
Struktur, Vielfalt und Eigeninitiative
Große Hörsäle, vielfältige Fächerangebote, vergleichsweise geringe Semesterbeiträge – staatliche Hochschulen prägen die deutsche Hochschullandschaft. Doch wie sind Lehrformate, Betreuung und Praxisbezug organisiert? Jan Braslawski (23) studiert Medien- und Kulturwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und berichtet von seinen Erfahrungen.
Schon in der Schulzeit begeisterte sich Jan Braslawski für audiovisuelle Medien, besonders für Film- und Musikvideoformate. „Ich wollte etwas studieren, das mit Medien zu tun hat“, sagt er. Im Orientierungsprozess prüfte er verschiedene Optionen, darunter auch künstlerische und private Hochschulen. „Die Studiengebühren an den privaten Hochschulen waren mir jedoch zu hoch“, begründet er seine Entscheidung für eine staatliche Hochschule.
Für viele künstlerische Studiengänge muss zudem eine umfangreiche Bewerbungsmappe eingereicht werden. „Die Zeit bis zu den Bewerbungsfristen war knapp, eine überzeugende Mappe hätte ich nicht mehr vorbereiten können“, erklärt der Student. Letztlich überzeugte ihn das Gesamtpaket der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. „Für meinen Bachelor wollte ich zunächst eine fundierte Grundlage, die ich hier vorfand.“ Außerdem schätzt er die Vielseitigkeit des Angebots und die Möglichkeit, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen, bevor er sich spezialisiert.
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Man muss sich selbst organisieren und frühzeitig Seminare wählen – beliebte Kurse sind schnell voll.
Jan Braslawski (23), Student der Medien- und Kulturwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU)
Breites Grundlagenstudium
Die ersten Semester seines Studiengangs sind breit angelegt: Theorie, Mediengeschichte und Kulturtheorien stehen auf dem Stundenplan. „Gerade die Einführungsmodule kratzen manchmal nur an der Oberfläche“, berichtet Jan Braslawski. „Aber sie geben eine gute Orientierung.“ Das Studium verschaffe vor allem einen Überblick. „Anschließend kann man gezielter entscheiden, in welche Richtung man weitergehen möchte.“
Die Lehrformate variieren zwischen großen Vorlesungen mit über 100 Studierenden in den Anfangssemestern und kleineren Seminaren sowie Praxiskursen mit zehn bis 20 Teilnehmer*innen. „Man muss sich selbst organisieren und frühzeitig Seminare wählen – beliebte Kurse sind schnell voll“, hat Jan Braslawski festgestellt. Es ist also Eigeninitiative gefragt. „Ich kann Schwerpunkte setzen und meinen Stundenplan flexibel gestalten. Man lernt, Verantwortung für das eigene Studium zu übernehmen.“ Die Größe der Universität ermögliche außerdem ein vielfältiges Seminarangebot und unterschiedliche fachliche Schwerpunkte.
Eine enge persönliche Betreuung wie an kleineren Hochschulen gibt es dagegen kaum. „Der direkte Kontakt zu Professorinnen und Professoren ist eher selten.“ Dafür profitiert der Student von der wissenschaftlichen Ausrichtung der Universität und der Nähe zu aktuellen Forschungsprojekten, deren medienwissenschaftliche Fragestellungen regelmäßig in Seminaren diskutiert werden.
Praxisbezug und Spezialisierung
Praxiserfahrung konnte der 23-Jährige auch schon sammeln: Sein verpflichtendes Praxissemester absolvierte er bei einer Videoproduktionsfirma in Düsseldorf, arbeitete im Bereich Producing und 3D-Postproduktion und blieb anschließend als Werkstudent dort. Beruflich zieht es Jan Braslawski in Richtung Werbefilm oder Videoproduktion – Bereiche, in denen ein starkes Portfolio zählt. „Durch das Studium kenne ich verschiedene Ansätze und Perspektiven. Das hilft mir, meinen eigenen Weg zu finden.“ Für den nächsten Schritt möchte er sich gezielt weiterbilden, vielleicht noch praxisnäher. Ob über einen zweiten Bachelor-, einen Masterstudiengang oder zusätzliche Projekte – die Grundlage dafür hat er an der staatlichen Hochschule gelegt.
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