Überblick

Mecha­tronik, Mikro- und Opto­technik

Automatisiert in eine Parklücke einparken, das Handy per Fingerabdruck entsperren – das komplexe Zusammenwirken von Sensoren, Aktoren, Lasern, Radar und mehr spielt eine zunehmende Rolle in unserem Alltag. Damit das funktioniert, wirken mehrere technische Disziplinen zukunftsweisend zusammen: Mechatronik, Mikrotechnik und Optotechnik.

Das Studienfeld im Überblick

Nahaufnahme eines Motors mit Zahnrädern, Rollen und Keilriemen.
Foto: Sonja Trabandt | Bundesagentur für Arbeit

Studiengänge in diesem Studienfeld haben eines gemeinsam: an der Schnittstelle zwischen Elektronik, Informatik, Mechanik, Sensorik und Messtechnik beschäftigen sie sich mit Lösungen für technische und medizinische Probleme.

  • Bei der Mechatronik verbinden sich Inhalte aus den klassischen Ingenieurdisziplinen Maschinenbau und Mechanik, Elektrotechnik und Elektronik sowie aus der Informatik. Interdisziplinäres und systemtechnisches Denken spielen hierbei eine große Rolle.
  • Auch das Studium der Mikrotechnik verbindet Fachgebiete aus Informatik, Mikrooptik und -elektronik sowie der Mikromechanik und ist daher in hohem Maße interdisziplinär angelegt.
  • Mit den Eigenschaften des Lichts und seinen Anwendungsmöglichkeiten, etwa in der optischen Messtechnik und Lasertechnik, beschäftigen sich die Studiengänge in den Bereichen Optoelektronik, Optische Technologien und Photonik. Hier unterscheiden sich die grundständigen Studiengänge vor allem nach den Disziplinen Augenoptik/Optometrie sowie Lasertechnik/Optische Systemtechnik/Optronik. Der Masterabschluss ist vertiefend im Studiengang Photonik (Optische Technologien) möglich.

Studienangebot

Studiengänge in diesem Bereich gibt es an Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften. An den meisten Hochschulen besteht die Möglichkeit, das Studium mit einem Master fortzuführen.

Inhalte des Studiums

Im Bachelorstudium Mechatronik vermitteln Module Basiskompetenzen aus den Fächern Mathematik und Physik sowie aus ingenieurwissenschaftlichen Fächern wie Technische Mechanik, Elektrotechnik, Elektronik und Elektronische Bauelemente, Schaltungstechnik, Informatik, Digitaltechnik, Steuerungstechnik, Signale und Systeme, Statik, Dynamik, Konstruktionstechnik, Systementwurf, Elektro-CAE (Computer Aided Engineering), Elektrische Antriebstechnik, Regelungstechnik, Signaltechnik, Sensortechnik, Messtechnik, Robotersysteme, Automation, Thermo- und Fluiddynamik, Werkstoffe, Technische Optik und Lichttechnik, Hydraulik und Pneumatik. Hinzu kommen z.B. Ergänzungsmodule in Englisch, Betriebswirtschaft/ Rechnungswesen, Projektmanagement und Recht.

In Mikrotechnik werden im Bachelorstudium Module zu Grundlagen in Mathematik, Physik, Chemie, Technische Mechanik, Elektrotechnik, Technische Optik, Werkstofftechnik, Technisches Konstruktionszeichnen/CAD, Bauelemente und Schaltungstechnik oder Technische Programmierung absolviert. Anschließend erfolgt die Vermittlung anwendungsbezogener Kenntnisse in Fächern wie Informatik, Elektronik, Mikroprozessortechnik, Signale und Systeme, Signalverarbeitung, Biomaterialien, Mess- und Regelungstechnik, Konstruktionsmethodik, Einführung in Modellbildung und Simulation, Produktionstechniken sowie Technische Optik.

Zu den Studieninhalten der Optotechnik gehören Mathematik, Physik, Bildverarbeitung, Programmierung, technische Optik, Feinwerktechnik, Mess- und Regelungstechnik, Sensortechnik, Lasertechnik und Signalverarbeitung.

Während des Studiums gibt es meist Praxisphasen, teilweise ein berufspraktisches Studiensemester.

Zulassungskriterien & Studienbewerbung

Manche Hochschulen verlangen ein mehrwöchiges Vorpraktikum. Für den Studiengang Augenoptik wird eine abgeschlossene Berufsausbildung zum*zur Augenoptiker*in vorausgesetzt bzw. empfohlen.

Berufsmöglichkeiten nach dem Studium

Ingenieur*innen der Mechatronik arbeiten in allen wichtigen Branchen des Maschinen- und Anlagenbaus sowie der Elektrotechnik und Elektronik. Sie werden in Betrieben der Automobil- und Luftfahrtindustrie, der Fahrzeugtechnik, Automatisierungstechnik, Robotik, Mikrosystem- und Feinwerktechnik, Print- und Medientechnik, Audio- und Videoindustrie sowie der Medizintechnik gebraucht.

Ingenieur*innen des Fachbereichs Mikrotechnik arbeiten v.a. in Herstellerbetrieben für feinwerk- und mikrotechnische Produkte, z.B. für Geräte der Informationstechnik, Unterhaltungselektronik, Optik und Fototechnik, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, Sensortechnik, Medizintechnik, Fertigungs- und Montagetechnik, Haushaltsgerätetechnik, Sicherheitstechnik sowie im Fahrzeugbau.

Dank der Interdisziplinarität und Anwendungsbreite der optischen Technologien finden Absolvent*innen Beschäftigungsmöglichkeiten in Betrieben der Optikindustrie, der Medizin- und Umwelttechnik, der Informations- und Telekommunikationsbranche, der Automobilindustrie sowie bei zahlreichen weiteren Herstellern optischer Bauteile und Komponenten.

Die Absolvent*innen aller Bereiche können auch in Forschungseinrichtungen arbeiten.

Weitere Informationen

Cluster Mechatronik und Automation

Studieninformationssystem

des Fakultätentages für Maschinenbau und Verfahrenstechnik (TMV)
https://sis.ftmv.de

Photonikforschung

Infoportal des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur Forschung in den Optischen Technologien.
www.photonikforschung.de

OptecNet Deutschland e.V.

Zusammenschluss der neun regionalen Kompetenznetze Optische Technologien in Deutschland.
www.optecnet.de

IVAM Fachverband für Mikrotechnik

Deutsche Gesellschaft für Mechatronik (DGM)