Informatik

Informatik

Informatik ist zum einen die aus der Mathematik heraus entstandene Wissenschaft, Informationen automatisiert darzustellen, zu speichern und zu verarbeiten. Zum anderen ist der Ursprung dieses Fachbereichs in den Ingenieurwissenschaften zu finden, die diese maschinell gestützten Berechnungen an Computern und Co. für praktische Zwecke einsetzen.

Das Studienfeld im Überblick

Die Informatik ist eng mit der Mathematik und der Elektrotechnik/Elektronik verbunden. Sie ist aber auch als eine Basis- und Querschnittsdisziplin zu verstehen, die sich mit technischen und organisatorischen Problemen bei der Entwicklung und Anwendung informationsverarbeitender Systeme beschäftigt.

Sie erforscht die Informationsverarbeitung und die Anwendung solcher Verfahren. Sie formuliert durch Abstraktion und Modellbildung allgemeine Gesetzmäßigkeiten. Daraus entwickelt sie Standardlösungen für die Praxis, z.B. bei der Bewältigung großer Daten- und Informationsmengen und der Steuerung komplexer Produktionsabläufe.

Das Informatikstudium befähigt dazu, Modelle zur Beschreibung komplexer Systeme zu entwickeln, die wesentlichen Einflussgrößen zu erkennen, für Detailprobleme algorithmische Lösungen systematisch zu finden und praktisch einsatzfähige Anwendungssysteme herzustellen. Das erfordert analytische Fähigkeiten und fundierte Kenntnisse leistungsfähiger Programmiermethoden, ein breites Portfolio an Begriffen, Modellen und Verfahren aus Mathematik, Logik und theoretischer Informatik sowie Grundkenntnisse über den logischen und technischen Aufbau von Rechnern.

Die extrem hohe Innovationsgeschwindigkeit in der Informationstechnologie (IT) verlangt die ständige Anpassung der Kenntnisse sowie eine verstärkte Spezialisierung.

Studienangebot

Die Informatik teilt sich in vier Bereiche auf, die sich auch im Studienangebot widerspiegeln:

  • Die Theoretische Informatik beschäftigt sich mit den abstrakten, mathematischen Grundlagen dieser Wissenschaft. Es geht darum, was berechnet werden kann, wie effektive Rechnungen gestaltet und wie sie formuliert werden können (z.B. Programmiersprachen). Entsprechende Studiengänge sind die Informatik, die Computerlinguistik, die Datenwissenschaften (Data Science) oder die Computervisualistik.
  • In der Technischen oder Ingenieurinformatik geht es insbesondere um die Hardware, also etwa um die Herstellung und Architektur von Mikroprozessoren, Rechnern, eingebetteten Systemen sowie um ihre Steuerungssoftware.
  • Um Programmieren und Softwareentwicklung dreht sich die Praktische Informatik. Die Computational Engineering Science beschäftigt sich dabei vor allem  mit Computersimulationen.
  • Im Bereich der Angewandten Informatik finden sich sowohl informationstechnische Studiengänge wie Interfacedesign, Mensch-Maschine-Kommunikation, IT-Sicherheit oder IT-Management als auch jede Menge Schnittstellenstudiengänge. Zu Letzteren zählen etwa Bioinformatik, Medieninformatik, Medizinische Informatik, Digital Humanities, Rechnergesteuerte Naturwissenschaften (Computational Science) oder Umweltinformatik.

Inhalte des Studiums

Im Grundlagenstudium (Bachelor) stehen Module zu den Kernbereichen der Informatik und den mathematischen Grundlagen im Vordergrund. Dazu zählen: Analysis, Lineare Algebra, Logik, Grundlagen der Stochastik und Statistik, Algorithmen und Datenstrukturen, Programmieren und Softwaretechnik, Technische Informatik, Betriebssysteme und Netzwerke, Datenbanken, Rechnerarchitektur, Betriebssysteme, Theoretische Informatik und IT-Sicherheit. In anwendungsorientierten Informatikstudiengängen können Module wie Software-Engineering, Angewandte Informatik, Angewandte Analysis, elektrotechnische Grundlagen, Betriebssysteme, Kommunikation und Netzwerke, Digitaltechnik, Mikroprozessortechnik und Rechnersysteme, Softwarearchitektur, Compilerbau oder Verteilte Informationssysteme hinzukommen

Im Vertiefungsstudium (Master) erfolgt eine Profilbildung durch die Wahl von Nebenfächern, z.B. Physik, Mathematik, Biowissenschaften, Medizin, Maschinenbau, Betriebswirtschaft, Linguistik, Wirtschaftswissenschaften, bzw. durch anwendungsorientierte Schwerpunkte wie Softwaretechnik, Kommunikationstechnik, Bildverarbeitung, Datenbanksysteme, Signalverarbeitung, Simulation, Parallele und Verteilte Systeme, Medizinische Informatik, Robotik und Prozessinformatik, Wissenschaftliches Rechnen u.ä.

Zusätzlich gibt es Softwarepraktika, Projektarbeiten (auch als Betriebspraktikum) sowie überfachliche Lehrveranstaltungen, z.B. Gründung und Führung softwareorientierter Unternehmen.

Zulassungskriterien & Studienbewerbung

Rund zwei Drittel der Bachelorstudiengänge im Fachbereich Informatik sind zulassungsfrei. An Fachhochschulen ist je nach schulischer/beruflicher Vorbildung meist ein mehrwöchiges Vorpraktikum Pflicht.

Berufsmöglichkeiten nach dem Studium

Beschäftigung finden Informatiker/-innen vor allem bei Unternehmen der Datenverarbeitungs-/Computertechnik (Hardware und Software), bei Herstellern von Systemen der Informations- und Telekommunikationstechnik (IT-Systemen), bei Unternehmen, die Systeme und Dienstleistungen der Informations- und Telekommunikationstechnik anbieten, z.B. bei System- und Softwarehäusern, unternehmensinternen und externen Dienstleistern im IT-Sektor, datenverarbeitende Beratungsunternehmen sowie in informationstechnischen Abteilungen von datenverarbeitenden Anwenderbetrieben, also den IT-Abteilungen jeder Branche. Tätigkeitsfelder gibt es auch im öffentlichen Dienst.

Informatiker/-innen bearbeiten die unterschiedlichsten Aufgabenfelder, z.B. in Forschung und Entwicklung, bei der Produktionsplanung und -steuerung, der Betriebsorganisation, der Administration von Netzwerken u.v.a.m. Daneben gewinnen die Bereiche Gesundheitswesen (E-Health), Verwaltung (E-Government) und Sicherheitstechnik an Bedeutung.

Weitere Informationen

Portal Informatik

Gesellschaft für Informatik

Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom)

ISA

Das Informationssystem Studienwahl & Arbeitsmarkt der Universität Duisburg-Essen gibt Informationen zur Entwicklung in den einzelnen Studienbereichen und Teilarbeitsmärkten.
www.uni-due.de/isa

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