Überblick

Sprach-, Literatur­wissen­schaften, Dolmetschen und Übersetzen

Studiengänge des Bereichs Sprach-, Literaturwissenschaften, Dolmetschen und Übersetzen befassen sich mit ganz unterschiedlichen Bereichen von Sprache.

Das Studienfeld im Überblick

Im Gegensatz zu Studiengängen wie etwa Romanistik geht es bei diesem Studienfeld nicht um eine einzelne Sprachgruppe, sondern um einen transnationalen oder vergleichenden Ansatz. Studiengänge dieses Bereichs sind auf bestimmte Themen innerhalb der Sprach- und Literaturwissenschaften spezialisiert oder befassen sich wie etwa das Dolmetschen mit der inhaltsgetreuen Übertragung von einer Sprache in die andere.

Studienangebot

Meist werden die Studiengänge dieses Studienfeldes grundständig und weiterführend angeboten. Studiengangsbezeichnungen lauten u.a. Komparatistik, Deutsch-Französische Literatur- und Kulturstudien, Phonetik, Language Science, Linguistik, Indogermanistik, Computerlinguistik, Digitale Geistes- und Sozialwissenschaften, Internationale Kommunikation und Übersetzen, Fachübersetzen, Übersetzungswissenschaft, Gebärdendolmetschen, Rhetorik oder Wirtschaftssprachen. Einige Studiengänge werden auch in Form von Kombinations-Studiengängen angeboten. 

Enge Wechselbeziehungen haben Sprach- und Sprechwissenschaften zu den jeweiligen Nachbardisziplinen Pädagogik, Anthropologie, Ethnologie, Logik, Philosophie, Informatik, Psychologie sowie zu therapeutisch ausgerichteten Studiengängen.

Inhalte des Studiums

  • Sprechwissenschaftliche Studiengänge wie Rhetorik, Sprechkunst oder Sprecherziehung befassen sich mit pädagogischen, kommunikationstheoretischen oder sprachheilpädagogischen Aspekten des Sprechens.
  • Die historisch-vergleichende Sprachwissenschaft befasst sich meist mit einem Vergleich der indo-europäischen Sprachenfamilie oder mit der Rekonstruktion und Korrektur defekter Textüberlieferungen, die als Quelle für andere Disziplinen dienen. Beispiele hierfür sind Studiengänge wie Historische Linguistik oder Indogermanistik.
  • In der allgemeinen Sprachwissenschaft geht es i.d.R. um lebende Sprachen sowie die gegebenen Sprachsysteme in phonologischer, morphologischer, syntaktischer, semantischer, pragmatischer und textkritischer Hinsicht. Eine wichtige Disziplin ist dabei die Kommunikationsforschung, die sich mit der zwischenmenschlichen Kommunikation befasst. Als besondere Forschungsbereiche haben sich die Psycholinguistik, die Soziolinguistik und die Pragmalinguistik herausgebildet.
  • Studiengänge wie Computerlinguistik behandeln die Verarbeitung natürlicher Sprache in Computersystemen. Hier gibt es Überschneidungen mit der Informatik und der Informationswissenschaft. Die Texttechnologie hat u.a. die technologische Aufbereitung sowie die Informationsanreicherung von Texten zum Gegenstand.
  • Sprachlehrforschung, wie z.B. der Studiengang Fremdsprachendidaktik, beschäftigt sich mit den Bedingungen und Möglichkeiten des Lernens und Lehrens von Fremdsprachen sowie deren kommunikativer Verwendung. Sie ist eine empirische und interdisziplinär arbeitende Fachrichtung, die lerntheoretische Erkenntnisinteressen mit praktischen Zielen verbindet.
  • Sprechwissenschaft, Rhetorik und Phonetik befassen sich mit den Bedingungen menschlicher Kommunikation unter dem Gesichtspunkt lautsprachlicher Äußerungen, also mit dem menschlichen Sprechen und Hören.
  • In Studiengängen aus dem Bereich Übersetzen und Dolmetschen geht es um die inhaltsgetreue Übertragung von Reden, (Konferenz-)Gesprächen (Dolmetschen) oder geschriebenen Texten (Fachübersetzen/literarisches Übersetzen) in andere Sprachen. In der Regel entscheidet man sich bei diesen Studiengängen für eine Fremdsprache.

Zulassungskriterien & Studienbewerbung

Je nach Hochschule kann ein örtliches Auswahlverfahren zum Einsatz kommen. Erforderlich sind i.d.R. Kenntnisse in mehreren Fremdsprachen, davon mindestens zwei lebende Sprachen sowie ausreichende Lateinkenntnisse, die z.T. durch schriftliche Tests belegt werden müssen.

Berufsmöglichkeiten nach dem Studium

Sprach- und Sprechwissenschaftler/-innen finden Beschäftigungsmöglichkeiten in Forschung und Lehre, Bibliotheken, Archiven, Dokumentationsstellen, bei Verlagen, Rundfunk- und Fernsehanstalten, in Ministerien (Bund und Länder), internationalen Behörden, Einrichtungen der Erwachsenenbildung, bei entsprechendem Studienschwerpunkt auch in therapienahen Arbeitsbereichen oder im Umfeld der Darstellenden Künste.

Computerlinguist(inn)en arbeiten darüber hinaus in Software-Entwicklungsunternehmen und Übersetzungsbüros.

Dolmetscher/-innen und Übersetzer/-innen arbeiten vorrangig in Dolmetscher- und Übersetzungsbüros oder größeren Betrieben/Unternehmen aller Wirtschaftszweige. Neben der reinen Übersetzertätigkeit übernehmen sie dabei häufig auch Aufgaben im Projektmanagement, in der Auftragssachbearbeitung, in der Unternehmenskommunikation oder in der Kundenpflege. Arbeitsmöglichkeiten gibt es ferner bei internationalen Organisationen, Verwaltungen, Behörden, Dolmetscherschulen, Sprachvereinen, Einrichtungen der Erwachsenenbildung sowie (i.d.R. freiberuflich) auch als Literaturübersetzer/-in.

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