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Ein Kompass liegt auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Grüne Wegweiser an der Uni Kassel.
Foto: Hans-Martin Issler
Zulassungsbeschränkungen, Bewerbung, Einschreibung

Nach Angaben der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) wurden im Wintersemester 2016/17 bei 45 Prozent aller grundständigen Studiengänge Auswahlverfahren durchgeführt. Studienbewerber/-innen sollten sich also bewusst sein, dass sie in zulassungsbeschränkten Studiengängen unter Umständen keinen Studienplatz erhalten.

Wann gibt es Zulassungsbeschränkungen?

Zulassungsbeschränkungen bestehen immer dann, wenn erfahrungsgemäß die Anzahl der Bewerbungen die Anzahl der zur Verfügung stehenden Studienplätze in einem Studiengang an einer Hochschule wesentlich übersteigt. Für solche Studiengänge, die mit einer örtlichen Zulassungsbeschränkung versehen sind, werden im Einvernehmen mit dem zuständigen Fachministerium Studienplatzkapazitäten errechnet und festgesetzt. In Medizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie existieren Zulassungsbeschränkungen an allen anbietenden Universitäten in Deutschland. Man spricht daher hier von einer „bundesweiten Zulassungsbeschränkung“. Zentraler Ansprechpartner für den entsprechenden Bewerbungsprozess ist die Stiftung für Hochschulzulassung (www.hochschulstart.de).

Was bedeutet "N.c."?

„N.c.“ ist die Abkürzung für „Numerus clausus“, was auf Deutsch „geschlossene Anzahl“ bedeutet. Wenn die Nachfrage das Angebot an Studienplätzen überschreitet, muss der Zugang zu einem Studiengang (örtlich) beschränkt und ein Auswahlverfahren durchgeführt werden. Da bei dieser Auswahl die Abiturdurchschnittsnote den größten Einfluss besitzt, wird im Laufe bzw. am Ende des Auswahlverfahrens auch stets ein N.c.-Wert gebildet. Daher wird „N.c.“ umgangssprachlich auch oft für die Auswahlgrenze verwendet, bei welcher Durchschnittsnote der letzte zur Verfügung stehende Studienplatz im vergangenen Semester vergeben wurde.

Ein Beispiel: Ein „N.c.“ von 2,2 bedeutet, dass Bewerber/-innen mit einer Durchschnittsnote von 2,1 und besser – aber auch einige mit 2,2 – zugelassen wurden. Häufig können nicht alle Bewerber/-innen mit der gleichen Durchschnittsnote zugelassen werden, weil die verfügbaren Studienplätze nicht ausreichen. Dann werden sogenannte „nachrangige Kriterien“ (i.d.R. die Wartezeit) herangezogen, um über die Zulassung zu entscheiden. Wenn man in N.c.-Übersichten etwa die Angabe „2,2 (3)“ findet, so bedeutet dies, dass alle Bewerber/-innen mit der Durchschnittsnote 2,1 und besser zugelassen werden konnten, da das letzte verfügbare Zulassungsangebot an eine Person vergeben wurde, die bei einer Durchschnittsnote von 2,2 insgesamt bereits drei Wartesemester angesammelt hatte.

Wichtig: Diese Auswahlgrenzen werden also niemals vor dem Bewerbungsstart von den Hochschulen festgelegt!

Richtig ist: Vorab festgelegt ist nur die Anzahl der zur Verfügung stehenden Studienplätze. Die Auswahlgrenzen ergeben sich in jedem Semester und bei jedem Zulassungsverfahren neu und sind somit das Resultat eines abgeschlossenen Auswahlverfahrens. Die Grenzwerte der vergangenen Semester können zwar Anhaltspunkte für die Einschätzung der eigenen Zulassungschancen bieten, haben aber aufgrund der sich ändernden Bewerbungs- und Studienplatzzahlen sowie Auswahlbedingungen keine verlässliche Aussagekraft über die künftigen Zulassungschancen.

Tipp: Keinesfalls sollte man auf eine Bewerbung für einen Studienplatz verzichten, nur weil die eigene Durchschnittsnote nicht den letzten N.c.-Wert des letzten Vergabeverfahrens für den jeweiligen Studiengang erreicht. Sollte die Differenz zwischen N.c.-Wert und der eigenen Abiturleistung jedoch eher groß ausfallen, so muss man sich darauf einstellen, eventuell keinen Erfolg bei der Bewerbung zu haben.

Die Auswahlverfahren im Überblick

Die Studienplätze in den bundesweit und örtlich zulassungsbeschränkten Studiengängen werden in verschiedenen Verfahren vergeben. Diese unterscheiden sich sowohl hinsichtlich der Auswahlregeln und -kriterien als auch der Stellen, an die eine Bewerbung zu richten ist.

Übersicht über die verschiedenen Zugangswege an die Hochschule, von zulassungsfreien Angeboten über örtlich zulassungsbeschränkte bis hin zu bundesweit beschränkten Angeboten. Vgl. hierzu bitte die Ausführungen im Text.

(Klicken Sie, um zu vergrößern, PDF 104 KB)

Bundesweite Zulassungsbeschränkung

Handelt es sich um einen bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengang an Universitäten (Medizin, Tiermedizin, Zahnmedizin, Pharmazie), dann ist www.hochschulstart.de, das Portal der Stiftung für Hochschulzulassung in Dortmund, für die Studienplatzbewerbung und -vergabe zuständig. Lesen Sie mehr >>

Örtliche Zulassungsbeschränkung

Wenn Sie sich für einen örtlich zulassungsbeschränkten Studiengang interessieren, dann müssen Sie sich i.d.R. direkt bei der betreffenden Hochschule bewerben – wenn der entsprechende Studiengang nicht mithilfe des DoSV zentral gefüllt wird (s.u.). Nähere Angaben sind auf den Internetseiten der Hochschulen zu finden. Lesen Sie mehr >>

Dialogorientiertes Serviceverfahren (DoSV)

Die Stiftung für Hochschulzulassung (www.hochschulstart.de) bietet zur Unterstützung der Hochschulen das DoSV an, mit dessen Hilfe die Vergabe von Studienplätzen für örtlich zulassungsbeschränke Studiengänge ortsübergreifend koordiniert werden kann. Wenn eine Hochschule an diesem Verfahren teilnimmt, geht einer Bewerbung auf die entsprechend angebotenen Studiengänge eine Registrierung auf www.hochschulstart.de voraus. Die Bewerbung selbst erfolgt dann, je nach Wunsch der Hochschule, entweder zentral über das DoSV-Portal oder dezentral über die Bewerbungsportale der Hochschulen. Lesen Sie mehr >>

Hinweise: Sie können sich in einem bestimmten Studiengang gleichzeitig an mehreren Hochschulen bewerben. Damit erhöhen Sie z.B. Ihre Zulassungschancen und können bei Erfolg auswählen. Teilweise ist es möglich, sich für unterschiedliche Studiengänge an einer Hochschule zu bewerben. In diesem Fall der Mehrfachbewerbung können aber je nach Hochschule unterschiedliche Beschränkungen für die maximale Anzahl der Bewerbungsanträge bestehen. Erkundigen Sie sich deshalb vorab bei der Hochschule, ob es eine Obergrenze für die Zahl der Bewerbungsanträge gibt. Bei der bundesweiten Studienplatzvergabe (für Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin, und Pharmazie) dürfen Sie allerdings nur für einen der Studiengänge einen Zulassungsantrag stellen. Eine gleichzeitige Bewerbung für z.B. Pharmazie und Humanmedizin ist also nicht möglich.


Hinweis

Welches Verfahren jeweils zum Einsatz kommt, erfahren Sie auf der Internetseite Ihrer Hochschule. Erste Informationen hierzu bietet auch der finder auf www.studienwahl.de. Hier können Sie neben fachlichen und regionalen Kriterien auch die Auswahlverfahren als Suchkriterium angeben (unter dem Punkt „Bewerbungsverfahren“). In den Ergebnislisten erhalten Sie genauere Angaben zum Auswahlverfahren.


Weitere Informationen

hochschulstart.de
Die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) informiert zur Bewerbung um bundesweit zulassungsbeschränkte Studienangebote sowie zum Dialogorientierten Serviceverfahren (DoSV).
www.hochschulstart.de

abi>> bewerbungsbox
Informationen und Tipps zur Studienbewerbung finden Sie auch im Infopaket der Bundesagentur für Arbeit rund um das Thema Bewerbung.
www.abi.de/bewerbung.htm

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