
Vom Hörsaal in die Praxis
Christopher Williams (23) hat sich im Master auf Klinische Psychologie und Psychotherapie spezialisiert. Der Student gibt Einblicke in Studieninhalte, Praxisphasen und seine beruflichen Pläne.
Als Christopher Williams sein Psychologiestudium an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) aufnahm, hatte er zunächst eine andere berufliche Richtung im Blick. „Eigentlich wollte ich damals eher in den Bereich Marketing gehen“, blickt der 23-Jährige zurück. Während seines Bachelorstudiums entdeckte er jedoch zunehmend sein Interesse an der klinischen Psychologie. Die Inhalte überzeugten ihn so sehr, dass er sich schließlich entschied, den entsprechenden Masterstudiengang anzuschließen – mit dem Ziel, später als Psychotherapeut zu arbeiten.
Seit der Reform der Psychotherapeutenausbildung führt der Weg dorthin über ein klar strukturiertes Studium: Zunächst absolvieren angehende Therapeutinnen und Therapeuten ein fünfjähriges Hochschulstudium mit drei Jahren Bachelor und zwei Jahren Master. Anschließend folgt eine mehrjährige Weiterbildung zur Fachpsychotherapeutin oder zum Fachpsychotherapeuten, die dazu berechtigt, eine eigene Praxis mit Kassensitz zu führen.
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Meine Zeit am LMU-Klinikum war unglaublich bereichernd. Ich konnte sehr viel mitnehmen und habe mich in meiner Berufswahl noch einmal bestätigt gefühlt.
Christopher Williams (23), Student im Master Klinische Psychologie und Psychotherapie
Vom Grundlagenstudium zur Spezialisierung
Im Bachelorstudium stehen zunächst die Basics der Psychologie im Mittelpunkt. „Hat man am Anfang noch viele Vorlesungen in Grundlagenfächern wie Allgemeine Psychologie, Entwicklungspsychologie, Sozialpsychologie oder Biologische Psychologie, wird das Studium mit der Zeit immer spezifischer“, erläutert Christopher Williams. Ein Schwerpunkt im Master liegt auf der Psychotherapie im Erwachsenenbereich: Wie laufen Therapien ab? Wie wird eine Diagnose gestellt? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Daneben spielen auch andere Bereiche eine Rolle, etwa Entwicklungspsychologie mit Blick auf Kinder und Jugendliche oder Neuropsychologie. „Und Statistik begleitet einen tatsächlich auch im Master noch weiter“, fügt er hinzu.
Praxiserfahrung schon während des Studiums
Der Weg ins Studium ist anspruchsvoll. Für den Bachelorstudiengang Psychologie spielt die Abiturnote häufig eine entscheidende Rolle. „Bei uns war das damals noch der zentrale Faktor“, erinnert sich Christopher Williams. Inzwischen gibt es zusätzlich bundesweite Auswahlverfahren, etwa den Studieneignungstest für den Bachelorstudiengang Psychologie BaPsy-DGPs der Deutschen Gesellschaft für Psychologie.
Auch der Übergang in den Master ist nicht selbstverständlich. Viele Universitäten verlangen bestimmte Leistungspunkte aus dem Bachelorstudium oder führen eigene Auswahlverfahren durch. „Oft gibt es ein Punktesystem oder zusätzliche Tests“, führt der Student aus. „Das macht es manchmal einfacher, an der Universität zu bleiben, an der man schon den Bachelor gemacht hat.“
Im Studienalltag wechseln sich klassische Vorlesungen mit Seminaren und praxisorientierten Formaten ab. Besonders wichtig sind dabei praktische Einblicke in den späteren Beruf. Im Bachelor absolvierte der 23-Jährige bereits zwei Praktika, unter anderem in einer psychotherapeutischen Gemeinschaftspraxis. „Ich konnte dort hospitieren und verschiedene Therapiesitzungen miterleben“, berichtet er.
Im Master folgt eine längere Praxisphase: die sogenannte berufsqualifizierende Tätigkeit, bei der Studierende mehrere Monate in einer Klinik arbeiten. Der Student verbrachte diese Zeit am LMU-Klinikum. „Das war unglaublich bereichernd“, resümiert er. „Ich konnte sehr viel mitnehmen und habe mich in meiner Berufswahl noch einmal bestätigt gefühlt.“
Weiterbildung im Blick
Nach dem Studienabschluss ist der Ausbildungsweg für Christopher Williams noch nicht abgeschlossen. Um später in seiner eigenen Praxis therapieren zu dürfen, möchte auch er die mehrjährige Weiterbildung absolvieren. Genau hier liegt derzeit eine Herausforderung: Die Zahl der Weiterbildungsplätze ist begrenzt. „Viele schicken zehn oder fünfzehn Bewerbungen raus und bekommen vielleicht ein Gespräch“, gibt der Student zu bedenken. Außerdem sei eine hohe Flexibilität bei der Ortswahl hilfreich.
Deshalb plant er zunächst, einige Zeit als angestellter Psychotherapeut zu arbeiten und weitere praktische Erfahrungen zu sammeln. Langfristig bleibt das Ziel jedoch klar: „Die Weiterbildung möchte ich auf jeden Fall machen!“
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