
Studieren fürs Weltall
Viele Wege führen ins All
Raketen, Satelliten und Missionen im All: Damit Raumfahrt funktioniert, arbeiten Menschen aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen Hand in Hand. Wer sich für das Weltall begeistert, muss deshalb nicht unbedingt Luft- und Raumfahrttechnik studieren. Auch Maschinenbau, Informatik, Elektrotechnik oder Physik können in die Branche führen – ebenso wie etwa Psychologie, Medizin oder Biologie. Entscheidend ist, welche Aufgaben dich interessieren und welche Kompetenzen du entwickeln möchtest.
Was passiert mit unserer Psyche, wenn die Erde plötzlich sehr weit entfernt ist? Mit Fragen wie dieser beschäftigt sich Dr. Amelie Therre (32). Die Psychologin arbeitet beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und erforscht, wie Menschen mit den besonderen Bedingungen künftiger Raumfahrtmissionen umgehen. Dabei geht es um Isolation, Stress und die Zusammenarbeit in kleinen Teams, aber auch um Wahrnehmung und Leistungsfähigkeit. Wie verändert sich beispielsweise die Orientierung unter anderen Schwerkraftverhältnissen? Und wie lassen sich Menschen auf Situationen vorbereiten, in denen sie über lange Zeit auf engem Raum zusammenleben müssen?
Zuletzt leitete Dr. Amelie Therre die Studie SOLIS100. Dabei lebten sechs Menschen 100 Tage lang in einer simulierten Raumstation beim DLR in Köln. Untersucht wurde unter anderem, wie sich die Isolation auf die Crew auswirkt und wie die Beteiligten mit den besonderen Bedingungen zurechtkommen. Für Amelie Therre bedeutete das: Sie koordinierte die Studie und war zugleich mittendrin in der Forschung für zukünftige Raumfahrtmissionen.
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Man sollte aus meiner Sicht immer davon ausgehen, dass nicht nur die Studiengänge, die explizit Raumfahrttechnik im Namen haben, in die Raumfahrttechnik führen.
Tim Frerichs, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Oldenburg
Der klassische Weg – und viele Alternativen
Psychologie und Raumfahrt – auf den ersten Blick scheint das nicht unbedingt zusammenzugehören. Das Beispiel von Dr. Amelie Therre zeigt jedoch: Wer später im Bereich Raumfahrt arbeiten möchte, muss nicht zwangsläufig Luft- und Raumfahrttechnik studieren.
Das Arbeitsfeld ist interdisziplinär und eröffnet Absolvent*innen ganz unterschiedlicher Studienrichtungen berufliche Möglichkeiten. Luft- und Raumfahrttechnik gilt als klassischer Studienweg in die Branche. Wer Raumfahrttechnologien entwickeln möchte, findet hier eine direkte fachliche Vorbereitung.
Aber auch in breiter angelegten Studiengängen können Hochschulen Schwerpunkte in der Raumfahrt anbieten. „Man sollte aus meiner Sicht immer davon ausgehen, dass nicht nur die Studiengänge, die explizit Raumfahrttechnik im Namen haben, in die Raumfahrttechnik führen“, bestätigt Tim Frerichs, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Oldenburg. An manchen Hochschulen gibt es beispielsweise entsprechende Forschungs- oder Studienschwerpunkte im Maschinenbau. Für Studieninteressierte lohnt es sich deshalb, über die klassischen Studiengangsbezeichnungen hinauszudenken. Auch ein Studium der Elektrotechnik, Informatik., Physik oder anderer Ingenieur- und Naturwissenschaften kann ins Weltall führen.
Beispiele aus der Praxis: Studieren fürs Weltall
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Schon als Kind war Dr. Amelie Therre (32) von der Raumfahrt begeistert. Zu Beginn ihres Psychologiestudiums hätte sie allerdings nicht…weiterlesen » -

Studienreportage Luft- und Raumfahrttechnik
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Interview
Prof. Dr. Niklas Kochdumper ist Professor für Spacecraft Control an der Technischen Universität München (TUM). Sein Weg in die Raumfahrt…weiterlesen »
Spezialisieren – wann und wie?
Wer sich zunächst umfassend aufstellen möchte, kann beispielsweise einen technischen Bachelor absolvieren und sich später spezialisieren. Gerade für forschungs- und entwicklungsorientierte Tätigkeiten ist dann aber ein Master sinnvoll: „Je stärker die Spezialisierung, desto häufiger findet sie im Master statt“, erklärt Tim Frerichs. Im Masterstudium gebe es häufig deutlich mehr Möglichkeiten, sich gezielt auf Raumfahrttechnik auszurichten.
Für den Einstieg in technische Studiengänge sind vor allem solide Mathematikkenntnisse wichtig. Physikkenntnisse auf Abiturniveau erleichtern den Einstieg, sind aber nicht zwingend erforderlich. „Grundsätzlich geht es eher um die Motivation für die Sache und um die Fähigkeit, sich dann auch mit physikalischen Themen auseinanderzusetzen“, weiß Tim Frerichs.
Raumfahrt braucht viele Fachrichtungen
Wer sich für das Weltall interessiert, aber kein technisches Studium absolvieren möchte, sollte sich davon nicht abschrecken lassen. Raumfahrt ist ein Zusammenspiel vieler Disziplinen, wie das Beispiel von Amelie Therre zeigt.
Bei der späteren Jobsuche lohnt es sich, über die bekanntesten Raumfahrtorganisationen hinauszublicken. Neben öffentlichen Arbeitgebern und Forschungseinrichtungen gibt es Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrt, der Satellitentechnik und zahlreiche kleinere Firmen und Start-ups. „Das ist an sich ein Wachstumsmarkt, der auf jeden Fall Optionen bietet“, erklärt der Berufsberater.
Welcher Weg passt zu mir?
Die wichtigste Frage bei der Studienwahl lautet deshalb nicht nur: „Welcher Studiengang bringt mich in die Raumfahrt?“, sondern auch: „Welche Aufgaben interessieren mich – und welche Fähigkeiten möchte ich dafür entwickeln?“
„Man hat ganz, ganz viele Möglichkeiten“, bekräftigt Tim Frerichs.“ Genau deshalb sollten bei der Studienwahl die eigenen Interessen und Stärken im Mittelpunkt stehen und auch alternative Wege in die Raumfahrt etwas weiter gedacht werden.
Weitere Informationen
studienwahl.de
BERUFENET
Das Online-Lexikon für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild
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Filmportal der Bundesagentur für Arbeit
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Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit
In der Studiensuche kannst du recherchieren, welche Studiengänge an welchen Hochschulen in Deutschland angeboten werden.
https://web.arbeitsagentur.de/studiensuche
European Space Agency in Deutschland
www.esa.int/space_in_member_states/germany