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Welche Beratungsangebote für Studierende gibt es an Hochschulen? Studienwahl fragt nach beim Studierendenwerk Erlangen-Nürnberg.

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(Zwei Mitarbeiter*innen des Studierendenwerks Erlangen-Nürnberg unterhalten sich auf dem Gang.)
studienwahl.de: Welche Beratungsangebote für Studierende gibt es an Hochschulen? Studienwahl fragt nach beim Studierendenwerk Erlangen-Nürnberg.

(Wir befinden uns in einem Beratungsraum. Die Tür öffnet sich, eine Frau tritt ein. Es ist Juliane Henning-Bortmes.)
Juliane Hennig-Bortmes: Mein Name ist Juliane Henning-Bortmes und ich bin Psychologin in der Psychologischen Beratung am Studierendenwerk Erlangen-Nürnberg.

(Man sieht Rüdiger Görlitz in seinem Büro.)
Rüdiger Görlitz: Mein Name ist Rüdiger Görlitz. Ich bin die Leitung der psychosozialen Beratungsdienste hier am Studierendenwerk Erlangen-Nürnberg.

(Man sieht Anton Maderstein auf einer Couch sitzen.)
Anton Maderstein: Ich bin Anton Maderstein. Ich bin 29 Jahre alt und habe bis 2022 an der FAU Theater-, Medienwissenschaften und Soziologie im Bachelor studiert.

studienwahl.de: Ein Studium bietet tolle Chancen, aber unter Umständen auch viele Herausforderungen. Um diesen zu begegnen und die Studierenden bestmöglich zu unterstützen, bieten Hochschulen ein breites Angebot an Beratungsstellen, an die sich Studierende bei Problemen wenden können.

Rüdiger Görlitz: Wir haben ein ziemlich umfassendes Beratungsangebot für die Studierenden. Das beginnt bei der Rechtsberatung. Dann gibt es bei uns einen Rechtsanwalt, der da in einer Online-Rechtsberatung Auskunft geben kann. Dann haben wir eine Sozialberatung und dann haben wir als großen Baustein noch die psychologische Beratung.

(Rüdiger Görlitz läuft einen Gang entlang.)
studienwahl.de: Die Entscheidung, Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist individuell und kann oftmals auch Überwindung kosten.

Juliane Hennig-Bortmes: Wann man sich melden sollte bei der psychologischen Beratung, ist ganz unterschiedlich. Wir empfehlen da immer, wenn die Studierenden merken, dass die bisherigen Strategien nicht funktionieren, also wenn sie ... Manchmal ist es so der Übergang von der Schule ins Studium und dann funktionieren bestimmte Lernstrategien nicht mehr und das Stresslevel steigt und dann kann es einfach auch empfehlenswert sein, vorbeizukommen. Oder wenn man für sich einfach merkt, dass sich bestimmte bestimmte Sachen einstellen, wie jetzt zum Beispiel Konzentrationsschwierigkeiten, Schwierigkeiten einzuschlafen, also Schlafprobleme, oder auch mit dem Appetit oder Rückzug. Also wenn man einfach für sich so feststellt, mir geht es nicht so gut, dann ist das immer so ein Zeichen, einfach mal vorbeizukommen.

Anton Maderstein: Ich habe damals das Angebot vom Studierendenwerk für die psychologische Beratung in Anspruch genommen, insbesondere weil ich in Richtung meines Studienabschlusses so ein bisschen mit den studentischen Aufgaben zu kämpfen hatte, insbesondere meiner Abschlussarbeit. Und da hat mir die Beratung dann unterstützend geholfen. Also ich bin auf das Beratungsangebot über eine Freundin aufmerksam geworden, die da selber war und das als Überbrückung genommen hatte, bis sie ein Therapieangebot gefunden hatte. Ich hatte ursprünglich die Beratung kontaktiert per Mail. Jetzt war das so, dass ich damals mitten während der Coronazeit in Beratung war. Das heißt, die war sowieso online und der Einstieg dementsprechend sehr niederschwellig. Also ich habe die per Mail kontaktiert, hatte dann ein Erstgespräch und daraufhin dann noch so zehn Folgetermine. Die Beratung hat dann geendet ungefähr um den Zeitraum, als ich meine Abschlussarbeit abgegeben hatte.

studienwahl.de: Um an einen Termin für ein Gespräch zu kommen, gibt es je nach Beratungsart verschiedene Wege.

Rüdiger Görlitz: An der Hauptstelle in Erlangen ist es so, dass Sie anrufen können und dort dann zu den Telefonsprechzeiten auch Termine vereinbaren können. Wir sind vier Tage die Woche erreichbar und an den Außenstellen ist es zum Teil so, dass sie per Email die Termine vereinbaren. Eine Beratung kann zum Beispiel im Fall der Rechtsberatung so ablaufen, dass jemand sich einfach zu den genannten Terminen, die im Internet stehen, wann die Online-Rechtsberatung stattfindet, dann da einwählt. Da gibt es dann einen Online-Sprechraum und dann wartet man einfach, bis man dran ist. In der Sozialberatung ist es so, dass Sie Termine vereinbaren, aber auch da gibt es eine offene Sprechstunde. Die haben wir als Alternative zu den vorher fix vereinbarten Terminen, damit sie auch ohne Termin und spontan vorbeikommen können und sich zumindest mal einen kurzen Rat oder Impuls holen können.

Juliane Hennig-Bortmes: Entweder haben die Studierenden schon auf unserer Website auf unserer Homepage geschaut und rufen bei uns im Sekretariat an, dann sind unsere Sekretärinnen häufig der erste Kontakt. Dann werden die Kontaktdaten aufgenommen und sobald ein Platz frei wird für Einzelberatung, werden die Studierenden angerufen und dann wird ein Termin vereinbart. Oder sie kommen zur offenen Sprechstunde. Wenn da schon die ersten Anliegen sind, die ersten Fragen, die können dann schon geklärt werden in einem kurzen Einzelgespräch und dann wird auch da geschaut, braucht es jetzt noch weitere Termine?

Rüdiger Görlitz: Bei uns ist es so, dass in der psychologischen Beratung wir einen geringfügigen Unkostenbeitrag erheben von 10 Euro pro Gespräch. Bei Paar- und Familiengesprächen sind es 15 Euro, die sich beide dann teilen können. Und wenn es aber irgendwie schwierig ist finanziell, dann ist es uns auf jeden Fall wichtig, dass die Beratung trotzdem stattfinden kann. Und dann ist sie auch kostenlos möglich, so dass alle Studierenden Zugang haben zu unseren Angeboten. Die übrigen Beratungsangebote, also die Sozialberatung und die Rechtsberatung, sind unentgeltlich.

Anton Maderstein: Für die Situation, in der ich war, war es eigentlich das Beste, was mir passieren konnte, weil ich genau wusste, wenn ich jetzt eine Therapiestelle mir suchen würde, würde ich vermutlich bis zum Ende meines Studiums keinen Platz finden. Und insbesondere eben dieses, diese Kurzfristigkeit. Also ich habe die angeschrieben und innerhalb von kürzester Zeit meinen Ersttermin gehabt und dann halt auch Folgetermine.

studienwahl.de: Die Themen, zu denen sich die Studierenden an die Beratungsstellen wenden, sind ganz unterschiedlich.

Rüdiger Görlitz: Also wenn es tatsächlich um Studienorganisatorisches geht oder sagen wir mal Lebensorganisatorisches wie Finanzen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Studieren mit Kindern, Studieren mit Einschränkungen etc., dann ist unsere Sozialberatung die richtige Anlaufstelle und wir können dort in Gesprächen oder auch unter anderem direkt vor Ort mit Ihnen gemeinsam Unterlagen anschauen, Unterlagen ausfüllen, neue Wege aufzeigen etc. Wenn es eher um juristische Fragen geht, dann wäre die Rechtsberatung unsere Anlaufstelle, wo sie eben gut Auskunft kriegen zu vielen verschiedenen juristischen Themen, die im Studium vielleicht aufschlagen können, unter anderem auch Prüfungsrecht, Mietrecht etc. Und wenn es eher psychologische Belastungsfaktoren gibt, dann ist die psychologische Beratung die richtige Anlaufstelle.

Juliane Hennig-Bortmes: Die Anlässe, weshalb die Studierenden zu uns kommen, sind tatsächlich ganz unterschiedlich. Also letztes Jahr beispielsweise waren die häufigsten Themen depressive Verstimmung, Stressbewältigung oder Partnerschaftskonflikte. Wir begleiten aber auch bei Ängsten wie zum Beispiel Prüfungsängsten oder auch bei der Vorbereitung und Strukturierung der Prüfungslernphasen oder auch Begleiten bei der Trauerarbeit. Die Beratungsanlässe sind total unterschiedlich.

Anton Maderstein: Ich war in der Beratung vor allem, weil ich eben mit meinem Studienabschluss zu kämpfen hatte. Ich war während dem gesamten Studium prädestiniert für Prokrastination. Und zum Ende hin war es aber so, dass ich irgendwie so aus Angst vor der Veränderung, die mit dem Abschluss mitkommt, teilweise dann nicht nur prokrastiniert habe, sondern wirklich so gar nicht mehr vorankam. Und da hat dann die Beratung mir schon so weit geholfen, um mir Mechanismen auch mit an die Hand zu geben, mit denen ich da gegensteuern kann. Und das hat nicht allein ausgeholfen, also ich habe da auch viel aus meinem Umfeld irgendwie Unterstützung erfahren, aber es war auf jeden Fall gut, um mich zumindest so in manchen Mechanismen, die ich mir da angewöhnt hatte, da so ein bisschen gegenzusteuern.

studienwahl.de: Generell gilt: Die Beratungsstellen der Studierendenwerke haben immer ein offenes Ohr und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Anton Maderstein: Also Leute, die das Angebot eh schon kennen, aber sich noch nicht ganz sicher sind, ob sie hingehen sollen. Den würde ich auf jeden Fall empfehlen. Macht den Schritt. Das ist ein sehr niederschwelliges Angebot und gerade für Studis eine Kombination aus preiswert und leichter Einstieg.

Juliane Hennig-Bortmes: Wenn jemand unsicher ist, ob er sich bei uns melden soll, würde ich immer erst mal sagen: Es ist total normal und es ist auch total okay. Manchmal kann es zum Beispiel helfen, erstmal so zu schauen, wo sitzen die denn überhaupt? Also wir sitzen ja direkt mit in einem Wohnheim in der Nähe von der Mensa. Dann kann das einfach schon mal so erste Hürden nehmen, weil der Ort bekannt ist.

Rüdiger Görlitz: Eine Frage, die uns oft gestellt wird, ist, ob man bei uns die Gesundheitskarte braucht und ob das über die Krankenkassen läuft etc. Das ist nicht der Fall. Sie haben bei uns einfach als Studierender den Anspruch auf die Beratung und die Möglichkeit, die in Anspruch zu nehmen, dadurch, dass sie die Studierendenwerksbeiträge zahlen. Und ansonsten ist bei uns Schweigepflicht, Datenschutz vollumfänglich gegeben, sodass tatsächlich niemand erfährt, dass sie bei uns in Beratung sind.

Beispiele aus der Praxis: Beratungsangebote an den Hochschulen

Stand: 18.12.2025