Studienstart

Es geht los: Start ins erste Semester

Vorbereitung als A und O

Zwei junge Frauen und zwei junge Männer laufen auf einem breiten Weg. Auf der linken Seite stehen Tische im Freien, an denen mehrere Personen sitzen
Foto: Julien Fertl | Bundesagentur für Arbeit

Raus aus dem Kinderzimmer, rein ins Studentenleben: Der Start ins erste Semester ist für viele auch der Auftakt ein neues Leben. Das kann sich großartig anfühlen – aber auch Unsicherheiten mit sich bringen. Doch mit einer guten Vorbereitung gelingt alles reibungslos.

Ein Porträt-Foto von Cristina Gruber
Foto: privat

Cristina Gruber kann sich noch genau erinnern, wie sie sich in den ersten Tagen ihres Studentenlebens gefühlt hat. „Das war so eine Mischung aus Euphorie, Neugier und viel, viel Unsicherheit.“ Für ihr Studium der Biowissenschaften an der Universität Heidelberg ist sie in ein Wohnheim direkt auf dem Campus gezogen. Inzwischen ist sie im zweiten Semester. „Es ist einfach eine riesen Umstellung. Du wohnst plötzlich allein, musst einkaufen, Wäsche waschen, dich auf dem riesigen Campus zurechtfinden und es dann auch noch schaffen, dein Studium selbst zu organisieren.“ Aber Cristina Gruber merkte schnell, den anderen Erstsemester(inne)n ging es ganz genauso und überall gab es Menschen, die gerne weiterhalfen. „Studierendenwerk, Studienberatung, die Fachschaft, Kommilitonen – es gibt so viele Anlaufstellen. Der größte Fehler ist tatsächlich zu denken, dass man das alles alleine schaffen muss.“

Auch Marco Grassel, Berater bei der Zentralen Studienberatung der Universität Heidelberg, hat einen zentralen Tipp an Studienanfänger/innen: „Fragen, fragen, fragen!“ Das Leben und Lernen an einer Hochschule sei eben völlig anders als an der Schule. „Da ist es ganz normal, dass der Kopf voller Fragezeichen ist – gerade bei jungen Menschen, die vielleicht auch als erste in ihrer Familie studieren. Dann darf man einfach keine Scheu haben, Fragen zu stellen.“ 

Fahrplan bis zum Vorlesungsbeginn

Schon im Vorfeld des Studiums können sich Studierende etwa an die Infotelefone der Studienberatungen wenden. „Wir beantworten wirklich alle Fragen – oder verweisen an die richtigen Stellen“, erklärt Marco Grassel. Bei allen Fragen rund um die Inhalte des Studiums, bei Lernschwierigkeiten oder Karrierefragen ist die Studienberatung die erste Anlaufstelle. Die Studenten- oder Studierendenwerke helfen mit Sozial- oder Rechtsberatungen und psychosozialen Beratungsstellen weiter. Menschen mit Behinderung finden hier ebenso Unterstützung wie Studierende, die Eltern werden oder sind.

Ein Porträt-Foto von Marco Grassel
Foto: privat

Eine gute Vorbereitung ins erste Semester beginnt spätestens mit dem Eintrudeln des Zulassungsbescheids – oder bei zulassungsfreien Studiengängen mit der Entscheidung für die Einschreibung. „Zuerst sollte man sich nach den Fristen erkundigen“, rät Marco Grassel. Bis wann muss die Immatrikulation erfolgt sein, wann fängt das Semester an, wann die Vorlesungen, gibt es Vorkurse oder Einführungsveranstaltungen und bis wann muss der Bafög-Antrag abgegeben werden? Mit den wichtigsten Terminen im Kalender – die sich bedingt durch die Corona-Pandemie auch kurzfristig ändern können – können sich „Erstis“ einen groben Fahrplan zusammenstellen.

Szenarien: Es geht los: Start ins erste Semester

Wichtige Themen: Wohnen und Finanzen

Mit dem Zulassungsbescheid folgt auch der Startschuss für zwei weitere wichtige Themen: Finanzen und Wohnen. Heike Müller vom Studentenwerk Dresden rät sogar, sich schon vor der Zulassung darum zu kümmern. „Beim Thema Wohnen sollte man sich frühzeitig Gedanken machen, wie man wohnen will. Etwa in einer WG oder in einem Wohnheim.“ In vielen Städten können die Wohnheime der Studenten- und Studierendenwerke auch virtuell besichtigt werden. Mit dem Zulassungsbescheid oder der Anmeldung zum Studium erhalten Studierende dann einen Wohnberechtigungsnachweis. „Sobald Sie diesen in den Händen halten, sollten Sie sich bewerben“, sagt Heike Müller. Denn die Platzvergabe erfolgt nach Bewerbungseingang. 

Cristina Gruber hat sich bereits vor ihrem Zulassungsbescheid für einen Wohnheimplatz beworben. „Die Wohnsituation ist in Heidelberg sehr angespannt, deshalb wollte ich das so früh wie möglich tun.“ Ihre Immatrikulation konnte sie nachreichen. „So früh wie möglich“ gilt übrigens auch für die Suche auf dem privaten Wohnungsmarkt, nach WG-Zimmern oder einer eigenen Wohnung. 

Auch beim Thema BAföG rät Heike Müller, den Antrag so früh wie möglich anzugehen, selbst wenn noch gar nicht feststeht, wo man studieren wird. „Die BAföG-Ämter können die Dokumente dann einfach weiterreichen.“ Ebenfalls wichtig: „Man muss für den Antrag nicht alle Unterlagen komplett haben – viele lassen sich problemlos nachreichen.“ Spätestens in dem Monat des Studienbeginns sollte der Antrag jedoch gestellt werden – sonst erlischt der Anspruch auf die finanzielle Unterstützung. Informationen zu anderen Finanzierungsmöglichkeiten finden Studierende ebenfalls bei den Studenten- und Studierendenwerken und den Zentralen Studienberatungen.

„Rüstzeug“ in der Ersti-Woche

„Wer die zwei Themen schon im Vorfeld abgehakt hat, kann deutlich entspannter ins Studium starten“, weiß Heike Müller. Und sich dann auf die Inhalte und die soziale Seite konzentrieren. „Auf keinen Fall sollten Erstsemester die Einführungsveranstaltungen der Fächer und Fachschaften verpassen“, warnt Studienberater Marco Grassel. Cristina Gruber kann dem nur zustimmen. „Unsere Ersti-Woche fand eine Woche vor Vorlesungsbeginn statt“, erzählt sie. Dabei gab es etwa eine Campusführung, eine Einführung in die Bibliothek sowie eine Kneipentour. „Und auch eine Infoveranstaltung, bei der Leute aus der Fachschaft uns geholfen haben, einen Stundenplan zusammenzustellen.“ Die Ersti-Woche habe ihr das „Rüstzeug“ für einen guten Semesterstart gegeben – und erste Freundschaften beschert. Mittlerweile ist Cristina Gruber selbst in der Fachschaft und kann alle Erstsemester beruhigen, die in Pandemiezeiten in ihr Studium starten: „Wir setzen alles daran, solche Veranstaltungen weiter zu ermöglichen – in welcher Form auch immer.“

Gut einen Monat brauchte Cristina Gruber, um sich auf dem Campus in Heidelberg zurechtzufinden. „Noch länger hat es gedauert, bis ich mich an das selbstbestimmte Lernen gewöhnt hatte.“ Denn zu Beginn, gibt sie zu, habe sie noch gelernt wie in der Schule. „Aber das funktioniert einfach nicht, man muss sich schon anders strukturieren.“ Doch auch dabei fand sie immer Unterstützung – von Kommiliton(inn)en, mit denen sie Lerngruppen bildete oder von der Fachschaft, die auch mal Tipps gibt, welche Klausuren besonders lernintensiv sind und mehr Vorbereitung erfordern. Denn beim Lernen gilt – wie bei allen andere Themen rund um das Studium: Niemand muss es alleine packen.

Weitere Informationen

studienwahl.de

Weitere Informationen rund um den Start ins erste Semester finden Sie auch in der Rubrik „Studieninfos“.
www.studienwahl.de/studieninfos/tipps-fuer-den-studienstart

abi.de

Infos, Reportagen und Erfahrungsberichte rund um Studium, Ausbildung und Berufswahl. 
www.abi.de

Deutsches Studentenwerk

Auf der Internetseite des Verband der deutschen Studenten- und Studierendenwerke gibt es Informationen rund um die Themen Wohnen, Finanzen und Beratung sowie eine Landkarte aller Studentenwerke. 
www.studentenwerke.de

BAföG

Informationen des Bundesministeriums für Bildung rund um das BAföG und die Studienfinanzierung.
www.bafög.de 

Hochschulkompass

Die Internetseite der Hochschulrektorenkonferenz hat Infos zu Studienvorbereitung und -einstieg zusammengestellt. 
www.hochschulkompass.de/studium/studienvorbereitung-studieneinstieg.html