Überblick

Umgang mit Prognosen

Bei Prognosen und Modellrechnungen handelt es sich i.d.R. um Fortschreibungen von grundlegenden Trends der Vergangenheit in die Zukunft. Dabei geht man von bestimmten (alternativen) Annahmen hinsichtlich der weiteren Entwicklung aus, z.B. von Wirtschaftswachstum und Produktivität.

EIne junge Frau telefoniert.
Foto: Bundesagentur für Arbeit

So wird z.B. unterstellt, dass die bisherigen Tendenzen auch in Zukunft anhalten. Oder es wird angenommen, dass bestimmte Einflussfaktoren den Vergangenheitstrend verändern. Erweisen sich die Annahmen hierzu als unzutreffend oder ergeben sich nicht vorhergesehene Einflüsse gesellschaftlicher, wirtschaftlich-technischer oder politischer Art, weicht die tatsächliche Entwicklung von den Projektionsergebnissen ab.

Beispiel 1: Der künftige Bedarf bzw. das künftige Angebot an Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst ist immer auch abhängig von den jeweils herrschenden Auffassungen über Inhalt und Umfang staatlicher Aufgaben und den Finanzierungsmöglichkeiten.

Beispiel 2: Die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Privatwirtschaft sind von der längerfristigen wirtschaftlichen Gesamtentwicklung, dem Strukturwandel, konjunkturellen Schwankungen, gesetzlichen Rahmenbedingungen und auch von Änderungen betriebsorganisatorischer Konzepte abhängig, wie z.B. der Verlagerung von Betriebsstätten ins Ausland. Auch Ereignisse wie die Corona-Pandemie oder steigende Energiepreise haben Auswirkungen auf die Konjunktur und damit auf die Arbeitsmarktchancen.