Überblick

Sicher­heit und Gefahren­abwehr, Rettungs­ingenieur­wesen

Erdbeben, Hochwasser, Brände, Brückeneinstürze, Chemieunfälle: In unserer Welt kommt es immer wieder zu Katastrophen. In solchen Fällen werden Expert*innen gebraucht, die einen kühlen Kopf bewahren, das Krisenmanagement übernehmen und geeignete Abwehrmaßnahmen ergreifen.

Das Studienfeld im Überblick

Detailaufnahme von einem Blaulicht auf einem Fahrzeugdach, welches leuchtet. Im Hintergrund erkennt man ein großes rotes Löschgruppenfahrzeug.
Foto: Roman Größer | Bundesagentur für Arbeit

Studiengänge im Bereich Sicherheit und Gefahrenabwehr bilden Expert*innen aus, die dafür sorgen, dass Sicherheitsrisiken minimiert oder Dinge wieder unter Kontrolle gebracht werden, die außer Kontrolle geraten sind. Bei Feuerwehr und Polizei, im Sicherheitsmanagement in Unternehmen verschiedener Branchen sowie bei Staat und Regierung entwickeln sie Sicherheitstechnik und -konzepte sowie Ablaufpläne und sorgen nicht nur im Katastrophenfall dafür, dass diese auch eingehalten werden. Weil das Tätigkeitsfeld so breit ist, brauchen Sicherheitsfachkräfte spezifisches Wissen auf vielen Gebieten. Überschneidungen gibt es zu den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, aber auch zu Chemie, Physik und Psychologie.

Das Rettungsingenieurwesen ist eine fachübergreifend ausgerichtete Disziplin, die ingenieurwissenschaftliche Fächer mit sozialwissenschaftlichen, wirtschaftswissenschaftlichen und fachspezifischen Fächern verbindet.

Studienangebot

Das Studienangebot im Bereich Sicherheit und Gefahrenabwehr umfasst sowohl generalistische Studiengänge als auch spezialisierte Angebote, z.B. im Bereich „Industrielle Sicherheit“. Das Studium ist i.d.R. sowohl forschungs- als auch anwendungsorientiert und beinhaltet Praktika. Mögliche Studiengangsbezeichnungen sind „Gefahrenabwehr/Hazard Control“, „Qualität, Umwelt, Sicherheit und Hygiene“, „Risiko- und Sicherheitsmanagement“, „Risikoingenieurwesen“,„Security & Safety Engineering“ oder „Sicherheitsmanagement“.

Studiengänge im Rettungsingenieurwesen bieten derzeit nur die Technische Hochschule Köln (Bachelor und Master) sowie die Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg (Bachelor).

Inhalte des Studiums

Im Studium setzen sich die Studierenden der Sicherheit und Gefahrenabwehr mit verschiedenen Disziplinen auseinander. Sie erlangen je nach Ausrichtung Grundlagenwissen u.a. aus den Bereichen Sicherheitstechnik, Arbeits-, Brand- und Umweltschutz, Chemie, Elektrotechnik, Grundlagen der Kommunikation, Konflikt und Kriminalität im gesellschaftlichen Prozess, Marketing und Management, Physik, Recht und BWL, Selbst- und Konfliktmanagement, Umweltschutz, Informatik, Verfahrenstechnik und Psychologie. Darüber hinaus können sie eigene Schwerpunkte setzen. Dazu zählen bspw. Hochwasser- oder Strahlenschutz, Löschtechnik und Öffentlichkeitsarbeit. Studierende des Rettungsingenieurwesens erwerben zunächst naturwissenschaftliche und technische Grundlagen. Außerdem lernen sie, wie man Gefahren, Risiken und deren Zusammenhänge erkennt, sie einschätzt, ihnen vorbeugt und sie bekämpft. Sie beschäftigen sich u.a. mit der Bedarfsplanung in Rettungsdienst und Brandschutz, mit Chemie, Betriebswirtschaft, Humanbiologie, Ingenieurmathematik, Risikoanalyse, Notfallmedizin, Physik und Technischer Mechanik.

Zulassungskriterien & Studienbewerbung

Für ein Studium der Sicherheit und Gefahrenabwehr bzw. des Rettungsingenieurwesens können z.T. mehrwöchige Praktika bzw. Eignungsfeststellungsprüfungen Voraussetzung sein.

Berufsmöglichkeiten nach dem Studium

Absolvent*innen beider Fächer können arbeiten u.a.bei Berufsfeuerwehren, in der Industrie, bei Brand-, Katastrophen- und Umweltschutzbehörden des Bundes, der Länder oder von Gemeinden,bei der Polizei, als Sachverständige bei Versicherungen, im Bauwesen oder bei Banken, in der Entwicklung oder Herstellung von Brandschutz- und Sicherheitstechnik.