Schnittstellenstudiengänge

Fit für Unternehmen in der arabischen Welt

Detailaufnahme einer Replik der Nil-Gottheit Hapi
Foto: Nancy Heusel | Bundesagentur für Arbeit

Thorben Osthaus (25) studiert Angewandte Wirtschaftssprachen und Internationale Unternehmensführung (AWS) an der Hochschule Bremen. Sein Schwerpunkt: Arabische Länder.

Ein Porträt-Foto von Thorben O.
Foto: privat

Ausschlaggebend war für Thorben Osthaus am Ende das Alleinstellungsmerkmal. „Man könnte Arabisch und parallel Wirtschaftswissenschaften studieren, aber beides in einem Studiengang habe ich zumindest bisher noch nirgends sonst gefunden. Das passte genau zu meinen Interessen.“ Inzwischen steht er im sechsten von regulär acht Semestern. Das ist ungewöhnlich für einen Bachelorstudiengang und liegt daran, dass in diesem Studium ein einjähriger Auslandsaufenthalt vorgesehen ist.

Dreiteiliges Studienprogramm

Zur Wahl stehen drei verschiedene Sprachzweige, konkret Chinesisch, Japanisch und Arabisch. Sprachliche Grundkenntnisse musste er dafür nicht mitbringen. „Das Studium ist so aufgebaut, dass es jeder auch ohne vorherige Sprachkenntnisse beginnen kann. In den ersten Semestern werden die Grundkenntnisse vermittelt, die dann durch die praktische Anwendung im Ausland gefestigt werden. Nach der Rückkehr erfolgt eine Vertiefung in Richtung Wirtschaftssprache.“

Das Studium gliedert sich grob in drei Teile. Während der ersten vier Semester stehen Basics auf dem Lehrplan, dabei ist der Anteil der Sprachmodule mit etwa 40 Prozent relativ groß. Auf den zweiten Teil, das fünfte und sechste Semester, entfällt der Auslandsaufenthalt. „Dieser beinhaltet ein Auslandssemester an einer Universität sowie ein halbes Jahr Praktika in kaufmännischen Betrieben der Zielregion“, erklärt Thorben Osthaus. Nach einigen Verzögerungen aufgrund der Corona-Pandemie geht es für ihn nun bald los: Er wird ein Semester lang an der Misr International University (MIU) in Kairo studieren. „Danach möchte ich gern ein Praktikum bei einer deutschen Auslandsvertretung machen und noch ein weiteres bei einer Unternehmensberatung.“

Betriebswirtschaftliche Schwerpunkte

Im dritten Teil des Studiums, also regulär dem siebten und achten Semester, erfolgt die Spezialisierung. „Das bedeutet, der Sprachenanteil wird etwas zurückgefahren und wir haben die Möglichkeit, betriebswirtschaftliche Schwerpunkte zu wählen, etwa in Richtung Personalwesen oder Spedition/Logistik. Ich selbst habe mich für Personalwesen entschieden.“ Die Interdisziplinarität zeigt sich durch die Verbindung von Sprache mit Wirtschaft und Politik. „Wir haben zum Beispiel ein Schnittstellen-Modul, das sich durch das gesamte Studium zieht“, ergänzt der Student. „Es nennt sich ,Wirtschaft und Gesellschaft der Zielregion‘.“

Nach dem Abschluss möchte Thorben Osthaus eine kleine Weltreise machen, dann in London ein Masterstudium der Volkswirtschaftslehre beginnen und seine interdisziplinäre Bandbreite dadurch erweitern.

Beispiele aus der Praxis: Schnittstellenstudiengänge