungsprüfungen, wenn ein Neueintritt in die Hochschule oder in den Studiengang erfolgt.
  • Das Fach Naturwissenschaft und Technik (NwT) kann nur in Verbindung mit einem der Fächer Biologie, Chemie, Physik oder Geographie mit Schwerpunkt Physische Geographie studiert werden.
  • Die Fächer Evangelische Theologie oder Katholische Theologie kann im Hinblick auf eine Zulassung zum Vorbereitungsdienst in Baden-Württemberg nur wählen, wer der jeweiligen Konfession angehört. Für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst im Fach Islamische Religionslehre ist die Zugehörigkeit zum Islam sunnitischer Prägung Voraussetzung.
  • Für die Zulassung zum Vorbereitungsdienst in Baden-Württemberg ist die Kombination von Katholischer Theologie oder Evangelischer Theologie oder Jüdischer Theologie oder Islamischer Religionslehre oder Philosophie/Ethik untereinander ausgeschlossen.

Lehramt Sonderpädagogik

Studienorte: Pädagogische Hochschulen (PH) Heidelberg, Freiburg und Ludwigsburg.

Ausbildungsdauer: 10 Semester Regelstudienzeit (davon 6 Semester Bachelorstudiengang, 4 Semester Masterstudiengang), anschließend folgt ein 18-monatiger Vorbereitungsdienst.

Schulpraktische Studien: Begleitetes Orientierungspraktikum (in der Regel 3 Wochen) bis spätestens zum Beginn des 3. Semesters des Bachelorstudiengangs; Integriertes Semesterpraktikum (in der Regel mind. 12 Wochen) nicht vor dem 3. Semester; Blockpraktikum (in der Regel 4 Wochen) oder statt des Blockpraktikums Schulpraxisveranstaltungen mit Praxisanteilen in der zweiten sonderpädagogischen Fachrichtung im Masterstudiengang; ggf. zusätzlich weitere Praktika.

 

1. Studiengang für das Lehramt Sonderpädagogik (grundständig)

Das Studium umfasst Grundbildung Deutsch oder Grundbildung Mathematik aus dem Studiengang Lehramt Grundschule, ein Fach aus dem Studiengang Lehramt Sekundarstufe I, Studienanteile Deutsch als Zweitsprache, Bildungswissenschaften, sonderpädagogische Grundlagen, sonderpädagogische Handlungsfelder, zwei sonderpädagogische Fachrichtungen und schulpraktische Studien.

Sonderpädagogische Fachrichtungen sind: Lernen, Sprache, Emotionale und soziale Entwicklung, Geistige Entwicklung, Körperliche und motorische Entwicklung, Lernen bei Blindheit und Sehbehinderung sowie Hören.

Sonderpädagogische Handlungsfelder sind: Sonderpädagogischer Dienst/Kooperation/inklusive Bildungsangebote; Frühförderung sowie frühkindliche Bildung und Erziehung von Kindern mit Behinderungen; Ausbildung, Erwerbsarbeit und Leben; Religiöse Bildung in der Sonderpädagogik; Kulturarbeit, Gestalten und Lernen; Pädagogik bei Krankheit; Leiblichkeit, Bewegung, Körperkultur; Sprache und Kommunikation.

Hinweis:

  • Die Fächer Evangelische Theologie/Religionspädagogik, Katholische Theologie/Religionspädagogik oder Islamische Theologie/Religionspädagogik kann im Hinblick auf eine Zulassung zum Vorbereitungsdienst in Baden-Württemberg nur wählen, wer der jeweiligen Konfession angehört. Für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst im Fach Islamische Religionslehre ist die Zugehörigkeit zum Islam sunnitischer Prägung Voraussetzung.

2. Aufbaustudium für das Lehramt Sonderpädagogik

Wer erfolgreich einen auf ein Lehramt bezogenen Masterstudiengang (Master of Education; mindestens 240 ECTS-Punkte) oder die Erste oder die Zweite Staatsprüfung für ein Lehramt absolviert hat, kann den Abschluss Master of Education Sonderpädagogik auch über ein viersemestriges Aufbaustudium erwerben. Wer vor dem Aufbaustudium die Zweite Staatsprüfung für ein Lehramt bestanden hat, erwirbt mit dem Abschluss Master of Education Sonderpädagogik zugleich die Befähigung für die Laufbahn des gehobenen Schuldienstes für das Lehramt Sonderpädagogik. Wer eine Erste Staatsprüfung für ein Lehramt bestanden hat oder einen auf ein Lehramt bezogenen Masterabschluss vorweisen kann, erwirbt die Befähigung für die Laufbahn des gehobenen Schuldienstes für das Lehramt Sonderpädagogik mit der Zweiten Staatsprüfung.

Das Aufbaustudium umfasst sonderpädagogische Grundlagen, ein sonderpädagogisches Handlungsfeld sowie die erste und zweite sonderpädagogische Fachrichtung. Die schulpraktischen Studien haben in der Regel einen Umfang von acht Wochen. Die erste und die zweite sonderpädagogische Fachrichtung müssen hierbei gleichermaßen Berücksichtigung finden.

Die schulpraktischen Studien können auf zwei Praktika verteilt werden, um schulpraktische Studien sowohl in der ersten als auch in der zweiten sonderpädagogischen Fachrichtung zu ermöglichen

Höheres Lehramt an beruflichen Schulen

Studienorte: HS Aalen/PH Schwäbisch Gmünd, HS Esslingen/PH Ludwigsburg, U Heidelberg, U Hohenheim, HS Karlsruhe/PH Karlsruhe, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), U Konstanz, U Mannheim, HS Mannheim/PH Heidelberg, HS Offenburg/PH Freiburg, HS Ravensburg-Weingarten/PH Weingarten, U Stuttgart, U Tübingen.

Ausbildungsdauer: 10 Semester Regelstudienzeit; nach dem Studienabschluss 18 Monate Vorbereitungsdienst (Referendariat).

Praktika: Innerhalb der Regelstudienzeit werden schulpraktische Studien im Bachelor- und im Masterstudiengang absolviert. Je nach Studiengang ist ein Betriebspraktikum erforderlich.

Fächer und Kombinationen: Bei den beruflichen Schulen werden drei verschiedene Schultypen unterschieden: gewerbliche Schulen, kaufmännische Schulen sowie hauswirtschaftliche, pflegerische, sozialpädagogische und landwirtschaftliche Schulen.

Gewerbliche Schulen

  • Das Studium Technikpädagogik an der Universität Stuttgart besteht aus einem Hauptfach (Maschinenbau, Elektrotechnik, Bautechnik oder Informatik), der Erziehungswissenschaft (Schwerpunkt Betriebspädagogik) und einem Wahlpflichtfach (Chemie, Deutsch, Englisch, Ethik, Politik, Sport, evangelische Theologie, katholische Theologie, Wirtschaftswissenschaften, Mathematik, Physik, Informatik oder einer Vertiefung des Hauptfaches), zudem aus schulpraktischen Studienelementen und dem Betriebspraktikum (im Bachelorstudium), der Fachdidaktik (im Masterstudium) sowie der Bachelor- bzw. Masterarbeit.
  • Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) besteht das Studium Ingenieurpädagogik aus einem beruflichen Hauptfach (Metalltechnik, Elektrotechnik oder Bautechnik) und einem Wahlpflichtfach (beim Hauptfach Metalltechnik eine Vertiefungsrichtung in diesem Fachgebiet, bei allen anderen Fächern Mathematik, Physik, Sport, Volks- und Betriebswirtschaftslehre oder Geschichte mit Gemeinschaftskunde), aus einem berufspädagogischen Teil, praktischen Studienelementen sowie der Bachelor- bzw. der Masterarbeit.

Vor dem Hintergrund möglicher Änderungen der Studieninhalte und der Studienverlaufspläne wird auf den jeweils aktuellen Stand der Studienordnungen der Hochschulen verwiesen.

Kooperative Studiengänge an Pädagogischen Hochschulen in Kooperation mit Hochschulen für angewandte Wissenschaften

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Vorbereitungsdienst erfüllen neben den oben genannten Studiengängen auch die für das Höhere Lehramt an beruflichen Schulen vorbereitenden kooperativen Studiengänge im Rahmen der folgenden Hochschulkooperationen:

  • HS Aalen/PH Schwäbisch Gmünd
  • HS Karlsruhe/PH Karlsruhe
  • HS Ravensburg-Weingarten/PH Weingarten
  • HS Mannheim/PH Heidelberg
  • HS Offenburg/PH Freiburg
  • HS Esslingen/PH Ludwigsburg

Kaufmännische Schulen

An den Universitäten Mannheim, Hohenheim und Konstanz werden die Studiengänge Wirtschaftspädagogik bzw. wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge mit pädagogischem Profil angeboten.

Sozialpädagogische, pflegerische und sozialpädagogische Schulen

  • Universität Heidelberg: Gerontologie, Gesundheit und Care (B.A./M.Ed.)
  • Universität Tübingen: Berufliches Lehramt Sozialpädagogik/Pädagogik (B.Ed./M.Ed.) 
  • Pädagogische Hochschule Freiburg: Berufliche Bildung - Pflege/Wirtschafts- und Sozialmanagement (M.Ed.)
  • Pädagogische Hochschule Freiburg: Berufliche Bildung - Sozialpädagogik/Pädagogik und Psychologie an sozialpädagogischen Schulen (M.Ed.)

Hauswirtschaftliche und landwirtschaftliche Schulen

Für hauswirtschaftliche und landwirtschaftliche Schulen gibt es keine spezifischen Lehramtsstudiengänge. Bei Bedarf können Absolvent*innen folgender Studiengänge zum Vorbereitungsdienst zugelassen werden:

Hauswirtschaftliche Schulen: Ernährungswissenschaft oder Biotechnologie;

Landwirtschaftliche Schulen: Agrarwissenschaften (mit Vertiefungsrichtung Tier- oder Pflanzenwissenschaften), Forstwissenschaft oder Gartenbauwissenschaft.

Hinweise:

  • Der Masterabschluss im Lehramt Gymnasium (Master of Education) ermöglicht nach aktuellem Stand auch die Bewerbung für den Vorbereitungsdienst für das Höhere Lehramt an beruflichen Schulen, sofern die studierte Fächerkombination für die beruflichen Schulen passend ist und eine dem Lehramt dienende Betriebspraxis von mindestens drei Monaten nachgewiesen wird.
  • Die Dauer der im Studium absolvierten schulpraktischen Studienelemente wird in den zum Lehramt führenden Studiengängen für das Höhere Lehramt an beruflichen Schulen auf die Dauer des Betriebspraktikums von mindestens einem Jahr angerechnet. Eine einschlägige berufliche Ausbildung ersetzt ggf. die Betriebspraxis, nicht aber das Schulpraxissemester.

Modellversuch Duale Lehramtsbezogene Masterstudiengänge

Für welches Lehramt und wo kann der Modellversuch dualer lehramtsbezogener Masterstudiengänge studiert werden?

  • Lehramt Sekundarstufe I: 1. Fach Informatik oder Physik, 2. Fach Mathematik; Pädagogische Hochschule Karlsruhe in Zusammenarbeit mit dem Seminar in Karlsruhe
  • Lehramt Gymnasium: 1. Fach Informatik oder Physik, 2. Fach Mathematik;
    Universität Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Seminar in Freiburg
  • Höheres Lehramt an beruflichen Schulen: Berufliche Fachrichtung Elektrotechnik oder Informationstechnik, 2. Fach Mathematik; Universität Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Seminar in Stuttgart

Wie lange dauert das Studium? 

  • 4-semestriges duales lehramtsbezogenes Masterstudium mit u. a. Inhalten aus dem klassischen Vorbereitungsdienst und mit integrierten Praxisphasen von Anfang an
  • Finanzielle Vergütung schon während des Studiums
  • Auf 12 Monate verkürzter Vorbereitungsdienst mit abschließender Staatsprüfung (Erwerb der Laufbahnbefähigung)
  • Gesamtausbildungsdauer auf 3 Jahre verkürzt

Wer kann sich bewerben?

Absolventinnen und Absolventen einschlägiger Fachbachelorstudiengänge ohne lehramtsbezogene Elemente

Hinweise zum Lehrerorientierungstest

Unter www.cct-germany.de kannst du einen Selbst-Test (CCT - Career Counselling for Teachers) absolvieren, um zu überprüfen, ob das Studium und der Beruf Lehrkraft zu dir passt. Am Ende des Tests erhältst du eine Teilnahmebescheinigung, die bei der Immatrikulation als Nachweis dient.

Hinweise für Lehramtsstudieninteressierte mit Behinderungen

Die Hochschulen haben die Aufgabe die gleichberechtigte Teilhabe an Studium, Forschung und Lehre für alle Mitglieder unabhängig einer Behinderung zu ermöglichen (LHG § 2 (4)). Wir möchten hiermit Lehramtsstudieninteressierten mit Behinderungen Mut machen, ein Lehramtsstudium aufzunehmen.

Kann ich mit einer Behinderung verbeamtet werden? Das ist die Frage, die sich Studieninteressierte mit Behinderungen vor der Aufnahme eines Studiums stellen. Eine Antwort darauf findest du in der Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums: Schwerbehinderte und gleichgestellte Bewerbergruppen als Lehrkraft an Schulen.

Lehramtsausbildung ohne Studium

In Baden-Württemberg sind spezielle Ausbildungswege zum Lehrkräfteberuf an öffentlichen Schulen auch ohne Hochschulstudium möglich. Voraussetzung für diese Ausbildungsgänge sind in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung. An allgemeinbildenden Schulen können Fachlehrkräfte in musischen oder technischen Fächern eingesetzt werden. Der Ausbildungsschwerpunkt liegt dabei auf einer späteren Tätigkeit an einer Schule der Sekundarstufe I. An beruflichen Schulen arbeiten Technische Lehrkräfte an gewerblichen, landwirtschaftlichen, kaufmännischen und hauswirtschaftlichen Schulen entsprechend der jeweiligen Fachrichtung z.B. als Werkstattleitende an gewerblichen Schulen oder als Lehrkraft für Textverarbeitung und Bürokommunikation.

Fachlehrkräfte Sonderpädagogik, Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, Fachlehrkräfte Sonderpädagogik, Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung sowie Technische Lehrkräfte Sonderpädagogik, Förderschwerpunkt geistige Entwicklung werden an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren sowie an Schulen im Rahmen inklusiver Beschulung eingesetzt.

Stand: 07.05.2026