Umweltschutz studieren

Green Skills für unsere Zukunft

Wenn du dich beruflich für den Umweltschutz und eine nachhaltige Transformation starkmachen willst, kannst du aus zahlreichen Studiengängen wählen. Deine Jobaussichten sind gut: Gesucht wird Expertise aus unterschiedlichen Disziplinen.

Laut dem jüngsten Sachstandsberichts des Weltklimarats (Synthesebericht 2023) ist der Klimawandel im Wesentlichen auf vom Menschen verursachte Treibhausgasemissionen zurückzuführen. Die Folgen sind bereits deutlich spürbar: Hitzewellen führen zu Dürren und Waldbränden, Starkregen zu Hochwasser. Mit steigenden globalen Temperaturen wachsen die Risiken für Menschen, Ökosysteme und die Wirtschaft. Gleichzeitig schrumpft das Zeitfenster, in dem eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft für alle gesichert werden kann. Höchste Zeit also, zu handeln – und eine Expertin oder ein Experte für Umweltschutz und nachhaltige Transformation zu werden.

So wie etwa Lena Kaiser. Sie befasst sich wissenschaftlich mit Mooren. Diese „nassen Klimaschützer“ sind starke Partner in Sachen Klimaschutz: Sie binden große Mengen an Kohlenstoff. Schon ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr widmete sie der Moorforschung. Das führte sie zum sechssemestrigen Bachelorstudiengang „Geoökologie – Umweltnaturwissenschaften“ an die Universität Bayreuth. Für ihre Abschlussarbeit über Permafrost-Moore in Norwegen begleitete sie eine Doktorandin und sammelte vor Ort Daten. Die Zeit zwischen ihrem Bachelor- und dem gleichnamigen Masterstudium, das sie demnächst ebenfalls in Bayreuth beginnt, nutzte die 24-Jährige für ein Praktikum. Im „Moor-Team“ der Höheren Naturschutzbehörde von Oberbayern lernte sie dabei ein weiteres Arbeitsfeld kennen.

  • Ich habe erfahren, welche organisatorischen Schritte zur Planung einer Wiedervernässung von Mooren bis zur Umsetzung dazugehören.

    Lena Kaiser, Studentin der Geoökologie – Umweltnaturwissenschaften
  • Gefragt sind Menschen, die nicht nur einzelne Umweltprobleme betrachten, sondern Zusammenhänge verstehen und Veränderungen gestalten können.

    Dr. Heike Molitor, Professorin an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Wissenschaft, Technik, Gesellschaft

Auf Lena Kaisers Bachelor-Modulplan standen unter anderem naturwissenschaftliche Fächer wie Physik, Chemie und Mathematik. Eine Reihe von „grünen“ Studiengängen hat einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt, Stichworte sind Klimaphysik, Meeresbiologie oder Bodenkunde. Im ingenieur- und technikwissenschaftlichen Bereich gibt es Schwerpunkte wie erneuerbare Energien, Elektromobilität oder nachhaltiges Bauingenieurwesen. Für Informatikbegeisterte bieten sich Fachrichtungen an, die sich beispielsweise mit Geoinformationssystemen (GIS) beschäftigen. Andere Studiengänge führen in Wirtschaft und Gesellschaft: „Die Frage lautet: Wie wollen wir in Zukunft nachhaltig leben? Das bezieht sich aufs praktische Handeln, etwa in der Land- und Forstwirtschaft, ebenso wie auf strategische Überlegungen im Tourismus, in Unternehmen, Bildung oder Politik“, erklärt Heike Molitor, Professorin an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Sie verweist dabei auch auf wirtschafts-, management- und gesellschaftswissenschaftliche Studiengänge wie Nachhaltige Ökonomie & Management, Nachhaltige Unternehmensführung oder Nachhaltige Regionalentwicklung. 

Beispiele aus der Praxis: Umweltschutz studieren

  • Umweltmanagement

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Gute Berufschancen

„Das Thema Nachhaltigkeit ist sehr komplex und beschäftigt alle Disziplinen, daher gibt es zahlreiche Ausdifferenzierungen im Studienangebot“, erläutert Heike Molitor. Alle Bereiche der Gesellschaft seien betroffen, weshalb die nachhaltige Transformation, also ein Wandel in Denk- und Handlungsweisen, eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei: „Gefragt sind Menschen, die nicht nur einzelne Umweltprobleme betrachten, sondern Zusammenhänge verstehen und Veränderungen gestalten können.“ Zudem verweist sie auf die Internationalität der Thematik: In Politik, Wirtschaft und Forschung etwa wird häufig grenzübergreifend zusammengearbeitet. 

Egal, ob du dich unternehmerisch, planerisch, technisch oder analytisch für den Umweltschutz einsetzen möchtest – die Jobaussichten für „grüne“ Expertinnen und Experten sind gut. Auch der Weg in die Selbstständigkeit sei eine oft genutzte Option, ergänzt Heike Molitor. Laut dem Bericht „Zentrale Befunde zu aktuellen Arbeitsmarkt-Themen 2025“ des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung steigen die Jobchancen für hochqualifizierte Expertinnen und Experten mit sogenannten „Green Skills“ besonders stark: „Gefragt sind vor allem Berufe in den Bereichen Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik, Bauplanung und Umweltwissenschaften.“

Stand: 01.09.2026