Überblick

Umgang mit Prognosen

Bei Prognosen und Modellrechnungen handelt es sich i.d.R. um Fortschreibungen von grundlegenden Trends der Vergangenheit in die Zukunft. Dabei geht man von bestimmten (alternativen) Annahmen hinsichtlich der weiteren Entwicklung aus, z.B. von Wirtschaftswachstum und Produktivität.

EIne junge Frau telefoniert.
Foto: Bundesagentur für Arbeit

So wird z.B. unterstellt, dass die bisherigen Tendenzen auch in Zukunft anhalten. Oder es wird angenommen, dass bestimmte Einflussfaktoren den Vergangenheitstrend verändern. Erweisen sich die Annahmen hierzu als unzutreffend oder ergeben sich nicht vorhergesehene Einflüsse gesellschaftlicher, wirtschaftlich-technischer oder politischer Art, weicht die tatsächliche Entwicklung von den Projektionsergebnissen ab.

Beispiel 1: Der künftige Bedarf bzw. das künftige Angebot an Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst ist immer auch abhängig etwa von den jeweils herrschenden Auffassungen über Inhalt und Umfang staatlicher Aufgaben und den Finanzierungsmöglichkeiten.

Beispiel 2: Die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Privatwirtschaft sind von der längerfristigen wirtschaftlichen Gesamtentwicklung, dem Strukturwandel, konjunkturellen Schwankungen, gesetzlichen Rahmenbedingungen und auch von Änderungen betriebsorganisatorischer Konzepte abhängig, wie z.B. der Verlagerung von Betriebsstätten ins Ausland.

Gegenläufiges Handeln kann manchmal richtig sein

Aktuelle Meldungen über dringend gesuchtes Fachpersonal in manchen Wirtschaftszweigen und Branchen oder über derzeit schlechte Berufsaussichten für Absolvent(inn)en bestimmter Fächer beeinflussen nicht selten das Studienwahlverhalten. Dies kann dazu führen, dass sich Arbeitsmarktprognosen nicht erfüllen:

Sind z.B. die Berufsaussichten für Absolvent(inn)en eines bestimmten Faches gut, so nimmt nicht selten das Interesse an diesem Fach spürbar zu. Dem ursprünglich vorhergesagten Bedarf in einigen Jahren steht dann ein deutlich höheres Angebot an Akademiker(inne)n dieses Bereichs gegenüber, was sich nachteilig auf die Chancen eines raschen Berufseinstiegs auswirken kann (Schlagwort: „Schweinezyklus“).

Umgekehrt können eher schlechte Berufsaussichten für Akademiker/-innen bestimmter Fächer dazu führen, dass das Interesse an einem Studienfach abnimmt. Im Resultat wird es dann künftig weniger Absolvent(inn)en als erwartet geben, was die Chancen bei der Stellensuche steigen lässt.

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