Berufsfelder und Einsatzgebiete im Auswärtigen Amt

Es gibt zwei Möglichkeiten, im Auswärtigen Dienst zu arbeiten: zum einen über die Beamtenlaufbahnen des mittleren, gehobenen und höheren Auswärtigen Dienstes. Zum anderen kann man als Fachkraft mit abgeschlossener Ausbildung oder einem fachlich geeigneten Studienabschluss in die Bereiche Fremdsprachen, IT, Gesundheit oder in eine andere Tätigkeit ohne Rotation („nicht-technischer Verwaltungsdienst“) einsteigen. Auch weitere Fachkräfte im technischen Dienst werden gesucht. Wem die Nähe zur Außenpolitik wichtig ist, aber lieber in der Verwaltung in Deutschland arbeiten möchte, sollte sich auch die Stellenangebote des Bundesamtes für Auswärtige Angelegenheiten (BfAA) anschauen.

Foto: Sonja Trabandt | Bundesagentur für Arbeit
Nahaufnahme eines Bundesadlers an einer gefliesten Wand.

Beamtenlaufbahnen (Rotationslaufbahn – Sonderlaufbahn Auswärtiger Dienst)

Karriere im mittleren Auswärtigen Dienst

Der Vorbereitungsdienst für den mittleren Auswärtigen Dienst ist eine zweijährige praxisorientierte Ausbildung, die gezielt auf die vielfältigen Aufgaben im In- und Ausland vorbereitet. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in den Bereichen Verwaltung, Rechts- und Konsularwesen sowie Organisation. Während der Ausbildung erhalten die Anwärter*innen Anwärterbezüge. Neben theoretischen Ausbildungsabschnitten sind Praxisphasen im Auswärtigen Amt und an einer deutschen Auslandsvertretung fester Bestandteil der Ausbildung.

Nach erfolgreichem Abschluss werden die Absolvent*innen zu Beamtinnen und Beamten auf Probe ernannt. Sie übernehmen Aufgaben unter anderem in den Bereichen Verwaltung, Personal, Haushalt, Pass- und Visawesen, Rechts- und Konsularangelegenheiten sowie IT-Betreuung. Mit zunehmender Berufserfahrung können sie verantwortungsvollere Tätigkeiten übernehmen, beispielsweise die Leitung einer Pass- und Visastelle oder kleinerer Arbeitsbereiche.

Die Einsatzorte befinden sich sowohl in der Zentrale des Auswärtigen Amts in Berlin und Bonn als auch an den deutschen Auslandsvertretungen weltweit. Im Rahmen der Rotation wechseln die Beschäftigten in der Regel alle drei bis vier Jahre ihren Dienstort und verbringen etwa zwei Drittel ihres Berufslebens im Ausland sowie ein Drittel in der Zentrale. Dadurch sammeln sie vielfältige fachliche, sprachliche und interkulturelle Erfahrungen.

Karriere im gehobenen Auswärtigen Dienst

Der Vorbereitungsdienst für den gehobenen Auswärtigen Dienst ist ein dreijähriges duales Studium an der Hochschule des Bundes. Die Studierenden werden mit viel Praxisbezug auf die Anforderungen des gehobenen Auswärtigen Dienstes vorbereitet. Der Schwerpunkt der Tätigkeiten der Beamt*innen im gehobenen Dienst liegt auf Recht und Verwaltung. Sie übernehmen Management- und Serviceaufgaben mit (Personalführungs-)Verantwortung. Während der Ausbildung erhalten die Studierenden Anwärterbezüge, werden also für das Studium bezahlt. Neben intensiven theoretischen Studienzeiten sind Praktika – sowohl im Auswärtigen Amt als auch an einer Auslandsvertretung – integraler Teil des Vorbereitungsdienstes. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums folgt die Ernennung zu Diplom-Verwaltungswirtinnen und Diplom-Verwaltungswirten (FH). Gleichzeitig werden die Absolvent*innen zu Beamtinnen und Beamten auf Probe ernannt. Sie sind zuständig für den reibungslosen Dienstbetrieb in den Botschaften und Konsulaten. Als Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter oder auch als Leiterinnen und Leiter von Arbeitseinheiten sind sie spezialisiert auf das Rechts- und Konsularwesen sowie auf die innere Verwaltung. Dabei widmen sie sich den Bereichen Wirtschaft, Entwicklungspolitik, Kultur, Öffentlichkeitsarbeit und Protokoll gleichermaßen. 

Die mehrere Jahrzehnte dauernden Karrieren sind in der Regel auf ein Spitzenamt ausgerichtet. Dazu gehört an den Auslandsvertretungen die Funktion der Kanzlerin oder des Kanzlers: Als Verwaltungschefin oder -chef ist sie oder er für den reibungslosen Betriebsablauf an einer Auslandsvertretung verantwortlich, trägt die Personalverantwortung für den zugeteilten Mitarbeiterstab und hat eine zentrale Rolle bei der Budgetverwaltung der Auslandsvertretung. Ein weiteres Karriereziel ist die Leitung eines Rechts- und Konsularreferats einer Auslandsvertretung. Auch dieses Amt bringt Personalverantwortung mit sich. Als Leiterin oder Leiter beschäftigt man sich mit Grundsatzfragen oder schwierigen Einzelfällen des Rechts- und Konsularbereichs.

Karriere im höheren Auswärtigen Dienst

Beamt*innen im höheren Dienst gestalten die deutsche Außenpolitik in der Zentrale des Auswärtigen Amts in Berlin und an über 225 deutschen Auslandsvertretungen mit und vertreten die Bundesrepublik in der Welt. Ihr Aufgabengebiet ist breit gefächert: Pflege der bilateralen Beziehungen Deutschlands mit anderen Staaten, Vertretung deutscher Interessen in internationalen Gremien, Aufgaben in der Europapolitik, Ausgestaltung von Deutschlands Rolle in den Vereinten Nationen, Außenwirtschaftsförderung und nachhaltige Entwicklung, internationale Energie- und Umweltpolitik oder auch (völker-)rechtliche Aspekte internationaler Beziehungen. Ebenso gehört der Einsatz in der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, im Protokoll oder bei der konsularischen Betreuung von deutschen Staatsangehörigen zu den Aufgaben im höheren Dienst.

Während des 14-monatigen Vorbereitungsdienstes heißen die Beamt*innen auf Widerruf Attachée oder Attaché. In Blockseminaren werden die Absolvent*innen in Themen wie Volkswirtschaftslehre, Geschichte und internationale Politik, Völkerrecht sowie Rechts- und Konsularwesen unterrichtet. Während dieser Seminare legen sie Prüfungen ab, die ihre fundierten Kenntnisse sichern. Seminare, wie Verhandlungstraining, Medientraining oder auch Sprachkurse sind ebenso ein wichtiger Teil der Ausbildung. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Vorbereitungsdienstes (Laufbahnprüfung) erfolgt die Ernennung zur Legationsrätin bzw. zum Legationsrat. Während der ersten zwölf Jahre sollen die Mitarbeiter*innen möglichst viele Regionen und Aufgabengebiete kennenlernen. Später bilden sich dann Ansätze für eine fachliche oder regionale Spezialisierung aus. Zu den Führungspositionen gehören das Amt der Botschafterin oder des Botschafters ebenso wie das der Generalkonsulin oder des Generalkonsuls; im Inland können die Angehörigen des höheren Auswärtigen Dienstes Referate, Unterabteilungen oder Abteilungen des Ministeriums leiten. 

Weitere Berufsbilder beim Auswärtigen Amt

Karriere in der IT

In der IT-Gruppe sind weltweit zirka 330 Menschen tätig, darunter aus den Bereichen Technik, Informatik und Ingenieurwissenschaften. Die überwiegende Anzahl arbeitet an den beiden Hauptstandorten Bonn und Berlin. Die IT-Spezialist*innen, die an einer Auslandsvertretung tätig sind, werden in der Regel für vier Jahre dorthin versetzt. Jährlich werden in der IT-Gruppe einige Stellen ausgeschrieben. Auch Bewerbungen von Hochschulabsolvent*innen ohne Berufserfahrung sind willkommen. Zudem bietet das Auswärtige Amt am Standort Bonn jährlich eine Ausbildung zur IT-Systemelektronikerin beziehungsweise zum IT-Systemelektroniker an.

Karriere im Sprachendienst

Die Hauptaufgaben des Sprachendienstes sind Dolmetschen und Übersetzen für das Bundespräsidialamt, das Bundeskanzleramt und das Auswärtige Amt. Voraussetzung für eine Bewerbung auf ausgeschriebene Dolmetscher- beziehungsweise Übersetzerstellen ist in der Regel ein Master oder Diplom der Fachrichtung Dolmetschen oder Übersetzen.

Karriere im Gesundheitsdienst

Im Gesundheitsdienst sind der betriebs- und der personalärztliche Dienst sowie die psychosoziale Beratungsstelle integriert. Weltweit arbeiten dort Fachärzt*innen, Psycholog*innen, medizinisch-technische Laborassistent*innen, medizinische Fachangestellte, Krankenpfleger*innen sowie Sozialarbeiter*innen im Gesundheitsdienst. Das medizinische Fachpersonal unterliegt überwiegend der Rotation, als Einsatzgebiete kommen also auch die zehn Regionalarztdienststellen infrage. Diese sind derzeit in Beirut, Peking, Jakarta, Neu Delhi, Moskau, Nairobi, Pretoria, Accra, Buenos Aires und Mexiko-Stadt.

Karriere im Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten (BfAA)

Das 2021 eingerichtete Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten (BfAA) mit Dienstsitzen in Brandenburg an der Havel, Berlin und Bonn unterstützt das Auswärtige Amt als Kompetenz- und Servicezentrum. Die Mitarbeiter*innen dort kümmern sich zum Beispiel um Personalverwaltung, Immobilienmanagement oder das Auslandschulwesen. Im BfAA arbeiten Fachkräfte aus den unterschiedlichsten Bereichen, unter anderem Ingenieur*innen, Lehrer*innen, Verwaltungsfachleute, Jurist*innen sowie Logistiker*innen.

Beispiele aus der Praxis: Auswärtiger Dienst

Stand: 03.08.2026