Überblick

Erziehungs-, Bildungs­wissen­schaften

Die Erziehungs- und Bildungswissenschaften befassen sich mit der Entwicklung von Menschen zu einem selbstständigen und verantwortlichen Leben. Dabei betrachten sie die Erziehungswirklichkeit sowohl in Familie und Gesellschaft als auch in Schulen und sozialpädagogischen Einrichtungen.

Der Studienbereich im Überblick

Ein Set Wasserfarben.
Foto: Bundesagentur für Arbeit / Meramo Studios

Hauptaufgabe von Erziehungs- und Bildungswissenschaftler(inne)n ist neben dem Beraten von Einzelpersonen und Gruppen in verschiedensten Lebensbereichen die konzeptionelle Arbeit in der Aus- und Weiterbildung. Dazu entwickeln und erproben sie zielgruppenspezifische Angebote und werden in der Erziehungs-, Unterrichts- und Beratungsarbeit (einschließlich der Verwaltung und Leitung entsprechender Einrichtungen) auch selbst praktisch tätig.

Im Studium wird ein grundlegendes Verständnis der pädagogischen Denkweisen, Fragestellungen und methodischen Grundlagen sowie der gesellschaftlichen Voraussetzungen von Erziehung vermittelt.

Im fortgeschrittenen Studienverlauf stehen Lernprozesse sowie die Organisation und Planung von Bildungsprozessen im Vordergrund. Je nach angestrebter Spezialisierung, wie Pädagogik der frühen Kindheit, Rehabilitations- und Sonderpädagogik, Betriebspädagogik oder Personalentwicklung, Erwachsenenbildung, Bildungsmanagement und Weiterbildung erwerben die Studierenden entsprechende berufsfeldbezogene Handlungskompetenzen.

Studienangebot

Fachhochschulen und Universitäten bieten Bachelor- und Masterstudiengänge in Erziehungs- und Bildungswissenschaften an.

Mögliche Studiengangsbezeichnungen sind Berufspädagogik, Bildungsmanagement, Heilpädagogik/Inklusive Pädagogik, Ingenieurpädagogik, Kultur- und Medienpädagogik, Rehabilitationspädagogik, Sonderpädagogik, Integrative Lerntherapie, Waldorfpädagogik, Wirtschaftspädagogik.

Im Masterstudium erfolgt die Vertiefung und Profilbildung durch forschungs- und anwendungsbezogene Module wie Bildungstheorie und Bildungsprozesse, internationale Bildungsforschung, Erwachsenenbildung, Mediendidaktik, Migration und interkulturelle Pädagogik, außerschulische Jugendbildung, Pädagogik der frühen Kindheit, Kulturpädagogik, Bildungs- und Lernberatung, Bildungsökonomie und -planung, Organisationsentwicklung.

Inhalte des Studiums

Im Bachelorstudium werden erziehungswissenschaftliche Grundlagen vermittelt, durch Module wie beispielsweise Grundfragen und Grundbegriffe der Erziehungswissenschaft, Bildungs-, Erziehungs- und Lernprozesse, Medien und pädagogische Kommunikation, lebenslanges Lernen und lebensbegleitende Bildung, Methoden der Empirischen Bildungs- und Sozialforschung, Qualitative und quantitative Datenanalyse in der Bildungs- und Sozialforschung, Berufsorientierung, Didaktik beruflicher Bildung, Einführung in die Berufspädagogik, Entwicklung von Institutionen beruflicher Bildung, Pädagogische Psychologie, Qualitätsmanagement in der Aus- und Weiterbildung. Begleitend dazu stehen Inhalte aus Bezugswissenschaften, wie beispielsweise der Psychologie und den Sozialwissenschaften, auf dem Lehrplan.

In der Kultur- und Medienpädagogik werden beispielsweise folgende Inhalte vermittelt:

Grundlagen der Kultur- und Medienbildung, Kultursoziologische und interkulturelle Grundlagen, Theoretische und historische Aspekte der Kultur- und Medienwissenschaften

In der Rehabilitationspädagogik sind beispielsweise Psychodiagnostik und Intervention, Psychologische und Soziologische Grundlagen der Rehabilitation sowie Recht wichtige Fächer.

In der Regel sind zwei bis drei Monate praktische Tätigkeit in Schulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung, der Sozialpädagogik, des betrieblichen Ausbildungswesens o.Ä. Teil des Studiums.

Berufsmöglichkeiten nach dem Studium

Die Tätigkeitsfelder von Erziehungs- und Bildungswissenschaftler(inne)n liegen im Bildungs- und Erziehungswesen außerhalb der Schule. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es z.B. bei:

  • Einrichtungen der Erwachsenenbildung
  • Einrichtungen für Behinderte
  • Beratungseinrichtungen, z.B. Erziehungsberatung, Schwangerschaftskonfliktberatung
  • Freizeit-, Erholungs- und Sportzentren
  • Seniorenheimen, altenpädagogischen Einrichtungen
  • pädagogischen Einrichtungen von Städten und Landkreisen, z.B. Jugendzentren
  • Bildungsträgern (z.B. Bewerbungstraining, Coaching, berufliche Integration, Betreuung berufsvorbereitender Maßnahmen, Unterrichtstätigkeit)
  • Kindergärten und vorschulpädagogischen Einrichtungen.
  • Die Aufgabenschwerpunkte der Heilpädagog(inn)en liegen im Bereich der Jugend- und Behindertenhilfe. Sie sind z.B. tätig in schulvorbereitenden Einrichtungen, in heilpädagogischen Tagesstätten, Kindergärten und Heimen, in Behindertenwerkstätten und –wohnheimen, in Erziehungsberatungsstellen, in kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken und in Rehabilitationszentren.
  • Wirtschaftspädagog(inn)en können betriebswirtschaftliche und pädagogische Tätigkeiten in Unternehmen und nichtstaatlichen Institutionen übernehmen, etwa das betriebliche Bildungs- und Personalwesen, die Erwachsenenbildung, die Bildungsverwaltung und -beratung oder die Personal- und Organisationsentwicklung.

Je nach Einsatzgebiet sollten Kenntnisse im kaufmännischen Bereich, im Personalwesen, therapeutische Zusatzqualifikationen sowie EDV-Kenntnisse nachgewiesen werden können.

Weitere Informationen

Berufs- und Fachverband der Heilpädagogen (BHP) e.V.

ISA

Das Informationssystem Studienwahl & Arbeitsmarkt der Universität Duisburg-Essen gibt Informationen zur Entwicklung in den einzelnen Studienbereichen und Teilarbeitsmärkten.
www.uni-due.de/isa

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