Überblick

Bundesweite Zulassungsbeschränkung

In vier Studienfächern werden die Studienplätze an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen in allen Bundesländern zentral über hochschulstart.de vergeben: Medizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie.

Eine Frau lernt am medizinischen Modell mit einem Buch.
Foto: Julia Hendrysiak

Nach Abzug von Vorabquoten für bestimmte Bewerbergruppen (u.a. für Ausländer/-innen und Zweitstudienbewerber/-innen) werden 30% der Studienplätze an die Abiturbesten eines jeden Bundeslandes vergeben. Die Verteilung von weiteren 10% der Plätze wird mithilfe einer notenunabhängigen Eignungsquote erfolgen, während der Großteil der verfügbaren Studienplätze (60%) durch das sogenannte „Auswahlverfahren der Hochschulen“ vergeben wird. Anschließend werden die Plätze an Studieninteressierte vergeben, für die die Ablehnung eine außergewöhnliche Härte bedeuten würde. Zum Schluss werden noch die Teilstudienplätze verteilt.

Sie müssen sich übrigens nicht für die Teilnahme an einer der drei Hauptquoten entscheiden: Im Rahmen der bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengänge nimmt eine Bewerbung für einen Ort stets automatisch an allen drei Quoten teil.

Hinweis: Die hier und im Folgenden dargestellten Regelungen im Verfahren zur Vergabe der bundesweit zulassungsbeschränkten Studienplätze gehen auf aktuelle Reformen zurück. Diese neuen Regelungen greifen erstmals im Vergabeverfahren für das Sommersemester 2020 und verschiedene Verfahrensdetails sind zum Produktionszeitpunkt der vorliegenden Ausgabe von „Studienwahl“ noch in der politischen Diskussion zwischen den Wissenschaftsministerien der 16 Bundesländer. Sobald neue oder ergänzende Informationen zur Gestaltung des Verfahrens vorliegen (bspw. die konkreten Start-Termine der Bewerbungsprozesse), so werden diese auf www.hochschulstart.de veröffentlicht. Darüber hinaus wird die gesamte Homepage voraussichtlich im Oktober 2019 erneuert werden.

"Abiturbestenquote" (30%)

Die Auswahl der Bewerber/-innen erfolgt nach der Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung (umgangssprachlich: „Abiturnote“). Die in dieser Quote verfügbaren Studienplätze werden über 16 Landes-Ranglisten (also anhand eines landesinternen Leistungsvergleichs) vergeben, die abschließend in eine große Bundes-Rangliste überführt werden. Dies geschieht anhand von Berechnungen, die sich u.a. auf vorliegende Bevölkerungszahlen bzw. -anteile stützen.

Das in der Abiturbestenquote vorliegende Gesamtvolumen an Studienplätzen wird also in einem ersten Schritt auf die 16 Bundesländer aufgeteilt und im Anschluss in eine Bundesliste überführt. Danach werden die entsprechenden Kapazitäten mit Bewerbungen ausgefüllt, deren Rangfolge sich primär nach der im jeweiligen Bundesland erbrachten Abiturleistung und sekundär nach einem abgeleisteten Dienst sowie einer zufällig zugewiesenen Losnummer ausrichtet. Die Wahl der möglichen Studienorte spielt für die Ranglisten-Position keine Rolle.

Zusätzliche Eignungsquote (10%)

Die neu etablierte „Zusätzliche Eignungsquote“ setzt einen Schwerpunkt auf Kriterien, die unabhängig von der Abiturleistung eine Rolle bei der Studienplatzvergabe spielen. Im Wesentlichen fokussiert man sich hier auf Ergebnisse von Studierfähigkeitstests, aber auch andere Formen der Qualifikation wie bspw. eine relevante Berufsausbildung oder ein abgeleisteter Dienst können (je nach Vorgabe der Hochschule) in die Entscheidungsfindung einfließen.

Darüber hinaus wird im Rahmen dieser Quote für den Zeitraum Sommersemester 2020 bis Wintersemester 2021/22 noch die sogenannte „Wartezeit“ berücksichtigt. Unter der Wartezeit versteht man die seit dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung (z.B. Abitur) verstrichene Zeit. Gemessen wird diese in Halbjahren – und das Ansammeln der Wartezeit wird nur durch die Aufnahme eines Studiums an einer staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland unterbrochen. Das gilt auch für ein Teilzeit- oder Fernstudium. Außerdem wird die Wartezeit quasi „automatisch“ angesammelt. Man muss sich also nirgendwo melden, damit die Wartezeit extra „erfasst“ wird.

Die Berücksichtigung der Wartezeit erfolgt nach einem bestimmten Punktesystem: In der zusätzlichen Eignungsquote kann eine Bewerbung maximal 100 Punkte erreichen. Maximal 55 davon werden anhand von schulnotenunabhängigen Kriterien vergeben. Wofür man hier wie viele Punkte bekommt, gibt die jeweilige Hochschule vor.

Die restlichen 45 Punkte bilden im Sommersemester 2020 und Wintersemester 2020/2021 den maximalen Rahmen zur Berücksichtigung der Wartezeit. Volle 45 Punkte erhält man aber nur, wenn 15 oder mehr Wartesemester angesammelt wurden. Bei weniger Wartezeit nimmt die Berücksichtigung linear ab – das bedeutet, dass für 14 Wartesemester noch 42 Punkte vergeben werden, für 13 Wartesemester 39 Punkte und so weiter.

Für das Sommersemester 2021 und das Wintersemester 2021/2022 gilt, dass durch das Ansammeln von Wartezeit maximal 30 Punkte erreicht werden können. Diese 30 Punkte werden durch 15 oder mehr Wartesemester vergeben. Bei weniger Wartesemestern nimmt die Berücksichtigung auch hier wieder linear ab. Für 14 Wartesemester werden nur noch 28 Punkte vergeben, für 13 Wartesemester 26 Punkte und so weiter. Dementsprechend werden in dieser Zeit maximal 70 Punkte durch die von der jeweiligen Hochschule festgelegten schulnotenunabhängigen Kriterien vergeben.

Ab dem Vergabeverfahren für das Sommersemester 2022 wird die Wartezeit in der Zusätzlichen Eignungsquote nicht mehr berücksichtigt werden.

Die genaue Funktionsweise wird (wie auch das ganze Quotenmodell an sich) ab Anfang Oktober 2019 ausführlich auf www.hochschulstart.de erläutert.

Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) in bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen (60%)

Der Großteil der verfügbaren Studienplätze in den bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen wird im Rahmen des Auswahlverfahrens der Hochschulen vergeben.

Bei der Auswahl im AdH hat die Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung zwar einen maßgeblichen Einfluss auf die Auswahl – aber diesem Auswahlkriterium muss mindestens ein weiteres (ge)wichtiges Kriterium zur Seite gestellt werden. Für den Studiengang Medizin müssen sogar mindestens zwei zusätzliche „bedeutsame“ Auswahlkriterien berücksichtigt werden.

Zu diesen Kriterien zählen vor allem das Ergebnis eines Studierfähigkeitstests, darüber hinaus können auch eine einschlägige Berufsausbildung, entsprechende berufliche Praxiserfahrung sowie die Ableistung eines Diensts oder der Nachweis akademischer Aktivitäten abseits eines Studiums (Bsp.: erfolgreiche Teilnahme an einem wissenschaftlichen Wettbewerb) in Betracht kommen. Auch Auswahlgespräche oder Motivationsschreiben können potenziell in die Entscheidungsfindung einfließen.

Wie genau die Auswahlkriterien gestaltet bzw. gewichtet werden und wie sie mit der Abiturleistung zusammenwirken, kann ab Oktober 2019 auf www.hochschulstart.de eingesehen werden.

Die Bewerbung

Der erste Teil der Bewerbung für einen Studienplatz erfolgt online bei hochschulstart.de. Dreh- und Angelpunkt ist auch für bundesweit zulassungsbeschränkte Studiengänge das DoSV-Bewerbungsportal. Wenn man sich dort nach einer Registrierung anhand des Studienangebots für einen bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengang interessiert, wird man zum Dialogsystem „AntOn“ (= Antrag Online) weitergeleitet. Dort werden die Bewerber/-innen programmgestützt durch die benötigte Antragstellung geführt.

Die zur rechtsgültigen Antragstellung notwendige Unterschrift sowie die zum Antrag gehörenden Unterlagen (z.B. beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses) müssen per Post nachgereicht werden.

Die Bewerbungsergebnisse werden schließlich im persönlichen Nutzerkonto des DoSV-Bewerbungsportals angezeigt. Weitere Details zum Bewerbungsablauf sowie weitere in diesem Zusammenhang wichtige Informationen finden Sie auf www.hochschulstart.de (bspw. Angaben zu den geltenden Bewerbungsfristen).

Die Rolle der Studierfähigkeitstests

Wer seine Chancen auf eine Zulassung erhöhen möchte, sollte sich ernsthaft mit dem Thema „Studierfähigkeitstests“ auseinandersetzen: Man kann bspw. einmalig an einem gebührenpflichtigen Test für Medizinische Studiengänge (TMS) teilnehmen. Für die Zulassung zum Studium ist die Teilnahme zwar nicht verbindlich, aber das Testergebnis ist nahezu flächendeckend für den Bewerbungsprozess relevant.

Der TMS findet einmal jährlich Anfang Mai zeitgleich an rund 50 Testorten in Deutschland statt. Anmeldeschluss ist jeweils der 15. Januar. Alt-Abiturient(inn)en können das TMS-Ergebnis nachreichen, wenn sie sich bei hochschulstart.de fristgerecht beworben haben.

Weitere Informationen erhalten Sie bei den beteiligten Medizinischen Fakultäten, hochschulstart.de und der TMS-Koordinationsstelle auf www.tms-info.org.

Alternativ zum TMS besteht außerdem die Möglichkeit, dass Bewerber/-innen von einer Hochschule, an der sie sich beworben haben, zur Teilnahme an einem lokalen Testverfahren eingeladen bzw. aufgefordert werden.

Bewerbungsschluss bei hochschulstart.de

Die genannten Bewerbungsfristen sind Ausschlussfristen. – Quelle: www.hochschulstart.de 2019

Für das Wintersemester

31. Mai: Alt-Abiturient(inn)en
Studienbewerber/-innen, die ihre Studienberechtigung vor dem 16. Januar des laufenden Jahres erworben haben.

15. Juli: Neu-Abiturient(inn)en
Studienbewerber/-innen, die ihre Studienberechtigung zwischen dem 16. Januar bis einschließlich 15. Juli des laufenden Jahres erworben haben.

Für das Sommersemester

15. Januar:
Für Alt- und Neu-Abiturient(inn)en

Hinweis

Auch Bewerber/-innen mit ausländischen Schulabschlüssen eines EU-Landes, Islands, Liechtensteins oder Norwegens bzw. Ausländer/-innen, die eine Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erworben haben, bewerben sich über hochschulstart.de. Das gilt auch für deutsche Staatsangehörige, die ihren Schulabschluss im Ausland erworben haben. Die Entscheidungen der Hochschulen und der Stiftung für Hochschulzulassung werden in der Regel gegenseitig anerkannt.

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