
Beratungsangebote an den Hochschulen
Die Studi-Unterstützer
Woher kommt das Geld für meine Miete? Wie wechsle ich das Studienfach? Und wie finde ich mich in der neuen Stadt zurecht? Wenn du ein Studium beginnst, hast du wahrscheinlich viele Fragen. Aber auch während des Studiums kann es Situationen geben, in denen du Rat von Fachleuten benötigst. Gut, dass es für (fast) jedes Problem kompetente Anlaufstellen an den Hochschulen gibt.
Die „Erstiwoche“ war der Auslöser: Zu Beginn des Medizinstudiums in Heidelberg organisierte die Fachschaft für alle Erstsemester eine Orientierungswoche mit Stadtrallye, Campus-Tour, Einführung ins Studium und einer Wanderung. Leonhard Lydka war davon derart begeistert, dass er beschloss, mehrere Stunden pro Woche in der Fachschaft mitzuarbeiten. Der 21-Jährige studiert inzwischen im dritten Semester Humanmedizin an der Universität Heidelberg und hat einen guten Überblick über das Angebot „seiner“ Fachschaft. In etwa 30 Arbeitskreisen organisieren die Studierenden Partys, Fachschaftsfahrten oder den Examensball, setzen sich für ein faires „Praktisches Jahr“ sowie gute Lehre ein und betreuen digitale Lernplattformen, um alle Studierenden gut durch das Studium zu lotsen.
Die Heidelberger Medizinfachschaft ist aber auch außerhalb der Uni aktiv, etwa mit dem Arbeitskreis „MediNetz“ für Menschen ohne Krankenversicherung oder mit verschiedenen Aufklärungskampagnen an Schulen.
„Die Fachschaft hat mein erstes Semester deutlich interessanter und spannender gemacht“, erinnert sich Leonhard Lydka. „Ich bin gut in der Stadt angekommen und habe schnell neue Freunde gefunden.“ Auch wenn du dich nicht gleich selbst in der Fachschaft engagieren möchtest, kann das Angebot deinen Studienstart erleichtern oder dir helfen, dich in der Stadt zurechtzufinden und Kontakte zu Mitstudierenden zu knüpfen. „Denn Fachschaft, das sind nicht nur ein paar, sondern wir alle“, betont Leonhard Lydka.
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Die Fachschaft hat mein erstes Semester deutlich interessanter und spannender gemacht.
Leonhard Lydka, Student der Humanmedizin -
Wir helfen über Schwellen. Das kann die Schwelle von der Schule an die Hochschule sein oder die von der Hochschule in den Beruf.
Cornelia Blum, Leiterin der Zentralen Studienberatung der Technischen Universität Dresden -
Während die Studienberatung dabei hilft, das richtige Fach zu finden, kann das Studentenwerk Auskunft geben, welche Folgen der Wechsel auf die Studienfinanzierung hat.
Johanna Usinger, Team „Beratung studentisches Leben“ am Studentenwerk Schleswig-Holstein
Studienberatung: vom Studienstart bis zum Abschluss
Trotz Engagement kann es manchmal zu Beginn des Studiums holpern – etwa, weil du dir nicht mehr sicher bist, ob dein Studiengang eine gute Wahl war oder ob ein Hochschulstudium überhaupt das Richtige ist. In solchen Fällen hilft die Studienberatung. „Die meisten Ratsuchenden kommen in den ersten vier Semestern zu uns, manche bereits direkt nach dem Studienstart“, weiß Cornelia Blum, Leiterin der Zentralen Studienberatung der Technischen Universität Dresden. „Das häufigste Thema ist ein Studienfachwechsel, gefolgt von einer nicht bestandenen Prüfung.“
Die Beratung ist vertraulich und kostenlos. Vier Mal pro Woche bietet das Team eine offene Sprechstunde an, in der du ohne Termin 20 Minuten persönliche Unterstützung erhältst. „Für ausführlichere Gespräche sollte man per Mail oder über das Online-Buchungstool einen Termin vereinbaren“, erklärt die Beraterin. Und macht klar, dass man keine falsche Scheu zu haben braucht: „An uns kann man sich wenden, wenn man das Gefühl hat, dass irgendetwas nicht stimmt.“ Die Beraterinnen und Berater helfen dann mit verschiedenen Methoden dabei, das Problem einzugrenzen und Lösungen zu finden.
Auch wenn du noch gar nicht genau weißt, was du studieren möchtest, kann neben der Berufs- und Studienberatung deiner örtlichen Agentur für Arbeit die Studierendenberatung der Hochschulen weiterhelfen. „Wir haben einen Überblick über die gesamte Bildungslandschaft. Wir wissen zum Beispiel, ob in einem Studiengang eher Klausuren oder Hausarbeiten geschrieben werden, ob viel gelesen wird oder ob es auch praktische Elemente gibt“, erläutert Cornelia Blum.
„Wir helfen über Schwellen“, fasst sie die Aufgabe der Studienberatung zusammen. „Das kann die Schwelle von der Schule an die Hochschule sein oder die von der Hochschule in den Beruf. Und falls die Studienberatung für ein individuelles Anliegen nicht die richtige Adresse ist, leiten wir an die passende Stelle weiter“, beruhigt die Beraterin. Das kann beispielsweise das Prüfungsamt, das International Office für Auslandsaufenthalte während des Studiums oder das Studierendenwerk, das mancherorts auch Studentenwerk genannt wird, sein.
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Studierendenwerk: soziale Themen
Am Studentenwerk Schleswig-Holstein in Kiel unterstützt Johanna Usinger aus dem Team „Beratung studentisches Leben“ bei allen sozialen Fragen, die nicht direkt das Studium betreffen. Schwerpunkte sind etwa studentisches Wohnen und die Studienfinanzierung.
„Während der konkrete BAföG-Antrag beim BAföG-Amt gestellt wird, kann man sich in unserer Beratungsstelle allgemein zu den unterschiedlichen Möglichkeiten der Finanzierung informieren“, erklärt sie. Bei allen Themen arbeitet das Studentenwerk eng mit anderen Einrichtungen an den Hochschulen, in der Hochschullandschaft und in der Stadt zusammen. Kooperation ist zum Beispiel bei einem geplanten Studienfachwechsel nötig: „Während die Studienberatung dabei hilft, das richtige Fach zu finden, kann das Studentenwerk Auskunft geben, welche Folgen der Wechsel auf die Studienfinanzierung hat“, weiß die Kieler Beraterin. Auch bei Themen wie „Studieren mit Kind“ oder „Studieren mit Behinderungen“ ist das Studentenwerk der richtige Ansprechpartner.
Zweimal pro Woche können Ratsuchende ohne Termin in die offene Sprechstunde kommen. „Manchmal reicht auch eine Anfrage per E-Mail“, sagt die Beraterin. „Nicht immer ist eine persönliche Beratung nötig.“ Wer größeren Beratungsbedarf hat, kann einfach per Mail einen Termin vereinbaren.
Johanna Usinger trifft in ihrem Beratungsalltag auf Studierende aller Semestern. „Und manchmal kommen auch Schüler*innen, die grundsätzliche Fragen zu Studienfinanzierung oder Studienorganisation haben.“ Wichtig ist ihr außerdem, darauf hinzuweisen, dass die Studenten- bzw. Studierendenwerke auch Nothilfen bereitstellen, etwa in Form von Darlehen oder kostenlosem Mensaessen.
Weitere Informationen
studienwahl.de
Weitere Informationen findest du im Kapitel Orientieren:
https://studienwahl.de/orientieren/schritte-der-entscheidungsfindung/lass-dich-beraten
Deutsches Studierendenwerk (DSW)
Informationen zu sozialen Beratungsangeboten, Finanzierungsmöglichkeiten und Wohnheimen
www.studierendenwerke.de
Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
Infos rund um das Studium im Ausland, Austauschprogramme und Stipendien
www.daad.de