Überblick

Studienabbruch und -wechsel

Knapp 30 Prozent der Bachelor-Studierenden in Deutschland brechen ihr Studium ab. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ein Studienabbruch muss aber kein Makel sein, sondern kann auch eine Chance bieten.

Blick in einen Hörsaal.
Foto: Frank Pieth

Die meisten Studienabbrecher und -abbrecherinnen entscheiden sich zu diesem Schritt, weil sie den Leistungsanforderungen des Studiums nicht gewachsen sind oder Prüfungen nicht bestehen. Außerdem spielen häufig Probleme bei der Studienfinanzierung, falsche Erwartungen an das Fach, fehlender Praxisbezug oder die Angst vor vermeintlich schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt eine Rolle. Um einen Studienabbruch zu vermeiden, sollten Sie sich deshalb vorab gut informieren und sich detailliert mit den Inhalten des gewählten Fachs auseinandersetzen. Auch kann es helfen, sich bereits im Vorfeld darüber klar zu werden, welchen Beruf Sie nach dem Studium ergreifen möchten, um gezielt darauf hinarbeiten zu können (siehe hierzu „Die Entscheidung treffen“).

Auswege finden

Wenn Sie mit Ihrem aktuellen Studium trotzdem unzufrieden sind, sollten Sie in einem ersten Schritt darüber nachdenken, warum das so ist – und sich dann Alternativen überlegen. Wer die akademische Ausbildung an einer Universität als zu praxisfremd erlebt, kann bspw. an eine Hochschule für Angewandte Wissenschaften oder in ein duales Studium wechseln. Häufig lassen sich zuvor erbrachte Leistungen sogar anrechnen. Liegt es eher am Fach an sich, empfiehlt es sich, einen Fachwechsel in Betracht zu ziehen. Bei der Wahl eines neuen Studienfachs kann etwa die Studienberatung helfen. Kommen Sie mit einem Professor oder einer Professorin nicht klar, hilft es vielleicht, eine andere Veranstaltung zu wählen. Wer eine persönliche Krise durchlebt, kann etwa die psychologische Beratung des Studentenwerks in Anspruch nehmen oder die Nähe zur Familie suchen und das Studium zum Beispiel im Heimatort oder in der Nähe davon fortsetzen.

Alternativen abwägen

Steht fest, dass Sie definitiv nicht weiter studieren möchten, bietet sich eine Berufsausbildung an. Die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, stehen gut. Nach Informationen des Berufsbildungsberichts 2017 waren 2016 insgesamt 43.478 Ausbildungsstellen unbesetzt. Zudem sorgt der demografische Wandel dafür, dass Betriebe verstärkt nach Fachkräften suchen. Aufgrund ihres Alters und ihrer Lebenserfahrung werden Studienabbrecher/innen von Betrieben geschätzt.

Es gibt manchmal sogar spezielle Ausbildungskonzepte für Studienabbrecher/-innen. So können sie i.d.R. die Ausbildungszeit um mindestens ein Jahr verkürzen oder z.B. schon während der Ausbildung einen Teil der Meisterprüfung ablegen.

Wie auch immer Ihre Entscheidung letztlich ausfällt: ein Studienabbruch muss nichts Negatives sein. Die Kunst besteht darin, als Bewerber/in die eigenen Stärken hervorzuheben. Im Falle eines Studienabbruchs wäre das die Tatsache, eine wohlüberlegte Entscheidung gefällt und anschließend gute Alternativen entwickelt zu haben – und je nach gewählter Ausbildung können Sie auch von den im Studium erworbenen Fachkenntnissen profitieren.

Antworten auf die wichtigsten Fragen

Tragen Sie sich mit dem Gedanken, Ihr Studium abzubrechen? Dann haben Sie sicher eine Menge Fragen. Ausführliche Antworten auf Ihre individuellen Fragen erhalten Sie beispielsweise von einem Berufsberater oder einer Berufsberaterin einer Agentur für Arbeit.

Die Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema Studienabbruch/Studienfachwechsel haben wir hier bereits für Sie zusammengestellt:

1. Was werden meine Freunde und Eltern sagen, wenn ich mein Studium abbreche?

Wenn Sie Familie und Freunden deutlich machen, dass Sie sich den Schritt gut überlegt und gute Gründe dafür haben, beweisen Sie damit, dass Sie verantwortungsvoll handeln. Dies schafft eine gute Basis für konstruktive Gespräche.

2. Erhalte ich nach dem Wechsel des Studienfachs weiterhin BAföG?

BAföG wird weiterbezahlt, wenn „nur“ das Fach gewechselt wird. Dies muss erstmalig und bis zum dritten Semester erfolgen. Danach muss der Grund für den Fachwechsel schriftlich an das BAföG-Amt übermittelt werden. Ab dem vierten Semester muss außerdem ein unabweisbarer Grund für den Wechsel vorliegen. Ein solcher Grund könnte bspw. sein, dass man im Tiermedizin-Studium erst im vierten Semester feststellt, dass man an einer Tierhaarallergie leidet.

3. Was mache ich, wenn mir der neue Studiengang wieder nicht gefällt?

Sollten Sie mit der Studienwahl zweimal daneben liegen, empfiehlt es sich, professionellen Rat einzuholen. Die Expert(inn)en der Studienberatung begleiten Ihren Entscheidungsprozess für ein neues Fach und helfen dabei, erneute Fehler bei der Suche nach einer Alternative zu vermeiden.

4. Wirkt sich ein Studienabbruch negativ bei späteren Bewerbungen aus?

Normalerweise entstehen durch einen Studienabbruch keine Nachteile bei der Bewerbung. Dennoch sollten Sie auf Rückfragen vorbereitet sein und Ihre Entscheidung gut begründen können.

5. Bietet eine Ausbildung die gleichen Chancen wie ein Studium?

Studium und Ausbildung sind nur schwer miteinander zu vergleichen, schließlich bereitet eine Ausbildung gezielt auf einen Beruf vor, wohingegen man mit einem Studium i.d.R. in unterschiedlichen Bereichen einsteigen kann. Aufstiegschancen bieten beide Wege, schließlich können Ausbildungsabsolventen und -absolventinnen bspw. über eine Weiterbildung auch Führungsaufgaben übernehmen. Weitere Infos dazu finden Sie im Abschnitt „Studium oder Ausbildung?“.
 

Weitere Informationen

Studienabbruch – und dann?

Das Portal des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hilft bei Zweifel am Studium und listet mögliche Alternativen.
www.studienabbruch-und-dann.de 
 

JOBSTARTER

Das Programm JOBSTARTERplus unterstützt Studienabbrecher, die eine Ausbildung beginnen möchten.
www.jobstarter.de

Weitere Informationen und Unterstützung erhalten Sie auch im abi>> Portal der Bundesagentur für Arbeit unter: www.abi.de/studium/studienabbruch.htm

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