Medizin studieren

„Die plastische Chirurgie ist meine große Leidenschaft“

Ein Porträt-Foto von Beate B.
Foto: Simone Kessler Simoarts

Dr. med. Beate Blank ist bereits weit oben auf der Karriereleiter angekommen: Mit 35 Jahren leitet die Ärztin eine Abteilung in einem orthopädisch-chirurgischen Fachkrankenhaus in Nürnberg.

Die Strecksehne am Daumen ist gerissen. Damit der Patient ihn wieder uneingeschränkt nutzen kann, muss Beate Blank eine motorische Ersatzplastik vornehmen: Ein Teil der Strecksehne vom Zeigefinger wird zum Daumen umgeleitet. Als sie fertig ist, bittet sie den Patienten, den Daumen zu strecken – es klappt!

„Sofort sehen zu können, was man geleistet hat und Feedback von zufriedenen Patientinnen und Patienten zu erhalten, ist einfach schön“, schwärmt die 35-jährige Chefärztin der „Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie/Handchirurgie“ in den Kliniken Dr. Erler in Nürnberg.

Chefärztin mit 34 Jahren

Ihre Ausbildung hat Beate Blank konsequent durchgezogen: Studium der Humanmedizin an der Universität Regensburg, Weiterbildung zur Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Arbeit als Oberärztin an einer Klinik für Plastische und Handchirurgie, Anstellung im Oktober 2023 in den Kliniken Dr. Erler, mit 34 Jahren Berufung zur Chefärztin.

Es ist eine Vollzeitstelle: Arbeitsbeginn um 7 Uhr, Morgenbesprechung mit dem Team, Visite, Sprechstunde und OPs, zwischendurch Schreibtischarbeiten, Feierabend um 15.30 Uhr – falls es keine Notfälle gibt. Ausbildung quasi in Rekordzeit und jetzt eine verantwortungsvolle Spitzenposition in Vollzeit plus Familie – wie schafft man das? „Ich gönne mir wenig Pausen, habe keine Hobbys und opfere viel Freizeit“, erklärt Beate Blank und klingt dabei in keinster Weise wehmütig.

Was sie bei allem stets antreibt, ist ihre Leidenschaft insbesondere für die plastische Chirurgie. Dabei ging ihr Engagement oft über das Geforderte hinaus: Bereits als Studentin beteiligte sie sich an Publikationen, sprang ein, wenn jemand für einen Dienst gebraucht wurde, holte überall „die maximale Förderung und Weiterbildung“ raus und nutzte Urlaube für Fortbildungen oder Hospitationen.

Beispiele aus der Praxis: Medizin studieren

Chirurgin und Mutter – das geht!

Natürlich sei es eine Herausforderung, Arbeit und Familie zu vereinbaren – ihr Sohn wurde 2022 geboren, ihr Mann ist ebenfalls berufstätig. Aber sie habe sich nie abschrecken lassen von Aussagen wie „Chirurgin und Mutter – das geht nicht!“ Sondern sich stets gesagt: „Ich mache das jetzt trotzdem; weil ich glaube, dass ich das kann.“

Nach dieser Devise hat sie auch promoviert – dabei ging es ihr nicht um den Doktortitel als Statussymbol. Es war ihr insbesondere als Ärztin wichtig, denn: „Der Mann im Raum ist automatisch der Herr Doktor, die Frau nicht.“ Als „Frau Doktor“ unterstreicht sie, dass es sehr wohl möglich ist: Frau, Mutter, Chirurgin, Doktorin, Chefärztin – und glücklich.