Überblick

Mathematik, Statistik

Seit mehr als 2.500 Jahren der Menschheitsgeschichte liefert die Mathematik Rechenmodelle, um die Welt begreifbar zu machen. Sie gliedert sich in die zwei großen Teilbereiche: die Reine und die Angewandte Mathematik.

Das Studienfeld im Überblick

Ziel des Mathematikstudiums ist es, mathematische Begriffe und Methoden zu erlernen und zu beherrschen. Die Fähigkeit zum abstrakten strukturellen Denken ist daher Voraussetzung für das Studium und den Beruf des/der Mathematikers/-in.

Von ebenso großer Bedeutung ist die Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit, was schon während des Studiums durch die obligatorische Wahl eines Nebenfachs berücksichtigt wird. Das gewählte Neben- oder Vertiefungsfach entstammt standortabhängig üblicherweise einem Bereich der Natur- oder Ingenieurwissenschaften, den Wirtschaftswissenschaften oder der Informatik. Mit ihm ist auch eine erste  Entscheidung für das spätere berufliche Einsatzgebiet verbunden. Die Wahl anderer Nebenfächer ist an vielen Standorten aber nicht ausgeschlossen.

Studienangebot

  • Hauptgebiete der Reinen Mathematik sind Algebra, Analysis, Geometrie, Topologie und Zahlentheorie. Die Reine Mathematik befasst sich mit abstrakten Strukturen und deren inneren Beziehungen, wobei sie bemüht ist, eine möglichst große Fülle von Aussagen aus wenigen Annahmen abzuleiten.
  • Die Angewandte Mathematik hat zum Ziel, ein Instrumentarium bereitzustellen, um Fragestellungen aus Natur- und Ingenieurwissenschaften, Medizin sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit quantitativen Methoden zu bearbeiten. Ihre Hauptgebiete sind die Numerik, die Optimierung und die Stochastik.
  • Eine wichtige Aufgabe der Statistik liegt in der Planung, Durchführung und Auswertung umfangreicher Untersuchungen und Experimente. Aus den vorliegenden Zahl- und Messdaten können Zusammenhänge zwischen Theorien und der Praxis ermittelt werden. Statistische Schlussfolgerungen beruhen auf zuweilen aufwendigen mathematischen und computertechnischen Verfahren. In vielen Wissenschaften (Medizin, Biologie und andere Naturwissenschaften, Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften, Psychologie, Soziologie, Archäologie, Pädagogik, Umweltschutz) sind statistische Methoden unverzichtbar.
  • Aus der Mathematik haben sich zudem die Wirtschaftsmathematik und die Technomathematik entwickelt. Die Wirtschaftsmathematik hat Aufgaben in fast allen Wirtschaftszweigen gefunden, hauptsächlich im Versicherungs- und Finanzwesen. Die computergerechte Entwicklung mathematischer Modelle für die Lösung technischer Probleme sowie deren Auswertung ist Aufgabe der Technomathematik.
  • Bei der Angewandten Systemwissenschaft stehen mathematische Modelle für Umweltschutz/Ökologie im Mittelpunkt.
  • Biomathematiker/-innen verfügen über spezielles Wissen in verschiedenen Disziplinen der Biologie sowie die dazu notwendigen Grundkenntnisse aus anderen Naturwissenschaften. Sie formulieren biologische oder medizinische Fragestellungen in der Sprache der Mathematik und nutzen oder entwickeln Modelle und Methoden zu deren Lösung.

Inhalte des Studiums

Ausgehend von soliden Schulkenntnissen in der Mathematik wird im Bachelorstudium die mathematische Basis in den Gebieten Analysis (Differenzial- und Integralgleichungen, Funktionentheorie, Integrationstheorie), Lineare Algebra und Analytische Geometrie, Angewandte Mathematik/Stochastik (Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik, Modellbildung), Numerik sowie Optimierung vermittelt. Zusätzlich werden Module zu den jeweils gewählten technischen, naturwissenschaftlichen, medizinischen oder wirtschaftswissenschaftlichen Anwendungsgebieten angeboten. Hinzu kommen die Aneignung verschiedener Methoden und Arbeitstechniken, Grundzüge der Informatik und der Einsatz professioneller Software sowie das Erlernen höherer Programmiersprachen, einschließlich „Rechnerpraktika“.

Im Masterstudium erfolgt die Profilbildung, z.B. in der Reinen Mathematik oder in verschiedenen Anwendungsfächern, z.B. Techno- oder Wirtschaftsmathematik.

Das Statistikstudium umfasst die Fächer Statistik, Mathematik, Informatik sowie ein oder mehrere Anwendungsgebiete. Modulangebote sind: Einführung und Grundlagen, lineare Methoden und Modelle, mathematische Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung, Kerngebiete der angewandten Statistik (multivariate Verfahren, generalisierte Regression, Versuchsplanung und Stichprobentheorie), praktische Statistik mit Projekt- oder Fallstudien, mathematische Modulangebote zur Analysis, Vektor- und Matrizenrechnung, Numerik und Logik; im Bereich der Informatik Modulangebote zu Datenanalyse, Programmierung, Softwareentwicklung, Datenbank- und Informationssystemen sowie Statistik-Software. Projektstudien und Praktika finden in Anwendungsbereichen statt, z.B Versicherungsstatistik, Asset-Management, Sozialforschung, Biometrie, Psychometrie, Geowissenschaften und Meteorologie, Technik, Umwelt- und Agrarwissenschaften, Biostatistik oder Arzneimittelforschung.

Zulassungskriterien & Studienbewerbung

Nur selten sind Bachelorstudiengänge in Mathematik mit einer Zulassungsbeschränkung belegt. Meist müssen sich Studieninteressierte neben Mathematik zusätzlich für ein Haupt- bzw. Nebenfach entscheiden.

Berufsmöglichkeiten nach dem Studium

Mathematiker/-innen arbeiten überwiegend in Unternehmen des Versicherungs- und Kreditgewerbes, bei Herstellern datenverarbeitender Technik, Software-Unternehmen sowie bei Unternehmensberatungen und Marktforschungsinstituten. Als Wirtschaftsmathematiker/-innen (und nach Weiterbildung als Aktuare/-innen) sind sie bei Versicherungsgesellschaften, Banken, Bausparkassen oder berufsständischen Versorgungseinrichtungen tätig.

Im Zuge der technologischen Entwicklung ergeben sich neue Aufgabenfelder in Bereichen wie der Biotechnologie oder der Medizintechnik. Daneben gibt es Beschäftigungsmöglichkeiten im öffentlichen Dienst, insbesondere bei statistischen Ämtern und Behörden sowie an Hochschulen.

Weitere Informationen

Deutsche Mathematiker-Vereinigung

Einen umfassenden Überblick zur Mathematik finden Sie unter:
www.mathematik.de

Deutsche Aktuarvereinigung

Statistisches Bundesamt

ISA

Das Informationssystem Studienwahl & Arbeitsmarkt der Universität Duisburg-Essen gibt Informationen zur Entwicklung in den einzelnen Studienbereichen und Teilarbeitsmärkten.
www.uni-due.de/isa

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