Kleine Lerngruppen, große Praxisnähe

Elisabeth Kampeter (23) hat sich für ein Bachelorstudium an einer privaten Hochschule entschieden. Sie studiert im achten Semester an der Universität Witten/Herdecke Management sowie Wirtschaft, Politik und Recht.

Foto: Michaela Rehle | Bundesagentur für Arbeit
Eine Schülerin und ein Schüler sitzen vor einem Universitätsgebäude und kucken auf einen Tablet-Computer.

„Das Konzept der Uni hat mich überzeugt“, antwortet Elisabeth Kampeter auf die Frage, wieso sie sich für genau diese Hochschule entschieden hat. Begeistert hat sie vor allem das sogenannte „Studium fundamentale“ – laut Hochschule „ein Raum für Gespräche, Persönlichkeitsentwicklung und kreative Entfaltung“. Studierende aller Fachrichtungen und aller Semester können sich hier an einem Tag in der Woche oder im Rahmen eines Blockseminars in vielen unterschiedlichen Bereichen ausprobieren, ihren Horizont erweitern und neue Talente entdecken. „Ich habe einen Kurs zum Gärtnern besucht, Klavierunterricht genommen, im Chor gesungen und war auf einer simulierten UN-Konferenz in New York“, erinnert sich die 23-Jährige. Auch Exkursionen zur Biennale nach Venedig oder zur Documenta nach Kassel wurden schon angeboten. 

  • Ein Porträt-Foto von Elisabeth K.

    Das Konzept der Uni hat mich überzeugt.

    Elisabeth Kampeter (23), Studierende in den Fächern Management sowie Wirtschaft, Politik und Recht an der Universität Witten/Herdecke

Kooperationsprojekte mit Unternehmen

Wie die meisten Privathochschulen wirbt auch die Universität Witten/Herdecke mit kleinen Lerngruppen, Praxisbezug und großer Nähe zu den Professorinnen und Professoren. Elisabeth Kampeter kann das bestätigen. Da es selten mehr als 25 Studierende pro Studiengang und Semester gibt, kennt das Lehrpersonal jede und jeden mit Namen. Die Lehrveranstaltungen in den Studiengängen Management sowie Wirtschaft, Politik und Recht sind stark praxisorientiert. Es gibt Vorträge von Unternehmensvertreter*innen, Seminare mit Teamarbeit und Exkursionen. Auch Kooperationsprojekte mit Unternehmen, die sich über ein gesamtes Semester erstrecken, bietet die Hochschule an: „Wir haben beispielsweise die Nachhaltigkeitsstrategie eines Senfherstellers analysiert und die Ergebnisse dann vor Ort dem Vorstand präsentiert“, berichtet die Studentin. Sie schätzt es, ihr Wissen direkt in der Praxis anwenden zu können.

Nur was für Wohlhabende?

Diese Studienbedingungen haben ihren Preis: 35.856 Euro kostet der Management-Studiengang. Für ein Studium der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde werden insgesamt sogar 110.400 Euro fällig. Elisabeth Kampeter hat sich für zwei Studiengänge entschieden. „In diesem Fall bezahlt man aber nur den teureren“, erklärt sie. 

Trotzdem stellt sich die Frage: Wie finanziert man das? Die Uni Witten/Herdecke bietet drei unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten: Wer es sich leisten kann, bezahlt die Studiengebühren monatlich während des Studiums. Alternativ kann man das Studium zunächst abschließen und die Gebühren einkommensabhängig innerhalb von zehn Jahren zurückzahlen. Wer wenig verdient, zahlt also wenig zurück, wer viel verdient, entsprechend mehr. Die dritte Möglichkeit ist eine Kombination aus hälftiger Sofort- und späterer Zahlung. 

„Man merkt, dass hier nicht nur Reiche und Privilegierte studieren“, betont Elisabeth Kampeter. Unter den Studierenden sei es kein Thema, wer sich für welche Art der Finanzierung entschieden habe.

Studium ohne NC

Aber selbst wenn die Finanzierung geklärt ist, heißt das nicht, dass man automatisch an der Uni Witten/Herdecke studieren kann. Zwar spielt für die Immatrikulation der Notendurchschnitt keine allzu große Rolle, aber die Hochschule legt im Gegenzug großen Wert auf soziale, kommunikative und kreative Fähigkeiten. „So hast du auch ohne Top-Abiturnote beste Chancen, einen Studienplatz zu bekommen – wenn du uns mit deiner Persönlichkeit und deiner Motivation überzeugst“, schreibt die Hochschule auf ihrer Webseite. Nach Prüfung der formalen Zulassungsvoraussetzungen wie der Hochschulzugangsberechtigung werden die Bewerber*innen zu einem Auswahltag eingeladen. „Dort stehen Einzelgespräche und Gruppenaufgaben an, es gibt eine Uni-Führung und am Ende folgt im besten Fall eine Zusage“, erinnert sich Elisabeth Kampeter an ihre Bewerbungsphase.

Ihre Zeit an der Uni Witten/Herdecke geht langsam zu Ende. Zwei Bachelorarbeiten für ihre beiden Studiengänge stehen noch aus. Und ein Highlight könnte es noch geben: „Ich habe mich für die Organisation des Kongresses für Familienunternehmen beworben“, erzählt die Studentin. Dieser wird jährlich von Studierenden der Universität Witten/Herdecke durchgeführt. „Man rechnet mit einem Jahr Arbeit dafür, reist durch Deutschland, spricht mit Familienunternehmern, recherchiert Themen. Wenn also alles klappt, bin ich doch noch etwa eineinhalb Jahre an der Uni.“ Und danach? Da plant Elisabeth Kampeter ein Masterstudium. Witten wird sie dafür aber verlassen, sie möchte gerne im Ausland studieren.

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Stand: 02.03.2026