Gesundheitswesen

Studiengänge im Bereich Medizin & Gesundheitswissenschaften

Gute Perspektiven im Gesundheitsbereich

Eine junge Frau mit braunen Haaren sitzt in einem Krankenhausbett in einem lichtdurchfluteten Krankenzimmer vor einem großen Fenster. Neben ihr steht eine junge braunhaarige Krankenschwester.
Foto: Julien Fertl | Bundesagentur für Arbeit

Inmitten der Corona-Pandemie sind Berufsgruppen und Fachleute aus dem Gesundheitssektor in der Öffentlichkeit präsenter denn je. Nicht nur der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften ist hier groß, sondern auch die Bandbreite entsprechender Studiengänge.

Ein Porträt-Foto von Luisa C.
Foto: privat

Die Studien- und Berufsmöglichkeiten im Bereich Medizin und Gesundheitswissenschaften sind vielfältig und beschränken sich längst nicht nur auf den Arztberuf. Eine Rolle spielt hierbei auch die zunehmende Akademisierung, die neben vielen anderen Berufszweigen auch die Gesundheitsberufe betrifft. So gilt zum Beispiel seit 2020: Wer Hebamme werden möchte, muss ein Bachelorstudium absolvieren.

Luisa Carmanns gehört zu den ersten Studierenden der Hebammenkunde an einer deutschen Hochschule. Seit drei Semestern studiert die 20-Jährige an der Hochschule Fulda. „Ich habe mich für die Hebammenkunde entschieden, weil es ein sehr menschennaher Beruf mit großer Vielfältigkeit ist. Die Möglichkeit, Frauen im Prozess des Mutterwerdens zu unterstützen und sie in schwierigen Phasen zu stärken, war für mich ein wichtiger Aspekt“, berichtet die Studentin. Ihr gefällt, dass sie mit einem Studienabschluss  später auch in die Forschung gehen oder aufgrund der automatischen Anerkennung des Hochschulabschlusses international als Hebamme tätig sein könnte. Die reguläre Studiendauer beträgt sieben Semester.

Da es sich um ein duales Studium handelt, gehören neben den Vorlesungen auch Praxisphasen im Krankenhaus und im außerklinischen Bereich dazu. Zu Beginn des Studiums stehen medizinische Grundlagen und eine Einführung ins wissenschaftliche Schreiben auf dem Lehrplan, anschließend lernen die angehenden Hebammen alles zur Physiologie und Pathologie der Schwangerschaft, der Geburt und des Wochenbettes. „Besonders viel Spaß machen mir die sogenannten Skill-Einheiten. Hier lernen wir, alles aus der Theorie in die Praxis umzusetzen. Dafür haben wir in der Hochschule entsprechende Puppen, Modelle und Materialien. Dabei spielen wir oft verschiedene Rollen: Sei es die Hebamme, eine Schwangere, eine Gebärende oder ihr Partner. Außerdem ist es beruhigend, verschiedene Handgriffe oder auch die Blutabnahme erst an Modellen geübt zu haben, bevor man sich in der Praxis an die ‚echten‘ Frauen traut.“ Nach dem Abschluss möchte sie gerne einige Jahre in einem Kreißsaal arbeiten, um Berufserfahrung zu sammeln und dann im außerklinischen Bereich tätig werden. „Mein Wunsch ist es, später freiberuflich Schwangerenvorsorge, Geburtshilfe, Wochenbettbetreuung und Kurse anzubieten“, sagt Luisa Carmanns.

Wie nah am Menschen will ich arbeiten?

Ein Porträt-Foto von Petra G.
Foto: privat

„Wer sich für einen Beruf im Bereich Gesundheit und Medizin interessiert, sollte vorab überlegen, wie unmittelbar er mit Menschen arbeiten will. Des Weiteren ist es wichtig, herauszufinden, in welchem Stadium einer Erkrankung man Unterstützung leisten möchte“, rät Berufsberaterin Petra Gögelein von der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt. „Gegebenenfalls ist es auch ein berufliches Ziel, unterstützend und präventiv tätig zu werden, damit Krankheit gar nicht erst zum Thema wird, zum Beispiel als Ernährungswissenschaftler. Sicherlich kann ein freiwilliges soziales Jahr in Medizin, Pflege, Prävention oder Therapie für diese Entscheidung hilfreich sein.“

Ärztin, Epidemiologe oder doch lieber Therapeutin?

Die unmittelbare Arbeit mit Patient*innen leisten in der Regel Mediziner*innen und – zunehmend akademisch – ausgebildete Pfleger*innen. Während Mediziningenieur*innen für den Einsatz komplexer und hocheffizienter Geräte sorgen, basiert die Auswertung medizinischer Untersuchungen auf der Software, die Medizininformatiker*innen entwickelt haben. Die Organisation und Verwaltung von Kliniken wiederum obliegt den Expert*innen, die Gesundheitsmanagement studiert haben. Therapeut*innen aus Psychotherapie, Ergo- und Sprachtherapie sowie Kunst- und Musiktherapeut*innen sind in der Vorsorge und Rehabilitation von Patient*innen aktiv. In der biomedizinischen Forschung werden Infektionsversuche und Laborarbeiten mit Zellkulturen durchgeführt. Die Entwicklung neuer Medikamente sowie die Arzneimittelsicherheit ist Aufgabe von Pharmazeut*innen. Aber auch Biolog*innen, Epidemiolog*innen und Virolog*innen sind gefragte Fachleute.

Bereits jeder sechste Arbeitsplatz ist heute laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in der Gesundheitsbranche angesiedelt. „Die Pandemie hat verdeutlicht, wie wichtig es ist, genügend gut ausgebildete und motivierte Pflegeexperten und Mediziner am Krankenbett zu haben. Bei der weltweiten Entwicklung von Impfstoffen und Arzneimitteln sind außerdem eine Vielzahl von Experten aus Naturwissenschaft und Medizin vonnöten“, sagt Petra Gögelein. Die Berufsaussichten für Hochschulabsolvent*innen im Gesundheitssektor sind laut der Beraterin sehr gut, denn akademisch ausgebildete Fachkräfte sind aufgrund der sich rasant entwickelnden medizinische Fortschritte nachgefragt. „Zudem ist in Medizin und Gesundheitsberufen aus demografischen Gründen derzeit und in Zukunft ein Fachkräftemangel sichtbar.“

Weitere Informationen

Studienfeld "Medizin, Gesund­heits­wissen­schaften, Psychologie, Sport"

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z.B. Rubrik "Berufsleben" oder Rubrik "Bachelorstudiengänge"

berufsfeld-info.de

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BERUFENET

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Der Medizinische Fakultätentag

Der Medizinische Fakultätentag (MFT) ist ein Zusammenschluss aller medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten in Deutschland.
medizinische-fakultaeten.de